Moralische Ambition
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
«Dieses Buch ist Karotte und Peitsche zugleich. Rutger Bregman fragt: ‹Wer wollen Sie gewesen sein?›» Maja Göpel
« Das beste Gegenmittel gegen die Pessimisten und Zyniker, die glauben machen wollen, dass man gegen die Probleme unserer Zeit nichts ausrichten kann.» Max Roser
«Rutger Bregmans neuestes Werk ist nicht einfach irgendein Buch, sondern ein Aufruf an die Menschheit, unsere Vorstellung von Erfolg und Einfluss in der Welt neu zu bewerten.» Trevor Noah
Dieses Buch handelt von Pionierinnen und Pionieren. Es erzählt die Geschichte von Menschen, die vor moralischer Ambition nur so strotzten: Abolitionisten, Suffragetten, Helden des Widerstands und Bürgerrechtlerinnen, von Menschen, die nicht nur Ideale hatten, sondern ihr Leben auch nach diesen Idealen ausrichteten – und den Lauf der Welt veränderten.
Wie werden umwälzende Ideen nicht nur geboren, sondern auch in die Tat umgesetzt? Wie geht man die größten Herausforderungen seiner Zeit an? Wie kommt man vom Reden ins Handeln? Dieses Buch ist ein aufrüttelnder Blick in die Geschichte, ein packender Bericht über Menschen, die ihr ureigenes Talent in die Waagschale geworfen haben und zu großen Denkern, Erfinderinnen und Anführern wurden, und über jene, die es ihnen heute gleichtun. Es ist auch eine Anleitung, wie jeder Einzelne im Angesicht von scheinbar überwältigenden Krisen in dieser Welt den Unterschied machen kann.
Book Information
Author Description
Rutger Bregman, geboren 1988, ist Historiker und einer der innovativsten Denker Europas. 2017 erschien sein Buch Utopien für Realisten, 2020 folgte der Im Grunde gut, das bisher in 46 Sprachen übersetzt wurde. Er lebt mit seiner Familie in den Niederlanden.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Ambitionen, Lebensfreude, Lebensführung, Ziele, Anspruch, 7 Grundsätze, historische Personen, sehr lesenswert
Rutger Bregman schreibt ein 10 Kapitel-Buch inklusive Einleitung und Epilog darüber wie man seinen moralischen Kompass ausrichten kann und sollte man macht anhand von Beispielen klar, was er unter unserer Pflicht und Moralischer Ambition versteht. Am Ende bewirbt eine von ihm gegründete Schule und die sieben Grundsätze. Er spricht vom Sektentum und von Zeroes, also Menschen, die entscheiden etwas entgegenzutreten (Skalverei, Judenvernichtung usw.). Leichter Abzug für die Einbeziehung von Peter Thiel und Elon Musk, beide allerdings erst in den letzten Jahren stärker abgedriftet. KI konnte nur angeschnitten werden. Sehr viele, ausführliche Fussnoten, tolles Buch 4,5 Sterne
"Es liegt an uns"
Der niederländische Autor und Historiker Rutger Bregman ist kein Unbekannter, wenn es um aktuelle Themen unserer Zeit geht. Seine Werke „Im Grunde gut“ und „Utopien für Realisten“ waren bereits sehr erfolgreich und auch in "Moralische Ambitionen" bleibt er seinem Stil treu. Der Untertext des Buches „Wie man aufhört, sein Talent zu vergeuden, und etwas schafft, das wirklich zählt“ prophezeit schon den appellativen Charakter und die Intention: Wie verlasse ich meine Komfort-Zone und wirke an der Lösung für aktuelle Probleme unserer Zeit mit? Bregman versteht es, einen aufrüttelnden Blick auf die Geschichte zu werfen, und flechtet immer wieder passende Beispiele von Pionieren und Innovatoren ein, welche dem Leser als Vorbild dienen können. Sie wirken motivierend und verdeutlichen, dass reine Theorie und Bewusstsein für Probleme nicht ausreicht, sondern der Mensch ins Handeln kommen muss, wobei auch kleine Schritte schließlich zu einer großen Veränderung führen können. Einer meiner Hauptkritikpunkte besteht in der Zielgruppe des Buches: Menschen mit einem gewissen Wohlstand, also entsprechenden Ressourcen (Fähigkeiten, Geld, Zeit), die es ihnen ermöglichen, ihr Leben in die entsprechende Richtung zu gestalten. Es wirkt dadurch elitär und an manchen Stellen fast herablassend, was mich persönlich gestört hat. Insgesamt empfinde ich es trotzdem als sehr inspirierendes und lesenswertes Buch, das viel Input zur Selbstreflexion gibt.

Ich empfinde zu diesem Buch eine Hassliebe.
