Die Kunst des Liebens
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Description
In seinem vielleicht wichtigsten Buch diskutiert der Psychoanalytiker Erich Fromm die Liebe in alle ihren Aspekten: nicht nur die von falschen Vorstellungen umgebene romantische Liebe, sondern auch Elternliebe, Nächstenliebe, Erotik, Eigenliebe und die Liebe zu Gott.
Book Information
Author Description
Erich Fromm wurde am 23. März 1900 in Frankfurt am Main als Kind orthodox-jüdischer Eltern geboren. Nach Studien der Psychologie, Philosophie und Soziologie - seine Lehrer waren Alfred Weber, Karl Jaspers und Heinrich Rickert - und der Promotion über Das jüdische Gesetz (1922) unterzog er sich in München und Berlin einer Ausbildung als Psychoanalytiker. Von 1930 an gehörte er zu jenem Kreis um Max Horkheimer, der später als "Frankfurter Schule" bekannt wurde. 1934 emigrierte Fromm in die Vereinigten Staaten, 1949 siedelte er nach Mexiko über, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1956 eine Professur innehatte. Seinen Lebensabend verbrachte er in Locarno. Erich Fromm starb am 18. März 1980.
Posts
Liebe ist keine Anleitung – sondern eine Entscheidung
"Die Kunst des Liebens" von Erich Fromm ist kein Buch, das einem zeigt, wie man liebt. Schon zu Beginn räumt Fromm mit einer Erwartung auf, die viele Leser unbewusst mitbringen: Dieses Buch ist keine Anleitung, kein Rezept, kein schneller Weg zum Glück. Vielmehr ist es eine Einladung zur Auseinandersetzung – mit der Liebe, aber vor allem mit sich selbst: „Lieben ist eine persönliche Erfahrung, die jeder nur für sich allein haben kann.“ Und genau diese Haltung zieht sich durch jede Seite. Fromm, einer der bedeutendsten Psychoanalytiker des 20. Jahrhunderts, schreibt in einem sachlichen, fast nüchternen Ton – und schafft es dennoch, tief zu berühren. Gerade weil er nicht emotional ausschmückt, sondern analysiert, wirken seine Gedanken umso klarer und nachhaltiger. Es ist diese ruhige, durchdachte Stimme, die einen immer wieder innehalten lässt. Besonders eindrücklich ist seine Theorie der Liebe: Liebe ist für ihn kein Gefühl, das uns einfach widerfährt, sondern eine Fähigkeit – eine Kunst, die Disziplin, Reife und Bewusstsein erfordert. Eine Sichtweise, die zunächst fast ernüchternd wirkt, aber beim Weiterlesen eine ungeheure Tiefe entfaltet. Auch der Gedanke der Selbstliebe bleibt hängen. Nicht als egoistische Abgrenzung, sondern als Voraussetzung dafür, überhaupt lieben zu können. Fromm stellt hier unbequeme Fragen: Wie kann man andere wirklich lieben, wenn man sich selbst nicht annimmt? Ein weiterer spannender Aspekt ist seine Betrachtung der erotischen Liebe – oft romantisiert, von ihm jedoch differenziert und kritisch beleuchtet. Er zeigt, wie schnell sie mit Besitzdenken oder Illusion verwechselt wird und wie anspruchsvoll echte Verbindung eigentlich ist. Dieses Buch fordert. Es konfrontiert. Und es bleibt. Nicht, weil es einfache Antworten gibt – sondern weil es die richtigen Fragen stellt. Am Ende steht kein „So funktioniert Liebe“, sondern ein stilles Verständnis dafür, dass Liebe Arbeit ist. Entscheidung. Haltung. Und genau deshalb ist dieses Werk kein gewöhnliches Buch, sondern ein echtes Meisterwerk, das man nicht nur liest – sondern über lange Zeit mit sich trägt. Eine klare Empfehlung für alle, die bereit sind, Liebe nicht nur zu fühlen, sondern wirklich zu begreifen.

Liebe ist das Erwachen des Herzens aus der Einsamkeit des Ichs.
