Sturz in die Sonne
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Description
Book Information
Author Description
Charles Ferdinand Ramuz (1878–1947), geboren und aufgewachsen in Lausanne. Studium in Lausanne und Paris, wo er 1905 anstelle einer Dissertation den Roman «Aline» vorlegte. Seine Bücher wurden mehrfach verfilmt. 1936 erhielt er den Grossen Preis der Schweizeri-schen Schillerstiftung. Im Limmat Verlag sind seine Romane «Farinet oder das falsche Geld», «Aline» und «Derborence» lieferbar.
Posts
Interessante und ungewöhnliche Geschichte, die eine starke Atmosphäre schafft und trotz ihres Alters sehr aktuell wirkt. Die Idee, die Erde langsam in die Sonne stürzen zu lassen, ist faszinierend und regt zum Nachdenken an. Der poetische Stil hat etwas Besonderes, aber emotional hat es mich nicht ganz gepackt.

Wie der Mensch ist
Was tut der Mensch, wenn die Erde in die Sonne stürzt? Ramuz schildert es uns mit einer schonungslosen Klar- und Direktheit und doch in der schönsten Sprache, die vorstellbar ist, dass es in dem Grauen so viel Schönheit gibt, die es wohl braucht, um so genau hinzuschauen. Der Schweizer Schriftsteller Charles Ferdinand Ramuz beweist hier sein grosses Können als Lyriker und Essayist, dass er seine Sprache (Französisch) meisterlich beherrscht. Der 1922 erstmals erschienene Roman erreicht uns im Heute mit den Themen Klimaerwärmung und Verdrängung der Wahrheit. Nur hat die Menschheit im Buch kaum mehr Zeit, die Wahrheit ganz zu erfassen, zu schnell geht alles, der Untergang von allem Greifbaren steht unmittelbar bevor. „Es wird immer heisser werden, und schnell wird alles sterben“. Wir als Leser, als Betrachter können nur staunen, uns aber auch wiedererkennen in den Reaktionen der Menschen: „Was geht mich das an?“ Das denkbar unangenehmste Szenario, aber es ist die Sprache in ihrer Dichte, die den Genuss beim Lesen/Hören bringt. Ein Buch, dass ich besitzen möchte, um es immer wieder, langsam zu geniessen. Meiterhaft von Steffen Wyss ins Deutsche übersetzt und in der Hörbuchfassung von Patrick Imhof gelesen.
„Sturz in die Sonne“ von C. F. Ramuz war ein Zufallsfund in einer Kölner Buchhandlung. Vom Klappentext war ich direkt fasziniert, denn auf den ersten Blick hat das Buch rein gar nichts mit dem Klimawandel zu tun, es erschien erstmalig im Jahr 1922. Doch obwohl es vor 100 Jahren erschien, ist es hochaktuell. Der Plot ist schnell erzählt: Die Erde stürzt aufgrund eines Unfalls im Gravitationssystem in die Sonne. Es wird heißer, immer heißer. Und die Menschen? Alles in ihnen wird dunkler, sie werden immer unberechenbarer, wütender. Und C. F. Ramuz nimmt dieses Gedankenspiel zum Anlass und beschreibt eine sinnlose Tat der Menschen nach der anderen. Er hält den Spiegel der Gesellschaft vor unsere Gesichter. Das kann man übrigens auch sehr gut auf unsere heutige Zeit ummünzen: Der Klimawandel ist hochaktuell und brandgefährlich; Leugner und hasserfüllte Menschen, die auf protestierende Menschen eintreten und schlagen. In einer sehr intelligenten sprachlichen Raffinesse und einer extrem starken Ausdrucksweise schafft es der Autor, dieses Szenario aufblühen zu lassen. Ich habe sicherlich nicht alles verstanden, das komplette Ausmaß der Sprache habe ich nicht erfassen können, aber dank des Nachworts vom Übersetzer Steven Wyss habe ich nochmal einen anderen Blick auf die außergewöhnliche Sprache bekommen. „Sturz in die Sonne“ von C. F. Ramuz ist zurecht auf der Hotlist für unabhängige Verlage gelandet. Hoffentlich bekommt das Buch noch viele Leser*innen!

