Nichts tun

Nichts tun

Hardback
3.543
ObamaDigital DetoxKritikLeben

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Description

AN ALLE FOLLOWER UND INFLUENCER: EROBERT EUER LEBEN ZURÜCK!

Wir leben inmitten einer kapitalistischen Aufmerksamkeitsökonomie, die unsere Sinne und unser politisches Bewusstsein verkümmern lässt. "Nichts tun" ist der wohlüberlegte Aufruf, unser Leben fernab von Effizienzdenken und Selbstoptimierung zurückzuerobern. Ein provokatives, zeitgemäßes und glänzend geschriebenes Buch, das die Leser*innen aufrütteln wird.
Unsere Aufmerksamkeit stellt die wertvollste Ressource dar, über die wir verfügen. Im Effektgewitter kommerzieller Internetplattformen wie Facebook, Twitter, Instagram oder TikTok wird sie jedoch permanent überspannt. Jenny Odell plädiert in ihrem Buch auf eindrückliche Weise für ein radikales Innehalten, statt unsere kostbare Freizeit weiter an die kurzfristigen Verlockungen der Aufmerksamkeitsökonomie zu verschwenden. Nur über bewusste Formen des Nichtstuns finden wir heute noch zu uns selbst: etwa wenn wir uns phasenweise wieder in unsere natürliche Umgebung zurückziehen lernen, die Kunst der Naturbeobachtung kultivieren und authentische Begegnungen mit anderen zulassen. Odell versteht ihre Anleitung zum Nichtstun gleichsam als Akt des politischen Widerstandes, um der notorischen Selbst- und Naturzerstörung im Kapitalismus etwas entgegenzusetzen und die Forderung nach demokratischer Partizipation und Solidarität mit Leben zu erfüllen.


Eine fulminante Kritik an unserem Umgang mit sozialen Medien
Wir wir uns leichtfertig von Twitter, Instagram und Co. instrumentalisieren lassen
Auf der Liste von Barack Obamas "Favorite Books of 2019"
THE NEW YORK TIMES-Bestseller

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Computer Science
Format
Hardback
Pages
296
Price
24.70 €

Author Description

Jenny Odell ist Künstlerin und Schriftstellerin. Sie lehrt an der Stanford University und war als Artist-in-Residence bei Facebook, dem Internet-Archiv und der Planungsabteilung der Stadt San Francisco tätig. Ihre Arbeiten erschienen u.a. in der New York Times, dem New York Magazine, The Atlantic, The Believer, The Paris Review und McSweeneys. Sie lebt in Oakland, Kalifornien.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
31%
N/A
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59%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
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Pace

Fast0%
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Moderate100%
Variable0%

Writing Style

Simple0%
Complex100%
Moderate0%
Poetisch (100%)Außergewöhnlich (100%)

Posts

7
All
5

Mind-blowing! Wunderbares Buch voller neuer Gedankenansätze.

Odell - eine kalifornische Künstlerin und Schriftstellerin- führt uns in diesem Buch vor Augen, wie uns unsere Effizienzgesellschaft und vor allem die Sozialen Medien beeinflussen. Sie beschreibt, wie wir ständig mit kontextlosen Informationen überschwemmt werden, die uns durch persuasives Design zur Reaktion zwingen. Was fehlt sind Raum und Zeit zum Nachdenken, zu echter Kommunikation und zur Erfassung des Gesamtzusammenhangs. Daher empfiehlt sie eine Rückbesinnung auf die Tatsache, dass - wie im Ökosystem - Alles miteinander verknüpft ist. Und sich darauf zu besinnen, dass nicht ständiger Tatendrang und Fortschritt sondern Wartung und Erhaltung relevant sind. Das klingt Alles erstmal kompliziert und tatsächlich erscheint dieses Buch zu Beginn sperrig aber Odell schafft es, durch kleine Geschichten aus ihrem eigenen Leben und Geschichten und Zitate berühmter Persönlichkeiten von Diogenes über Hannah Arendt bis zu den Ohlone Indigenen spannend und bildreich zu erzählen. Sie macht das Schwierige einfach: statt immer zu handeln, können wir stehen bleiben, nichts tun, beobachten und verstehen bevor wir durch unüberlegte Aktionen immer wieder Altes einreissen, um Neues zu schaffen.

4

What makes the world go round?