Es ist kein Buch über die Liebe als bloßes Gefühl, sondern über die Liebe als innere Reifung des Menschen. Fromm macht deutlich, dass der moderne Mensch meist nicht fragt, wie er lieben soll, sondern wie er geliebt werden kann. Darin liegt bereits die Verirrung: Die Liebe wird nicht mehr als Kraft der Seele verstanden, die aus dem Inneren hervortritt, sondern als Suche nach einem begehrenswerten Objekt. Gerade hierin liegt die Tiefe des Buches. Der Mensch begehrt oft nicht die Liebe selbst, sondern das, was durch den anderen versprochen wird: Bestätigung, Sicherheit, Schönheit, Status, Geld, Macht oder gesellschaftliches Ansehen. Der Mann blickt auf Reiz, Jugend und Erscheinung, die Frau auf Rang, Schutz und Geltung - so zumindest in den Mustern einer Welt, die selbst die Liebe dem Geist des Marktes unterwirft. Was heilig sein könnte, wird zur Ware; was Begegnung sein sollte, wird zum Tausch. Fromm legt offen, dass hinter dieser Verformung ein tieferes Drama steht: die Einsamkeit des Menschen. Liebe erscheint hier als der Versuch, die eigene Abgetrenntheit zu überwinden, aus der inneren Verbannung des Ichs herauszutreten und wieder Verbindung zu finden - mit dem anderen, mit der Welt, vielleicht sogar mit dem Sein selbst. Doch wahre Liebe entsteht nicht aus Mangel allein. Sie ist keine Flucht, kein Besitz, keine Verschmelzung aus Angst, sondern eine Kunst der Gegenwart, der Verantwortung und der inneren Weite. So liest sich dieses Werk wie eine stille Mahnung an den modernen Menschen, der sich selbst, seine Mitmenschen und die Natur entfremdet hat. Die Kunst des Liebens erinnert daran, dass Liebe kein Zufall ist, der über uns kommt, sondern eine Form des Werdens. Nicht das Finden des richtigen Menschen ist die höchste Frage, sondern die Verwandlung des eigenen Herzens in einen Ort, von dem aus Liebe überhaupt möglich wird.

🎀Liebe kann ohne dieses Werk nicht auf einer tiefgreifenden Ebene verstanden werden, jede*r der ahnt zu verstehen, versteht nicht, ohne je diese Analyse gekostet zu haben. 🎀
⭐️„Wenn ich zu einem anderen sagen kann: ‚Ich liebe dich‘, muss ich auch sagen können: ‚Ich liebe in dir auch alle anderen, ich liebe durch dich die ganze Welt, ich liebe in dir auch mich selbst.‘“ (vgl. S.59) ⭐️ Jede gegenwärtige Literatur über Liebe, ob es Bell Hooks oder Seyda Kurt sei, beide beziehen sich auf diesen fundamentalen Grundbaustein den Erich Fromm gelegt hat. Jeder der denkt ‚Liebe‘ und ‚lieben‘ verstanden zu haben, fordere ich hier heraus, sich des eigenen nicht Verstehens bewusst zu werden und sein Wissen auf einer tieferen Ebene zu erweitern und sich auf dieses Gesellschaftskritische Werk einzulassen. Durch Fromm tauchen wir in eine Welt der Psychoanalyse ein, es lassen sich Fragen stellen: Wie haben unsere Eltern und unsere kindheitlichen Prägungen Einfluss auf unsere eigene Liebesfähigkeit? Er bleibt aber nicht nur auf dieser individuellen Ebene, sondern bezieht die Problematik der Liebe auf die Menschliche Existenz, wie diese die gegenwärtige Problematik der Liebe bedingt. ⭐️ANMERKUNG⭐️ Bei dem Lesen der Theorie ist es wichtig anzumerken, dass das Werk 1956 veröffentlicht wurde und dementsprechend, aus heutiger Perspektive veraltete Rollenbilder und Klischees reproduziert, mit einem Funken kritischer Reflexionsfähigkeit, kann dieses Buch dennoch ohne Probleme gelesen werden. Ich empfehle nach diesem Buch, eine feministischere Perspektive auf Liebe zu lesen, eine Empfehlung meinerseits wäre da „Lieben lernen“ von Bell Hooks.