Thematisch prophetisch, sprachlich herausfordernd
Als Ramuz 1922 von einer Klimakatastrophe durch unvorstellbare Hitze und dem Schmelzen der Polkappen sowie der Kapitulation der Menschheit schrieb, wurde er belächelt. Heute hat dieser Text etwas verstörend Vorausschauendes - vor allem, da er die Schuldfrage richtig adressiert. Diesen besonderen Text zu lesen bereitet allerdings einige Schwierigkeiten, da er sowohl inhaltlich unzusammenhängend als auch sprachlich sehr anspruchsvoll ist. Ramuz schildert nur Episoden aus dem Leben einzelner Figuren, von denen die meisten allerdings nur ein einziges Mal in Erscheinung treten. Auch der scheinbar willkürlich auftretende Ich-Erzähler ist leider keine Hilfe, um einen strukturellen roten Faden zu finden. Die Sprache ist dabei eine Mischung aus knappen Gesprächen, philosophischem Essay und Landschaftsbeschreibungen. Besonders letztere waren sehr eindringlich, denn die Natur wird gekonnt personifiziert und somit zum Akteur der Geschichte. Trotz der eigenwilligen aber eben auch wegen der erfrischenden Formulierungen wäre ich den Gedanken des Textes gern bis zum Kern gefolgt, bin an vielen Stellen jedoch gescheitert. Ein paar „einfachere“ Kapitel zum Durchatmen hätten mir an dieser Stelle sicher sehr geholfen, am Ball zu bleiben. Man muss sich bei der Lektüre also darauf einstellen, dass eine Menge Arbeit nötig ist, um den Kern eines jeden Satzes freizulegen.
Anspruchsvoll und hochaktuell
Ein beklemmende und gleichzeitig irgendwie neutrales Buch mit unglaublicher Sprachgewalt. So einfach manche Sätze scheinen - so komplex sind andere. Die Sprache Ramuz' ist ein Abenteuer, auf das man sich einlassen muss. Die Handlung ist schnell erzählt: Ein Fehler im Gravitationssystem lässt die Erde in die Sonne stürzen. In kurzer Zeit endet alles Leben auf dem Planeten. Episodenhaft und nicht unbedingt zusammenhängend berichtet Ramuz über das immer absurder werdende Verhalten der Menschen angesichts ihres nahenden Endes. Und das ist 100 Jahre nach Erscheinen des Textes aktuell wie nie. Wir leugnen, wir trotzen, wir ängstigen uns, wir machen und gegenseitig verantwortlich und das Leben zur Hölle. Ein intensives Büchlein, das ich als Klimaessay beschreiben würde und das mich irgendwie mitgenommen hat.
Ein Roman, wie eine Prophezeiung
Durch Zufall bin ich auf den Roman gestoßen. Ramuz, inspiriert durch den Rekordsommer 1922 beschreibt in kleinen zusammenhanglosen Erzählungen, wie die Menschen dem Untergang durch klimatische Veränderungen begegnen. Die Geschichten könnten sich heute 100 Jahre später ähnlich wiederholen bzw. so beschrieben werden. Klare Empfehlung für ein kleines besonderes Buch
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Charles Ferdinand Ramuz (1878–1947), geboren und aufgewachsen in Lausanne. Studium in Lausanne und Paris, wo er 1905 anstelle einer Dissertation den Roman «Aline» vorlegte. Seine Bücher wurden mehrfach verfilmt. 1936 erhielt er den Grossen Preis der Schweizeri-schen Schillerstiftung. Im Limmat Verlag sind seine Romane «Farinet oder das falsche Geld», «Aline» und «Derborence» lieferbar.
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Interessante und ungewöhnliche Geschichte, die eine starke Atmosphäre schafft und trotz ihres Alters sehr aktuell wirkt. Die Idee, die Erde langsam in die Sonne stürzen zu lassen, ist faszinierend und regt zum Nachdenken an. Der poetische Stil hat etwas Besonderes, aber emotional hat es mich nicht ganz gepackt.

Wie der Mensch ist
Was tut der Mensch, wenn die Erde in die Sonne stürzt? Ramuz schildert es uns mit einer schonungslosen Klar- und Direktheit und doch in der schönsten Sprache, die vorstellbar ist, dass es in dem Grauen so viel Schönheit gibt, die es wohl braucht, um so genau hinzuschauen. Der Schweizer Schriftsteller Charles Ferdinand Ramuz beweist hier sein grosses Können als Lyriker und Essayist, dass er seine Sprache (Französisch) meisterlich beherrscht. Der 1922 erstmals erschienene Roman erreicht uns im Heute mit den Themen Klimaerwärmung und Verdrängung der Wahrheit. Nur hat die Menschheit im Buch kaum mehr Zeit, die Wahrheit ganz zu erfassen, zu schnell geht alles, der Untergang von allem Greifbaren steht unmittelbar bevor. „Es wird immer heisser werden, und schnell wird alles sterben“. Wir als Leser, als Betrachter können nur staunen, uns aber auch wiedererkennen in den Reaktionen der Menschen: „Was geht mich das an?“ Das denkbar unangenehmste Szenario, aber es ist die Sprache in ihrer Dichte, die den Genuss beim Lesen/Hören bringt. Ein Buch, dass ich besitzen möchte, um es immer wieder, langsam zu geniessen. Meiterhaft von Steffen Wyss ins Deutsche übersetzt und in der Hörbuchfassung von Patrick Imhof gelesen.
