Schlaflos

Schlaflos

Softcover
3.512
HomeofficeKind Und KarriereKarriereWissenschaftlich

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Eine karge schottische Insel, umgeben von den kalt schimmernden Wellen des grauen Meeres. Ständige Stromausfälle, eine wacklige Telefonverbindung, eine Lawine ungeöffneter Post auf dem Küchentisch. Während ihr Zweijähriger die Nacht zum Tag macht und ihr Siebenjähriger Katastrophen mit Lego nachstellt, sehnt sich Anna nach der ehrwürdigen Stille der Bodleian Library.

Mitten in diesem Wirbel versucht die junge Historikerin, ihre Forschungsarbeit voranzutreiben und einen klaren Kopf zu bewahren. Ein Bündel alter Briefe und ein seltsamer Fund lassen Anna unversehens eintauchen in die Geheimnisse der rauen Insel und ihrer verfallenen Steincottages.

Selbstironisch und gnadenlos ehrlich erzählt Sarah Moss von der Herausforderung, gleichzeitig gute Mutter und Wissenschaftlerin zu sein.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
496
Price
15.50 €

Author Description

Sarah Moss, geboren 1975 in Schottland, wuchs in Manchester auf und promovierte an der Oxford University in Literatur. Nach Stationen in Kent, Exeter, Reykjavík und Warwick lehrt sie heute Kreatives Schreiben am University College of Dublin. 2009 hat sie ihren ersten Roman Schlaflos veröffentlicht. Ihre Romane wurden mehrfach für den Wellcome Book Prize nominiert, mit dem sie 2015 ausgezeichnet wurde.

Posts

8
All
4

Der Roman spielt auf der fiktiven Insel Colsay, ist aber inspiriert von der realen Geschichte der schottischen Inselgruppe St. Kilda. Das Leben hier ist schon immer sehr schwer gewesen und bot nur ein kargen Einkommen, welches kaum das Überleben sichert. Auch heute hat Anna noch mit vielen Unwägbarkeiten zu kämpfen, so fällt z. B. oft der Strom aus. Womit mich die Geschichte sofort hatte, waren die ironischen Schilderungen rund um die schlaflosen Stunden, die Anna mitten in der Nacht mit ihrem zweijährigen hat. Wie sehr der Mangel an Schlaf an der Psyche zerrt und was man dafür geben würde mal wieder ein paar Stunden am Stück schlafen zu können. "Wie gut, das Satan nicht mitten in der Nacht zu den Müttern schlafloser Kleinkinder kommt, um ihnen irgendwelche Angebote zu machen." Die Schilderungen und Gedanken sind so on Point, ich hatte die gleichen, als meine Kinder noch klein waren. Ihr Mann, der die Population der Papagaientaucher der Insel erforscht, ist nur wenig hilfreich. Der altkluge und offensichtlich hochbegabte siebenjährigen Raph, fordert hingegen ihre Intelligenz. Da gibt es schon mal tagelang nur Suppe oder Brot und für den Haushalt bleibt auch keine Energie mehr, denn eigentlich hat Anna noch ihr Buch zum Thema Kindheit im 18. Jahrhundert zu schreiben, die Deadline naht. Doch dann finden sie und Raph im Garten das Skelett eines winzigen Babys und Anna verliert sich auf der Recherche zur Inselgeschichte um herauszufinden, wessen Baby das gewesen sein könnte. Es ist ein unglaublich komplexer Roman, so beginnen die Kapitel jeweils mit Texten von Anna Freud zum Thema Kindheit und enden mit historischen Briefen einer Krankenschwester, die auf die Insel gekommen war, um der Kindersterblichkeit nach der Geburt entgegen zu wirken. Mit dem Ankommen eines Ehepaars und ihrer Siebzehnjährigen Tochter, um in die Ferienwohnung zu ziehen, wachsen die Themen an. Jetzt geht es nicht mehr nur um Carearbeit und wie sich Annas Mann dem entzieht. Jetzt kommt noch Mager-und Alkohosucht, Dysfunktion innerhalb der Familie und vieles mehr dazu. Man muss schon ein bisschen konzentriert bei der Sache bleiben. Belohnt wird man mit herrlich ironischen Dialogen, intelligenten Gedanken zum Thema Mutterschaft, die mich sehr bewegt und berührt haben und auch historische Recherchen zum Thema Kindheit und Geburt. Und welche Kraft es bedeutet ein Kind zu haben, welches mit einem Hüpfball unablässig Morsezeichen in Form von SOS auf den Hof trommelt und Ideen entwickelt wie man die Welt vor einem Kollaps bewahren kann. Wer sich dem stellen möchte, dem kann ich das Buch uneingeschränkt ans Herz legen!

3.5

Vollkommen überforderte Historikerin und Mutter zweier Kinder versucht auf einsamer schottischer Insel verzweifelt den Spagat zwischen wissenschaftlicher Arbeit und Familie, zu der neben einem Kleinkind und einem nervig ökologisch korrekten Siebenjährigen auch ein wenig hilfreicher Mann gehört.