Einerseits ist Rutger Bregman seit "Humankind" / "Im Grunde gut" einer meiner Lieblingsautoren, die Hoffnung in einer dunklen Zeit schüren und mit gängigen Mythen um Menschen aufräumt. Er hat bisher in seinen Werken zumeist ein hoffnungsvolles Bild gezeichnet, immer eine Sprache nutzend, die eher uplifting ist und kompetent. In "Moralische Ambition" sehe ich nichts davon. Der Schreibstil wirkt teilweise herablassend, teilweise belehrend, teilweise (streng) väterlich. Ja, ich stimme zu(, deshalb habe ich das Buch ja auch gelesen/gehört): Es muss sich etwas verändern. Auf die Politik ist kein Verlass, die Welt ist am Kollabieren in weiten Teilen, Menschen sollten aktiviert werden, "Gutes" zu tun und ihre Fähigkeiten nicht im kapitalistischen System für Bullshit-Jobs verschwenden, sondern für die Gesellschaft wertvolle Tätigkeiten. Gehe ich mit. Allerdings nutzt Bregman im Buch einen bewusst provokativen Ton, bei dem ich denke, dass Menschen nicht aufgerüttelt, sondern verschreckt werden. Der Ton erinnert teils an Business bzw. Tech Bros, die wollen, dass ihre Mitarbeitenden Überstunden ziehen, weil sie nur so zu einem wertvollen Stückchen im Gesamtsystem werden. Für mich eher abstoßend. Zudem bringt Bregman leider auch viele ("Positiv-")Beispiele an, die er teilweise komplett ohne Kontext benennt - bspw. wird komplett unironisch die Anti-Babypille als riesiger technologischer Gewinn gefeiert und damit auch ihre Investorin Katherine McCormick. Dabei wird komplett außer Acht gelassen, dass die Tests damals an Frauen in prekären Verhältnissen durchgeführt wurden, ohne diese Frauen über Risiken aufzuklären. Und wenn auch die Pille Selbstbestimmung für einige Frauen bedeutet hat, so sind die gesellschaftlichen Folgen heutzutage nicht außer Acht zu lassen (inkl. Nebenwirkungen, gesundheitliche Gefahren, und die Verantwortung zur Verhütung, die auf Personen mit Uterus abgewälzt wird). Weiterhin schreibt er lang und breit Lobeshymnen über die Bewegung des Effective altruism, nur um dann am Ende erst die Kritik daran zu äußern. Generell kommt das Gefühl auf, dass hier sehr viel gekürzt wurde und Informationen ausgelassen, nur um die Botschaft zu betonen. Das machen sicherlich viele so, aber so offensichtlich habe ich es bisher noch nicht erlebt. Erst am Ende schlägt der Autor einen versöhnlicheren Ton an und sagt, dass Menschen machen und geben sollten, wie es ihre Fähigkeiten und Kapazitäten zulassen. Und er schreibt es bewusst am Ende, weil er meint, der Ton aus dem ersten Teil des Buchs würde mehr Menschen erreichen und aufwecken - hat was von Zuckerbrot und Peitsche. Und ist so garnicht meins. Alles in allem gibt es in "Moralische Ambition" einige wichtige und wertvolle Ansätze, bspw. welche Themen gerade die Welt bewegen, wie man sich am besten einbringen kann (auch finanziell), und die Tatsache, dass die meisten Menschen ins Handeln kommen, wenn sie einfach gefragt werden. Aber diese positiven Aspekte wiegen für mich den negativen Beigeschmack des Buchs leider nicht auf und ich bezweifle, dass so wirklich eine Masse an Menschen aktiviert werden kann (außer vllt. n paar Tech Bros, die ihre Weltsicht hinterfragen und gerne etwas sinnvolleres mit ihrem Leben anstellen würden). Vielen Dank an Netgalley und Argon Verlag AVE GmbH für das Hörbuch-Rezensionsexemplar. Es hat meine Meinung zum Werk nicht beeinflusst.
Inspiration und Motivation - Leseempfehlung!
Dieses Buch ist voller Inspiration und Motivation, es hält uns den Spiegel vor und ermutigt gleichzeitig! Schon nach wenigen Kapiteln reicht beim Hören der Textmarker im Kopf nicht mehr aus, so dass ich mir nun doch noch das Buch kaufen werde. In erstaunlichen Statistiken und inspirierenden Erfolgsgeschichten, die erzählen, was moralische Ambition in der Vergangenheit bereits erreicht hat, erzählt Bregman (und liest Julian Mehne) großartig und eindringlich, wie Menschen zu Pionieren wurden. Vom Kampf der Abschaffung der Sklaverei über die Ausrottung von Pocken oder Polio bis hin zu groß angelegten Spendenaktionen für simple Moskitonetzte, die bis heute unzählige Tote durch Malaria verhindert haben. Er stellt wichtige Fragen. Welches Talent hat jeder einzelne, das er 'sinnvoll' nutzen kann. Wie komme ich vom denken ins tun? Wie bleibe ich mir treu in der Sache, wenn der Gegenwind stärker wird? Wie fange ich überhaupt an? Ein Buch über Motivation und Mut, über Durchhaltevermögen und den Glauben daran, dass jeder etwas bewirken kann, wenn man bereit und offen für Veränderung ist. "Ihr Talent ist nur ein Werkzeug und Ihre Ambition ist bloß Energie. Die Frage ist, was sie damit anfangen." Große Hör- und Leseempfehlung!
Rutger Bregman geht anhand von Persönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart der Frage nach, ob die Vorstellung als Einzelner wenig Einfluss auf problematische gesellschaftliche/politische Umstände zu haben, richtig ist und drängt zu mehr Ambition, Verantwortlichkeit und Unbequemlichkeit. Er geht der Frage nach, warum Problembewusstsein allein nicht reicht, warum Pragmatismus akademisches Zerdenken schlägt und wie die großen Fragen der Vergangenheit durch ambitionierte Einzelne geformt und vorangetrieben wurden. Ein unbequemes aber wunderbares Buch, dass mich nachdenklich zurücklässt.
„Es bleibt uns nichts anderes übrig, als einfach anzufangen“
In den politisch turbulenten Zeiten, in denen wir uns befinden, befällt einen ja oft eine gewisse Ohnmacht und Gefühle der Machtlosigkeit. Oder man schiebt die Verantwortung, unsere Welt zum Positiven zu verändern den politisch Verantwortlichen zu. Dann muss man einfach die richtige Partei wählen und ist moralisch aus dem Schneider. Rutger Bregmann zeigt in seinem Buch auf eindrucksvolle Weise, dass es eben nicht ausreicht, ein Zuschauer auf der Weltbühne zu bleiben. Die Beispiele im Buch beweisen, dass es oft einzelne Menschen sind, die die Welt verbessern. Etwa den Aktivisten Rob Mather, der ein Charity Schwimmevent organisierte und mit den damit finanzierten Moskitonetzen vermutlich Hunderttausenden das Leben rettete. Das Buch ist aufrüttelnd und motivierend, zugleich aber auch unangenehm, da es einen stets an die Verantwortung erinnert, die ein privilegiertes Leben mit sich bringt. Unbedingte Leseempfehlung!