Ein besonderes Buch mit fesselnden Schreibstiel. Auch wenn es in dem Sinne ein „Sachbuch“ ist, ließ es sich meiner Meinung nach anfühlen wie ein Roman: man ist eingetaucht in Fromms Gedankengänge und hat sie zu verstehen gelernt und selbst weiter drüber nachgedacht. Ob müde vor dem schlafen gehen oder wach tagsüber, mir gefiel es sehr gut darin zu lesen und zu lernen :)
Außergewöhnlich
Fromm hat hier unmögliches geschafft, er erklärt die Liebe. Erst wenn man aufhört sich selbst ständig in den Mittelpunkt zu stellen, oder gar als Opfer zu sehen, erkennt man die wahre Liebe. Auf der Gefühlsebene existiert kein Vergleich und keine Wertung. Dieses Buch ist mitunter eine Reise zu sich selbst , eine Reise zum Glück und schlussendlich zur Liebe in ihrer reinsten Form. Wenn man sich darauf einlässt.
Liebe ist eine Kunst, kein Zufall – fordernd, aber lohnend.
Die Kunst des Liebens von Erich Fromm war für mich keine einfache, aber eine sehr bereichernde Lektüre. Ich hatte gehofft, mehr über zwischenmenschliche Beziehungen zu lernen – bekommen habe ich aber viel mehr: eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Menschsein, mit Freiheit, Reife, Verantwortung und der Fähigkeit zu lieben. Fromm stellt Liebe nicht als etwas dar, das einem einfach passiert, sondern als eine Haltung, eine Fähigkeit, die man entwickeln und üben muss – ähnlich wie eine Kunst. Das hat mich sehr angesprochen, weil es Liebe dadurch nicht idealisiert oder romantisiert, sondern realistisch und gleichzeitig tiefgründig betrachtet. Besonders beeindruckend fand ich seine Unterscheidung zwischen verschiedenen Formen der Liebe: romantischer Liebe, Nächstenliebe, Selbstliebe, Mutterliebe usw. Dabei wird klar: Liebe ist nicht einfach ein Gefühl, sondern eine Entscheidung, ein aktiver Prozess, der Reife, Geduld und Selbsterkenntnis erfordert. Was mich allerdings auch gefordert hat, war der philosophisch-psychologische Stil. Manche Abschnitte sind sehr theoretisch und erfordern Konzentration – es ist kein Buch, das man mal eben nebenbei liest. Aber wenn man sich darauf einlässt, wird man mit vielen Denkanstößen belohnt. Ich habe oft innegehalten, reflektiert und mir Fragen gestellt: Wie liebe ich eigentlich? Bin ich bereit, wirklich Verantwortung zu übernehmen? Fromms Gesellschaftskritik – etwa an der Konsumhaltung in Beziehungen oder der Idee, Liebe sei etwas, das man „findet“ statt entwickelt – fand ich sehr treffend und erstaunlich aktuell, obwohl das Buch schon vor Jahrzehnten geschrieben wurde.
wer bin ich, wenn ich bin, was ich habe, und dann verliere, was ich habe? infantile liebe folgt dem prinzip: ich liebe, weil ich geliebt werde. reife liebe folgt dem prinzip: ich werde geliebt, weil ich liebe. unreife liebe sagt: ich liebe dich, weil ich dich brauche. reife liebe sagt: ich brauche dich, weil ich dich liebe. ist die selbstsucht des modernen menschen tatsächlich ein liebevolles interesse an sich selbst als einem individuum mit allen seinen intellektuellen, emotionalen und sinnlichen möglichkeiten? ist "er", der moderne mensch, nicht vielmehr zu einem anhängsel an seine sozio-ökonomische rolle geworden? ist seine selbstsucht wirklich dasselbe wie selbstliebe, oder ist die selbstsucht nicht geradezu die folge davon, daß es ihm an selbstliebe fehlt?