So gern ich darauf mit Schlagworten wie Solidarität und Mitgefühl antworten würde, so realistisch kann es ich nur mit „Geld“ beantworten. „Money makes the world go round“ . Weil wir gerade bei Redewendungen sind, lässt sich hier ideal mit „Zeit ist Geld“ anknüpfen. Diese Phrase ist nicht mehr nur so zu verstehen, dass man sich beeilen sollte, um viel zu erledigen. Sie passt auch auf das Phänomen, das ich als das große Buhlen um unsere Zeit und um unsere Aufmerksamkeit bezeichnen möchte. In mir regt sich seit Längerem ein dumpfes Gefühl der Abgrenzung dagegen, das ich bisher kaum in konkrete Worte fassen konnte. Umso interessierter war ich als ich, als ich Jenny Odell und ihre Bücher entdeckte, die dann auch noch in einem meiner „Top 3“ Verlage, dem C.H. Beck Verlag in der deutschen Übersetzung von Annabel Zettel verlegt wurden. Im Oktober gesellten sich somit gleich zwei Bücher zu meinen Sachbuch-Jahresfavoriten. Jenny Odell ist Schriftstellerin, Künstlerin und Dozentin, sie lehrt in Stanford, schreibt für verschiedenste Zeitungen und war als Künstlerin u.a. Teil des Residency Projekts von Facebook. „Nichts tun. Die Kunst, sich der Aufmerksamkeitsökonomie zu entziehen“ und „Zeit finden. Jenseits des durchgetakteten Lebens“ beschäftigen sich beide mit der Frage, wie wir unsere Balance im Umgang mit der Ökonomisierung unserer Aufmerksamkeit und Zeit finden. Von allen Seiten wird mittels mehr oder weniger subtiler Werbung um unsere Konsumentscheidungen gebuhlt und damit um unsere Aufmerksamkeit und Zeit. Gleichzeitung wird uns suggeriert, dass Selbstoptimierung und Effizienzstreben unsere Ziele sein sollen. Da die Welt Menschen wie uns braucht und unser Engagement zum Besseren, ist ein Eremitendasein keine Alternative. So liegt es an uns, diese Prozesse bewusst zu reflektieren und inne zu halten und Kunst, Muße, Kreativität, echtem Austausch und politischem Engagement Raum zu geben und somit nicht zuletzt ein Zeichen des Protests und für den Naturschutz (Thema KI) zu setzen. Wem nutzt es, wenn jede Minute unseres Tages durchökonomisiert ist, wie kam es kulturhistorisch dazu? Zu diesen und noch vielen weiteren Schwerpunkten legt die Autorin in beiden Büchern ihre Gedankengänge dar, schildert viele Hintergründe und Beispiele. Der Stil ist durchweg anspruchsvoll, die Lektüre verlangt stetiges Mitdenken. Hier liegt womöglich auch der größte, denkbare Kritikpunkt verankert: Beide Texte imponieren in ihrer Form eher wie ein essayistisches Selbstgespräch, wie ein gemeinsames Nachdenken und nicht wie ein klar strukturiertes Sachbuch, in man stets den Überblick über das bisher Gesagte behält. Ich konnte mich gut auf diesen Reflektionsfluss einlassen, insofern habe ich mich daran nicht gestört. Vielmehr war ich immer wieder begeistert und berührt, dass Odell Dinge, die ich seit Längerem spüre, so treffend in Worte kleiden konnte. Beide Bücher klingen immer noch nach in meinen Gedanken und setzen immer wieder den Impuls, mir die Verfügungshoheit über meine Zeit und meine Aufmerksamkeit zurück zu erobern. Am Beispiel kommerzieller sozialer Medien möchte ich die Vorteile für mich nutzen und mich nicht von jeder Wellenbewegung umstoßen lassen, in der es letztlich nur ums aufmerksamkeitsbindende Gruppen-Echauffieren (ergo Engagement Provozieren) und nicht um inhaltliche Schwerpunkte geht. Eine Leseempfehlung mit Tiefgang und (nice to have) großer Coverliebe meinerseits.

4

Nicht das Buch, das ich lesen wollte - aber das Buch, das ich brauchte.

Seite für Seite runzelte ich immer stärker die Stirn - worauf will Odell hinaus? Ich dachte, in dem Buch ginge es um Nichtstun, wie man sich der neoliberalen und kapitalistischen Doktrin widersetzt und eben um den Kampf um unsere Aufmerksamkeit in Zeiten von Instagram und Co. Und es ging um all die Dinge, aber gleichzeitig um noch so viel mehr! Wie ein Mosaikbild fügt Odell einzelne Steinchen zusammen, die nach und nach ein unglaublich tiefgründiges Bild ergeben. Sie hinterfragt bestehende Strukturen und Normen, die Art, wie wir die Welt aus unserem Ich-bezogenen Standpunkt wahrnehmen und zeigt letztendlich auf, wie wir alle - menschliche und nicht-menschliche Wesen und alles andere - miteinander verbunden sind, was wir erkennen, wenn wir bereit sind, unsere Aufmerksamkeit umzulenken. Dass Odell Künstlerin ist, macht sich bemerkbar; sie „untermalt“ ihre Ausführungen mit zahlreichen Beispielen aus der Kunst, aber auch Philosophie, Geschichte, Ökologie und Politik kommen nicht zu kurz. Ich ging mit völlig anderen Erwartungen an das Buch. Zwischenzeitlich etwas enttäuscht, blieb ich dran und wurde mit einem inspirierenden Perspektivwechsel belohnt. Ein großartiges Buch, aber definitiv keine leichte Kost, in die man noch kurz vor dem Zubettgehen reinliest - Odells Gedanken sowie Sätze sind komplex und brauchen Zeit und Raum, um sich zu entfalten. „Für mich bedeutet nichts zu tun, mich von einem Bezugssystem (die Aufmerksamkeitsökonomie) zu lösen, nicht nur damit ich Zeit habe nachzudenken, sondern auch um etwas Neues in einem anderen Rahmen zu tun.” (J. Odell)

