Moscow Mule
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Description
Karina und Tonya teilen alles — ihr Studium an einer Moskauer Uni, betrunkene Männer, leere Geldbörsen, aber vor allem: das ambitionierte Ziel, nach Europa auszuwandern. Während im jungen neuen Jahrtausend der eine Teil der russischen Gesellschaft zwischen Luxusautos und Kaviar versinkt, schummelt sich der andere mittellos durchs Leben. Auch Karina hat gelernt, mit Witz und Wahnsinn jede Situation zu meistern und an ihren Träumen festzuhalten, komme, was wolle. Doch mehr und mehr schieben sich ihre Träume vor die Freundschaft mit Tonya, und was einst nach einem großen ›Für immer‹ klang, wird plötzlich brüchig.
Geschickt verwebt Maya Rosa in ihrem Debütroman »Moscow Mule« das Politische mit dem Freiheitsdrang des Erwachsenwerdens und zeigt dabei mit einem einzigartigen Sound voller Witz und Klugheit, dass man mit Lebensfreude so manche gesellschaftliche Kette sprengen kann.
Book Information
Author Description
Maya Rosa, Jahrgang 1987, ist in Russland geboren und aufgewachsen. Sie hat in Moskau und Berlin studiert und ist Absolventin des Deutschen Literaturinstituts Leipzig. »Moscow Mule« ist ihr Debutroman. Maya Rosa lebt mit ihrer Familie in Berlin.
Posts
Witzig, bitter, ehrlich
„Moscow Mule“ ist wie ein Cocktail aus Wodka, Fernweh und bitterer Realität – nur leider ohne Limette zum Schöntrinken. Das Buch begleitet zwei Studentinnen im Russland der 2000er, die eigentlich nur drei Dinge wollen: studieren, halbwegs würdevoll überleben und diesem strengen, grauen Regime möglichst bald den Rücken kehren. Europa glänzt am Horizont wie ein Versprechen aus dem Reisekatalog, doch der Weg dorthin führt nicht nur über politische Schlagbäume, sondern auch direkt durch die bröckelnde Statik ihrer Freundschaft. Statt dramatischem Paukenschlag-Plot serviert der Roman eine Art literarischen WG-Alltag: Vorlesungen, Geldsorgen, absurde Situationen und der ganz normale Wahnsinn des Erwachsenwerdens in einem Land, das jungen Menschen eher Steine als Chancen in den Weg legt. Und genau das macht „Moscow Mule“ so gut. Zwischen trockenem Sarkasmus und herrlich schrägem Humor wird deutlich, wie Armut, Perspektivlosigkeit und politische Gängelung den Alltag bestimmen – ohne dass einem dabei permanent das Elend mit dem Vorschlaghammer erklärt wird. Das Buch ist witzig, manchmal beinahe frech, lacht aber nie ohne Grund. Unter den pointierten Dialogen und ironischen Beobachtungen liegen ziemlich schwere Themen: die Hoffnungslosigkeit einer Generation, die Kritik an einem System, das Träume eher verwaltet als erlaubt, und ein ehrlicher Blick auf die russische Kultur jenseits von Klischees und Pathos. „Moscow Mule“ zeigt, dass man über bittere Wahrheiten lachen kann – nicht weil sie harmlos sind, sondern weil Humor manchmal die einzige Überlebensstrategie ist. Am Ende ist dieser Roman weniger ein rasantes Abenteuer als eine kluge, sarkastische Begleitung durch den studentischen Alltag: unaufgeregt, scharf beobachtet und mit genug Witz, um die bittere Note nicht nur erträglich, sondern lesenswert zu machen.
Karina und Tonya leben in Moskau. Sie studieren Journalismus, haben wenig Geld und lieben Partys. Zusammen träumen sie von einem besseren Leben. Deutschland wäre toll. Sie halten zusammen, schlagen sich durch die Höhen und Tiefen ihrer Jugend in einem Land, das im Wandel ist. Auf der Suche nach Freiheit stolpern sie durchs Leben und müssen sich entscheiden, bleiben oder gehen. Die Sprache in diesem Roman ist modern, unkonventionell und frech. Im Vordergrund stehen die zwei Frauen und ihr Leben, ihre Träume. Die politische Situation ist eher im Hintergrund, doch schwingt immer mit. Ist sie ja auch verantwortlich für einige Lebensumstände der Frauen. Das Leben in Russland wird uns näher gebracht. Mal glamourös, mal düster und traurig. Das war für mich auch die absolute Stärke dieses Buches. Zu den Protagonistinnen konnte ich leider keinen richtigen Bezug finden. Freizügig, frech und unbedarft rennen sie durchs Leben. In ihren eigenen Betten schlafen sie eher selten, für kostenfreie Drinks tun sie so einiges. Das war für meinen persönlichen Geschmack etwas drüber. Insgesamt ein Roman, der mit der Ambivalenz zwischen der politischen Lage im Land und dem persönlichen Freiheitsdrang und den Träumen der Frauen glänzt. Für meinen persönlichen Geschmack waren mir die Frauen zu anstrengend. Vielleicht soll aber gerade das am Ende auch so sein.
Bittersüß
„Nichts machte uns zynischer als genau diese Weisheit, nämlich, dass man nur ein Leben hat und dass es nicht schlecht wäre, es woanders zu verbringen, wo man immer noch die Möglichkeit hätte, sich an eine vertraute Birke anzulehnen, ohne zwischendurch im Kerker zu landen. Bürgerrechte zu haben. Sich bei keinen Behörden anzubiedern und nirgendwo Schmiergeld zu zahlen.“ (Moscow Mule, S. 22) Karina ist Studentin und wohnt in Moskau, die wünscht sich nichts sehnlicher als mit ihrer Freundin Tonya auszuwandern. Allerdings scheitert dieses Vorhaben an ihren finanziellen Möglichkeiten und an den politischen Gegebenheiten. Die Themen in diesem Buch sind vielfältig. Es geht um beispielweise Freundschaft, Familie und man bekommt einen Einblick in die russische Gesellschaft. Aber in aller erster Linie geht es hier um weibliche Selbstbestimmung. Beim Lesen musste ich öfter schlucken, es ist bittersüß. Obwohl das im Russland von vor 20 Jahren spielt, ist es aktueller den je und die Situation hat sich vor Ort durch den Ukrainekrieg höchstens noch verschärft. Dieser Einblick war für mich total spannend und ich habe die zwei Protagonistinnen gerne begleitet. Am besten hat mir aber der Schreibstil von Maya Rosa gefallen. Sie schreibt unglaublich pointiert und mit ganz viel Wortwitz. Ich hoffe, wird dürfen noch ganz viel von ihr lesen. Empfehlung!