Lesenswert weil: es ohne Liebe einfach nie so wundervoll ist, wie es mit ihr sein kann. Weil sich jedes Engagement dafür lohnt und weil der Glaube den er beschreibt Geister braucht die ihn lebendig halten, kultivieren und nähren. Für eine Perspektive die sich lohnt, für eine liebevollere Welt für uns alle und für den Übergang in die nächste erstrebenswerte Phase(wann immer das sein wird) welche ohne Liebe nie vorstellbar wird. Seine Gedanke sind klar, die Worte präzise, manchmal etwas nüchtern aber nie ohne Hingabe nähert er sich diesem Thema. Ich fühlte mich erkannt, abgeholt und inspiriert. Das ist schon viel und es macht Mut für die Liebe zu gehen, für Sie einzustehen. Lesenswert, von Herzen!
Gut und vielschichtig aber
Naja, es hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, und das merkt man auch. Grundlegende Erkenntnisse wechseln sich ab mit eher allgemein bekannten Floskeln, und leider neigt der Autor dazu, sich gerne zu wiederholen Trotzdem, schöner Denkanstoß hier und da: "Vernunft ist die Fähigkeit objektiv zu denken, und die zugrundeliegende emotionale Haltung ist die Demut. Die Fähigkeit zur Liebe ist daher abhängig von der Entwicklung von Vernunft, Objektivität und Demut"
I'm not able to rate this to any degree. I see some points and I think there are valuable things in this book But The way he interprets men and women and the relationship from a child to his parents is problematic I think. For one it sounds like he is 100% certain of his interpretations and there is no room for possibilities, which always makes me sceptical. Further he very much writes about a very classic conservative picture of a family and only that. Also the way he writes about God does not speak to me in some degrees. All in all yes and no. Very torn.
Ein Buch über die Kunst des Liebens. Ob man danach die Kunst beherrscht? Fraglich. Natürlich muss man wissen, dass das nicht eins der neuesten Bücher zum Thema Liebe(n) ist, da es von Autor Erich Fromm ist. Dennoch, dadurch, dass es etwas älter ist und auch in „alter“ Sprache geschrieben ist, gibt es wirklich sehr viel, das man auf die heutige Zeit direkt übertragen kann. Fast schon erschreckend viel. Der Autor unterscheidet in seinen Kapiteln zwischen der Theorie und Praxis der Liebe, sowie im Kapitel „Theorie der Liebe“ unter dem Punkt „Objekte der Liebe“ zwischen Nächstenliebe, Mütterliche, Erotische, Selbstliebe und die Liebe zu Gott. Spannende Felder mit verschiedenen Blicken auf die Liebe. Es wird auch darüber diskutiert, ob die Liebe in der heutigen (bzw. Damaligen?) Gesellschaft zerfällt. Ich bin mir sicher, dass es noch einige modernere und klarere Bücher zum Thema gibt. Dennoch ist es vor allem für Fromm-Fans oder aber auch Interessierte, die den Vergleich zu älteren Formen und Psychologen (hier: Freud) gerne lesen, ein passendes Buch.
Nach einer schmerzhaften Trennung, SEHR empfehlenswert!
Dieses Buch war mein kleiner Wegbegleiter über die Trennung hinweg. Während manche Passagen mehrmaliges lesen erfordern, waren andere relativ leicht zu verstehen! Es tat wirklich gut, sich verstanden zu fühlen und „bekannte Muster“ wiedererkannt zu haben. Ich konnte wirklich viel lernen und meine Meinung bezüglich Liebe vertiefen. Ich bin froh, dass man durch Bücher heilen kann (:
Dieses Buch kann man definitiv mehrmals lesen (und sollte man vielleicht sogar auch, manche Passagen muss man mehrmals lesen). Erich Fromm schreibt über die Liebe, die tatsächlich eine Kunst ist und auch dementsprechendes Handwerkswissen voraussetzt. Ich habe viele Punkte markiert und finde seine Ansichten auch sehr interessant (z.b. auch, wie oft er Freud widerspricht).
3.75 Die Grundlage des Buches ist super interessant und wichtig und den meisten Aussagen stimme ich zu. Mir ist bewusst, dass das Buch 1956 veröffentlicht wurde, aber es vermittelt für meinen Geschmack an manchen Stellen zu sehr traditionelle Werte und Rollenbilder. Ich bin trotzdem froh es gelesen zu haben, denn ich konnte einiges an Input mitnehmen.