4

In "How to Do Nothing" (2019) schreibt Jenny Odell darüber, wie wir - in Wechselwirkung mit dem Design von sozialen Medien - unaufmerksamer gegenüber unserer Umwelt werden. Odell ist Konzeptkünstlerin und Hobby-Ornithologin mit einem Silicon-Valley-Hintergrund. Dadurch sind ihre Beobachtungen zur Aufmerksamkeitsökonomie besonders spannend. Das Buch hat mich zum Nachdenken angeregt, insbesondere was meine Vorstellung von Produktivität und mein Verhältnis zu sozialen Medien angeht. Es enthält aber - anders als der Titel vermuten lässt - keine konkreten Handlungsempfehlungen für den Umgang mit sozialen Medien. Vielmehr verknüpft es in essayistischer Form eigene Beobachtungen, philosophische Konzepte und Kunstprojekte zum Verhältnis von Mensch und Umwelt. Mit Nichtstun meint Odell, sich der kapitalistischen Verwertungslogik zu entziehen und Dinge zu tun, die nicht unmittelbar ökonomisch verwertbar sind. Die Unterscheidung liegt nicht unbedingt in den Tätigkeiten selbst, sondern darin, wie wir sie ausführen. So können ein Spaziergang, ein Yogakurs oder das Lesen eines Buches Ausdruck von Muße sein; sie können aber auch mit dem Ziel durchgeführt werden, die eigene Arbeitsfähigkeit und Produktivität zu steigern. Die Frage nach dem Nichtstun hat deshalb viel mit Achtsamkeit zu tun. Odell geht es darum, sich selbst nicht als abgeschlossen zu verstehen, sondern als Teil der natürlichen und menschlichen Umwelt. Dass wir uns als statisch erleben, vereinfacht es Unternehmen, die passende Werbung zu konfigurieren. Der Einsatz von Algorithmen ist um einiges treffsicherer, wenn wir uns nicht - oder jedenfalls nicht unvorhersehbar - verändern. Dadurch machen wir uns jedoch unzugänglich, blind für unsere Umwelt und unempathisch gegenüber Mitmenschen. Wir beschneiden uns berührender Erlebnisse. Odell befürwortet als Gegenmodell eine Art Bioregionalismus, jedoch ohne die rechten Anklänge, die der Begriff im deutschsprachigen Raum hat. Sie meint in erster Linie eine Aufmerksamkeit für die lokale Umwelt. Auch betont sie die Bedeutung öffentlicher Orte und freier Zeit; dabei reflektiert sie jedoch auch die offensichtliche Hürde, dass hier erhebliche soziale Ungleichheiten bestehen.

1

Fürchterlich

Dieses Buch zieht sich wie Kaugummi mit sehr vielen Beispielen, sehr regional begrenzt (Heimatregion der Autorin) und kompliziert geschrieben. Inhaltlich konnte ich zu wenig mitnehmen als dass ich zum Weiterlesen animiert worden wäre. Auch ist der Buchtitel irreführend: es geht gar nicht so sehr um das Nichtstun an sich, sondern eher darum, wer und was warum unsere Aufmerksamkeit zieht - gesellschaftliche Kritik an den Medien. War gar nicht meins.

3

Die Autorin warnt den Leser bereits in der Einleitung davor, dass das Buch aus verschiedenen Teilen besteht, und das wird deutlich spürbar. Manche Abschnitte ließen mich ratlos zurück, da ich nicht nachvollziehen konnte, wie diese Anekdote oder dieses Zitat in die übergeordnete Erzählung des Buches passt. Ihre Hauptthese ist zwar interessant und regt zum Nachdenken an, aber ich würde empfehlen, eine Zusammenfassung online zu suchen und das Buch zu überspringen. Achte darauf, deine Aufmerksamkeit zu schützen!

3

Interessante Gedanken, aber so richtig umgehauen hat es mich jetzt nicht. Vielleicht muss es auch noch etwas sacken.

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