"Ich wollte alles und sofort, ich wollte scheitern und leiden, gewinnen und schadenfroh lachen, ich wollte mich an meinen eigenen Tränen verschlucken, ganz gleich, ob sie von Glück oder Unglück herrühren." Karina und Tonya, beste Freundinnen. Sie erzählen sich alles und erleben viel gemeinsam. Z. B, wie gleich auf der ersten Seite, Sex zu dritt, das Studium, oder den Wunsch gemeinsam nach Europa auszuwandern. Denn das russische Regime ist ihnen zuwider, welches Journalistinnen wie Anna Politkowskaja einfach erschießt. Ich musste mich erst ein bisschen reinfinden in den Roman und die "rotzige" Sprache. Doch mehr und mehr hat sie mich gefangen genommen. Modern, authentisch und sprachgewandt jongliert Maya Rose mit Worten und bildet sie immer wieder zu Metaphern. Mal poetisch, mal tiefgründig und immer wieder auch herrlich witzig und absurd. "Als von Buletten und Reis nichts mehr übrig war, verschwand Fedor wieder in der Menge von Hungrigen und Gesättigten, während wir immer noch Fluchtpläne schmiedeten wie Frösche in der Sahne." Was mich zutiefst berührt und traurig gemacht hat, war, wie sehr Karina immer wieder versucht Teil des Lebens ihrer Mutter zu werden. Diese hatte sie als Kind bei der Oma gelassen. Ihre Mutter stößt sie aber immer wieder von sich weg, egal wie sehr Karina gerade ihren Zuspruch benötigen würde. Das hat mir schier das Herz gebrochen. Auch die weit aufklaffende Schere zwischen Arm und Reich wird in eindringlichen Bildern vermittelt. Vor allem die alten Frauen bleiben auf der Strecke und müssen sich ihr Geld armselig dazuverdienen. Auf der anderen Seite die Superreichen, die in Pelzen ihren Kaviar schlürfen, während draußen die Omis in ihren fadenscheinigen Mänteln Postkarten feilbieten um zu überleben. Ein tolles Buch, zwischen Coming of Age, Lebenslust, Schönheitswahn und Freiheitsliebe. Ein Buch voller Metaphern die bewegen. "Wir haben die Bücher weggelegt, als es wieder was zu essen gab." Die Bücher die vorher verboten und jetzt wieder erlaubt waren. Die absurde "Normalität" des Tötens. Und ein Roman über Freundinnen die jede ihren eigenen Weg finden müssen. Ein Buch wie der titelgebende Cocktail, voller hochprozentiger Lebenslust und scharfer Widersprüche. Von mir eine große Leseempfehlung!

"Dem Leben ging es nicht darum, jedem das Verdiente zuzuteilen. Es war, ganz im Gegenteil, ein amoralisches Drama ohne jegliche Logik." Tonya und Karina studieren Politischer Journalismus in Moskau, schlagen sich die Nächte um die Ohren mit Männerbekanntschaften, Wodka und viel Lebenslust. Ihr großes Ziel ist es, nach Deutschland zu kommen, in das Land, wo so viel Platz ist, wie Karina nach einem kurzen Besuch feststellte. Dafür wechseln sie an die philologische Fakultät, pauken Deutsch und versuchen in verschiedenen Nebenjobs, Geld zu verdienen. Ein frecher und provokanter Roman, in dem zwei Mädels von der Freiheit träumen, raus aus einem Land, in dem Korruption und Zensur herrschen. Beide haben viel Phantasie und sind nicht auf den Mund gefallen. Für Parties und freie Drinks sind sie immer zu haben. Dennoch macht sich auch bei ihnen immer wieder Unsicherheit breit - bleiben oder gehen? Die Autorin wählt hier einen teilweise sehr flapsigen und sarkastischen Stil, der einen oft laut auflachen lässt. Doch dann, ganz plötzlich wird es wieder ernst und reflektiert. Dieser Wechsel und die sehr von Metaphern durchtränkte Sprache gefielen mir wirklich gut. Ebenso die immer wieder eingeflochtenen Informationen über das politische und kulturelle Russland. Die Sehnsucht und eine innere Zerrissenheit sind doch gut zu spüren. Mir hat der Roman gut gefallen und ein paar Längen zwischendurch konnte ich gut verzeihen. Von mir gibt es daher eine Leseempfehlung!
Ehrlich Klug und überraschend unterhaltsam
Moscow Mule hat mich echt überrascht – auf die beste Art. Die Geschichte von Karina und Tonya, zwei jungen Frauen in Moskau, wirkt auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär, aber genau das macht ihren Reiz aus. Es geht um Freundschaft, ums Wegwollen und trotzdem Bleiben, um das Stolpern durchs Erwachsenenwerden in einer Welt, die manchmal absurd, manchmal wunderschön und oft einfach nur hart ist. Ich mochte besonders, wie Maya Rosa schreibt – direkt, mit viel Ironie, aber auch mit Feingefühl. Man merkt, dass hinter dem Humor auch eine leise Wut steckt, und das gibt dem Buch Tiefe. Die Figuren wirken echt, so als könnte man sie im echten Leben treffen, und ihre Gespräche sind mal lustig, mal traurig, mal total schräg – aber immer glaubwürdig. Das Buch braucht keine große Action, um zu fesseln. Es lebt von der Stimmung, vom Lebensgefühl der frühen 2000er in Moskau – zwischen Aufbruch und Stillstand. Wer gerne Geschichten liest, die leise, aber eindringlich sind, sollte hier definitiv reinschauen. Für mich ein starkes Debüt, das hängen bleibt. Locker erzählt, aber mit echtem Gehalt.
Ein Roman wie der Cocktail, nach dem er benannt ist - 'Moscow Mule' - Spritzig herb, erfrischend, und alle Figuren scheinen ständig mit leichtem Standgas unterwegs zu sein. 😂 Karina und Tonya leben in Moskau, gefangen zwischen gesellschaftlichen Extremen und politischen Zwängen. Ihr gemeinsamer Traum: ein neues Leben in Europa. Dort, wo alles besser sein soll - frei von Korruption und mit mehr Raum zur Selbstverwirklichung, besonders als Frau. Auf dem Weg dorthin ist ihnen fast jedes Mittel recht. Doch trotz aller Herausforderungen kommt eines nie zu kurz: exzessive Partys, durchzechte Nächte und jede Menge alkoholgeschwängerten Begegnungen. Die Autorin Maya Rosa schafft es, diesen Drang nach Freiheit, die Suche nach Identität und weiblicher Selbstbestimmung in einem ebenso unterhaltsamen wie nachdenklich stimmenden Roman zu packen. Besonders gelungen fand ich die ungezähmte Dynamik zwischen den beiden Freundinnen - herrlich unangepasst und mit Dialogen, die mich regelmäßig zum Schmunzeln gebracht haben. Weniger amüsant, dafür umso eindringlicher: Karinas Mutter, die scheinbar alles daran setzt, das Selbstwertgefühl ihrer Tochter zu zerschmettern - eine Figur, über die ich mich regelmäßig aufregen musste. Zugegeben: Die meisten Charaktere waren mir ein wenig zu überzeichnet - mit einer rühmlichen Ausnahme. Die Oma. Die war einfach großartig und hat sofort mein Herz gewonnen. Die Handlung selbst folgt weniger einem stringenten Plot als einem atmosphärischen Treiben - mehr Beobachtung als Zielstrebigkeit. Kein Buch, das mir dauerhaft im Gedächtnis bleiben wird, aber definitiv eines, das sich leicht, unterhaltsam und stellenweise auch überraschend ehrlich liest.