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In seinem vielleicht wichtigsten Buch diskutiert der Psychoanalytiker Erich Fromm die Liebe in alle ihren Aspekten: nicht nur die von falschen Vorstellungen umgebene romantische Liebe, sondern auch Elternliebe, Nächstenliebe, Erotik, Eigenliebe und die Liebe zu Gott.
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Author Description
Erich Fromm wurde am 23. März 1900 in Frankfurt am Main als Kind orthodox-jüdischer Eltern geboren. Nach Studien der Psychologie, Philosophie und Soziologie - seine Lehrer waren Alfred Weber, Karl Jaspers und Heinrich Rickert - und der Promotion über Das jüdische Gesetz (1922) unterzog er sich in München und Berlin einer Ausbildung als Psychoanalytiker. Von 1930 an gehörte er zu jenem Kreis um Max Horkheimer, der später als "Frankfurter Schule" bekannt wurde. 1934 emigrierte Fromm in die Vereinigten Staaten, 1949 siedelte er nach Mexiko über, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1956 eine Professur innehatte. Seinen Lebensabend verbrachte er in Locarno. Erich Fromm starb am 18. März 1980.
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Liebe ist keine Anleitung – sondern eine Entscheidung
"Die Kunst des Liebens" von Erich Fromm ist kein Buch, das einem zeigt, wie man liebt. Schon zu Beginn räumt Fromm mit einer Erwartung auf, die viele Leser unbewusst mitbringen: Dieses Buch ist keine Anleitung, kein Rezept, kein schneller Weg zum Glück. Vielmehr ist es eine Einladung zur Auseinandersetzung – mit der Liebe, aber vor allem mit sich selbst: „Lieben ist eine persönliche Erfahrung, die jeder nur für sich allein haben kann.“ Und genau diese Haltung zieht sich durch jede Seite. Fromm, einer der bedeutendsten Psychoanalytiker des 20. Jahrhunderts, schreibt in einem sachlichen, fast nüchternen Ton – und schafft es dennoch, tief zu berühren. Gerade weil er nicht emotional ausschmückt, sondern analysiert, wirken seine Gedanken umso klarer und nachhaltiger. Es ist diese ruhige, durchdachte Stimme, die einen immer wieder innehalten lässt. Besonders eindrücklich ist seine Theorie der Liebe: Liebe ist für ihn kein Gefühl, das uns einfach widerfährt, sondern eine Fähigkeit – eine Kunst, die Disziplin, Reife und Bewusstsein erfordert. Eine Sichtweise, die zunächst fast ernüchternd wirkt, aber beim Weiterlesen eine ungeheure Tiefe entfaltet. Auch der Gedanke der Selbstliebe bleibt hängen. Nicht als egoistische Abgrenzung, sondern als Voraussetzung dafür, überhaupt lieben zu können. Fromm stellt hier unbequeme Fragen: Wie kann man andere wirklich lieben, wenn man sich selbst nicht annimmt? Ein weiterer spannender Aspekt ist seine Betrachtung der erotischen Liebe – oft romantisiert, von ihm jedoch differenziert und kritisch beleuchtet. Er zeigt, wie schnell sie mit Besitzdenken oder Illusion verwechselt wird und wie anspruchsvoll echte Verbindung eigentlich ist. Dieses Buch fordert. Es konfrontiert. Und es bleibt. Nicht, weil es einfache Antworten gibt – sondern weil es die richtigen Fragen stellt. Am Ende steht kein „So funktioniert Liebe“, sondern ein stilles Verständnis dafür, dass Liebe Arbeit ist. Entscheidung. Haltung. Und genau deshalb ist dieses Werk kein gewöhnliches Buch, sondern ein echtes Meisterwerk, das man nicht nur liest – sondern über lange Zeit mit sich trägt. Eine klare Empfehlung für alle, die bereit sind, Liebe nicht nur zu fühlen, sondern wirklich zu begreifen.

Liebe ist das Erwachen des Herzens aus der Einsamkeit des Ichs.
