So war die Welt
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Description
Der neue Roman der Pulitzer-Preisträgerin Louise Erdrich
In Argus, North Dakota, dreht sich alles um eine heikle Vermählung. Kismet Poe steht vor einer Entscheidung, die ihr ganzes Leben bestimmen wird: Gary, Footballstar der Schule und Erbe einer großen Zuckerrübenfarm, hat um ihre Hand angehalten. Die ganze Stadt ist auf den alles verzehrenden Süßstoff ausgerichtet – mit verheerenden Folgen für die Umwelt. Auch Crystal, Kismets Mutter, verdient ihren Lebensunterhalt mit dem Transport von Zuckerrüben, doch sie hat ganz andere Sorgen als den ökologischen Kollaps: Warum wollen Gary und seine Mutter unbedingt diese Hochzeit? Und warum spricht niemand über den schrecklichen Unfall am Fluss? Louise Erdrich erzählt mit zartem Humor und starken Bildern vom amerikanischen Land, von den Menschen, die es bewirtschaften, und von der Liebe in all ihrer Absurdität und Schönheit.
»Ein neuer Roman von Louise Erdrich ist immer ein literarisches Ereignis.« – The Guardian
Book Information
Author Description
Louise Erdrich, geboren 1954 als Tochter einer Ojibwe und eines Deutsch-Amerikaners, ist eine der erfolgreichsten amerikanischen Gegenwartsautorinnen. Sie erhielt den Pulitzer-Preis, National Book Award, den PEN/Saul Bellow Award und den Library of Congress Prize. Louise Erdrich lebt in Minnesota und ist Inhaberin der Buchhandlung Birchbark Books.Im Aufbau Verlag und im Aufbau Taschenbuch sind ebenfalls ihre Romane »Jahr der Wunder«, »Die Wunder von Little No Horse«, »Liebeszauber«, »Die Rübenkönigin«, »Spuren«, »Der Club der singenden Metzger«, »Der Klang der Trommel«, »Solange du lebst«, »Schattenfangen«, »Das Haus des Windes«, »Ein Lied für die Geister«, »Der Gott am Ende der Straße«, »Der Nachtwächter« sowie »Von Büchern und Inseln« und lieferbar.
Posts
Leise Wucht und klare Kritik – ein vielstimmiger Roman mit Anspruch
**** Mein Eindruck **** Ein Buch voller Zwischentöne und zugleich voller direkter Gesellschaftskritik. Es ist leise und laut, ehrlich und verstrickt. Erneut wird hier eine große Kunstfertigkeit im Schreiben sichtbar. Die Geschichte fordert Aufmerksamkeit, schenkt dafür aber Tiefe und viel Raum zum Nachdenken. Kismet ist für mich das große Rätsel dieses Romans. Warum sagt sie Ja zu einem Antrag eines Mannes, den sie nicht heiraten will? Was verbindet sie wirklich mit dem warmherzigen, beinahe zu guten Hugo? Am Hochzeitstag spitzt sich alles zu. Die Wirtschaftskrise ist spürbar, die Ausweglosigkeit greifbar und moralische Grenzen beginnen zu verschwimmen. Aus Not wird Versuchung, aus Druck entstehen Entscheidungen. Sympathien und Antipathien zeichnen sich deutlich ab, besonders Kismets Mutter hat mich tief beeindruckt. Sie tut alles, um ihrer Tochter Bildung zu ermöglichen, opfert sich regelrecht auf und strahlt dabei eine enorme Stärke aus. Ihr fühlte ich mich am nächsten. Der Roman ist in fünf Teile gegliedert und arbeitet mit kurzen Kapiteln, oft nur Momentaufnahmen aus dem Alltag der Figuren. Erzählt wird in der Sie-Perspektive und wir begleiten unterschiedliche Charaktere. Diese fragmentarische Struktur besitzt eine große erzählerische Kraft, weil sie präzise Augenblicke einfängt und das Wesentliche verdichtet. Gleichzeitig fordert sie Konzentration. Ich musste mein Lesetempo bewusst drosseln, um nicht zu schnell zwischen den Perspektiven zu springen. Manche Kapitel umfassen nur eine halbe Seite, erzählen aber dennoch einen entscheidenden Moment. Dieses Stilmittel empfinde ich grundsätzlich als Stärke, auch wenn mein Namensgedächtnis zu Beginn etwas gefordert war. Das Thema Umwelt ist fein und unaufdringlich mit den Figuren und dem Geschehen verwoben. Der kritische Blick auf unseren Umgang mit der Natur ist dauerhaft präsent, ohne belehrend zu wirken. Die Charaktere sind differenziert gezeichnet, vielschichtig und in ihren Widersprüchen glaubwürdig. Laut und leise, hart und zart liegen hier dicht beieinander. Trotz all dieser Qualitäten sprang der letzte emotionale Funke für mich nicht vollständig über. Die schnellen Wechsel und die starke Strukturierung auf Momentaufnahmen hielten mich stellenweise auf Distanz. **** Empfehlung? **** Ein literarisch anspruchsvoller Roman für Leser*innen, die fragmentarisches Erzählen, gesellschaftskritische Untertöne und fein gezeichnete Figuren schätzen. Wer sich auf die besondere Erzählweise einlässt, wird eine vielschichtige und nachhallende Lektüre erleben. Für mich starke vier Sterne.
