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Romane

Sturz in die Sonne

3,5(11)
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Über das Buch

Am Anfang steht eine wissenschaftliche Entdeckung: Wegen eines Unfalls im Gravitationssys-tem stürzt die Erde in die Sonne zurück. «Es wird immer heisser werden, und schnell wird alles sterben», schreibt C. F. Ramuz lakonisch dazu. Die Menschen am Ufer des Genfersees wollen das erst nicht glauben und erfreuen sich am schönen Wetter. Aber dann wird klar, dass es vor der Hitze kein Entkommen gibt, die Freude schlägt um in Angst, als die Gletscher schmelzen, die Flüsse austrocknen, die Bäume verdorren. 1922, als der Roman erstmals erschien, wusste C. F. Ramuz noch nichts von der Bedrohung der globalen Erwärmung, der wir heute gegenüberstehen. Doch das düstere Bild, das er in diesem visionären Text in seiner einzigartig verdichteten Sprache zeichnet, liest sich wie eine Prophezeiung.

Editionen (1)

ISBN9783038552741
VerlagLimmat
Erscheinungsdatum10.01.24

Rezensionen & Bewertungen

11 Bewertungen

8 Rezensionen

3,5

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  • wortschatzkiste
    wortschatzkiste

    218 Follower

    3,5

    Interessante und ungewöhnliche Geschichte, die eine starke Atmosphäre schafft und trotz ihres Alters sehr aktuell wirkt. Die Idee, die Erde langsam in die Sonne stürzen zu lassen, ist faszinierend und regt zum Nachdenken an. Der poetische Stil hat etwas Besonderes, aber emotional hat es mich nicht ganz gepackt.

    4. Aug. 2025

  • waldelb
    waldelb

    75 Follower

    5,0

    Wie der Mensch ist

    Was tut der Mensch, wenn die Erde in die Sonne stürzt? Ramuz schildert es uns mit einer schonungslosen Klar- und Direktheit und doch in der schönsten Sprache, die vorstellbar ist, dass es in dem Grauen so viel Schönheit gibt, die es wohl braucht, um so genau hinzuschauen. Der Schweizer Schriftsteller Charles Ferdinand Ramuz beweist hier sein grosses Können als Lyriker und Essayist, dass er seine Sprache (Französisch) meisterlich beherrscht. Der 1922 erstmals erschienene Roman erreicht uns im Heute mit den Themen Klimaerwärmung und Verdrängung der Wahrheit. Nur hat die Menschheit im Buch kaum mehr Zeit, die Wahrheit ganz zu erfassen, zu schnell geht alles, der Untergang von allem Greifbaren steht unmittelbar bevor. „Es wird immer heisser werden, und schnell wird alles sterben“. Wir als Leser, als Betrachter können nur staunen, uns aber auch wiedererkennen in den Reaktionen der Menschen: „Was geht mich das an?“ Das denkbar unangenehmste Szenario, aber es ist die Sprache in ihrer Dichte, die den Genuss beim Lesen/Hören bringt. Ein Buch, dass ich besitzen möchte, um es immer wieder, langsam zu geniessen. Meiterhaft von Steffen Wyss ins Deutsche übersetzt und in der Hörbuchfassung von Patrick Imhof gelesen.

    20. Juli 2024

  • librovore
    librovore

    161 Follower

    4,0

    „Sturz in die Sonne“ von C. F. Ramuz war ein Zufallsfund in einer Kölner Buchhandlung. Vom Klappentext war ich direkt fasziniert, denn auf den ersten Blick hat das Buch rein gar nichts mit dem Klimawandel zu tun, es erschien erstmalig im Jahr 1922. Doch obwohl es vor 100 Jahren erschien, ist es hochaktuell. Der Plot ist schnell erzählt: Die Erde stürzt aufgrund eines Unfalls im Gravitationssystem in die Sonne. Es wird heißer, immer heißer. Und die Menschen? Alles in ihnen wird dunkler, sie werden immer unberechenbarer, wütender. Und C. F. Ramuz nimmt dieses Gedankenspiel zum Anlass und beschreibt eine sinnlose Tat der Menschen nach der anderen. Er hält den Spiegel der Gesellschaft vor unsere Gesichter. Das kann man übrigens auch sehr gut auf unsere heutige Zeit ummünzen: Der Klimawandel ist hochaktuell und brandgefährlich; Leugner und hasserfüllte Menschen, die auf protestierende Menschen eintreten und schlagen. In einer sehr intelligenten sprachlichen Raffinesse und einer extrem starken Ausdrucksweise schafft es der Autor, dieses Szenario aufblühen zu lassen. Ich habe sicherlich nicht alles verstanden, das komplette Ausmaß der Sprache habe ich nicht erfassen können, aber dank des Nachworts vom Übersetzer Steven Wyss habe ich nochmal einen anderen Blick auf die außergewöhnliche Sprache bekommen. „Sturz in die Sonne“ von C. F. Ramuz ist zurecht auf der Hotlist für unabhängige Verlage gelandet. Hoffentlich bekommt das Buch noch viele Leser*innen!

    30. Sept. 2023

3 von 8 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Charles Ferdinand Ramuz

Charles Ferdinand Ramuz (1878–1947), geboren und aufgewachsen in Lausanne. Studium in Lausanne und Paris, wo er 1905 anstelle einer Dissertation den Roman «Aline» vorlegte. Seine Bücher wurden mehrfach verfilmt. 1936 erhielt er den Grossen Preis der Schweizeri-schen Schillerstiftung. Im Limmat Verlag sind seine Romane «Farinet oder das falsche Geld», «Aline» und «Derborence» lieferbar.

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