Es ist kein Buch über die Liebe als bloßes Gefühl, sondern über die Liebe als innere Reifung des Menschen. Fromm macht deutlich, dass der moderne Mensch meist nicht fragt, wie er lieben soll, sondern wie er geliebt werden kann. Darin liegt bereits die Verirrung: Die Liebe wird nicht mehr als Kraft der Seele verstanden, die aus dem Inneren hervortritt, sondern als Suche nach einem begehrenswerten Objekt. Gerade hierin liegt die Tiefe des Buches. Der Mensch begehrt oft nicht die Liebe selbst, sondern das, was durch den anderen versprochen wird: Bestätigung, Sicherheit, Schönheit, Status, Geld, Macht oder gesellschaftliches Ansehen. Der Mann blickt auf Reiz, Jugend und Erscheinung, die Frau auf Rang, Schutz und Geltung - so zumindest in den Mustern einer Welt, die selbst die Liebe dem Geist des Marktes unterwirft. Was heilig sein könnte, wird zur Ware; was Begegnung sein sollte, wird zum Tausch. Fromm legt offen, dass hinter dieser Verformung ein tieferes Drama steht: die Einsamkeit des Menschen. Liebe erscheint hier als der Versuch, die eigene Abgetrenntheit zu überwinden, aus der inneren Verbannung des Ichs herauszutreten und wieder Verbindung zu finden - mit dem anderen, mit der Welt, vielleicht sogar mit dem Sein selbst. Doch wahre Liebe entsteht nicht aus Mangel allein. Sie ist keine Flucht, kein Besitz, keine Verschmelzung aus Angst, sondern eine Kunst der Gegenwart, der Verantwortung und der inneren Weite. So liest sich dieses Werk wie eine stille Mahnung an den modernen Menschen, der sich selbst, seine Mitmenschen und die Natur entfremdet hat. Die Kunst des Liebens erinnert daran, dass Liebe kein Zufall ist, der über uns kommt, sondern eine Form des Werdens. Nicht das Finden des richtigen Menschen ist die höchste Frage, sondern die Verwandlung des eigenen Herzens in einen Ort, von dem aus Liebe überhaupt möglich wird.

🎀Liebe kann ohne dieses Werk nicht auf einer tiefgreifenden Ebene verstanden werden, jede*r der ahnt zu verstehen, versteht nicht, ohne je diese Analyse gekostet zu haben. 🎀
⭐️„Wenn ich zu einem anderen sagen kann: ‚Ich liebe dich‘, muss ich auch sagen können: ‚Ich liebe in dir auch alle anderen, ich liebe durch dich die ganze Welt, ich liebe in dir auch mich selbst.‘“ (vgl. S.59) ⭐️ Jede gegenwärtige Literatur über Liebe, ob es Bell Hooks oder Seyda Kurt sei, beide beziehen sich auf diesen fundamentalen Grundbaustein den Erich Fromm gelegt hat. Jeder der denkt ‚Liebe‘ und ‚lieben‘ verstanden zu haben, fordere ich hier heraus, sich des eigenen nicht Verstehens bewusst zu werden und sein Wissen auf einer tieferen Ebene zu erweitern und sich auf dieses Gesellschaftskritische Werk einzulassen. Durch Fromm tauchen wir in eine Welt der Psychoanalyse ein, es lassen sich Fragen stellen: Wie haben unsere Eltern und unsere kindheitlichen Prägungen Einfluss auf unsere eigene Liebesfähigkeit? Er bleibt aber nicht nur auf dieser individuellen Ebene, sondern bezieht die Problematik der Liebe auf die Menschliche Existenz, wie diese die gegenwärtige Problematik der Liebe bedingt. ⭐️ANMERKUNG⭐️ Bei dem Lesen der Theorie ist es wichtig anzumerken, dass das Werk 1956 veröffentlicht wurde und dementsprechend, aus heutiger Perspektive veraltete Rollenbilder und Klischees reproduziert, mit einem Funken kritischer Reflexionsfähigkeit, kann dieses Buch dennoch ohne Probleme gelesen werden. Ich empfehle nach diesem Buch, eine feministischere Perspektive auf Liebe zu lesen, eine Empfehlung meinerseits wäre da „Lieben lernen“ von Bell Hooks.