"Moralische Ambition ist der Wille, die Welt drastisch zu verbessern. Die eigene Karriere den großen Problemen unserer Zeit zu widmen, seien es der Klimawandel oder Kindersterblichkeit, Steuerhinterziehung oder die nächste Pandemie. Es ist das Bedürfnis, etwas zu bewirken und etwas zu hinterlassen, das wirklich zählt." (Buchzitat - Seite 19) Mit seinem neusten Werk Moralische Ambition widmet sich Rutger Bregman den großen Herausforderungen unserer Zeit und zeigt auf, wie Menschen durch moralisches Handeln die Welt nachhaltig verändern können. Bregman, geboren 1988, zählt zu den innovativsten Denker:innen Europas und ist bekannt für seine Werke Utopien für Realisten und Im Grunde gut, die weltweit gefeiert wurden. Er lebt mit seiner Familie in New York und inspiriert mit seinen Büchern Menschen, aktiv zu werden und über den eigenen Horizont hinauszudenken. Worum geht’s genau? Das Buch erzählt die Geschichten von Pionier:innen und Visionär:innen, die durch ihre moralische Ambition den Lauf der Geschichte verändert haben: von Abolitionist_innen, Suffragetten, Widerstandskämpfer:innn bis hin zu Bürgerrechtler:innen. Bregman beleuchtet, wie diese Menschen nicht nur von Idealen träumten, sondern sie in die Tat umsetzten – oft gegen alle Widerstände. Dabei liefert er nicht nur historische Beispiele, sondern auch einen Leitfaden, wie jede:r Einzelne angesichts globaler Krisen einen Unterschied machen kann. Es ist ein leidenschaftlicher Appell, das eigene Talent und die eigene Energie für etwas einzusetzen, das wirklich zählt. Meine Meinung Rutger Bregman zählt bereits seit längerem zu meinen Lieblingsautoren. Seine bereits erschienenen Bücher "Utopien für Realisten" und "Im Grunde gut" haben mich vollumfänglich begeistert, weshalb ich große Erwartungen an "Moralische Ambition" hatte. Das Buch, das ich als Rezensionsexemplar gelesen habe, hat mich insgesamt überzeugt, auch wenn es nicht ganz an die Genialität seiner Vorgänger heranreicht. Wie immer beeindruckt Bregman durch seine akribische Recherche. Die Fülle an Daten, Fakten und Zahlen, die er verständlich und anschaulich aufbereitet, macht das Buch zu einer bereichernden Lektüre. Besonders gelungen sind die vielen Beispiele von moralisch ambitionierten Menschen aus der Geschichte. Diese Geschichten sind inspirierend und verdeutlichen, wie wichtig und wirkungsvoll Engagement sein kann. Gleichzeitig hätte ich mir mehr alltagstaugliche Beispiele gewünscht, die zeigen, wie jede:r im Kleinen anfangen kann. Einige der Anekdoten wirkten auf mich etwas weit hergeholt und nicht immer direkt übertragbar. Positiv hervorzuheben ist, dass Bregman ausführlich auf das Thema Veganismus und Tierleid eingeht – ein Aspekt, der offensichtlich auch ihm persönlich am Herzen liegt und den ich sehr wichtig finde. Leider verzichtet das Buch auf gendergerechte Sprache, was ich gerade in einem Werk, das sich mit Fortschritt und Veränderung befasst, bedauerlich finde. Studien zeigen, dass Sprache unser Denken beeinflusst, und "mitgemeint" bedeutet eben nicht "mitgedacht". Der Schreibstil ist typisch Bregman: klar, zugänglich und angenehm zu lesen. Es gelingt ihm, historische und ethische Themen lebendig darzustellen, ohne trocken zu wirken. Allerdings fand ich die Vielzahl der erwähnten Personen und Beispiele fast überwältigend – an manchen Stellen hätte weniger mehr sein können. Trotzdem vermittelt das Buch eine wichtige Botschaft, die zum Nachdenken und Handeln anregt. Persönlich konnte mich "Moralische Ambition" nicht ganz so fesseln wie seine früheren Werke, was möglicherweise daran liegt, dass ich weniger Anknüpfungspunkte zum Thema habe. Dennoch halte ich das Buch für eine sehr solide Lektüre, die viele spannende Denkanstöße bietet. Fazit "Moralische Ambition" ist ein inspirierendes Buch, das aufzeigt, wie Menschen durch Überzeugung und Einsatz Großes bewirken können. Trotz kleiner Schwächen, wie kein klarer roter Faden und der Fülle an Beispielen, bleibt es ein lesenswertes Werk, das Bregmans Talent, komplexe Themen zugänglich zu machen, eindrucksvoll unter Beweis stellt. 4 von 5 Sternen.
„Wer willst du gewesen sein?“ – ein Buch wie ein freundlicher Tritt in den Hintern
Moralische Ambition – Wie man aufhört, sein Talent zu vergeuden, und etwas schafft, das wirklich zählt ist Rutger Bregmans vielleicht persönlichstes und direktestes Buch. Statt abstrakter Gesellschaftsanalyse stellt er eine sehr intime Frage: Was tust du mit deinen rund 2.000 Arbeitswochen – und willst du am Ende wirklich sagen: „Ich hatte einen ganz okayen Job“?  Bregman verbindet Geschichten von Vorbildern, Forschungsergebnisse und eigene Erfahrungen zu einem Text, der gleichzeitig Appell, Ermutigung und Anleitung ist. Er schreibt im besten Sinne populär: klar, witzig, manchmal provokant, ohne in esoterische Motivationstrainerei abzurutschen. Man merkt, dass er Menschen vor Augen hat, die klug, privilegiert und ein bisschen bequem sind und tief drin wissen, dass sie mit ihrem Talent mehr anfangen könnten.  Stark ist das Buch überall dort, wo es konkret wird: bei der Frage, wie man einen „sinnlosen“ Job erkennt, wie man Schritt für Schritt in eine wirkungsvollere Tätigkeit wechseln kann, und warum moralische Ambition nichts mit moralischer Selbstüberhöhung zu tun hat, sondern mit Verantwortung, Kooperation und Mut zum Risiko. Begleitet wird das von Grafiken und Beispielen, die Bregmans Gedanken greifbar machen – manchmal vielleicht etwas plakativ, aber immer mit Zug nach vorn.  Moralische Ambition ist kein gemütliches Lesebuch für zwischendurch, sondern eine Herausforderung: Es lässt Ausreden schlecht aussehen, ohne Menschen zu beschämen. Man klappt es zu mit einem unangenehm guten Gefühl ertappt, inspiriert und mit der leisen Ahnung, dass man seine eigene Karriere nicht mehr ganz so zufällig dahinplätschern lassen wird.
