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Zu Fast Foward-Zeiten, als rebellierender Teenager, war ich ein großer Fan von Charlotte Roche, habe sie bewundert, ihren Mut, anders zu sein, andere Interviews zu führen, sich anders zu kleiden, sich nicht anzupassen. Später habe ich ihre Romane Feuchtgebiete und Schoßgebete zwar nicht verschlungen, aber doch gern gelesen. Ihr neues Buch "Paardiologie", geschrieben mit ihrem Mann Martin Keß, hat mich allerdings etwas ratlos zurück gelassen. Ich hatte einen Ratgeber erwartet, bekommen habe ich....was denn nun eigentlich? Memoiren? Ein Transkript? Doch einen Ratgeber?! Ich weiß es nicht genau. Jedenfalls ist "Paardiologie" kein Ratgeber im klassischen Sinn, sondern eigentlich nur eine Niederschrift (in Dialogform) verschiedener Sequenzen aus dem Podcast von Charlotte und Martin, treffenderweise ebenfalls "Paardiologie" genannt. Ergänzt wird das Ganze durch kurze (nicht uninteressante, aber auch nicht erleuchtende) Beiträge einer Paartherapeutin, die sich zu den Themen äußert, über die Charlotte und Martin sprechen. Ich kann ein gewisses voyeuristisches Vergnügen beim Lesen (wann hat man schon die Möglichkeit, so tief in das Privatleben eines anderen Paares einzutauchen) nicht leugnen, jedoch fand ich Charlottes Ausdrucksweise im Laufe der Lektüre immer anstrengender ("Das fuckt mich so ab" ist nach der 30. Wiederholung nicht mehr so edgy, sondern eher nervig!). Auch den Umgang mit ihrem Mann fand ich oft wenig wertschätzend. Nun habe ich den Podcast von Charlotte und Martin nie gehört, daher war "Paardiologie" für mich trotz allem unterhaltsam, ich frage mich aber, welchen Mehrwert dieses Buch für Hörer des Podcasts haben soll. Alles in allem war "Paardiologie" für mich eine unterhaltsame und kurzweilige Lektüre, meine Begeisterung für Charlotte Roche ist jedoch merklich abgeflaut. Vielen Dank an den Piper Verlag für das via NetGalley zur Verfügung gestellte eBook!
Nov 21, 2022
Zu Fast Foward-Zeiten, als rebellierender Teenager, war ich ein großer Fan von Charlotte Roche, habe sie bewundert, ihren Mut, anders zu sein, andere Interviews zu führen, sich anders zu kleiden, sich nicht anzupassen. Später habe ich ihre Romane Feuchtgebiete und Schoßgebete zwar nicht verschlungen, aber doch gern gelesen. Ihr neues Buch "Paardiologie", geschrieben mit ihrem Mann Martin Keß, hat mich allerdings etwas ratlos zurück gelassen. Ich hatte einen Ratgeber erwartet, bekommen habe ich....was denn nun eigentlich? Memoiren? Ein Transkript? Doch einen Ratgeber?! Ich weiß es nicht genau. Jedenfalls ist "Paardiologie" kein Ratgeber im klassischen Sinn, sondern eigentlich nur eine Niederschrift (in Dialogform) verschiedener Sequenzen aus dem Podcast von Charlotte und Martin, treffenderweise ebenfalls "Paardiologie" genannt. Ergänzt wird das Ganze durch kurze (nicht uninteressante, aber auch nicht erleuchtende) Beiträge einer Paartherapeutin, die sich zu den Themen äußert, über die Charlotte und Martin sprechen. Ich kann ein gewisses voyeuristisches Vergnügen beim Lesen (wann hat man schon die Möglichkeit, so tief in das Privatleben eines anderen Paares einzutauchen) nicht leugnen, jedoch fand ich Charlottes Ausdrucksweise im Laufe der Lektüre immer anstrengender ("Das fuckt mich so ab" ist nach der 30. Wiederholung nicht mehr so edgy, sondern eher nervig!). Auch den Umgang mit ihrem Mann fand ich oft wenig wertschätzend. Nun habe ich den Podcast von Charlotte und Martin nie gehört, daher war "Paardiologie" für mich trotz allem unterhaltsam, ich frage mich aber, welchen Mehrwert dieses Buch für Hörer des Podcasts haben soll. Alles in allem war "Paardiologie" für mich eine unterhaltsame und kurzweilige Lektüre, meine Begeisterung für Charlotte Roche ist jedoch merklich abgeflaut. Vielen Dank an den Piper Verlag für das via NetGalley zur Verfügung gestellte eBook!
Nov 21, 2022