🥀 Zwischen Hoffnungslosigkeit und Zynismus
„Ich lehnte mich an die Fensterbank und schaute nach draußen. Auf der anderen Straßenseite stand eine kleine märchenhafte rote Kirche mit goldenen Zwiebeltürmchen. Vor dem Zaun, der sie umrandete, saß im Schnee eine alte Omi auf einem Kartonfetzen und bettelte. Hinter dem Zaun, zwischen gepflegten Zwergpinien, parkte ein glänzender schwarzer Mercedes. Das ganze Land steckte in diesem Bild.“ S. 57 🥀 Um wen geht‘s? Um Karina und Tonya. Sie sind jung, zwei Überlebenskünstlerinnen im ergrauten Russland der 2000er, studieren an der Moskauer Universität und teilen alles - betrunkene Liebhaber, leere Geldbörsen und den Traum von einem besseren Leben in Europa. Doch je näher dieser rückt, desto mehr scheint er sich auch zwischen die beiden Freundinnen zu stellen. 🥀 Meine Meinung Wenn ich eines an diesem Buch mochte, dann den unvergleichlichen Erzählton. Rotzig-frech, zynisch, geprägt von Hoffnungslosigkeit und doch getragen von Hoffnung auf mehr - mehr Leben, mehr Geld, mehr Träume, mehr von allem. Das war es, was Karina als Protagonistin antrieb. Und während sie zwischen einer lieblosen Mutter und einer liebevollen Oma pendelte und immer wieder zu ihrem Ex zurückkehrte (der am Ende doch noch einen unerwarteten Glanzmoment bekam), ging es ganz oft gar nicht unbedingt um Freundschaft, Familie und die Hoffnungslosigkeit, in Russland jung zu sein, sondern vor allem um Selbstbestimmung und darum, als Frau alles sein zu dürfen, was man sein will - leise, laut, viel. Karina selbst beschrieb es so: „Ich wollte keine Rolle haben, ich wollte bloß leben, über alle denkbaren Grenzen reisen und frei über alle Straßen laufen. Ich wollte, dass die Sonne auch über mir schien, und mich für diesen Wunsch nicht rechtfertigen müssen.“ 🥀 Fazit „Moscow Mule“ lebte nicht vom großen Plot, sondern von einer latent depressiven, aber doch irgendwie glitzernden Stimmung - und vor allem von einer rotzig-frechen Protagonistin, die ich sehr mochte. Ein Buch, das sich ziemlich unerwartet in eine Ecke meines halb russischen Herzens schlich. 3,5 von 5 ✨ — ET: 13.08.2025

Die Geschichte lebt von seiner außergewöhnlich dichten Atmosphäre und der emotionalen Nähe zur Protagonistin.
In „Moscow Mule“ folgt man der Protagonistin Karina, die sich in einer düsteren, intensiven Welt zwischen Macht, Emotionen und inneren Konflikten bewegt. Die Geschichte entfaltet sich spannungsgeladen, mit einem starken Fokus auf Atmosphäre und psychologische Tiefe, und zieht die Leser:innen immer tiefer in Karinas Realität hinein. ✨ „Moscow Mule“ lebt von seiner außergewöhnlich dichten Atmosphäre und der emotionalen Nähe zur Protagonistin. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, nicht nur über Karina zu lesen, sondern sie auf ihrer Reise aktiv zu begleiten. Die Geschichte schafft eine Intimität, die man selten erlebt – als würde man direkt an ihrer Seite stehen, jeden Zweifel, jede Angst und jede Hoffnung mitempfinden. 💕 Karina ist dabei so feinfühlig, ehrlich und detailreich gezeichnet, dass sie nicht wie eine fiktive Figur wirkt, sondern wie ein echter Mensch. Beim Lesen entwickelt man fast automatisch den Wunsch, sie in den Arm zu nehmen, sie zu schützen und ihr eine gute Freundin zu sein, die ihr zuhört und ihr Halt gibt. Genau diese emotionale Bindung macht das Buch für mich so besonders. 🥰 Die Spannung und die Atmosphäre tragen zusätzlich dazu bei, dass man vollkommen in Karinas Welt eintaucht. „Moscow Mule“ ist nicht nur aufregend, sondern auch tief berührend – ein Buch, das einen mitnimmt, festhält und noch lange nach dem letzten Kapitel nachwirkt.👌🏻💭 Ganz lieben Dank @team.bloggerportal @penguinbuecher für das tolle Rezensionsexemplar! 🌹
Leider nicht so meins
Leider konnte der Inhalt meine Erwartungen nicht erfüllen. Die Geschichte wirkt stellenweise unfertig und verliert sich oft in belanglosen Beschreibungen, ohne echte Tiefe zu erreichen. Die Hauptfiguren bleiben für mich zu blass, ihre Entscheidungen oft nicht nachvollziehbar. Auch wenn zwischendurch ein paar interessante Ansätze auftauchen, werden sie kaum ausgearbeitet oder wirken zu konstruiert. Der Stil ist zwar leicht zu lesen, aber sprachlich eher durchschnittlich – nichts, was wirklich hängen bleibt. Wenn man keine tiefgründige Handlung erwartet, sondern einfach eine lockere Geschichte für zwischendurch will , kann das Buch durchaus unterhalten. Der Titel und das Setting deuten auf eine hippe, moderne Atmosphäre hin – wer Geschichten mit Clubs, Drinks und Großstadtflair mag, könnte sich hier wiederfinden. Für mich war die Story und der Schreibstil leider nichts 😕
Berlin=Freiheit ❤️🩹
Als Kind einer Mutter, die ebenfalls in den frühen 2000er nach Deutschland kam, allein, mit einem Kind, einem Koffer und einer großen Portion Hoffnung auf ein glückliches und freies Leben, musste ich dieses Buch einfach lesen. Karina und Tonya sind Freigeister, sie leben ärmlich aber dafür umso herzlicher. Aber sie wollen mehr vom Leben. Vorallem die Freiheit seine Meinung zu äußern, die in Moskau/Russland bekanntlich nicht beliebt war. Vorallem von Frauen. Das putinistische System besteht bis heute noch. Die Mädels wollen nach Europa, das steht fest. Ich hätte mir mehr Spannung gewünscht, mehr Details bei der Umsetzung des Plans nach Deutschland zu kommen oder mehr Tiefe in Karinas Gefühlen. Nichtsdestotrotz war das Buch für mich als russisch-sprachige Leserin sehr interessant. Wer die Bräuchte, Redewendungen usw nicht kennt, wird das Buch an manch ein oder anderen Stelle nicht verstehen. Am Ende habe ich selber Heimweh nach meiner zurückgelassen Familie bekommen und so manche Träne verkneifen müssen.

Das Buch spielt im Moskau der 00er Jahre und erzählt von Karina, deren Traum es ist, Russland zu verlassen und in einem Land zu leben, das mehr Freiheit bietet. Wir begleiten sie auf der Suche nach einer Möglichkeit ihren Traum zu verwirklichen und bekommen dabei viele Szenen ihres Alltags mit. Auch wird bei vielen Gelegenheiten auf die Probleme des Landes, wie Korruption und Meinungsunfreiheit, aufmerksam gemacht. Der Klappentext des Buches hat mich leider etwas in die Irre geführt. Die Freundschaft zwischen Karina und Tonya nimmt zwar durchaus Raum ein, aber der Bruch zwischen den beiden kommt erst sehr spät und wird fast wie eine Fußnote behandelt. Ich hatte psychologisch tiefgehende Schilderungen des Scheiterns einer Frauenfreundschaft erwartet. Leider wurden auch die übrigen Charaktere und deren Beziehung zur Protagonistin, sehr oberflächlich behandelt. Die Sprache des Romans hat mir prinzipiell gefallen. Unglücklicherweise empfand ich dem Gebrauch von Vergleichen und Metaphern in dem Text als überstrapaziert. Es gibt viele sehr schöne Sprachbilder, hier wäre für meinen Geschmack weniger aber mehr gewesen. An manchen Stellen wirkte es einfach zu gewollt. Das Buch liest sich dennoch gut und bringt eine spannende Perspektive auf Russland aufs Papier.
