Systemsturz

Systemsturz

Hardback
4.322

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Description

Ohne Kapitalismus in die Zukunft

Wenn wir glauben, die Welt durch nachhaltigen Konsum vor der Klimakatastrophe zu retten, betrügen wir uns selbst. Das sagt der japanische Philosoph Kohei Saito. Denn der Kapitalismus ist nicht zukunftsfähig. Klar und überzeugend vertritt Saito die These: Nichts, was die Welt jetzt braucht, lässt sich innerhalb eines kapitalistischen Systems realisieren. Grünes Wachstum ist unmöglich.

Was wir stattdessen brauchen? Einen neuen Kommunismus. Genauer gesagt: einen Ökosozialismus, der nicht auf Wachstum ausgerichtet ist, der das Produktionstempo herunterfährt und Wohlstand umverteilt. Schon Marx plädierte für eine nachhaltige Wirtschaftsordnung. Und nur damit wird es uns gelingen, die Natur – unsere Lebensgrundlage – zu erhalten.

Die bahnbrechende Neuinterpretation der Marx'schen Theorie von einer der aufregendsten jungen Stimmen der internationalen Philosophie

»Neoliberale Maßnahmen wie Deregulierung oder Beschneidung des Sozialstaats, mit denen das Wachstum angetrieben wurde, haben soziale Gräben und Instabilität hinterlassen. Warum sollen wir so weitermachen, unser ganzes Leben auf Arbeiten, Geldverdienen, Konsumieren ausrichten? Wir brauchen einen ›new way of life‹.«
Kohei Saito

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Geosciences
Format
Hardback
Pages
320
Price
25.70 €

Author Description

Kohei Saito, geboren 1987, ist Associate Professor für Philosophie an der Universität von Tokio. Er promovierte 2016 an der Humboldt-Universität zu Berlin, ist Mitherausgeber der Marx-Engels-Gesamtausgabe und wurde 2018 mit dem Isaac-Deutscher-Preis ausgezeichnet. Saitos ›Systemsturz‹ wurde in Japan ein großer Erfolg, das Buch verkaufte sich dort mehr als 500.000 Mal.

Posts

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All
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Degrowth-Kommunismus oder Barbarei 🚩

Wie absolut notwendig es ist, sich mit dem Marxismus nicht nur oberflächlich oder historisch interessiert auseinanderzusetzen, sondern ihn als das zu begreifen, was er ist: eine wissenschaftliche Methode, die es erlaubt, unsere Gesellschaft in ihrer Gänze zu analysieren, Marx‘ Theorien in die Moderne zu übertragen und Perspektiven für ihre Veränderung zu entwickeln - genau das zeigt „Systemsturz“ von Kohei Saito. Im Zentrum steht die fundierte Analyse, dass eine tatsächliche Alternative zur gegenwärtigen ökonomischen und ökologischen Krise nur auf Grundlage marxistischer Theorie und Praxis möglich ist. Reformversuche innerhalb des kapitalistischen Rahmens, so zeigt das Buch eindrücklich, sind zum Scheitern verurteilt. Saito reißt damit nicht nur die Tür zur marxistischen Tradition wieder auf, er aktualisiert sie. Vor allem mit den Notizen des späten Marx löst er die Kritik am marxschen Eurozentrismus und Produktivismus fundiert und belegbar auf. Er verbindet Marx mit Klimakrise, postkolonialer Theorie, feministischer Kritik und mit den Realitäten des 21. Jahrhunderts und beweist, dass Marxismus kein Dogma ist, sondern eine lebendige Wissenschaft, die sich immer wieder an der Realität und Moderne messen lassen kann und ihr sogar überlegen ist. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die klare und zwingende Distanzierung von den autoritären Regimen, die sich im 20. Jahrhundert als „marxistisch“ bezeichneten, insbesondere vom Stalinismus. Saito geht in seiner Analyse detailliert darauf ein, warum der Stalinismus, die DDR oder die Sowjetunion nichts mit dem Marxismus zu tun haben. Diese Regime basierten nicht auf den von Marx entwickelten Theorien, sondern auf einer verzerrten, autoritären Interpretation, die Marx‘ Ideen vollkommen verfehlte. Die Schlussfolgerung ist also eindeutig: Die multiplen Krisen unserer Zeit, von ökologischer Zerstörung zur sozialen Spaltung bis hin zu geopolitischen Eskalationen lassen sich im Rahmen kapitalistischer Logiken nicht lösen. Wir brauchen keine linke Verwaltung dieser Ordnung, wir müssen sie überwinden. Für mich ein wichtiges Buch, was mein Wissen vertieft und mich in meiner politischen Haltung bestätigt hat.

