Sheroes
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Description
MeToo war ein öffentliches Gesprächsangebot – nehmen wir es wahr! Jetzt haben wir endlich die Chance, offen über Männer und Frauen, über Rollenbilder und Macht zu reden. Lassen wir es nicht scheitern in Zeiten, wo mit »Bikinis statt Burkas« um Wählerstimmen geworben wird. Geben wir der Debatte in Deutschland eine eigene Richtung. Nutzen wir als Frauen die Chance und definieren uns selbst. Erfinden wir neue Held*innenrollen. Und holen die Männer mit ins Boot. Denn im Kampf um Machtmissbrauch müssen alle an einem Strang ziehen. Dafür will dieses Buch ein Anstoß sein und Perspektiven zeigen. Ein Anstoß für all jene, die das längst wissen. Und für die anderen erst recht.
Book Information
Author Description
JAGODA MARINIC, geboren 1977, ist Schriftstellerin, Publizistin und Podcasterin. Sie ist Kolumnistin für den »stern«, international publizierte sie in der »New York Times«. Zudem ist sie Host des erfolgreichen ARD-Podcast »FREIHEIT DELUXE« und wurde mit der Moderation in ihrem »arte«-Talk »Das Buch meines Lebens« für den Grimme-Preis nominiert. 2022 wurde sie als Kulturjournalistin des Jahres ausgezeichnet. Zehn Jahre lang baute sie als Kulturmanagerin das Interkulturelle Zentrum in Heidelberg auf, wo sie heute außerdem das feeLit - Internationales Literaturfestival kuratiert.
Posts
Eine Einladung zum Diskurs
Der Anspruch des Buches ist es verschiedene Blickwinkel aufzuzeigen, einzunehmen und als Diskussionsansatz stehen zu lassen. Um etwas (Feminismus) für uns zu entdecken und gut zu finden, muss nicht zwangsläufig etwas anderes (Männer) abgewertet werden. Jeder sollte seinen eigenen Zugang zu und Nutzen von Feminismus finden - aber es geht uns alle an.
Unterm Strich ist „Sheroes“ ein kluges, zugängliches und diskussionsfreudiges Buch, das wichtige Linien in der #MeToo-Debatte nachzeichnet und zugleich auf ein gemeinsames Weiterdenken drängt. Wer eine tiefgehende Analyse erwartet, wird angesichts der Kürze nicht überall satt. Wer aber einen starken Impuls für Reflexion und Dialog sucht, findet hier viele gute Anknüpfungspunkte.
Jagoda Marinić setzt in „Sheroes“ an einem Punkt an, der in vielen Diskussionen rund um #MeToo schnell verloren ging. Unter dem Hashtag wurden sehr unterschiedliche Themen miteinander vermischt. Dadurch lenkte die Debatte stellenweise von anderen, ebenso zentralen Fragen ab, etwa von alltäglicher Benachteiligung und den oft unspektakulären, aber strukturellen Formen von Ungleichheit. Marinić macht dabei deutlich, dass #MeToo nicht nur als „Bühnen“-Phänomen verstanden werden darf, sondern sowohl der öffentliche als auch der private Raum mitgedacht werden müssen. Positiv hervorzuheben ist vor allem, wie klar sie das Ziel der Bewegung beschreibt. Es geht nicht um eine Bevorzugung von Frauen, sondern um einen gemeinsamen Kampf für gleiche Rechte. Daraus leitet sie konsequent ihre zentrale Forderung ab: ein fortlaufender Dialog und eine progressive Bewegung, die Männer und Frauen gemeinsam tragen. Diese dialogische Haltung wirkt verbindend, ohne Konflikte zu verharmlosen, ein Ton, der in einem oftmals polarisierten Diskurs wohltuend ist. Inhaltlich kulminiert das Buch in der Idee eines „neuen Heldentums“. Marinić fordert ein Heldentum, das sich nicht an veralteten Vorstellungen von heldenhaften Taten, Mustern und Charakterzügen orientiert. Stattdessen soll ein modernes Verständnis entstehen, das Verantwortung, Selbstbestimmung und Solidarität in den Mittelpunkt rückt und zwar für Männer wie für Frauen. Dieser Gedanke ist prägnant und bleibt hängen. Gleichzeitig zeigt sich eine Grenze des Buches in seiner Kürze. Auf rund 130 Seiten kann die Breite der Themen naturgemäß nur angerissen werden. Marinić streift vieles, von Film- und Musikindustrie über Rollenbilder in Beziehung und Familie bis hin zur „selbstbestimmten Weiblichkeit als Wirtschaftsfaktor“. Das ist anregend, wirkt aber stellenweise wie ein Panorama aus Schlaglichtern, das mehr öffnet, als es vertieft. Als Stärke erweist sich dabei der Impulscharakter: „Sheroes“ versteht sich vor allem als Aufforderung zum gemeinsamen Gespräch. Machtverhältnisse, Machtmissbrauch und Selbstbestimmung stehen im Zentrum, und der abschließende Fragenkatalog bietet eine praktische Hilfestellung, um die Debatte in Alltags-, Berufs- und Beziehungsleben weiterzuführen.