Fängt für mich die Kälte Russlands perfekt ein. Ein Roman über den Drang nach Freiheit und das Gefühl nirgends zuhause zu sein. Es geht um das große Ziel , aus Russland zu gehen und woanders in Europa zu studieren . Der Weg dahin birgt einige Verluste von Menschen, die diesen Weg nicht mit bestreiten können. Kleiner Minuspunkt: Manchmal gab es für mich zu große Sprünge im Geschehen , wo ich manchmal gerne mehr erfahren hätte , was in gewissen Situationen genau passierte. Hätte aber wahrscheinlich den Rahmen gesprengt. Ansonsten hat mir die Geschichte gut gefallen .
Für alle, die träumen
Karina weiß was sie will aber nicht, wie sie es bekommt. Sie stromert durch ihr Leben, stolpert von der Vorlesung auf die nächste Vorlesung und in den Zug, der sie raus aus Moskau zu ihrer Oma bringt. Sie und ihre beste Freundin Tonya wollen raus aus dem verhassten Russland und nach Deutschland, wo die Freiheit ruft. Es ist das Jahr 2006, Putin ist noch nicht lange Präsident und hat dich schon gezeigt, was er mit dem Land vor hat. Geld regiert, ob im Kreml oder in der Universität, wo die mit Geld sich das Stipendium kaufen können, von dem die jungen Frauen so sehr träumen. Und während Tonya ein gesittetes Leben führen möchte, bricht Karina immer mehr aus ihrem bisherigen aus. Vertreibt sich mit neuen Bekannten den Tag, seien sie noch so zwielichtig. "Selbst das Verb »wollen« war nicht in seiner Lexik präsent, während meine fast ausschließlich daraus bestand. Ich wollte alles und sofort, ich wollte scheitern und leiden, gewinnen und schadenfroh lachen, ich wollte mich an meinen eigenen Tränen verschlucken, ganz gleich, ob sie von Glück oder Unglück herrührten." - Seite 121 Karina will viel vom Leben und das hat Maya Rosa wunderbar rübergebracht. ich bin unheimlich gerne mit der Protagonistin durch Moskau gestromert und habe mich ihr und ihren Wünschen sehr verbunden gefühlt. Positiv für mich war außerdem, dass ich viel über die russische Gesellschaft und die unterschiedlichen Generationen lernen konnte. Der Roman war für mich also die perfekte Lektüre nach dem Sachbuch "Wohin treibt Russland". Lebensnah und gesellschaftspolitisch. Eine Empfehlung für alle, die träumen.
Junge Erwachsene in Russland
Karina und Tonya leben in Moskau und wollen nur eins: Nach Deutschland. Warum ausgerechnet dahin? Dafür gibt es vielerlei guter Gründe, die im Buch aber nicht ganz deutlich werden. Deutlich wird, dass Karina mitgeschleift wird, von den Träumen ihrer Freundin. Sie hat nicht sehr liebevolle Eltern, die wilde, unberechenbare Natur Russlands ist sie satt und sie wünscht sich anzukommen. In einem Land, in einer Stadt, in der sie frei sein darf: Berlin. Hier gibt es nicht so viele Regeln, wie in Russland. Hier wird man nicht eingesperrt, weil man etwas falsches gesagt hat. Hier wird man nicht mit Mitgliedschaften im Fitnessstudio geködert, um einer Partei beizutreten. Die Autorin zeichnet Karina als rastlos. Sie hangelt sich von Liebhaber, zu Fototerminen, zu anderen Events und Parties, nur um nicht die zwei Stunden Hin- und Rückfahrt von ihrer Uni zu ihrer Oma und zurück in Kauf nehmen zu müssen. Sie lebt zwischen den Welten, ist zwar eine fleißige Studentin, aber hat sonst wenig Ambitionen. Durch die verschiedenen Kulissen erschafft sich Autorin Rosa die Möglichkeit, mit Moskau - repräsentativ für Russland - stark ins Gericht zu gehen. Sie weist auf, was falsch läuft, aber auch, woher der Charme dieser Kultur kommt. Andersherum zeichnet sie Berlin - repräsentativ für Europa - als einen Traum. Als ein Ziel, an das man ankommen müsse, aber das unerreichbar bleibt. Ich hatte schon vorab oft gehört, dass es für Russen schwierig ist, aus ihrem Land herauszukommen. Durch dieses Buch bekam ich einen Eindruck von dem 'Warum', ohne, dass Rosa zu tief in die politischen Debatten eintaucht. Die Kapitel sind alles Momentaufnahmen. Eine Situation folgt der nächsten. Es ist kein Ineinandergreifen der Ereignisse, sondern auch der Leser lebt - wie Karina - von einem Moment in den anderen. Der Sprachstil hat mich immer wieder fasziniert. Rosa kann gut mit Worten Bilder weben und hinterlässt einen gut verständlichen, gut recherchierten Roman, der sicherlich auch auf eigenen Erfahrungen basiert. Gerne hätte ich noch mehr aus Deutschland gelesen.
Das Buch nimmt kein Blatt vor den Mund und kritisiert schon auf den ersten Seiten offen den russischen Präsidenten, Korruption und den Umgang mit kritischen Journalisten. Mit Karina, die zwischen ihrem Studentenleben, dem Krieg und dem starken Wunsch, Russland zu verlassen, hin- und hergerissen ist, erleben wir eine eindrucksvolle Geschichte. Besonders berührend, wenn auch schockierend, ist das sehr kalte und verachtende Verhältnis zu ihrer Mutter. Die Sprache ist manchmal etwas umständlich gewählt, doch zwischendurch laden humorvolle Stellen, besonders die Dialoge zwischen Karina und ihrer Freundin Tonya, zum Schmunzeln ein. Diese Gespräche sollte man nicht zu ernst nehmen, sie bringen aber eine angenehme Leichtigkeit. Die Autorin zeichnet ein differenziertes Bild Russlands, das zwischen bedrückender Stimmung und unermüdlicher Hoffnung schwankt. Insgesamt eine eindrucksvolle und nachdenklich machende Lektüre.

Wow, ein Meisterwerk!
So turbulent, atemlos wird man durch die Geschichte gejagt. Noch nie gelesene, bildhafte Analogien die so traumhaft schön sind, dass ich weinen möchte. Als die Protagonistin auf eine Prüfung wartete, blieb mir der Atem stecken, so als wäre ich selbst betroffen. Maya Rosa, bitte schreibe, schreibe... Ich freue mich! S. 198 "Für mich ging durch Christina eine neue Welt auf. Ich plantschte darin wie ein Kind im Bällebad, während Russland als lebloser Elternteil daneben auf mich wartete."
Ein Roman über Freundschaft, das Leben, Freiheit sowie Sorgen und bittere Wahrheiten. Zwei Freundinnen, so unterschiedlich und doch so ähnlich , die alles dafür geben, um die Freiheit in einem anderen Land endlich genießen zu können. Auch Politik spielt eine Rolle. Nicht zu viel, aber ich fand es gut, dass diesem Thema ebenfalls Raum gegeben wurde. Auf jeden Fall lesenswert. Kein klassischer Coming-of-Age-Roman, sondern die Geschichte zweier Studentinnen, die auf der Suche nach sich selbst sind.