Ein besonderes Buch mit fesselnden Schreibstiel. Auch wenn es in dem Sinne ein „Sachbuch“ ist, ließ es sich meiner Meinung nach anfühlen wie ein Roman: man ist eingetaucht in Fromms Gedankengänge und hat sie zu verstehen gelernt und selbst weiter drüber nachgedacht. Ob müde vor dem schlafen gehen oder wach tagsüber, mir gefiel es sehr gut darin zu lesen und zu lernen :)
Außergewöhnlich
Fromm hat hier unmögliches geschafft, er erklärt die Liebe. Erst wenn man aufhört sich selbst ständig in den Mittelpunkt zu stellen, oder gar als Opfer zu sehen, erkennt man die wahre Liebe. Auf der Gefühlsebene existiert kein Vergleich und keine Wertung. Dieses Buch ist mitunter eine Reise zu sich selbst , eine Reise zum Glück und schlussendlich zur Liebe in ihrer reinsten Form. Wenn man sich darauf einlässt.
Liebe ist eine Kunst, kein Zufall – fordernd, aber lohnend.
Die Kunst des Liebens von Erich Fromm war für mich keine einfache, aber eine sehr bereichernde Lektüre. Ich hatte gehofft, mehr über zwischenmenschliche Beziehungen zu lernen – bekommen habe ich aber viel mehr: eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Menschsein, mit Freiheit, Reife, Verantwortung und der Fähigkeit zu lieben. Fromm stellt Liebe nicht als etwas dar, das einem einfach passiert, sondern als eine Haltung, eine Fähigkeit, die man entwickeln und üben muss – ähnlich wie eine Kunst. Das hat mich sehr angesprochen, weil es Liebe dadurch nicht idealisiert oder romantisiert, sondern realistisch und gleichzeitig tiefgründig betrachtet. Besonders beeindruckend fand ich seine Unterscheidung zwischen verschiedenen Formen der Liebe: romantischer Liebe, Nächstenliebe, Selbstliebe, Mutterliebe usw. Dabei wird klar: Liebe ist nicht einfach ein Gefühl, sondern eine Entscheidung, ein aktiver Prozess, der Reife, Geduld und Selbsterkenntnis erfordert. Was mich allerdings auch gefordert hat, war der philosophisch-psychologische Stil. Manche Abschnitte sind sehr theoretisch und erfordern Konzentration – es ist kein Buch, das man mal eben nebenbei liest. Aber wenn man sich darauf einlässt, wird man mit vielen Denkanstößen belohnt. Ich habe oft innegehalten, reflektiert und mir Fragen gestellt: Wie liebe ich eigentlich? Bin ich bereit, wirklich Verantwortung zu übernehmen? Fromms Gesellschaftskritik – etwa an der Konsumhaltung in Beziehungen oder der Idee, Liebe sei etwas, das man „findet“ statt entwickelt – fand ich sehr treffend und erstaunlich aktuell, obwohl das Buch schon vor Jahrzehnten geschrieben wurde.
wer bin ich, wenn ich bin, was ich habe, und dann verliere, was ich habe? infantile liebe folgt dem prinzip: ich liebe, weil ich geliebt werde. reife liebe folgt dem prinzip: ich werde geliebt, weil ich liebe. unreife liebe sagt: ich liebe dich, weil ich dich brauche. reife liebe sagt: ich brauche dich, weil ich dich liebe. ist die selbstsucht des modernen menschen tatsächlich ein liebevolles interesse an sich selbst als einem individuum mit allen seinen intellektuellen, emotionalen und sinnlichen möglichkeiten? ist "er", der moderne mensch, nicht vielmehr zu einem anhängsel an seine sozio-ökonomische rolle geworden? ist seine selbstsucht wirklich dasselbe wie selbstliebe, oder ist die selbstsucht nicht geradezu die folge davon, daß es ihm an selbstliebe fehlt?