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Der neue Roman der Pulitzer-Preisträgerin Louise Erdrich
In Argus, North Dakota, dreht sich alles um eine heikle Vermählung. Kismet Poe steht vor einer Entscheidung, die ihr ganzes Leben bestimmen wird: Gary, Footballstar der Schule und Erbe einer großen Zuckerrübenfarm, hat um ihre Hand angehalten. Die ganze Stadt ist auf den alles verzehrenden Süßstoff ausgerichtet – mit verheerenden Folgen für die Umwelt. Auch Crystal, Kismets Mutter, verdient ihren Lebensunterhalt mit dem Transport von Zuckerrüben, doch sie hat ganz andere Sorgen als den ökologischen Kollaps: Warum wollen Gary und seine Mutter unbedingt diese Hochzeit? Und warum spricht niemand über den schrecklichen Unfall am Fluss? Louise Erdrich erzählt mit zartem Humor und starken Bildern vom amerikanischen Land, von den Menschen, die es bewirtschaften, und von der Liebe in all ihrer Absurdität und Schönheit.
»Ein neuer Roman von Louise Erdrich ist immer ein literarisches Ereignis.« – The Guardian
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Author Description
Louise Erdrich, geboren 1954 als Tochter einer Ojibwe und eines Deutsch-Amerikaners, ist eine der erfolgreichsten amerikanischen Gegenwartsautorinnen. Sie erhielt den Pulitzer-Preis, National Book Award, den PEN/Saul Bellow Award und den Library of Congress Prize. Louise Erdrich lebt in Minnesota und ist Inhaberin der Buchhandlung Birchbark Books.Im Aufbau Verlag und im Aufbau Taschenbuch sind ebenfalls ihre Romane »Jahr der Wunder«, »Die Wunder von Little No Horse«, »Liebeszauber«, »Die Rübenkönigin«, »Spuren«, »Der Club der singenden Metzger«, »Der Klang der Trommel«, »Solange du lebst«, »Schattenfangen«, »Das Haus des Windes«, »Ein Lied für die Geister«, »Der Gott am Ende der Straße«, »Der Nachtwächter« sowie »Von Büchern und Inseln« und lieferbar.
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Leise Wucht und klare Kritik – ein vielstimmiger Roman mit Anspruch
**** Mein Eindruck **** Ein Buch voller Zwischentöne und zugleich voller direkter Gesellschaftskritik. Es ist leise und laut, ehrlich und verstrickt. Erneut wird hier eine große Kunstfertigkeit im Schreiben sichtbar. Die Geschichte fordert Aufmerksamkeit, schenkt dafür aber Tiefe und viel Raum zum Nachdenken. Kismet ist für mich das große Rätsel dieses Romans. Warum sagt sie Ja zu einem Antrag eines Mannes, den sie nicht heiraten will? Was verbindet sie wirklich mit dem warmherzigen, beinahe zu guten Hugo? Am Hochzeitstag spitzt sich alles zu. Die Wirtschaftskrise ist spürbar, die Ausweglosigkeit greifbar und moralische Grenzen beginnen zu verschwimmen. Aus Not wird Versuchung, aus Druck entstehen Entscheidungen. Sympathien und Antipathien zeichnen sich deutlich ab, besonders Kismets Mutter hat mich tief beeindruckt. Sie tut alles, um ihrer Tochter Bildung zu ermöglichen, opfert sich regelrecht auf und strahlt dabei eine enorme Stärke aus. Ihr fühlte ich mich am nächsten. Der Roman ist in fünf Teile gegliedert und arbeitet mit kurzen Kapiteln, oft nur Momentaufnahmen aus dem Alltag der Figuren. Erzählt wird in der Sie-Perspektive und wir begleiten unterschiedliche Charaktere. Diese fragmentarische Struktur besitzt eine große erzählerische Kraft, weil sie präzise Augenblicke einfängt und das Wesentliche verdichtet. Gleichzeitig fordert sie Konzentration. Ich musste mein Lesetempo bewusst drosseln, um nicht zu schnell zwischen den Perspektiven zu springen. Manche Kapitel umfassen nur eine halbe Seite, erzählen aber dennoch einen entscheidenden Moment. Dieses Stilmittel empfinde ich grundsätzlich als Stärke, auch wenn mein Namensgedächtnis zu Beginn etwas gefordert war. Das Thema Umwelt ist fein und unaufdringlich mit den Figuren und dem Geschehen verwoben. Der kritische Blick auf unseren Umgang mit der Natur ist dauerhaft präsent, ohne belehrend zu wirken. Die Charaktere sind differenziert gezeichnet, vielschichtig und in ihren Widersprüchen glaubwürdig. Laut und leise, hart und zart liegen hier dicht beieinander. Trotz all dieser Qualitäten sprang der letzte emotionale Funke für mich nicht vollständig über. Die schnellen Wechsel und die starke Strukturierung auf Momentaufnahmen hielten mich stellenweise auf Distanz. **** Empfehlung? **** Ein literarisch anspruchsvoller Roman für Leser*innen, die fragmentarisches Erzählen, gesellschaftskritische Untertöne und fein gezeichnete Figuren schätzen. Wer sich auf die besondere Erzählweise einlässt, wird eine vielschichtige und nachhallende Lektüre erleben. Für mich starke vier Sterne.




