Night and Day

Night and Day

Language
English
3.89

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

In Night and Day, Virginia Woolf delves into the lives of two women, Katharine Hilbery and Mary Datchet, as they navigate the complexities of love, ambition, and societal roles in early 20th-century England. The novel contrasts the inner lives of its characters with the external pressures of their environment, exploring the tension between personal desires and societal expectations. Katharine, a poet caught between her literary aspirations and the expectations of marriage, and Mary, a suffragist dedicated to social change, embody the struggles of women seeking autonomy in a patriarchal society. Woolf's innovative narrative style, characterized by stream-of-consciousness techniques, allows readers to intimately experience the characters' thoughts and emotions. Night and Day is a profound meditation on the nature of relationships, the pursuit of individuality, and the interplay between night and day as metaphors for the dualities of life.

Book Information

Main Genre
N/A
Sub Genre
N/A
Format
Softcover
Pages
282
Price
15.50 €

Posts

1
All
3.5

„Sie hörte sie, als kämen sie von Menschen aus einer anderen Welt, einer Welt, die ihrer vorausgegangen war, eine Welt, die das Vorspiel, das Vorzimmer zur Realität war; es war, als sei sie gerade gestorben und hörte die Lebenden reden.“ Nacht und Tag (engl. Night and Day) stellt den zweiten Roman dar, welchen Woolf 1919 drucken ließ. Im Gegensatz zu ihren anderen Werken bedient sie sich hier einer eher traditionellen Prosa und setzt die typischen avantgardistischen Stilmittel eher akzentuiert ein - stellenweise gleicht der Duktus einer abstrakten Jane Austen. Die Erzählung umfasst die verflochtenen Beziehungen, Kalamitäten und Entscheidungen mehrere jungen Menschen, im London der Vorkriegszeit. Wie so oft polemisiert Woolf ruhig und subtil gegen die damaligen rigiden gesellschaftlichen sowie geschlechtlichen Rollenbildern, die einem von außen wie ein Korsett übergestülpt werden, welches graduierend immer enger geschnürt wird. Am Ende entledigen sich jedoch nahezu alle Figuren ihres Propriums und entwickeln den Mut, eigene Entscheidungen zu treffen, um zu ihrer individuellen Ataraxie zu gelangen. Zusätzlich wird die Korrelation zwischen der traumartigen Welt der Liebe (Nacht) und dem wahrhaften plastischen Leben mit all seinen Tücken (Tag) dargestellt. 
Der Roman wirkt dennoch stellenweise unnötig gestreckt und verliert sich in einigen repetitiven Phrasen, welche für ein holistisches Verständnis nicht nötig gewesen wären - diese Ecken werden jedoch durch die lyrische Diktion immer wieder abgerundet.

„Das tiefe Dröhnen erfüllte ihre Ohren; das turbulente Hin und Her hatte die unbeschreibliche Faszination des Lebens selbst in all seinen Variationen, wie es ohne Unterlass strömt, mit dem einen Zweck, der ihr, während sie all dies beobachtete, als der eigentliche Zweck erschien, zu dem alles Leben erschaffen war, nämlich seiner völligen Gleichgültigkeit gegenüber dem Individuum, das es einfach schluckte und weiterzog.“

Post image
Create Post