Lesenswert weil: es ohne Liebe einfach nie so wundervoll ist, wie es mit ihr sein kann. Weil sich jedes Engagement dafür lohnt und weil der Glaube den er beschreibt Geister braucht die ihn lebendig halten, kultivieren und nähren. Für eine Perspektive die sich lohnt, für eine liebevollere Welt für uns alle und für den Übergang in die nächste erstrebenswerte Phase(wann immer das sein wird) welche ohne Liebe nie vorstellbar wird. Seine Gedanke sind klar, die Worte präzise, manchmal etwas nüchtern aber nie ohne Hingabe nähert er sich diesem Thema. Ich fühlte mich erkannt, abgeholt und inspiriert. Das ist schon viel und es macht Mut für die Liebe zu gehen, für Sie einzustehen. Lesenswert, von Herzen!
Gut und vielschichtig aber
Naja, es hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, und das merkt man auch. Grundlegende Erkenntnisse wechseln sich ab mit eher allgemein bekannten Floskeln, und leider neigt der Autor dazu, sich gerne zu wiederholen Trotzdem, schöner Denkanstoß hier und da: "Vernunft ist die Fähigkeit objektiv zu denken, und die zugrundeliegende emotionale Haltung ist die Demut. Die Fähigkeit zur Liebe ist daher abhängig von der Entwicklung von Vernunft, Objektivität und Demut"
I'm not able to rate this to any degree. I see some points and I think there are valuable things in this book But The way he interprets men and women and the relationship from a child to his parents is problematic I think. For one it sounds like he is 100% certain of his interpretations and there is no room for possibilities, which always makes me sceptical. Further he very much writes about a very classic conservative picture of a family and only that. Also the way he writes about God does not speak to me in some degrees. All in all yes and no. Very torn.
Ein Buch über die Kunst des Liebens. Ob man danach die Kunst beherrscht? Fraglich. Natürlich muss man wissen, dass das nicht eins der neuesten Bücher zum Thema Liebe(n) ist, da es von Autor Erich Fromm ist. Dennoch, dadurch, dass es etwas älter ist und auch in „alter“ Sprache geschrieben ist, gibt es wirklich sehr viel, das man auf die heutige Zeit direkt übertragen kann. Fast schon erschreckend viel. Der Autor unterscheidet in seinen Kapiteln zwischen der Theorie und Praxis der Liebe, sowie im Kapitel „Theorie der Liebe“ unter dem Punkt „Objekte der Liebe“ zwischen Nächstenliebe, Mütterliche, Erotische, Selbstliebe und die Liebe zu Gott. Spannende Felder mit verschiedenen Blicken auf die Liebe. Es wird auch darüber diskutiert, ob die Liebe in der heutigen (bzw. Damaligen?) Gesellschaft zerfällt. Ich bin mir sicher, dass es noch einige modernere und klarere Bücher zum Thema gibt. Dennoch ist es vor allem für Fromm-Fans oder aber auch Interessierte, die den Vergleich zu älteren Formen und Psychologen (hier: Freud) gerne lesen, ein passendes Buch.
Nach einer schmerzhaften Trennung, SEHR empfehlenswert!
Dieses Buch war mein kleiner Wegbegleiter über die Trennung hinweg. Während manche Passagen mehrmaliges lesen erfordern, waren andere relativ leicht zu verstehen! Es tat wirklich gut, sich verstanden zu fühlen und „bekannte Muster“ wiedererkannt zu haben. Ich konnte wirklich viel lernen und meine Meinung bezüglich Liebe vertiefen. Ich bin froh, dass man durch Bücher heilen kann (:
Dieses Buch kann man definitiv mehrmals lesen (und sollte man vielleicht sogar auch, manche Passagen muss man mehrmals lesen). Erich Fromm schreibt über die Liebe, die tatsächlich eine Kunst ist und auch dementsprechendes Handwerkswissen voraussetzt. Ich habe viele Punkte markiert und finde seine Ansichten auch sehr interessant (z.b. auch, wie oft er Freud widerspricht).
3.75 Die Grundlage des Buches ist super interessant und wichtig und den meisten Aussagen stimme ich zu. Mir ist bewusst, dass das Buch 1956 veröffentlicht wurde, aber es vermittelt für meinen Geschmack an manchen Stellen zu sehr traditionelle Werte und Rollenbilder. Ich bin trotzdem froh es gelesen zu haben, denn ich konnte einiges an Input mitnehmen.





