Nach dem Wohlfühlbuch „Im Grunde Gut“, in dem er die besten Seiten der Menschheit aufzeigt, schlägt Rutger Bregman hier einen ganz anderen Ton an. Wir alle sind aufgerufen, uns zu bewegen und uns für Projekte zu engagieren, die die Welt verbessern. Nicht Glück und Zufriedenheit machten ein gutes Leben, sondern was man für andere getan habe, so der Autor. Eine wichtige, wenn auch an vielen Stellen unangenehme Botschaft. Ein aufrüttelndes Buch, das mich wieder einmal sehr begeistert hat. Das Buch ist voller Ansporn und einer sehr umsetzbaren Anleitung zum Aufstehen und Aktivwerden. Am Ende rundet der Autor seine Botschaft ab und räumt ein, dass Aktivismus nicht in Selbstaufgabe münden sollte, was ein großer Kritikpunkt meinerseits gewesen wäre, hätte er dies nicht getan. Auch dieses Buch eine große Empfehlung! Ich habe es verschlungen und hoffe sehr, einiges Gutes in die Tat umsetzen zu können.
"Moralische Ambitionen" (Originaltitel: "Humanity: A Hopeful History") von Rutger Bregman ist Ende 2024 errschiene. In diesem stellt Rutger Bregman eine gewagte und optimistische These auf: Der Mensch ist von Natur aus gut, und die Geschichte, wie wir sie in den letzten Jahrhunderten erzählt haben, ist ein verzerrtes Bild, das die dunklen Seiten der Menschheit überbetont und die positiven Aspekte ausblendet. "Der Mensch ist gut, aber die Leute sind schlecht" - war bisher auch schon eines meiner Lieblingszitate. Damit räumt das Buch jedoch gewaltig auf und gibt das Zepter zum Handeln dem Leser / der Leserin in die Hand. Selbst Initiative zeigen ist das zentrale Thema dieses Werks. Das Buch ist eine Antwort auf die oft vorherrschende Sichtweise, dass Menschen grundsätzlich dazu neigen, sich in Krisen oder unter Druck zu rücksichtsloseren, egoistischen Wesen zu verwandeln. Bregman stützt seine Argumentation auf zahlreiche historische und wissenschaftliche Studien, die ein anderes Bild vermitteln. Ein zentrales Beispiel dafür ist die berühmte Studie über das "Stanford-Prison-Experiment" von Philip Zimbardo. Dieses Experiment wurde oft als Beweis für die Grausamkeit des Menschen angeführt, weil es zeigte, wie schnell Menschen in Machtpositionen tyrannisch werden können. Doch Bregman weist darauf hin, dass ähnliche Experimente auch gezeigt haben, wie schnell Menschen sich in positiven Kontexten zum Helfen und Schützen anderer entscheiden können. Bregman führt das Buch durch eine Vielzahl von historischen Momenten und wissenschaftlichen Erkenntnissen, die den moralischen Charakter der Menschen in einem anderen Licht zeigen. Besonders betont er die Bedeutung von Kooperation und Vertrauen: "Wenn wir unseren Mitmenschen vertrauen, sind sie eher bereit, uns ebenfalls zu vertrauen." Diese Erkenntnis stützt sich auf die sogenannte "Goldene Regel" und verdeutlicht, dass der Mensch nicht als Egoist, sondern als Sozialwesen geboren ist, das auf Gemeinschaft angewiesen ist. Besonders gut gefällt mir hier, dass auch viele Frauen und People of Color als "Best-Practice-Beispiele" aufgeführt werden, so dass das Finden von Rollenvorbildern für den Leser / die Leserin vereinfacht wird. Ein weiteres zentrales Argument ist die Rolle von Mitgefühl und Empathie. Bregman argumentiert, dass diese Eigenschaften nicht nur kulturell bedingt, sondern tief in unserer biologischen Natur verwurzelt sind. Der "Mensch als Altruist" tritt häufig in Erscheinung, besonders in Extremsituationen, was Bregman mit Beispielen aus der Geschichte und aktuellen Ereignissen belegt. Er verweist auf die Taten von Menschen, die in Krisenzeiten anderen geholfen haben, oft auf eine Weise, die ihre eigene Sicherheit gefährdete. Es wird auch darauf eingegangen, dass es nach wie vor Krisen gibt. "Wo kann ich am meisten helfen?" ist die zentrale Frage, die ich mir beim Lesen gestellt habe. Denn auch ich habe das Gefühl, dass "das System, so wie es ist" nicht gut ist und bin am Überlegen, wie ich es verändern kann. Am Ende des Buches ruft Bregman dazu auf, das Vertrauen in die Menschheit nicht zu verlieren und unsere moralischen Ambitionen zu fördern. "Die moralische Antwort auf die Frage nach dem menschlichen Wesen ist nicht nur eine theoretische; sie ist eine Handlungsaufforderung", schreibt er. Es geht nicht nur darum, die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen, sondern auch aktiv zu einem besseren Zusammenleben beizutragen. Fazit: Das Buch verändert dein Denken und deine Ambitionen - und du danach hoffentlich die Welt.
Hm. Einerseits bin ich schon sehr begeistert von der Idee, die Bregman in seinem neusten Buch formuliert hat. Andererseits hatte ich häufiger das Gefühl, dass die von ihm vorgestellten Menschen nahezu alle nicht die Art von Durchschnittsmenschen sind/waren, die jetzt dieses Buch lesen und sich nach der Lektüre zwar motiviert, aber gleichzeitig auch eingeschüchtert fühlen. Klar möchte ich etwas in der Welt bewegen, aber ich habe nicht in Harvard oder Yale studiert bzw. meine größten Erkenntnisse in meinem Zwanzigern gehabt. Heißt das jetzt also, dass ich nichts mehr dazu beitragen kann?
