Mord in der Pension Möwennest

Mord in der Pension Möwennest

Paperback
4.312

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Description

1954: Nach dreißig Jahren im Kloster kehrt Schwester Agnes, nunmehr wieder Miss Nora Breen, ihrem Konvent den Rücken zu. Ihr Weg führt sie nach Kent in das pittoreske Küstenstädtchen Gore-on-Sea, wo ihre einstige Novizin Frieda Brogan vor einem Monat spurlos verschwunden ist. Ihre wöchentlichen Briefe haben einfach aufgehört – und das kurz nachdem Frieda angekündigt hatte, die Geheimnisse der sonderbaren Bewohner der Pension Möwennest zu lüften. Ist sie dabei auf unliebsame Wahrheiten gestoßen, die sie von der Küste vertrieben haben, oder ist ihr gar Schlimmeres widerfahren? Nora geht undercover und nistet sich nicht nur im Möwennest ein, sondern bezieht auch Friedas einstiges Zimmer. Ihr Verdacht, dass es in der Pension nicht mit rechten Dingen zugehen kann, bestätigt sich, als einer der Gäste tot aufgefunden wird. Teddy Atkins Kaffee wurde vergiftet. Da Detective Inspector Rideout den Tod des jungen traumatisierten Mannes jedoch als Suizid abtut, nimmt Nora kurz entschlossen die Ermittlungen selbst in die Hand – und alle Gäste des Möwennests aufs Korn.

Book Information

Main Genre
Crime
Sub Genre
Cosy Mystery
Format
Paperback
Pages
384
Price
18.50 €

Author Description

JESS KIDD, 1973 in London geboren, hat Literatur an der St Mary’s University in Twickenham studiert. Bei DuMont erschienen 2017 ihr Debütroman ›Der Freund der Toten‹, der auf der Krimibestenliste stand, sowie die Romane ›Heilige und andere Tote‹ (2018), ›Die Ewigkeit in einem Glas‹ (2019) und ›Die Insel der Unschuldigen‹ (2023). Jess Kidd lebt in West London.

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Aufgepasst! Hier kommt Miss Breen „Was für ein Narr wirft dreißig Jahre der Hingabe weg, um ein Rätsel zu lösen, so beunruhigend es auch sein mag?“ (S. 15) Als Schwester Agnes den Karmeliterorden nach über dreißig Jahren verlässt, steht sie buchstäblich vor dem Nichts. Ihre Kleidung stammt aus dem Fundus des Klosters, ist altmodisch und sitzt mehr schlecht als recht, und sie muss ihren Mädchennamen wieder annehmen – Nora Breen. All dass nimmt sie auf sich, weil sie sich um die ehemalige Novizin Frieda sorgt, die das Kloster aus gesundheitlichen Gründen verlassen hat und nun spurlos aus der Pension „Möwennest“ in Gore-on-Sea in Kent verschwunden ist. Nora ist überzeugt, dass ein Verbrechen dahinter steckt. Detective Inspector Rideout von der Polizei zeigt an dem Fall zunächst nur wenig Interesse, doch Nora lässt sich nicht abwimmeln. Als weitere Gäste der Pension unter rätselhaften Umständen sterben, drängt sich die Frage auf, ob es einen Zusammenhang gibt. „Was ist in diesem Haus, dass selbst die Unschuldigen darin bösartig erscheinen mögen?“ (S. 295) Eine heruntergekommen Pension am Ende der Welt, eine geistig und körperlich oft abwesende Besitzerin, ihre verwilderte, stumme Tochter, eine strenge Hausdame und eine Gruppe gestrandeter Existenzen mit dunkler Vergangenheit – das ist die Bühne für den Cosy Crime von Jess Kidd im Stil der 1950er Jahre. Acht Jahre nach dem 2. WK wirkt die Pension Möwennest wie ein Sammelbecken für Menschen, die mit ihrer Vergangenheit ringen und etwas zu verbergen haben, Nora eingeschlossen, wie sich im Laufe der Handlung zeigt. Umso erstaunlicher ist es, dass sie den Aufenthalt dort überhaupt erträgt: Das Haus ist kalt, zugig und schmutzig, und die ungenießbaren Mahlzeiten stellen selbst Nora auf eine harte Probe. Der Krimi entwickelt sich bewusst nur langsam und lebt weniger von rasanter Spannung als von seinen Figuren, ihren Beziehungen und der rauen, atmosphärischen Küstenlandschaft. Nora ist direkt, neugierig und unbeirrbar. Ihre Vergangenheit verleiht ihr eine besondere Glaubwürdigkeit, die ihr Türen öffnet und Gespräche erleichtert. Anfangs wirkt sie spröde, doch mit Charme, Klugheit und Beharrlichkeit gewinnt sie nicht nur das Vertrauen der anderen, sondern schließlich auch die Oberhand im Fall – sogar vor Detective Inspector Rideout. Am Ende bleibt nicht nur die Auflösung eines raffiniert gesponnenen Rätsels, sondern auch die Gewissheit, dass Nora Breen als Ermittlerin noch längst nicht am Ende ihrer Geschichte angekommen ist. Eine Fortsetzung scheint mehr als wahrscheinlich – und durchaus willkommen.