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Karina und Tonya teilen alles — ihr Studium an einer Moskauer Uni, betrunkene Männer, leere Geldbörsen, aber vor allem: das ambitionierte Ziel, nach Europa auszuwandern. Während im jungen neuen Jahrtausend der eine Teil der russischen Gesellschaft zwischen Luxusautos und Kaviar versinkt, schummelt sich der andere mittellos durchs Leben. Auch Karina hat gelernt, mit Witz und Wahnsinn jede Situation zu meistern und an ihren Träumen festzuhalten, komme, was wolle. Doch mehr und mehr schieben sich ihre Träume vor die Freundschaft mit Tonya, und was einst nach einem großen ›Für immer‹ klang, wird plötzlich brüchig.
Geschickt verwebt Maya Rosa in ihrem Debütroman »Moscow Mule« das Politische mit dem Freiheitsdrang des Erwachsenwerdens und zeigt dabei mit einem einzigartigen Sound voller Witz und Klugheit, dass man mit Lebensfreude so manche gesellschaftliche Kette sprengen kann.
Book Information
Author Description
Maya Rosa, Jahrgang 1987, ist in Russland geboren und aufgewachsen. Sie hat in Moskau und Berlin studiert und ist Absolventin des Deutschen Literaturinstituts Leipzig. »Moscow Mule« ist ihr Debutroman. Maya Rosa lebt mit ihrer Familie in Berlin.
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Witzig, bitter, ehrlich
„Moscow Mule“ ist wie ein Cocktail aus Wodka, Fernweh und bitterer Realität – nur leider ohne Limette zum Schöntrinken. Das Buch begleitet zwei Studentinnen im Russland der 2000er, die eigentlich nur drei Dinge wollen: studieren, halbwegs würdevoll überleben und diesem strengen, grauen Regime möglichst bald den Rücken kehren. Europa glänzt am Horizont wie ein Versprechen aus dem Reisekatalog, doch der Weg dorthin führt nicht nur über politische Schlagbäume, sondern auch direkt durch die bröckelnde Statik ihrer Freundschaft. Statt dramatischem Paukenschlag-Plot serviert der Roman eine Art literarischen WG-Alltag: Vorlesungen, Geldsorgen, absurde Situationen und der ganz normale Wahnsinn des Erwachsenwerdens in einem Land, das jungen Menschen eher Steine als Chancen in den Weg legt. Und genau das macht „Moscow Mule“ so gut. Zwischen trockenem Sarkasmus und herrlich schrägem Humor wird deutlich, wie Armut, Perspektivlosigkeit und politische Gängelung den Alltag bestimmen – ohne dass einem dabei permanent das Elend mit dem Vorschlaghammer erklärt wird. Das Buch ist witzig, manchmal beinahe frech, lacht aber nie ohne Grund. Unter den pointierten Dialogen und ironischen Beobachtungen liegen ziemlich schwere Themen: die Hoffnungslosigkeit einer Generation, die Kritik an einem System, das Träume eher verwaltet als erlaubt, und ein ehrlicher Blick auf die russische Kultur jenseits von Klischees und Pathos. „Moscow Mule“ zeigt, dass man über bittere Wahrheiten lachen kann – nicht weil sie harmlos sind, sondern weil Humor manchmal die einzige Überlebensstrategie ist. Am Ende ist dieser Roman weniger ein rasantes Abenteuer als eine kluge, sarkastische Begleitung durch den studentischen Alltag: unaufgeregt, scharf beobachtet und mit genug Witz, um die bittere Note nicht nur erträglich, sondern lesenswert zu machen.
Karina und Tonya leben in Moskau. Sie studieren Journalismus, haben wenig Geld und lieben Partys. Zusammen träumen sie von einem besseren Leben. Deutschland wäre toll. Sie halten zusammen, schlagen sich durch die Höhen und Tiefen ihrer Jugend in einem Land, das im Wandel ist. Auf der Suche nach Freiheit stolpern sie durchs Leben und müssen sich entscheiden, bleiben oder gehen. Die Sprache in diesem Roman ist modern, unkonventionell und frech. Im Vordergrund stehen die zwei Frauen und ihr Leben, ihre Träume. Die politische Situation ist eher im Hintergrund, doch schwingt immer mit. Ist sie ja auch verantwortlich für einige Lebensumstände der Frauen. Das Leben in Russland wird uns näher gebracht. Mal glamourös, mal düster und traurig. Das war für mich auch die absolute Stärke dieses Buches. Zu den Protagonistinnen konnte ich leider keinen richtigen Bezug finden. Freizügig, frech und unbedarft rennen sie durchs Leben. In ihren eigenen Betten schlafen sie eher selten, für kostenfreie Drinks tun sie so einiges. Das war für meinen persönlichen Geschmack etwas drüber. Insgesamt ein Roman, der mit der Ambivalenz zwischen der politischen Lage im Land und dem persönlichen Freiheitsdrang und den Träumen der Frauen glänzt. Für meinen persönlichen Geschmack waren mir die Frauen zu anstrengend. Vielleicht soll aber gerade das am Ende auch so sein.
Bittersüß
„Nichts machte uns zynischer als genau diese Weisheit, nämlich, dass man nur ein Leben hat und dass es nicht schlecht wäre, es woanders zu verbringen, wo man immer noch die Möglichkeit hätte, sich an eine vertraute Birke anzulehnen, ohne zwischendurch im Kerker zu landen. Bürgerrechte zu haben. Sich bei keinen Behörden anzubiedern und nirgendwo Schmiergeld zu zahlen.“ (Moscow Mule, S. 22) Karina ist Studentin und wohnt in Moskau, die wünscht sich nichts sehnlicher als mit ihrer Freundin Tonya auszuwandern. Allerdings scheitert dieses Vorhaben an ihren finanziellen Möglichkeiten und an den politischen Gegebenheiten. Die Themen in diesem Buch sind vielfältig. Es geht um beispielweise Freundschaft, Familie und man bekommt einen Einblick in die russische Gesellschaft. Aber in aller erster Linie geht es hier um weibliche Selbstbestimmung. Beim Lesen musste ich öfter schlucken, es ist bittersüß. Obwohl das im Russland von vor 20 Jahren spielt, ist es aktueller den je und die Situation hat sich vor Ort durch den Ukrainekrieg höchstens noch verschärft. Dieser Einblick war für mich total spannend und ich habe die zwei Protagonistinnen gerne begleitet. Am besten hat mir aber der Schreibstil von Maya Rosa gefallen. Sie schreibt unglaublich pointiert und mit ganz viel Wortwitz. Ich hoffe, wird dürfen noch ganz viel von ihr lesen. Empfehlung!