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
«Dieses Buch ist Karotte und Peitsche zugleich. Rutger Bregman fragt: ‹Wer wollen Sie gewesen sein?›» Maja Göpel
« Das beste Gegenmittel gegen die Pessimisten und Zyniker, die glauben machen wollen, dass man gegen die Probleme unserer Zeit nichts ausrichten kann.» Max Roser
«Rutger Bregmans neuestes Werk ist nicht einfach irgendein Buch, sondern ein Aufruf an die Menschheit, unsere Vorstellung von Erfolg und Einfluss in der Welt neu zu bewerten.» Trevor Noah
Dieses Buch handelt von Pionierinnen und Pionieren. Es erzählt die Geschichte von Menschen, die vor moralischer Ambition nur so strotzten: Abolitionisten, Suffragetten, Helden des Widerstands und Bürgerrechtlerinnen, von Menschen, die nicht nur Ideale hatten, sondern ihr Leben auch nach diesen Idealen ausrichteten – und den Lauf der Welt veränderten.
Wie werden umwälzende Ideen nicht nur geboren, sondern auch in die Tat umgesetzt? Wie geht man die größten Herausforderungen seiner Zeit an? Wie kommt man vom Reden ins Handeln? Dieses Buch ist ein aufrüttelnder Blick in die Geschichte, ein packender Bericht über Menschen, die ihr ureigenes Talent in die Waagschale geworfen haben und zu großen Denkern, Erfinderinnen und Anführern wurden, und über jene, die es ihnen heute gleichtun. Es ist auch eine Anleitung, wie jeder Einzelne im Angesicht von scheinbar überwältigenden Krisen in dieser Welt den Unterschied machen kann.
Book Information
Author Description
Rutger Bregman, geboren 1988, ist Historiker und einer der innovativsten Denker Europas. 2017 erschien sein Buch Utopien für Realisten, 2020 folgte der Im Grunde gut, das bisher in 46 Sprachen übersetzt wurde. Er lebt mit seiner Familie in den Niederlanden.
Posts
Ambitionen, Lebensfreude, Lebensführung, Ziele, Anspruch, 7 Grundsätze, historische Personen, sehr lesenswert
Rutger Bregman schreibt ein 10 Kapitel-Buch inklusive Einleitung und Epilog darüber wie man seinen moralischen Kompass ausrichten kann und sollte man macht anhand von Beispielen klar, was er unter unserer Pflicht und Moralischer Ambition versteht. Am Ende bewirbt eine von ihm gegründete Schule und die sieben Grundsätze. Er spricht vom Sektentum und von Zeroes, also Menschen, die entscheiden etwas entgegenzutreten (Skalverei, Judenvernichtung usw.). Leichter Abzug für die Einbeziehung von Peter Thiel und Elon Musk, beide allerdings erst in den letzten Jahren stärker abgedriftet. KI konnte nur angeschnitten werden. Sehr viele, ausführliche Fussnoten, tolles Buch 4,5 Sterne
"Es liegt an uns"
Der niederländische Autor und Historiker Rutger Bregman ist kein Unbekannter, wenn es um aktuelle Themen unserer Zeit geht. Seine Werke „Im Grunde gut“ und „Utopien für Realisten“ waren bereits sehr erfolgreich und auch in "Moralische Ambitionen" bleibt er seinem Stil treu. Der Untertext des Buches „Wie man aufhört, sein Talent zu vergeuden, und etwas schafft, das wirklich zählt“ prophezeit schon den appellativen Charakter und die Intention: Wie verlasse ich meine Komfort-Zone und wirke an der Lösung für aktuelle Probleme unserer Zeit mit? Bregman versteht es, einen aufrüttelnden Blick auf die Geschichte zu werfen, und flechtet immer wieder passende Beispiele von Pionieren und Innovatoren ein, welche dem Leser als Vorbild dienen können. Sie wirken motivierend und verdeutlichen, dass reine Theorie und Bewusstsein für Probleme nicht ausreicht, sondern der Mensch ins Handeln kommen muss, wobei auch kleine Schritte schließlich zu einer großen Veränderung führen können. Einer meiner Hauptkritikpunkte besteht in der Zielgruppe des Buches: Menschen mit einem gewissen Wohlstand, also entsprechenden Ressourcen (Fähigkeiten, Geld, Zeit), die es ihnen ermöglichen, ihr Leben in die entsprechende Richtung zu gestalten. Es wirkt dadurch elitär und an manchen Stellen fast herablassend, was mich persönlich gestört hat. Insgesamt empfinde ich es trotzdem als sehr inspirierendes und lesenswertes Buch, das viel Input zur Selbstreflexion gibt.

Ich empfinde zu diesem Buch eine Hassliebe.