Fand es (vor allem nach den vielen schlechteren Bewertungen) besser als angenommen! Meine Erwartungen waren aber auch eher gering. Manche Ansätze fand ich spannend, es war aber zu spezifisch um einen soliden Überblick zu geben und zu vage um ein bestimmtes Kernthema der Diskussion abdecken zu können. Schön fand ich, dass sie kommentiert hat, wenn sie inzwischen von den Worten Abstand nimmt, und vor allem der Fragebogen am Ende hat dem Ganzen nochmal Mehrwert gegeben! Also eher 3.5 von mir
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MeToo war ein öffentliches Gesprächsangebot – nehmen wir es wahr! Jetzt haben wir endlich die Chance, offen über Männer und Frauen, über Rollenbilder und Macht zu reden. Lassen wir es nicht scheitern in Zeiten, wo mit »Bikinis statt Burkas« um Wählerstimmen geworben wird. Geben wir der Debatte in Deutschland eine eigene Richtung. Nutzen wir als Frauen die Chance und definieren uns selbst. Erfinden wir neue Held*innenrollen. Und holen die Männer mit ins Boot. Denn im Kampf um Machtmissbrauch müssen alle an einem Strang ziehen. Dafür will dieses Buch ein Anstoß sein und Perspektiven zeigen. Ein Anstoß für all jene, die das längst wissen. Und für die anderen erst recht.
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JAGODA MARINIC, geboren 1977, ist Schriftstellerin, Publizistin und Podcasterin. Sie ist Kolumnistin für den »stern«, international publizierte sie in der »New York Times«. Zudem ist sie Host des erfolgreichen ARD-Podcast »FREIHEIT DELUXE« und wurde mit der Moderation in ihrem »arte«-Talk »Das Buch meines Lebens« für den Grimme-Preis nominiert. 2022 wurde sie als Kulturjournalistin des Jahres ausgezeichnet. Zehn Jahre lang baute sie als Kulturmanagerin das Interkulturelle Zentrum in Heidelberg auf, wo sie heute außerdem das feeLit - Internationales Literaturfestival kuratiert.
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Eine Einladung zum Diskurs
Der Anspruch des Buches ist es verschiedene Blickwinkel aufzuzeigen, einzunehmen und als Diskussionsansatz stehen zu lassen. Um etwas (Feminismus) für uns zu entdecken und gut zu finden, muss nicht zwangsläufig etwas anderes (Männer) abgewertet werden. Jeder sollte seinen eigenen Zugang zu und Nutzen von Feminismus finden - aber es geht uns alle an.
Unterm Strich ist „Sheroes“ ein kluges, zugängliches und diskussionsfreudiges Buch, das wichtige Linien in der #MeToo-Debatte nachzeichnet und zugleich auf ein gemeinsames Weiterdenken drängt. Wer eine tiefgehende Analyse erwartet, wird angesichts der Kürze nicht überall satt. Wer aber einen starken Impuls für Reflexion und Dialog sucht, findet hier viele gute Anknüpfungspunkte.
Jagoda Marinić setzt in „Sheroes“ an einem Punkt an, der in vielen Diskussionen rund um #MeToo schnell verloren ging. Unter dem Hashtag wurden sehr unterschiedliche Themen miteinander vermischt. Dadurch lenkte die Debatte stellenweise von anderen, ebenso zentralen Fragen ab, etwa von alltäglicher Benachteiligung und den oft unspektakulären, aber strukturellen Formen von Ungleichheit. Marinić macht dabei deutlich, dass #MeToo nicht nur als „Bühnen“-Phänomen verstanden werden darf, sondern sowohl der öffentliche als auch der private Raum mitgedacht werden müssen. Positiv hervorzuheben ist vor allem, wie klar sie das Ziel der Bewegung beschreibt. Es geht nicht um eine Bevorzugung von Frauen, sondern um einen gemeinsamen Kampf für gleiche Rechte. Daraus leitet sie konsequent ihre zentrale Forderung ab: ein fortlaufender Dialog und eine progressive Bewegung, die Männer und Frauen gemeinsam tragen. Diese dialogische Haltung wirkt verbindend, ohne Konflikte zu verharmlosen, ein Ton, der in einem oftmals polarisierten Diskurs wohltuend ist. Inhaltlich kulminiert das Buch in der Idee eines „neuen Heldentums“. Marinić fordert ein Heldentum, das sich nicht an veralteten Vorstellungen von heldenhaften Taten, Mustern und Charakterzügen orientiert. Stattdessen soll ein modernes Verständnis entstehen, das Verantwortung, Selbstbestimmung und Solidarität in den Mittelpunkt rückt und zwar für Männer wie für Frauen. Dieser Gedanke ist prägnant und bleibt hängen. Gleichzeitig zeigt sich eine Grenze des Buches in seiner Kürze. Auf rund 130 Seiten kann die Breite der Themen naturgemäß nur angerissen werden. Marinić streift vieles, von Film- und Musikindustrie über Rollenbilder in Beziehung und Familie bis hin zur „selbstbestimmten Weiblichkeit als Wirtschaftsfaktor“. Das ist anregend, wirkt aber stellenweise wie ein Panorama aus Schlaglichtern, das mehr öffnet, als es vertieft. Als Stärke erweist sich dabei der Impulscharakter: „Sheroes“ versteht sich vor allem als Aufforderung zum gemeinsamen Gespräch. Machtverhältnisse, Machtmissbrauch und Selbstbestimmung stehen im Zentrum, und der abschließende Fragenkatalog bietet eine praktische Hilfestellung, um die Debatte in Alltags-, Berufs- und Beziehungsleben weiterzuführen.
Fand es (vor allem nach den vielen schlechteren Bewertungen) besser als angenommen! Meine Erwartungen waren aber auch eher gering. Manche Ansätze fand ich spannend, es war aber zu spezifisch um einen soliden Überblick zu geben und zu vage um ein bestimmtes Kernthema der Diskussion abdecken zu können. Schön fand ich, dass sie kommentiert hat, wenn sie inzwischen von den Worten Abstand nimmt, und vor allem der Fragebogen am Ende hat dem Ganzen nochmal Mehrwert gegeben! Also eher 3.5 von mir