Auf einer zweiten Ebene schreibt die junge Krankenschwester May, die im 19. Jahrhundert auf dieser Insel angetreten ist, um die unglaublich hohe Kindersterblichkeit zu senken, Briefe nach Hause. Im Grunde wird im Roman die wahre Geschichte der Hebrideninsel St. Kilda ausgebreitet, ein unwirtlicher Brocken im rauen Atlantik, vermischt mit einem Kriminalfall, einem Familiengeheimnis, der geplanten Ferienhausvermietung und Gedanken zur Kindererziehung von Anna Freud, (Psychoanalytikerin und Tochter Sigmund Freuds). Keine leichte Kost

2

Ich weiß, dieses Buch soll den Care Gap aufzeigen und womit auch arbeitende Mütter heutzutage rumschlagen müssen. Ich muss aber leider sagen, dass ich Giles einfach ca 50 mal in dieser Geschichte verlassen hätte und an manchen auch absolut nicht friedlich! Leider konnte ich die Gedanken von Anna sehr wenig nachvollziehen, da mein eigenes Lebenskonzept so komplett anders ist als ihres. Daher habe ich mich auch nicht so arg verbunden gefühlt und mich ehrlicherweise mehr durch die Story gekämpft als sie zu genießen. Leider einfach nicht für mich Please remember Reading is subjective.

2.5

Nicht meine Themen

Das Buch klang vielversprechend und der Schreibstil hat mir absolut gut gefallen. Ein bisschen selbstironisch, etwas bissig, ein klein wenig sarkastisch, das lese ich gerne. Die Geschichte selber hat mich aber nicht abgeholt. Anna als überforderte Mutter, die sich in keine Rolle pressen lässt und heillos versagt, ging mir mächtig auf die Nerven. Der siebenjährige Sohn Raphael ist so hochbegabt und neunmalklug, ein echter Kotzbrocken. Und der kleine Timothy entwickelt sich zum Tyrannen. Und Giles, als Vater und Ehemann, beobachtet Vögel. Diese unsympathische Familie ist auf eine abgelegene Hebrideninsel gezogen, in das Elternhaus von Giles. Ein Sommerhäuschen wird hergerichtet und wird als Ferienhaus vermietet. Die ersten Gäste bringen auch ihre eigenen Probleme mit, die sich schnell mit Annas eigenen vermischen. Zwischen den einzelnen Kapiteln lesen wir in den Briefen von May, einer Schwesternschülerin aus dem 19. Jahrhundert. Für mich hatte das Buch keinen roten Faden, viele Themen (meist feministisch was mich noch zusätzlich genervt hat) und schreckliche Protagonisten.

3.5

Anne Freuds Erziehungsanalyse auf einer einsamen Karriere- Insel?

So oder so ähnlich kann man das Setting beschreiben. Wer eine geschichtsträchtige Insel hinsichtlich der Kindersterblichkeit erkunden möchte und gleichzeitig Bezüge entdecken, zu einer „modern ironisch und chronisch übermüdeten“ Karrieremama findet in diesem Buch einen guten Ausgangspunkt. Der Ehemann, nicht unbedingt Sympathieträger, springt ein wenn er muss und das Ferienhaus für „hilfsbedürftige“ Inselgäste steht auch bereit. Interessante Kombi? Irgendwie schon und irgendwie auch interessant zu lesen… wer Interesse hat kann ja mit einer Leseprobe reinschnuppern oder den kalten (Zeit-) Sprung einfach so wagen. Es ist nicht nicht zu empfehlen…. 😅 Die Rezession hilft nicht? So fühl ich mich auch irgendwie nach dem Buch, ratlos ob es jetzt lesenswert war oder doch nicht so recht.

2

Empfohlen von einer Buchhändlerin meines Vertrauens, deshalb nicht abgebrochen. Sarah Moss kann schreiben, aber die Geschichte fand ich inhaltlich sterbenslangweilig.

5

Ein Roman auf dem Vereinbarkeitsblog? Passt das? – Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Zwar habe ich schon einige Romane rund um Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelesen, doch waren diese meist eher seicht und beschrieben das Thema klischeehaft. Doch dann bin ich auf eine Besprechung des Romans Schlaflos von Sarah Moss gestoßen. Umstandslos lobt das Buch und so habe auch ich es bestellt und gelesen. https://vereinbarkeitsblog.de/rezension-schlaflos/

3

Auf dieses Buch wurde ich über ein YouTube-Video aufmerksam und die Inhaltszusammenfassung klang interessant genug, geht es doch schließlich um (vielleicht ) einen Mordfall an einem Säugling. Allerdings findet die Entdeckung des Babyskeletts erst relativ spät in der Geschichte statt und bis dahin kämpfte ich mich durch die genervten Gedanken einer gestressten Mutter, die liebend gern Familie und Karriere unter einen Hut bringen würde, deren Mann allerdings nicht sehr unterstützend ist und seiner eigenen Arbeit auf der einsamen Insel nachgeht. Ihre Kinder sind zwei und sieben Jahre alt und erfordern, wie das nun einmal in diesem Alter so ist, ununterbrochen die Aufmerksamkeit von Anna. Während der Kleine noch recht süß geschildert wird, fand ich den Älteren mit seinen Weltuntergangsszenarien ein wenig zu altklug und zu „bemüht“ beschrieben. Er wirkt auf mich nicht sehr kindlich, sondern eher wie ein „humorvolles Element“ in einer sonst sehr angespannten Erzählung. Der gruselige Fund ist in diesem Buch eher eine Nebensache. Vielmehr geht es um Familiendynamiken, das Aufziehen von Kindern, welche Auswirkungen es auf den Einzelnen hat und wie früher damit umgegangen wurde. Es ist sicherlich kein uninteressantes Thema, aber mich hat die Story zu sehr angestrengt. Es passierte zu viel neben der Story der Protagonisten, es gab zu viele Zeitsprünge, zu vielen andere Schauplätze, die sich nach und nach entwickelten. Vielleicht muss man Mutter kleiner Kinder sein, um dieses Buch schätzen zu können, um sich eventuell selbst darin zu entdecken und Spaß am Lesen zu haben. Ich selbst habe leider keinen rechten Zugang zu „Night Waking“ gefunden.

Create Post