Einerseits ist Rutger Bregman seit "Humankind" / "Im Grunde gut" einer meiner Lieblingsautoren, die Hoffnung in einer dunklen Zeit schüren und mit gängigen Mythen um Menschen aufräumt. Er hat bisher in seinen Werken zumeist ein hoffnungsvolles Bild gezeichnet, immer eine Sprache nutzend, die eher uplifting ist und kompetent. In "Moralische Ambition" sehe ich nichts davon. Der Schreibstil wirkt teilweise herablassend, teilweise belehrend, teilweise (streng) väterlich. Ja, ich stimme zu(, deshalb habe ich das Buch ja auch gelesen/gehört): Es muss sich etwas verändern. Auf die Politik ist kein Verlass, die Welt ist am Kollabieren in weiten Teilen, Menschen sollten aktiviert werden, "Gutes" zu tun und ihre Fähigkeiten nicht im kapitalistischen System für Bullshit-Jobs verschwenden, sondern für die Gesellschaft wertvolle Tätigkeiten. Gehe ich mit. Allerdings nutzt Bregman im Buch einen bewusst provokativen Ton, bei dem ich denke, dass Menschen nicht aufgerüttelt, sondern verschreckt werden. Der Ton erinnert teils an Business bzw. Tech Bros, die wollen, dass ihre Mitarbeitenden Überstunden ziehen, weil sie nur so zu einem wertvollen Stückchen im Gesamtsystem werden. Für mich eher abstoßend. Zudem bringt Bregman leider auch viele ("Positiv-")Beispiele an, die er teilweise komplett ohne Kontext benennt - bspw. wird komplett unironisch die Anti-Babypille als riesiger technologischer Gewinn gefeiert und damit auch ihre Investorin Katherine McCormick. Dabei wird komplett außer Acht gelassen, dass die Tests damals an Frauen in prekären Verhältnissen durchgeführt wurden, ohne diese Frauen über Risiken aufzuklären. Und wenn auch die Pille Selbstbestimmung für einige Frauen bedeutet hat, so sind die gesellschaftlichen Folgen heutzutage nicht außer Acht zu lassen (inkl. Nebenwirkungen, gesundheitliche Gefahren, und die Verantwortung zur Verhütung, die auf Personen mit Uterus abgewälzt wird). Weiterhin schreibt er lang und breit Lobeshymnen über die Bewegung des Effective altruism, nur um dann am Ende erst die Kritik daran zu äußern. Generell kommt das Gefühl auf, dass hier sehr viel gekürzt wurde und Informationen ausgelassen, nur um die Botschaft zu betonen. Das machen sicherlich viele so, aber so offensichtlich habe ich es bisher noch nicht erlebt. Erst am Ende schlägt der Autor einen versöhnlicheren Ton an und sagt, dass Menschen machen und geben sollten, wie es ihre Fähigkeiten und Kapazitäten zulassen. Und er schreibt es bewusst am Ende, weil er meint, der Ton aus dem ersten Teil des Buchs würde mehr Menschen erreichen und aufwecken - hat was von Zuckerbrot und Peitsche. Und ist so garnicht meins. Alles in allem gibt es in "Moralische Ambition" einige wichtige und wertvolle Ansätze, bspw. welche Themen gerade die Welt bewegen, wie man sich am besten einbringen kann (auch finanziell), und die Tatsache, dass die meisten Menschen ins Handeln kommen, wenn sie einfach gefragt werden. Aber diese positiven Aspekte wiegen für mich den negativen Beigeschmack des Buchs leider nicht auf und ich bezweifle, dass so wirklich eine Masse an Menschen aktiviert werden kann (außer vllt. n paar Tech Bros, die ihre Weltsicht hinterfragen und gerne etwas sinnvolleres mit ihrem Leben anstellen würden). Vielen Dank an Netgalley und Argon Verlag AVE GmbH für das Hörbuch-Rezensionsexemplar. Es hat meine Meinung zum Werk nicht beeinflusst.
Inspiration und Motivation - Leseempfehlung!
Dieses Buch ist voller Inspiration und Motivation, es hält uns den Spiegel vor und ermutigt gleichzeitig! Schon nach wenigen Kapiteln reicht beim Hören der Textmarker im Kopf nicht mehr aus, so dass ich mir nun doch noch das Buch kaufen werde. In erstaunlichen Statistiken und inspirierenden Erfolgsgeschichten, die erzählen, was moralische Ambition in der Vergangenheit bereits erreicht hat, erzählt Bregman (und liest Julian Mehne) großartig und eindringlich, wie Menschen zu Pionieren wurden. Vom Kampf der Abschaffung der Sklaverei über die Ausrottung von Pocken oder Polio bis hin zu groß angelegten Spendenaktionen für simple Moskitonetzte, die bis heute unzählige Tote durch Malaria verhindert haben. Er stellt wichtige Fragen. Welches Talent hat jeder einzelne, das er 'sinnvoll' nutzen kann. Wie komme ich vom denken ins tun? Wie bleibe ich mir treu in der Sache, wenn der Gegenwind stärker wird? Wie fange ich überhaupt an? Ein Buch über Motivation und Mut, über Durchhaltevermögen und den Glauben daran, dass jeder etwas bewirken kann, wenn man bereit und offen für Veränderung ist. "Ihr Talent ist nur ein Werkzeug und Ihre Ambition ist bloß Energie. Die Frage ist, was sie damit anfangen." Große Hör- und Leseempfehlung!
Rutger Bregman geht anhand von Persönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart der Frage nach, ob die Vorstellung als Einzelner wenig Einfluss auf problematische gesellschaftliche/politische Umstände zu haben, richtig ist und drängt zu mehr Ambition, Verantwortlichkeit und Unbequemlichkeit. Er geht der Frage nach, warum Problembewusstsein allein nicht reicht, warum Pragmatismus akademisches Zerdenken schlägt und wie die großen Fragen der Vergangenheit durch ambitionierte Einzelne geformt und vorangetrieben wurden. Ein unbequemes aber wunderbares Buch, dass mich nachdenklich zurücklässt.
„Es bleibt uns nichts anderes übrig, als einfach anzufangen“
In den politisch turbulenten Zeiten, in denen wir uns befinden, befällt einen ja oft eine gewisse Ohnmacht und Gefühle der Machtlosigkeit. Oder man schiebt die Verantwortung, unsere Welt zum Positiven zu verändern den politisch Verantwortlichen zu. Dann muss man einfach die richtige Partei wählen und ist moralisch aus dem Schneider. Rutger Bregmann zeigt in seinem Buch auf eindrucksvolle Weise, dass es eben nicht ausreicht, ein Zuschauer auf der Weltbühne zu bleiben. Die Beispiele im Buch beweisen, dass es oft einzelne Menschen sind, die die Welt verbessern. Etwa den Aktivisten Rob Mather, der ein Charity Schwimmevent organisierte und mit den damit finanzierten Moskitonetzen vermutlich Hunderttausenden das Leben rettete. Das Buch ist aufrüttelnd und motivierend, zugleich aber auch unangenehm, da es einen stets an die Verantwortung erinnert, die ein privilegiertes Leben mit sich bringt. Unbedingte Leseempfehlung!