5

Marx, Kapitalismuskritik, Kommunismus, Naturschutz, Klimakrise

Im Zuge der Klimakrise sieht Dr. Kohei Sato die einzige Chance darauf den Planeten, die Umwelt und die Menschheit zu retten im Degrowth Kommunismus. Hier wird eine fundierte Kapitalismusanalyse sowie -kritik auf Grundlage von Karl Marx' Kapital Band 1 sowie seinen Notizen zu Band 2 und 3 erarbeitet. Sato ist Marx-Forscher und Kenner. Er beschreibt Marx' Entwicklung zwischen den Bänden des Kapitals und seine Arbeit an der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA). Marx' beschäftigte sich mit so genannten "Commons", bei den Germanen und in der Sowjetunion, also kollektivierten Allgemeingütern, die zum Nutzen von Allen verwaltet werden. Daraus zieht er die Hinwendung hin zum Degrowth, also die Abkehr vom Immerwährenden Profitstreben, er lehnt auch grünen Wachstumskapitalismus, Neoliberalismus ab. Sato sieht die einzige Chance in der Abkehr vom Profitstreben und Überproduktion, hin zur Verallgemeinerung von Wasser, Strom etc. um die Gemeinschaft wiederzubeleben und die Umwelt retten zu können. Das 1,5 Grad Ziel hält er nur so für erreichbar. Das E-Book hat tatäschlich fast 800 Seiten, wobei der eigentliche Text ca. 300 ausmacht, dann kommt Literatur und Wortverzeichnis inklusive digitaler Verweise, die sehr viel Platz einnehmen. Das Buch war auf den Spiegellisten, ich habe es für die Bib gekauft. Wer sich mit linker Ökologie sowie Kapitalismuskritik auseinandersetzen möchte, ist hier genau richtig. Ein Interesse für Marx und Sozialismus sowie Kommunismus sind auch eher förderlich. Viele kurze Kapitel, einiges an Fußnoten, aber nicht zu wissenschaftlich. Gerne empfohlen!

4

Spannende Sichtweise auf den Kampf gegen die Klimakrise

Es ist ein spannendes Buch, was einem auf jeden Fall neue Blickwinkel beschert. Dass der Kapitalismus nur für einen Teil der Menschheit profitabel ist und die meisten darunter leiden, ist wohl vielen bewusst. Dies auf den Klimawandel zu münzen ist erstaunlich logisch. Aufgrund der aktuellen politischen Lage bleibe ich dennoch etwas skeptisch zurück, da ich den Weg dorthin für fast unmöglich halte. Definitiv lesenswert, wenn teilweise auch etwas langatmig für meinen Geschmack, lässt sich nicht „einfach so mal weglesen“ war aber doch einfacher zu begreifen als erwartet.

5

Unbedingte Lese- und Hörempfehlung zum Thema Ausstieg aus dem Kapitalismus und was das mit der Klimarettung zu tun hat!