„Sturz in die Sonne“ von C. F. Ramuz war ein Zufallsfund in einer Kölner Buchhandlung. Vom Klappentext war ich direkt fasziniert, denn auf den ersten Blick hat das Buch rein gar nichts mit dem Klimawandel zu tun, es erschien erstmalig im Jahr 1922. Doch obwohl es vor 100 Jahren erschien, ist es hochaktuell. Der Plot ist schnell erzählt: Die Erde stürzt aufgrund eines Unfalls im Gravitationssystem in die Sonne. Es wird heißer, immer heißer. Und die Menschen? Alles in ihnen wird dunkler, sie werden immer unberechenbarer, wütender. Und C. F. Ramuz nimmt dieses Gedankenspiel zum Anlass und beschreibt eine sinnlose Tat der Menschen nach der anderen. Er hält den Spiegel der Gesellschaft vor unsere Gesichter. Das kann man übrigens auch sehr gut auf unsere heutige Zeit ummünzen: Der Klimawandel ist hochaktuell und brandgefährlich; Leugner und hasserfüllte Menschen, die auf protestierende Menschen eintreten und schlagen. In einer sehr intelligenten sprachlichen Raffinesse und einer extrem starken Ausdrucksweise schafft es der Autor, dieses Szenario aufblühen zu lassen. Ich habe sicherlich nicht alles verstanden, das komplette Ausmaß der Sprache habe ich nicht erfassen können, aber dank des Nachworts vom Übersetzer Steven Wyss habe ich nochmal einen anderen Blick auf die außergewöhnliche Sprache bekommen. „Sturz in die Sonne“ von C. F. Ramuz ist zurecht auf der Hotlist für unabhängige Verlage gelandet. Hoffentlich bekommt das Buch noch viele Leser*innen!

Thematisch prophetisch, sprachlich herausfordernd
Als Ramuz 1922 von einer Klimakatastrophe durch unvorstellbare Hitze und dem Schmelzen der Polkappen sowie der Kapitulation der Menschheit schrieb, wurde er belächelt. Heute hat dieser Text etwas verstörend Vorausschauendes - vor allem, da er die Schuldfrage richtig adressiert. Diesen besonderen Text zu lesen bereitet allerdings einige Schwierigkeiten, da er sowohl inhaltlich unzusammenhängend als auch sprachlich sehr anspruchsvoll ist. Ramuz schildert nur Episoden aus dem Leben einzelner Figuren, von denen die meisten allerdings nur ein einziges Mal in Erscheinung treten. Auch der scheinbar willkürlich auftretende Ich-Erzähler ist leider keine Hilfe, um einen strukturellen roten Faden zu finden. Die Sprache ist dabei eine Mischung aus knappen Gesprächen, philosophischem Essay und Landschaftsbeschreibungen. Besonders letztere waren sehr eindringlich, denn die Natur wird gekonnt personifiziert und somit zum Akteur der Geschichte. Trotz der eigenwilligen aber eben auch wegen der erfrischenden Formulierungen wäre ich den Gedanken des Textes gern bis zum Kern gefolgt, bin an vielen Stellen jedoch gescheitert. Ein paar „einfachere“ Kapitel zum Durchatmen hätten mir an dieser Stelle sicher sehr geholfen, am Ball zu bleiben. Man muss sich bei der Lektüre also darauf einstellen, dass eine Menge Arbeit nötig ist, um den Kern eines jeden Satzes freizulegen.
Anspruchsvoll und hochaktuell
Ein beklemmende und gleichzeitig irgendwie neutrales Buch mit unglaublicher Sprachgewalt. So einfach manche Sätze scheinen - so komplex sind andere. Die Sprache Ramuz' ist ein Abenteuer, auf das man sich einlassen muss. Die Handlung ist schnell erzählt: Ein Fehler im Gravitationssystem lässt die Erde in die Sonne stürzen. In kurzer Zeit endet alles Leben auf dem Planeten. Episodenhaft und nicht unbedingt zusammenhängend berichtet Ramuz über das immer absurder werdende Verhalten der Menschen angesichts ihres nahenden Endes. Und das ist 100 Jahre nach Erscheinen des Textes aktuell wie nie. Wir leugnen, wir trotzen, wir ängstigen uns, wir machen und gegenseitig verantwortlich und das Leben zur Hölle. Ein intensives Büchlein, das ich als Klimaessay beschreiben würde und das mich irgendwie mitgenommen hat.
Ein Roman, wie eine Prophezeiung
Durch Zufall bin ich auf den Roman gestoßen. Ramuz, inspiriert durch den Rekordsommer 1922 beschreibt in kleinen zusammenhanglosen Erzählungen, wie die Menschen dem Untergang durch klimatische Veränderungen begegnen. Die Geschichten könnten sich heute 100 Jahre später ähnlich wiederholen bzw. so beschrieben werden. Klare Empfehlung für ein kleines besonderes Buch