"Moralische Ambition ist der Wille, die Welt drastisch zu verbessern. Die eigene Karriere den großen Problemen unserer Zeit zu widmen, seien es der Klimawandel oder Kindersterblichkeit, Steuerhinterziehung oder die nächste Pandemie. Es ist das Bedürfnis, etwas zu bewirken und etwas zu hinterlassen, das wirklich zählt." (Buchzitat - Seite 19) Mit seinem neusten Werk Moralische Ambition widmet sich Rutger Bregman den großen Herausforderungen unserer Zeit und zeigt auf, wie Menschen durch moralisches Handeln die Welt nachhaltig verändern können. Bregman, geboren 1988, zählt zu den innovativsten Denker:innen Europas und ist bekannt für seine Werke Utopien für Realisten und Im Grunde gut, die weltweit gefeiert wurden. Er lebt mit seiner Familie in New York und inspiriert mit seinen Büchern Menschen, aktiv zu werden und über den eigenen Horizont hinauszudenken. Worum geht’s genau? Das Buch erzählt die Geschichten von Pionier:innen und Visionär:innen, die durch ihre moralische Ambition den Lauf der Geschichte verändert haben: von Abolitionist_innen, Suffragetten, Widerstandskämpfer:innn bis hin zu Bürgerrechtler:innen. Bregman beleuchtet, wie diese Menschen nicht nur von Idealen träumten, sondern sie in die Tat umsetzten – oft gegen alle Widerstände. Dabei liefert er nicht nur historische Beispiele, sondern auch einen Leitfaden, wie jede:r Einzelne angesichts globaler Krisen einen Unterschied machen kann. Es ist ein leidenschaftlicher Appell, das eigene Talent und die eigene Energie für etwas einzusetzen, das wirklich zählt. Meine Meinung Rutger Bregman zählt bereits seit längerem zu meinen Lieblingsautoren. Seine bereits erschienenen Bücher "Utopien für Realisten" und "Im Grunde gut" haben mich vollumfänglich begeistert, weshalb ich große Erwartungen an "Moralische Ambition" hatte. Das Buch, das ich als Rezensionsexemplar gelesen habe, hat mich insgesamt überzeugt, auch wenn es nicht ganz an die Genialität seiner Vorgänger heranreicht. Wie immer beeindruckt Bregman durch seine akribische Recherche. Die Fülle an Daten, Fakten und Zahlen, die er verständlich und anschaulich aufbereitet, macht das Buch zu einer bereichernden Lektüre. Besonders gelungen sind die vielen Beispiele von moralisch ambitionierten Menschen aus der Geschichte. Diese Geschichten sind inspirierend und verdeutlichen, wie wichtig und wirkungsvoll Engagement sein kann. Gleichzeitig hätte ich mir mehr alltagstaugliche Beispiele gewünscht, die zeigen, wie jede:r im Kleinen anfangen kann. Einige der Anekdoten wirkten auf mich etwas weit hergeholt und nicht immer direkt übertragbar. Positiv hervorzuheben ist, dass Bregman ausführlich auf das Thema Veganismus und Tierleid eingeht – ein Aspekt, der offensichtlich auch ihm persönlich am Herzen liegt und den ich sehr wichtig finde. Leider verzichtet das Buch auf gendergerechte Sprache, was ich gerade in einem Werk, das sich mit Fortschritt und Veränderung befasst, bedauerlich finde. Studien zeigen, dass Sprache unser Denken beeinflusst, und "mitgemeint" bedeutet eben nicht "mitgedacht". Der Schreibstil ist typisch Bregman: klar, zugänglich und angenehm zu lesen. Es gelingt ihm, historische und ethische Themen lebendig darzustellen, ohne trocken zu wirken. Allerdings fand ich die Vielzahl der erwähnten Personen und Beispiele fast überwältigend – an manchen Stellen hätte weniger mehr sein können. Trotzdem vermittelt das Buch eine wichtige Botschaft, die zum Nachdenken und Handeln anregt. Persönlich konnte mich "Moralische Ambition" nicht ganz so fesseln wie seine früheren Werke, was möglicherweise daran liegt, dass ich weniger Anknüpfungspunkte zum Thema habe. Dennoch halte ich das Buch für eine sehr solide Lektüre, die viele spannende Denkanstöße bietet. Fazit "Moralische Ambition" ist ein inspirierendes Buch, das aufzeigt, wie Menschen durch Überzeugung und Einsatz Großes bewirken können. Trotz kleiner Schwächen, wie kein klarer roter Faden und der Fülle an Beispielen, bleibt es ein lesenswertes Werk, das Bregmans Talent, komplexe Themen zugänglich zu machen, eindrucksvoll unter Beweis stellt. 4 von 5 Sternen.
„Wer willst du gewesen sein?“ – ein Buch wie ein freundlicher Tritt in den Hintern
Moralische Ambition – Wie man aufhört, sein Talent zu vergeuden, und etwas schafft, das wirklich zählt ist Rutger Bregmans vielleicht persönlichstes und direktestes Buch. Statt abstrakter Gesellschaftsanalyse stellt er eine sehr intime Frage: Was tust du mit deinen rund 2.000 Arbeitswochen – und willst du am Ende wirklich sagen: „Ich hatte einen ganz okayen Job“?  Bregman verbindet Geschichten von Vorbildern, Forschungsergebnisse und eigene Erfahrungen zu einem Text, der gleichzeitig Appell, Ermutigung und Anleitung ist. Er schreibt im besten Sinne populär: klar, witzig, manchmal provokant, ohne in esoterische Motivationstrainerei abzurutschen. Man merkt, dass er Menschen vor Augen hat, die klug, privilegiert und ein bisschen bequem sind und tief drin wissen, dass sie mit ihrem Talent mehr anfangen könnten.  Stark ist das Buch überall dort, wo es konkret wird: bei der Frage, wie man einen „sinnlosen“ Job erkennt, wie man Schritt für Schritt in eine wirkungsvollere Tätigkeit wechseln kann, und warum moralische Ambition nichts mit moralischer Selbstüberhöhung zu tun hat, sondern mit Verantwortung, Kooperation und Mut zum Risiko. Begleitet wird das von Grafiken und Beispielen, die Bregmans Gedanken greifbar machen – manchmal vielleicht etwas plakativ, aber immer mit Zug nach vorn.  Moralische Ambition ist kein gemütliches Lesebuch für zwischendurch, sondern eine Herausforderung: Es lässt Ausreden schlecht aussehen, ohne Menschen zu beschämen. Man klappt es zu mit einem unangenehm guten Gefühl ertappt, inspiriert und mit der leisen Ahnung, dass man seine eigene Karriere nicht mehr ganz so zufällig dahinplätschern lassen wird.