Dass wir in einer Klimakatastrophe stecken, ist wohl mittlerweile jeder*m bekannt. Die Frage stellt sich schon seit langem, wie schaffen wir es als Gesellschaft, in einer Welt mit endlichen Ressourcen Mensch und Umwelt zu vereinen? Da der Kapitalismus, der auf Wachstum ausgerichtet ist, nicht die Lösung sondern das Problem ist, muss ein alternatives gesellschaftliches System her. Der Autor analysiert den Kapitalismus und den Marx'schen frühen und späten Kommunismus und schließt damit ab, dass wir ein rückwärtsgerichtetes Wachstum, nämlich den Degrowth brauchen, um das Klima zu retten. Hierzu stellt er 5 Säulen des Degrowth-Kommunismus auf: 1. Wandel zur Gebrauchswertwirtschaft: "Priorität sollte also nicht der Wert [von Produkten] haben, sondern das, womit wir uns an die Krise anpassen können [der Gebrauch von Produkten, insbes. von systemrelevanten]." 2. Verkürzung der Arbeitszeit: Für weniger Arbeitszeit und mehr Lebensqualität 3. Aufhebung uniformer Arbeitsteilung: Für die Wiederherstellung der Kreativität der Arbeit 4. Demokratisierung des Produktionsprozesses: Je demokratischer der Produktionsprozess, desto langsamer die Wirtschaft 5. Fokus auf systemrelevante Arbeit: Für einen Wandel zur Gebrauchswertwirtschaft und die Wertschätzung arbeitsintensiver systemrelevanter Arbeit All diese 5 Säulen werden im Buch sehr verständlich dargelegt und nachvollziehbar erörtert, sowie mit Beispielen versehen. Ich staune über solch kluge Köpfe, die in meiner gefühlt hoffnungslosen Situation, immer noch Lösungsvorschläge erarbeiten und Hoffnung schaffen. Vieles wäre möglich, auch jetzt noch, 1 Minute vor 12, wenn wir annehmen würden, wie es um uns und die Erde wirklich steht und was das für uns alle bedeutet. Wir müssten mutig sein, schnelle Änderungen zu akzeptieren und umzusetzen. Doch an dem Mut scheitert mein Glaube an die Menschheit. Superreiche und Reiche wollen Macht und Luxus nicht aufgeben. Sieht man an den ganzen liberalen bis ultrakonservativen als auch rechtsextremen Politiker*innen. Durch sie wird kein Systemwandel kommen, schon gar nicht ein schneller! Ich spreche für dieses Buch eine absolute Lese- und auch Hörempfehlung aus! Ein Weiter-So wird die Menschheit auslöschen! Wir müssen für den Wandel bereit sein. Wir sind es den nachfolgenden Generationen schuldig! Über den Autor: Dr. Kohei Saito, geboren 1987, ist Associate Professor für Philosophie an der Universität von Tokio. Er promovierte 2016 an der Humboldt-Universität zu Berlin, ist Mitherausgeber der Marx-Engels-Gesamtausgabe und wurde 2018 mit dem Isaac-Deutscher-Preis ausgezeichnet. Darüber hinaus verlieh ihm die Japanische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften im Jahr 2020 den hoch angesehenen JSPS-Preis, der an die besten jungen Wissenschaftler des Landes vergeben wird.

4.5

Systemsturz

... ist unvermeidbar. Der Kapitalismus muss enden, bevor er die Menschheit beendet. Ein Gedanke, der gleichermaßen empowernd wie machtlos fühlen lässt. Degrowth-Kommunismus ist der Weg, den Saito absolut plausibel und stringend als Ausweg erläutert. Lehrreich, erzürnend und doch auch Hoffnung spendend.

3.5

Ein Buch mit scharfer Kapitalismuskritik und einem ungewöhnlich neuen Blick auf Karl Marx, dass doch zu weit in Theorie schwimmt und das Gedankenexperiment des Degrowth-Kommunismus in seiner Praxis nicht durchspielt. Die Ausführungen zum Neoliberalismus und Kapitalismus sind vielleicht ganz gut, aber wenig neu. Ein etwas überbewertetes Werk mit zumindest sehr bedenkenswerten Ansätzen.

5

Ein wirklich bemerkenswertes Buch, dass mich, trotz meines Vorwissens hinsichtlich der Thematik, doch noch einmal in eine andere Richtung gebracht hat und ich nun ein viel besseres Verständnis habe, was es für die finale Überwindung des Kapitalismus braucht.

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