"Ich wollte alles und sofort, ich wollte scheitern und leiden, gewinnen und schadenfroh lachen, ich wollte mich an meinen eigenen Tränen verschlucken, ganz gleich, ob sie von Glück oder Unglück herrühren." Karina und Tonya, beste Freundinnen. Sie erzählen sich alles und erleben viel gemeinsam. Z. B, wie gleich auf der ersten Seite, Sex zu dritt, das Studium, oder den Wunsch gemeinsam nach Europa auszuwandern. Denn das russische Regime ist ihnen zuwider, welches Journalistinnen wie Anna Politkowskaja einfach erschießt. Ich musste mich erst ein bisschen reinfinden in den Roman und die "rotzige" Sprache. Doch mehr und mehr hat sie mich gefangen genommen. Modern, authentisch und sprachgewandt jongliert Maya Rose mit Worten und bildet sie immer wieder zu Metaphern. Mal poetisch, mal tiefgründig und immer wieder auch herrlich witzig und absurd. "Als von Buletten und Reis nichts mehr übrig war, verschwand Fedor wieder in der Menge von Hungrigen und Gesättigten, während wir immer noch Fluchtpläne schmiedeten wie Frösche in der Sahne." Was mich zutiefst berührt und traurig gemacht hat, war, wie sehr Karina immer wieder versucht Teil des Lebens ihrer Mutter zu werden. Diese hatte sie als Kind bei der Oma gelassen. Ihre Mutter stößt sie aber immer wieder von sich weg, egal wie sehr Karina gerade ihren Zuspruch benötigen würde. Das hat mir schier das Herz gebrochen. Auch die weit aufklaffende Schere zwischen Arm und Reich wird in eindringlichen Bildern vermittelt. Vor allem die alten Frauen bleiben auf der Strecke und müssen sich ihr Geld armselig dazuverdienen. Auf der anderen Seite die Superreichen, die in Pelzen ihren Kaviar schlürfen, während draußen die Omis in ihren fadenscheinigen Mänteln Postkarten feilbieten um zu überleben. Ein tolles Buch, zwischen Coming of Age, Lebenslust, Schönheitswahn und Freiheitsliebe. Ein Buch voller Metaphern die bewegen. "Wir haben die Bücher weggelegt, als es wieder was zu essen gab." Die Bücher die vorher verboten und jetzt wieder erlaubt waren. Die absurde "Normalität" des Tötens. Und ein Roman über Freundinnen die jede ihren eigenen Weg finden müssen. Ein Buch wie der titelgebende Cocktail, voller hochprozentiger Lebenslust und scharfer Widersprüche. Von mir eine große Leseempfehlung!

"Dem Leben ging es nicht darum, jedem das Verdiente zuzuteilen. Es war, ganz im Gegenteil, ein amoralisches Drama ohne jegliche Logik." Tonya und Karina studieren Politischer Journalismus in Moskau, schlagen sich die Nächte um die Ohren mit Männerbekanntschaften, Wodka und viel Lebenslust. Ihr großes Ziel ist es, nach Deutschland zu kommen, in das Land, wo so viel Platz ist, wie Karina nach einem kurzen Besuch feststellte. Dafür wechseln sie an die philologische Fakultät, pauken Deutsch und versuchen in verschiedenen Nebenjobs, Geld zu verdienen. Ein frecher und provokanter Roman, in dem zwei Mädels von der Freiheit träumen, raus aus einem Land, in dem Korruption und Zensur herrschen. Beide haben viel Phantasie und sind nicht auf den Mund gefallen. Für Parties und freie Drinks sind sie immer zu haben. Dennoch macht sich auch bei ihnen immer wieder Unsicherheit breit - bleiben oder gehen? Die Autorin wählt hier einen teilweise sehr flapsigen und sarkastischen Stil, der einen oft laut auflachen lässt. Doch dann, ganz plötzlich wird es wieder ernst und reflektiert. Dieser Wechsel und die sehr von Metaphern durchtränkte Sprache gefielen mir wirklich gut. Ebenso die immer wieder eingeflochtenen Informationen über das politische und kulturelle Russland. Die Sehnsucht und eine innere Zerrissenheit sind doch gut zu spüren. Mir hat der Roman gut gefallen und ein paar Längen zwischendurch konnte ich gut verzeihen. Von mir gibt es daher eine Leseempfehlung!
Ehrlich Klug und überraschend unterhaltsam
Moscow Mule hat mich echt überrascht – auf die beste Art. Die Geschichte von Karina und Tonya, zwei jungen Frauen in Moskau, wirkt auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär, aber genau das macht ihren Reiz aus. Es geht um Freundschaft, ums Wegwollen und trotzdem Bleiben, um das Stolpern durchs Erwachsenenwerden in einer Welt, die manchmal absurd, manchmal wunderschön und oft einfach nur hart ist. Ich mochte besonders, wie Maya Rosa schreibt – direkt, mit viel Ironie, aber auch mit Feingefühl. Man merkt, dass hinter dem Humor auch eine leise Wut steckt, und das gibt dem Buch Tiefe. Die Figuren wirken echt, so als könnte man sie im echten Leben treffen, und ihre Gespräche sind mal lustig, mal traurig, mal total schräg – aber immer glaubwürdig. Das Buch braucht keine große Action, um zu fesseln. Es lebt von der Stimmung, vom Lebensgefühl der frühen 2000er in Moskau – zwischen Aufbruch und Stillstand. Wer gerne Geschichten liest, die leise, aber eindringlich sind, sollte hier definitiv reinschauen. Für mich ein starkes Debüt, das hängen bleibt. Locker erzählt, aber mit echtem Gehalt.
Ein Roman wie der Cocktail, nach dem er benannt ist - 'Moscow Mule' - Spritzig herb, erfrischend, und alle Figuren scheinen ständig mit leichtem Standgas unterwegs zu sein. 😂 Karina und Tonya leben in Moskau, gefangen zwischen gesellschaftlichen Extremen und politischen Zwängen. Ihr gemeinsamer Traum: ein neues Leben in Europa. Dort, wo alles besser sein soll - frei von Korruption und mit mehr Raum zur Selbstverwirklichung, besonders als Frau. Auf dem Weg dorthin ist ihnen fast jedes Mittel recht. Doch trotz aller Herausforderungen kommt eines nie zu kurz: exzessive Partys, durchzechte Nächte und jede Menge alkoholgeschwängerten Begegnungen. Die Autorin Maya Rosa schafft es, diesen Drang nach Freiheit, die Suche nach Identität und weiblicher Selbstbestimmung in einem ebenso unterhaltsamen wie nachdenklich stimmenden Roman zu packen. Besonders gelungen fand ich die ungezähmte Dynamik zwischen den beiden Freundinnen - herrlich unangepasst und mit Dialogen, die mich regelmäßig zum Schmunzeln gebracht haben. Weniger amüsant, dafür umso eindringlicher: Karinas Mutter, die scheinbar alles daran setzt, das Selbstwertgefühl ihrer Tochter zu zerschmettern - eine Figur, über die ich mich regelmäßig aufregen musste. Zugegeben: Die meisten Charaktere waren mir ein wenig zu überzeichnet - mit einer rühmlichen Ausnahme. Die Oma. Die war einfach großartig und hat sofort mein Herz gewonnen. Die Handlung selbst folgt weniger einem stringenten Plot als einem atmosphärischen Treiben - mehr Beobachtung als Zielstrebigkeit. Kein Buch, das mir dauerhaft im Gedächtnis bleiben wird, aber definitiv eines, das sich leicht, unterhaltsam und stellenweise auch überraschend ehrlich liest.

