Sein Sohn
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Description
Book Information
Author Description
Charles Lewinsky, 1946 in Zürich geboren, ist seit 1980 freier Schriftsteller. International berühmt wurde er mit seinem Roman ›Melnitz‹. Er gewann zahlreiche Preise, darunter den französischen Prix du meilleur livre étranger. ›Der Halbbart‹ war nominiert für den Schweizer und den Deutschen Buchpreis. Sein Werk erscheint in 16 Sprachen. Charles Lewinsky lebt im Sommer in Vereux, Frankreich, und im Winter in Zürich.
Posts
Charles Lewinsky erzählt hier die Lebensgeschichte von Louis Chabos. Er wächst als Kind in einem Waisenhaus auf und kennt seine Eltern nicht. Früh entwickelt er den starken Wunsch herauszufinden, woher er kommt und wer insbesondere sein Vater ist. Die Geschichte begleitet ihn über viele Jahre hinweg: von seiner Kindheit im Heim, den Krieg Napoleons in Russland, über seinen beruflichen Weg bis zu seiner hartnäckigen Suche nach Antworten über seine Herkunft. Dabei stößt er immer wieder auf neue Hinweise, Menschen und Situationen, die sein Bild von sich selbst verändern. Das Buch liest sich unglaublich schnell. Durch die kurzen Kapitel und den direkten Erzählstil bin ich gefühlt durch die Geschichte geflogen. Ich war sofort mitten drin und habe mit Louis Chabos mitgelebt, gelitten und mich mit ihm gefreut. Die Handlung bleibt bis zum Schluss spannend, weil man unbedingt wissen möchte, ob er am Ende Antworten auf seine Fragen findet.
Auf der Webseite des sympathisch wirkenden schweizer Autoren Charles Lewinsky kann man nachlesen, was ihn zu der Geschichte des vorliegenden Buches inspiriert hat. Es war eine Anekdote aus dem Buch "Blaues Blut" seines Freundes Michael van Orsouw, welche die Lebensgeschichte eines gewissen Louis Chabos betrifft, der während seines Aufenthaltes in der Schweiz als Französischlehrer tätig war, später jedoch unter anderem Namen als "Bürgerkönig" Frankreichs in die Geschichtsbücher einging. Sein Sohn, den er in der Schweiz mit einer einfachen Frau gezeugt hatte, wurde nach der Geburt in ein Mailänder Waisenhaus gesteckt und hat vermutlich nie von seiner königlichen Abstammung erfahren - aber was, wenn doch? Diesem historischen Rätsel spürt dieses Buch inform eines klassisch erzählten Entwicklungsromans nach. "What's in a Name?" - Shakespeare lässt grüßen und im Anfangskapitel entführt uns der Autor stilgerecht auf einen Friedhof, wo sich zwei Totengräber die Lebensgeschichte eines namenlosen und nackten Leichnams zusammenreimen. Doch schon das nächste Kapitel führt uns zur Geburt unseres Protagonisten, in welcher eine historische Figur eine wichtige Rolle spielt. Fortan verläuft die Lebensgeschichte unseres Helden Louis Chabos mit Höhen und Tiefen und durch die Weiten des europäischen Kontinents. Aus dem italienischen Gefängnis zur Grande Armee; von einem Bettler zum Weinhändler; vom Waisenknaben zum Familienvater. Begleitet wird die Geschichte von wichtigen historischen Ereignissen wie der Niederlage Napoleons in Russland oder "dem Jahr ohne Sommer" (1816) und ihren tiefgreifenden Auswirkungen auf die damalige Gesellschaft. Außerdem begleitet den Protagonisten das Märchen vom vergessenen Königssohn mit dem Stern auf seiner Brust, der schließlich von einem Boten zurück in seine königliche Heimat geholt wird - aber wird dieser Mythos reales Glück bedeuten? Charles Lewinsky legt ein unglaubliches Erzähltempo vor und teilt seine Geschichte in 106 sehr kurze Kapitel ein. Dabei wählt er eine klassische Struktur und weicht niemals von der Spur der auktorialen Erzählweise ab. Obwohl es so sicherlich einfach ist, der Handlung zu folgen, ist ein emotionaler Bezug zu den Figuren und insbesondere zum Protagonisten nicht möglich, weil wir nur von außen auf die Szenerie blicken - aber wahrscheinlich gehört diese etwas distanzierte Perspektive zum gewünschten Effekt des Erzählens. Der Anfang sei auch das Ende: sehr stimmig führt Charles Lewinsky im letzten Kapitel seine Geschichte zum Schluss. Und beweist damit vielleicht, dass er selbst eine Lebensweisheit beherzigt, die er in Kapitel 13 einer Figur in den Mund legt: "Es gibt Dinge, die muss man schnell machen,"...," und solche, die muss man langsam machen. Klug ist, wer den Unterschied erkennt." FAZIT Diesen Roman las ich aufgrund der Wahl für einen BuddyRead mit Robin(s). Und ich bin sehr froh, diese Geschichte im regen Austausch entdeckt zu haben, weil mir ansonsten die emotionale Komponente des Buches sehr gefehlt hätte! Von daher war die Lektüre zwar persönlich ein Erfolg, trotzdem kann ich nur eine leicht eingeschränkte Leseempfehlung geben.
