Ozean

Ozean

Hardback
4.82

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Description

Nach seinem Tod hinterließ Victor Hugo kistenweise Notizbücher, Skizzenhefte und Manuskriptentwürfe, von denen er einige unter dem Titel Ozean veröffentlicht wünschte. Aus anderem nachgelassenen Material erstellten seine späteren Herausgeber die Sammlung Choses vues. Diese Aufzeichnungen und Beobachtungen decken fast die gesamte Lebenszeit von Victor Hugo ab – von seinen frühen Jahren als romantischer Dichter über die Zeit seines politischen Engagements, von seinem Exil bis zu seiner Rückkehr nach Frankreich und seinem Ruhm als Dichter der Nation. Aus nächster Nähe erfährt man von der Revolution von 1848, von den Barrikadenkämpfen und den Debatten in der politischen Arena, in der er selbst als eine Hauptperson agierte und so dem Volk ebenso nahe kam wie den Herrschenden der Zeit. Mit großer Präzision beschreibt er das Elend auf den Straßen von Paris und den Glanz der Salons sowie seine ausgedehnten Reisen nach Deutschland, auf denen sich die Idee eines vereinten Europas abzuzeichnen beginnt.

Der reich illustrierte und ausführlich kommentierte Band bietet, erstmals in deutscher Sprache, einen umfassenden und repräsentativen Querschnitt durch Hugos nachgelassene Prosa aus Ozean und Choses vues – ein fesselndes literarisches Dokument und eine einzigartige Quelle zur Geschichte des 19. Jahrhunderts.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Philosophy
Format
Hardback
Pages
978
Price
49.40 €

Author Description

Victor Hugo, 1802 in Besançon geboren, verfasste Gedichte, Romane und Dramen und betätigte sich als literarischer, aber auch politischer Publizist. 1845 von König Louis-Philippe zum Vicomte und Pair erhoben, wurde er in seinem zweiten Lebensabschnitt überzeugter Republikaner. Er gilt neben Molière, Voltaire und Balzac als einer der wichtigsten Autoren Frankreichs sowie als eine Gallionsfigur der Romantik. Seine Romane Der Glöckner von Notre Dame und Les Misérables sind weltberühmt. Hugo starb 1885 in Paris.

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Am Ende eines langen literarischen Lebens verfasst Victor Hugo sein Testament und blickt auf die Mosaiksteine seines Werkes zurück, die ihn veranlassten, seinem Nachlassverwalter einen Leitfaden an die Hand zu geben. Entwürfe, Fragmente, verstreute Ideen, Verse oder Prosa, hier und da gesät, entweder in Heften oder auf fliegenden Blättern, füllten mehrere Bände und wurden unter dem Titel 𝘖𝘻𝘦𝘢𝘯 veröffentlicht. Hugo schildert seine Erlebnisse. Mitunter stichwortartig, beinahe nüchtern, stellenweise sogar regelrecht emotionslos, dann wiederum wortgewaltig und poetisch, spannend, wahrlich fabulös. Beginnend mit seinem Aufenthalt in Reims (1828), beschreibt er die wichtigsten Ereignisse seines Lebens und die politischen Umwälzungen seiner Zeit. Wir erleben die Revolution von 1830, stürmen an Hugos Seite die Barrikaden und befinden uns inmitten der Revolution von 1848. Eine der berührendsten Szenen war, als Victor Hugo, gemeinsam mit Alexandre Dumas den Sarg von Honoré de Balzac zum Friedhof Père-Lachaise begleitet. Victor Hugo, über die Jahre hinweg von persönlichen Tragödien und grausamen Schicksalsschlägen leidvoll geprüft, war politisch äußerst einflussreich und maßgeblich beteiligt an den wichtigsten historischen Ereignissen seiner Zeit. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, als entstiege er mit erhobener Faust aus den Seiten seines Jahrhundertromans. Er setzt sich unermüdlich für die Elenden ein, prangert die soziale Lage und die herrschende Politik an, Straßen werden nach ihm benannt, er wird als einstiger Royalist zum radikalen Republikaner und Fürsprecher der verelendeten Massen. Ich knie nieder, verneige mich voller Ehrfurcht vor diesem großen Mann.

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