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Schon seit mehreren Wochen wartet Schwester Agnes in ihrem Kloster in High Dallow auf einen Brief ihrer Freundin Frieda, die auch einmal Novizin dort war. Zuletzt hatte sie in der Pension Möwennest in Gore-on-Sea gelebt und soll dort eines Tages überraschend ausgezogen sein. Doch Schwester Agnes ist sich sicher, dass Frieda sich trotzdem bei ihr gemeldet hätte. Also legt sie ihr Klosterleben nach 30 Jahren ab und mietet sich unter ihrem bürgerlichen Namen Nora Breen im Möwennest ein. Sie muss unbedingt herausfinden, was mit ihrer Freundin geschehen ist. Doch schon bald geschieht in der Pension mit ihren seltsamen Bewohnern ein Mord. Jess Kidd war mir bisher für ihre Einzelromane bekannt. Mit „Mord in der Pension Möwennest“ legt sie nun einen Krimi vor, der als Auftakt einer Reihe geplant ist. Die deutsche Übersetzung verfasste Werner Löcher-Lawrence. Die Geschichte wird aus der Perspektive der Protagonistin Nora erzählt; wir wissen also selbst über den Mordfall und Friedas Verschwinden nur so viel, wie sie selbst und das rät herrlich zum Miträtseln ein. Die Autorin legt auch immer wieder falsche Fährten aus, so dass die Lektüre bis zum Ende spannend bleibt. Der Krimi lebt vor allem von der skurrilen Mischung an unterschiedlichen Personen, die sich im Möwennest eingefunden haben. Da ist zum Beispiel Wirtin Helena und ihre Tochter Dinah, die nicht sprechen will. Dazu ein zwielichtiger Geschäftsmann, ein junger Kriegsrückkehrer und seine Frau, ein Marionettenspieler mit seinem Hund und ein sehr stiller Fotograf. Sie alle haben ihre eigene Geschichte, die Nora bei ihren Ermittlungen rund um Friedas Verschwinden und den Mord in der Pension herausfindet. Der örtliche Inspektor Rideout hält hingegen gar nichts von ihrer Herumschnüffelei und für ihn war es sowieso kein Mord, sondern Selbstmord. Aber Nora wäre nicht Nora, wenn sie sich so einfach abschütteln ließe. Ein wirklich schöner Reihenauftakt mit einen Ermittlerduo, das sich wohl oder übel zusammenraufen muss. Gut gefallen hat mir auch, dass „Mord in der Pension Möwennest“ vor schwierigen Themen nicht zurückschreckt.

5

Eine ehemalige Nonne, eine heruntergekommene Pension, ein Mord…

Der erste “richtige” Krimi von Jess Kidd und der ist richtig gut geworden! Nora Breen ist nicht die typische Ermittlerin - eine ehemalige Nonne, die sich auf die Suche nach ihrer vermissten Freundin begibt, zuvor aber 30 Jahre in einem Kloster verbracht und nicht so den Überblick in der Welt hat. Ein wenig skurril, so wie alle Geschichten von Jess Kidd. Aber spannend bis zur letzten Seite, mit liebenswerten Charakteren und einer Atmosphäre, die einen direkt nach Gore-on-Sea versetzt. Große Liebe für dieses Buch 🫶🏻 (Freue mich schon auf Band 2 🤭)

Eine ehemalige Nonne, eine heruntergekommene Pension, ein Mord…
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