🥀 Zwischen Hoffnungslosigkeit und Zynismus
„Ich lehnte mich an die Fensterbank und schaute nach draußen. Auf der anderen Straßenseite stand eine kleine märchenhafte rote Kirche mit goldenen Zwiebeltürmchen. Vor dem Zaun, der sie umrandete, saß im Schnee eine alte Omi auf einem Kartonfetzen und bettelte. Hinter dem Zaun, zwischen gepflegten Zwergpinien, parkte ein glänzender schwarzer Mercedes. Das ganze Land steckte in diesem Bild.“ S. 57 🥀 Um wen geht‘s? Um Karina und Tonya. Sie sind jung, zwei Überlebenskünstlerinnen im ergrauten Russland der 2000er, studieren an der Moskauer Universität und teilen alles - betrunkene Liebhaber, leere Geldbörsen und den Traum von einem besseren Leben in Europa. Doch je näher dieser rückt, desto mehr scheint er sich auch zwischen die beiden Freundinnen zu stellen. 🥀 Meine Meinung Wenn ich eines an diesem Buch mochte, dann den unvergleichlichen Erzählton. Rotzig-frech, zynisch, geprägt von Hoffnungslosigkeit und doch getragen von Hoffnung auf mehr - mehr Leben, mehr Geld, mehr Träume, mehr von allem. Das war es, was Karina als Protagonistin antrieb. Und während sie zwischen einer lieblosen Mutter und einer liebevollen Oma pendelte und immer wieder zu ihrem Ex zurückkehrte (der am Ende doch noch einen unerwarteten Glanzmoment bekam), ging es ganz oft gar nicht unbedingt um Freundschaft, Familie und die Hoffnungslosigkeit, in Russland jung zu sein, sondern vor allem um Selbstbestimmung und darum, als Frau alles sein zu dürfen, was man sein will - leise, laut, viel. Karina selbst beschrieb es so: „Ich wollte keine Rolle haben, ich wollte bloß leben, über alle denkbaren Grenzen reisen und frei über alle Straßen laufen. Ich wollte, dass die Sonne auch über mir schien, und mich für diesen Wunsch nicht rechtfertigen müssen.“ 🥀 Fazit „Moscow Mule“ lebte nicht vom großen Plot, sondern von einer latent depressiven, aber doch irgendwie glitzernden Stimmung - und vor allem von einer rotzig-frechen Protagonistin, die ich sehr mochte. Ein Buch, das sich ziemlich unerwartet in eine Ecke meines halb russischen Herzens schlich. 3,5 von 5 ✨ — ET: 13.08.2025

Die Geschichte lebt von seiner außergewöhnlich dichten Atmosphäre und der emotionalen Nähe zur Protagonistin.
In „Moscow Mule“ folgt man der Protagonistin Karina, die sich in einer düsteren, intensiven Welt zwischen Macht, Emotionen und inneren Konflikten bewegt. Die Geschichte entfaltet sich spannungsgeladen, mit einem starken Fokus auf Atmosphäre und psychologische Tiefe, und zieht die Leser:innen immer tiefer in Karinas Realität hinein. ✨ „Moscow Mule“ lebt von seiner außergewöhnlich dichten Atmosphäre und der emotionalen Nähe zur Protagonistin. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, nicht nur über Karina zu lesen, sondern sie auf ihrer Reise aktiv zu begleiten. Die Geschichte schafft eine Intimität, die man selten erlebt – als würde man direkt an ihrer Seite stehen, jeden Zweifel, jede Angst und jede Hoffnung mitempfinden. 💕 Karina ist dabei so feinfühlig, ehrlich und detailreich gezeichnet, dass sie nicht wie eine fiktive Figur wirkt, sondern wie ein echter Mensch. Beim Lesen entwickelt man fast automatisch den Wunsch, sie in den Arm zu nehmen, sie zu schützen und ihr eine gute Freundin zu sein, die ihr zuhört und ihr Halt gibt. Genau diese emotionale Bindung macht das Buch für mich so besonders. 🥰 Die Spannung und die Atmosphäre tragen zusätzlich dazu bei, dass man vollkommen in Karinas Welt eintaucht. „Moscow Mule“ ist nicht nur aufregend, sondern auch tief berührend – ein Buch, das einen mitnimmt, festhält und noch lange nach dem letzten Kapitel nachwirkt.👌🏻💭 Ganz lieben Dank @team.bloggerportal @penguinbuecher für das tolle Rezensionsexemplar! 🌹
Leider nicht so meins
Leider konnte der Inhalt meine Erwartungen nicht erfüllen. Die Geschichte wirkt stellenweise unfertig und verliert sich oft in belanglosen Beschreibungen, ohne echte Tiefe zu erreichen. Die Hauptfiguren bleiben für mich zu blass, ihre Entscheidungen oft nicht nachvollziehbar. Auch wenn zwischendurch ein paar interessante Ansätze auftauchen, werden sie kaum ausgearbeitet oder wirken zu konstruiert. Der Stil ist zwar leicht zu lesen, aber sprachlich eher durchschnittlich – nichts, was wirklich hängen bleibt. Wenn man keine tiefgründige Handlung erwartet, sondern einfach eine lockere Geschichte für zwischendurch will , kann das Buch durchaus unterhalten. Der Titel und das Setting deuten auf eine hippe, moderne Atmosphäre hin – wer Geschichten mit Clubs, Drinks und Großstadtflair mag, könnte sich hier wiederfinden. Für mich war die Story und der Schreibstil leider nichts 😕
Berlin=Freiheit ❤️🩹
Als Kind einer Mutter, die ebenfalls in den frühen 2000er nach Deutschland kam, allein, mit einem Kind, einem Koffer und einer großen Portion Hoffnung auf ein glückliches und freies Leben, musste ich dieses Buch einfach lesen. Karina und Tonya sind Freigeister, sie leben ärmlich aber dafür umso herzlicher. Aber sie wollen mehr vom Leben. Vorallem die Freiheit seine Meinung zu äußern, die in Moskau/Russland bekanntlich nicht beliebt war. Vorallem von Frauen. Das putinistische System besteht bis heute noch. Die Mädels wollen nach Europa, das steht fest. Ich hätte mir mehr Spannung gewünscht, mehr Details bei der Umsetzung des Plans nach Deutschland zu kommen oder mehr Tiefe in Karinas Gefühlen. Nichtsdestotrotz war das Buch für mich als russisch-sprachige Leserin sehr interessant. Wer die Bräuchte, Redewendungen usw nicht kennt, wird das Buch an manch ein oder anderen Stelle nicht verstehen. Am Ende habe ich selber Heimweh nach meiner zurückgelassen Familie bekommen und so manche Träne verkneifen müssen.

Das Buch spielt im Moskau der 00er Jahre und erzählt von Karina, deren Traum es ist, Russland zu verlassen und in einem Land zu leben, das mehr Freiheit bietet. Wir begleiten sie auf der Suche nach einer Möglichkeit ihren Traum zu verwirklichen und bekommen dabei viele Szenen ihres Alltags mit. Auch wird bei vielen Gelegenheiten auf die Probleme des Landes, wie Korruption und Meinungsunfreiheit, aufmerksam gemacht. Der Klappentext des Buches hat mich leider etwas in die Irre geführt. Die Freundschaft zwischen Karina und Tonya nimmt zwar durchaus Raum ein, aber der Bruch zwischen den beiden kommt erst sehr spät und wird fast wie eine Fußnote behandelt. Ich hatte psychologisch tiefgehende Schilderungen des Scheiterns einer Frauenfreundschaft erwartet. Leider wurden auch die übrigen Charaktere und deren Beziehung zur Protagonistin, sehr oberflächlich behandelt. Die Sprache des Romans hat mir prinzipiell gefallen. Unglücklicherweise empfand ich dem Gebrauch von Vergleichen und Metaphern in dem Text als überstrapaziert. Es gibt viele sehr schöne Sprachbilder, hier wäre für meinen Geschmack weniger aber mehr gewesen. An manchen Stellen wirkte es einfach zu gewollt. Das Buch liest sich dennoch gut und bringt eine spannende Perspektive auf Russland aufs Papier.