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Charles Lewinsky, 1946 in Zürich geboren, ist seit 1980 freier Schriftsteller. International berühmt wurde er mit seinem Roman ›Melnitz‹. Er gewann zahlreiche Preise, darunter den französischen Prix du meilleur livre étranger. ›Der Halbbart‹ war nominiert für den Schweizer und den Deutschen Buchpreis. Sein Werk erscheint in 16 Sprachen. Charles Lewinsky lebt im Sommer in Vereux, Frankreich, und im Winter in Zürich.
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Charles Lewinsky erzählt hier die Lebensgeschichte von Louis Chabos. Er wächst als Kind in einem Waisenhaus auf und kennt seine Eltern nicht. Früh entwickelt er den starken Wunsch herauszufinden, woher er kommt und wer insbesondere sein Vater ist. Die Geschichte begleitet ihn über viele Jahre hinweg: von seiner Kindheit im Heim, den Krieg Napoleons in Russland, über seinen beruflichen Weg bis zu seiner hartnäckigen Suche nach Antworten über seine Herkunft. Dabei stößt er immer wieder auf neue Hinweise, Menschen und Situationen, die sein Bild von sich selbst verändern. Das Buch liest sich unglaublich schnell. Durch die kurzen Kapitel und den direkten Erzählstil bin ich gefühlt durch die Geschichte geflogen. Ich war sofort mitten drin und habe mit Louis Chabos mitgelebt, gelitten und mich mit ihm gefreut. Die Handlung bleibt bis zum Schluss spannend, weil man unbedingt wissen möchte, ob er am Ende Antworten auf seine Fragen findet.
Auf der Webseite des sympathisch wirkenden schweizer Autoren Charles Lewinsky kann man nachlesen, was ihn zu der Geschichte des vorliegenden Buches inspiriert hat. Es war eine Anekdote aus dem Buch "Blaues Blut" seines Freundes Michael van Orsouw, welche die Lebensgeschichte eines gewissen Louis Chabos betrifft, der während seines Aufenthaltes in der Schweiz als Französischlehrer tätig war, später jedoch unter anderem Namen als "Bürgerkönig" Frankreichs in die Geschichtsbücher einging. Sein Sohn, den er in der Schweiz mit einer einfachen Frau gezeugt hatte, wurde nach der Geburt in ein Mailänder Waisenhaus gesteckt und hat vermutlich nie von seiner königlichen Abstammung erfahren - aber was, wenn doch? Diesem historischen Rätsel spürt dieses Buch inform eines klassisch erzählten Entwicklungsromans nach. "What's in a Name?" - Shakespeare lässt grüßen und im Anfangskapitel entführt uns der Autor stilgerecht auf einen Friedhof, wo sich zwei Totengräber die Lebensgeschichte eines namenlosen und nackten Leichnams zusammenreimen. Doch schon das nächste Kapitel führt uns zur Geburt unseres Protagonisten, in welcher eine historische Figur eine wichtige Rolle spielt. Fortan verläuft die Lebensgeschichte unseres Helden Louis Chabos mit Höhen und Tiefen und durch die Weiten des europäischen Kontinents. Aus dem italienischen Gefängnis zur Grande Armee; von einem Bettler zum Weinhändler; vom Waisenknaben zum Familienvater. Begleitet wird die Geschichte von wichtigen historischen Ereignissen wie der Niederlage Napoleons in Russland oder "dem Jahr ohne Sommer" (1816) und ihren tiefgreifenden Auswirkungen auf die damalige Gesellschaft. Außerdem begleitet den Protagonisten das Märchen vom vergessenen Königssohn mit dem Stern auf seiner Brust, der schließlich von einem Boten zurück in seine königliche Heimat geholt wird - aber wird dieser Mythos reales Glück bedeuten? Charles Lewinsky legt ein unglaubliches Erzähltempo vor und teilt seine Geschichte in 106 sehr kurze Kapitel ein. Dabei wählt er eine klassische Struktur und weicht niemals von der Spur der auktorialen Erzählweise ab. Obwohl es so sicherlich einfach ist, der Handlung zu folgen, ist ein emotionaler Bezug zu den Figuren und insbesondere zum Protagonisten nicht möglich, weil wir nur von außen auf die Szenerie blicken - aber wahrscheinlich gehört diese etwas distanzierte Perspektive zum gewünschten Effekt des Erzählens. Der Anfang sei auch das Ende: sehr stimmig führt Charles Lewinsky im letzten Kapitel seine Geschichte zum Schluss. Und beweist damit vielleicht, dass er selbst eine Lebensweisheit beherzigt, die er in Kapitel 13 einer Figur in den Mund legt: "Es gibt Dinge, die muss man schnell machen,"...," und solche, die muss man langsam machen. Klug ist, wer den Unterschied erkennt." FAZIT Diesen Roman las ich aufgrund der Wahl für einen BuddyRead mit Robin(s). Und ich bin sehr froh, diese Geschichte im regen Austausch entdeckt zu haben, weil mir ansonsten die emotionale Komponente des Buches sehr gefehlt hätte! Von daher war die Lektüre zwar persönlich ein Erfolg, trotzdem kann ich nur eine leicht eingeschränkte Leseempfehlung geben.