Nach dem Wohlfühlbuch „Im Grunde Gut“, in dem er die besten Seiten der Menschheit aufzeigt, schlägt Rutger Bregman hier einen ganz anderen Ton an. Wir alle sind aufgerufen, uns zu bewegen und uns für Projekte zu engagieren, die die Welt verbessern. Nicht Glück und Zufriedenheit machten ein gutes Leben, sondern was man für andere getan habe, so der Autor. Eine wichtige, wenn auch an vielen Stellen unangenehme Botschaft. Ein aufrüttelndes Buch, das mich wieder einmal sehr begeistert hat. Das Buch ist voller Ansporn und einer sehr umsetzbaren Anleitung zum Aufstehen und Aktivwerden. Am Ende rundet der Autor seine Botschaft ab und räumt ein, dass Aktivismus nicht in Selbstaufgabe münden sollte, was ein großer Kritikpunkt meinerseits gewesen wäre, hätte er dies nicht getan. Auch dieses Buch eine große Empfehlung! Ich habe es verschlungen und hoffe sehr, einiges Gutes in die Tat umsetzen zu können.
"Moralische Ambitionen" (Originaltitel: "Humanity: A Hopeful History") von Rutger Bregman ist Ende 2024 errschiene. In diesem stellt Rutger Bregman eine gewagte und optimistische These auf: Der Mensch ist von Natur aus gut, und die Geschichte, wie wir sie in den letzten Jahrhunderten erzählt haben, ist ein verzerrtes Bild, das die dunklen Seiten der Menschheit überbetont und die positiven Aspekte ausblendet. "Der Mensch ist gut, aber die Leute sind schlecht" - war bisher auch schon eines meiner Lieblingszitate. Damit räumt das Buch jedoch gewaltig auf und gibt das Zepter zum Handeln dem Leser / der Leserin in die Hand. Selbst Initiative zeigen ist das zentrale Thema dieses Werks. Das Buch ist eine Antwort auf die oft vorherrschende Sichtweise, dass Menschen grundsätzlich dazu neigen, sich in Krisen oder unter Druck zu rücksichtsloseren, egoistischen Wesen zu verwandeln. Bregman stützt seine Argumentation auf zahlreiche historische und wissenschaftliche Studien, die ein anderes Bild vermitteln. Ein zentrales Beispiel dafür ist die berühmte Studie über das "Stanford-Prison-Experiment" von Philip Zimbardo. Dieses Experiment wurde oft als Beweis für die Grausamkeit des Menschen angeführt, weil es zeigte, wie schnell Menschen in Machtpositionen tyrannisch werden können. Doch Bregman weist darauf hin, dass ähnliche Experimente auch gezeigt haben, wie schnell Menschen sich in positiven Kontexten zum Helfen und Schützen anderer entscheiden können. Bregman führt das Buch durch eine Vielzahl von historischen Momenten und wissenschaftlichen Erkenntnissen, die den moralischen Charakter der Menschen in einem anderen Licht zeigen. Besonders betont er die Bedeutung von Kooperation und Vertrauen: "Wenn wir unseren Mitmenschen vertrauen, sind sie eher bereit, uns ebenfalls zu vertrauen." Diese Erkenntnis stützt sich auf die sogenannte "Goldene Regel" und verdeutlicht, dass der Mensch nicht als Egoist, sondern als Sozialwesen geboren ist, das auf Gemeinschaft angewiesen ist. Besonders gut gefällt mir hier, dass auch viele Frauen und People of Color als "Best-Practice-Beispiele" aufgeführt werden, so dass das Finden von Rollenvorbildern für den Leser / die Leserin vereinfacht wird. Ein weiteres zentrales Argument ist die Rolle von Mitgefühl und Empathie. Bregman argumentiert, dass diese Eigenschaften nicht nur kulturell bedingt, sondern tief in unserer biologischen Natur verwurzelt sind. Der "Mensch als Altruist" tritt häufig in Erscheinung, besonders in Extremsituationen, was Bregman mit Beispielen aus der Geschichte und aktuellen Ereignissen belegt. Er verweist auf die Taten von Menschen, die in Krisenzeiten anderen geholfen haben, oft auf eine Weise, die ihre eigene Sicherheit gefährdete. Es wird auch darauf eingegangen, dass es nach wie vor Krisen gibt. "Wo kann ich am meisten helfen?" ist die zentrale Frage, die ich mir beim Lesen gestellt habe. Denn auch ich habe das Gefühl, dass "das System, so wie es ist" nicht gut ist und bin am Überlegen, wie ich es verändern kann. Am Ende des Buches ruft Bregman dazu auf, das Vertrauen in die Menschheit nicht zu verlieren und unsere moralischen Ambitionen zu fördern. "Die moralische Antwort auf die Frage nach dem menschlichen Wesen ist nicht nur eine theoretische; sie ist eine Handlungsaufforderung", schreibt er. Es geht nicht nur darum, die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen, sondern auch aktiv zu einem besseren Zusammenleben beizutragen. Fazit: Das Buch verändert dein Denken und deine Ambitionen - und du danach hoffentlich die Welt.
Hm. Einerseits bin ich schon sehr begeistert von der Idee, die Bregman in seinem neusten Buch formuliert hat. Andererseits hatte ich häufiger das Gefühl, dass die von ihm vorgestellten Menschen nahezu alle nicht die Art von Durchschnittsmenschen sind/waren, die jetzt dieses Buch lesen und sich nach der Lektüre zwar motiviert, aber gleichzeitig auch eingeschüchtert fühlen. Klar möchte ich etwas in der Welt bewegen, aber ich habe nicht in Harvard oder Yale studiert bzw. meine größten Erkenntnisse in meinem Zwanzigern gehabt. Heißt das jetzt also, dass ich nichts mehr dazu beitragen kann?



