Fängt für mich die Kälte Russlands perfekt ein. Ein Roman über den Drang nach Freiheit und das Gefühl nirgends zuhause zu sein. Es geht um das große Ziel , aus Russland zu gehen und woanders in Europa zu studieren . Der Weg dahin birgt einige Verluste von Menschen, die diesen Weg nicht mit bestreiten können. Kleiner Minuspunkt: Manchmal gab es für mich zu große Sprünge im Geschehen , wo ich manchmal gerne mehr erfahren hätte , was in gewissen Situationen genau passierte. Hätte aber wahrscheinlich den Rahmen gesprengt. Ansonsten hat mir die Geschichte gut gefallen .
Für alle, die träumen
Karina weiß was sie will aber nicht, wie sie es bekommt. Sie stromert durch ihr Leben, stolpert von der Vorlesung auf die nächste Vorlesung und in den Zug, der sie raus aus Moskau zu ihrer Oma bringt. Sie und ihre beste Freundin Tonya wollen raus aus dem verhassten Russland und nach Deutschland, wo die Freiheit ruft. Es ist das Jahr 2006, Putin ist noch nicht lange Präsident und hat dich schon gezeigt, was er mit dem Land vor hat. Geld regiert, ob im Kreml oder in der Universität, wo die mit Geld sich das Stipendium kaufen können, von dem die jungen Frauen so sehr träumen. Und während Tonya ein gesittetes Leben führen möchte, bricht Karina immer mehr aus ihrem bisherigen aus. Vertreibt sich mit neuen Bekannten den Tag, seien sie noch so zwielichtig. "Selbst das Verb »wollen« war nicht in seiner Lexik präsent, während meine fast ausschließlich daraus bestand. Ich wollte alles und sofort, ich wollte scheitern und leiden, gewinnen und schadenfroh lachen, ich wollte mich an meinen eigenen Tränen verschlucken, ganz gleich, ob sie von Glück oder Unglück herrührten." - Seite 121 Karina will viel vom Leben und das hat Maya Rosa wunderbar rübergebracht. ich bin unheimlich gerne mit der Protagonistin durch Moskau gestromert und habe mich ihr und ihren Wünschen sehr verbunden gefühlt. Positiv für mich war außerdem, dass ich viel über die russische Gesellschaft und die unterschiedlichen Generationen lernen konnte. Der Roman war für mich also die perfekte Lektüre nach dem Sachbuch "Wohin treibt Russland". Lebensnah und gesellschaftspolitisch. Eine Empfehlung für alle, die träumen.
Junge Erwachsene in Russland
Karina und Tonya leben in Moskau und wollen nur eins: Nach Deutschland. Warum ausgerechnet dahin? Dafür gibt es vielerlei guter Gründe, die im Buch aber nicht ganz deutlich werden. Deutlich wird, dass Karina mitgeschleift wird, von den Träumen ihrer Freundin. Sie hat nicht sehr liebevolle Eltern, die wilde, unberechenbare Natur Russlands ist sie satt und sie wünscht sich anzukommen. In einem Land, in einer Stadt, in der sie frei sein darf: Berlin. Hier gibt es nicht so viele Regeln, wie in Russland. Hier wird man nicht eingesperrt, weil man etwas falsches gesagt hat. Hier wird man nicht mit Mitgliedschaften im Fitnessstudio geködert, um einer Partei beizutreten. Die Autorin zeichnet Karina als rastlos. Sie hangelt sich von Liebhaber, zu Fototerminen, zu anderen Events und Parties, nur um nicht die zwei Stunden Hin- und Rückfahrt von ihrer Uni zu ihrer Oma und zurück in Kauf nehmen zu müssen. Sie lebt zwischen den Welten, ist zwar eine fleißige Studentin, aber hat sonst wenig Ambitionen. Durch die verschiedenen Kulissen erschafft sich Autorin Rosa die Möglichkeit, mit Moskau - repräsentativ für Russland - stark ins Gericht zu gehen. Sie weist auf, was falsch läuft, aber auch, woher der Charme dieser Kultur kommt. Andersherum zeichnet sie Berlin - repräsentativ für Europa - als einen Traum. Als ein Ziel, an das man ankommen müsse, aber das unerreichbar bleibt. Ich hatte schon vorab oft gehört, dass es für Russen schwierig ist, aus ihrem Land herauszukommen. Durch dieses Buch bekam ich einen Eindruck von dem 'Warum', ohne, dass Rosa zu tief in die politischen Debatten eintaucht. Die Kapitel sind alles Momentaufnahmen. Eine Situation folgt der nächsten. Es ist kein Ineinandergreifen der Ereignisse, sondern auch der Leser lebt - wie Karina - von einem Moment in den anderen. Der Sprachstil hat mich immer wieder fasziniert. Rosa kann gut mit Worten Bilder weben und hinterlässt einen gut verständlichen, gut recherchierten Roman, der sicherlich auch auf eigenen Erfahrungen basiert. Gerne hätte ich noch mehr aus Deutschland gelesen.
Das Buch nimmt kein Blatt vor den Mund und kritisiert schon auf den ersten Seiten offen den russischen Präsidenten, Korruption und den Umgang mit kritischen Journalisten. Mit Karina, die zwischen ihrem Studentenleben, dem Krieg und dem starken Wunsch, Russland zu verlassen, hin- und hergerissen ist, erleben wir eine eindrucksvolle Geschichte. Besonders berührend, wenn auch schockierend, ist das sehr kalte und verachtende Verhältnis zu ihrer Mutter. Die Sprache ist manchmal etwas umständlich gewählt, doch zwischendurch laden humorvolle Stellen, besonders die Dialoge zwischen Karina und ihrer Freundin Tonya, zum Schmunzeln ein. Diese Gespräche sollte man nicht zu ernst nehmen, sie bringen aber eine angenehme Leichtigkeit. Die Autorin zeichnet ein differenziertes Bild Russlands, das zwischen bedrückender Stimmung und unermüdlicher Hoffnung schwankt. Insgesamt eine eindrucksvolle und nachdenklich machende Lektüre.

Wow, ein Meisterwerk!
So turbulent, atemlos wird man durch die Geschichte gejagt. Noch nie gelesene, bildhafte Analogien die so traumhaft schön sind, dass ich weinen möchte. Als die Protagonistin auf eine Prüfung wartete, blieb mir der Atem stecken, so als wäre ich selbst betroffen. Maya Rosa, bitte schreibe, schreibe... Ich freue mich! S. 198 "Für mich ging durch Christina eine neue Welt auf. Ich plantschte darin wie ein Kind im Bällebad, während Russland als lebloser Elternteil daneben auf mich wartete."
Ein Roman über Freundschaft, das Leben, Freiheit sowie Sorgen und bittere Wahrheiten. Zwei Freundinnen, so unterschiedlich und doch so ähnlich , die alles dafür geben, um die Freiheit in einem anderen Land endlich genießen zu können. Auch Politik spielt eine Rolle. Nicht zu viel, aber ich fand es gut, dass diesem Thema ebenfalls Raum gegeben wurde. Auf jeden Fall lesenswert. Kein klassischer Coming-of-Age-Roman, sondern die Geschichte zweier Studentinnen, die auf der Suche nach sich selbst sind.
























