Moosflüstern

Moosflüstern

Softcover
4.120

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Description

Im Juni 1949 brachte der Dampfer »Esja« rund 200 Frauen aus Deutschland nach Island, wo sie sich als Dienstmädchen auf Bauernhöfen verdingten. Darunter auch Heinrich Liebers Mutter, von der er immer geglaubt hatte, sie sei nach seiner Geburt gestorben. 40 Jahre später ist Heinrich Bauingenieur, verheiratet, doch sein Leben gerät auf einmal ins Wanken. Der sonst so korrekte Mann fasst einen überstürzten Entschluss und reist nach Island, wo er sich auf die Suche nach seiner Herkunft macht.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
288
Price
14.40 €

Author Description

Joachim B. Schmidt, geboren 1981, aufgewachsen im Schweizer Kanton Graubünden, ist 2007 nach Island ausgewandert. Seine Romane, darunter ›Kalmann‹ und ›Tell‹, sind Bestseller und wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Crime Cologne Award und zuletzt mit dem Glauser-Preis. Der Doppelbürger lebt mit seiner Frau und zwei gemeinsamen Kindern in Reykjavík.

Posts

6
All
4

Alles zerfällt irgendwann

Joachim B. Schmidt liefert mit "Moosflüstern" einen atmosphärisch dichten und melancholischen Island-Roman. Was passiert, wenn mit 40 plötzlich das ganze Leben auf den Kopf gestellt wird - beruflich und privat? Heinrich erfährt, dass seine Mutter gar nicht seine leibliche Mutter ist. Und die ist auch noch nach Island ausgewandert, als Heinrich noch ein Baby war. Er wird sie jedoch nie persönlich kennenlernen, weil sein Vater ihm dies alles erst nach ihrem Tod eröffnet. Nachdem es in seiner Ehe kriselt und er auch im Job sehr unter Druck steht, fährt Heinrich kurzerhand nach Island und macht sich auf die Suche nach seinen Wurzeln. In kurzen Rückblenden schildert auch seine Mutter ihr Leben auf Island nach dem Ende des 2. Weltkriegs. Intensiv erzählt Joachim B. Schmidt, wie die beiden Generationen Island erleben und beide vor einem Leben weglaufen, dass sie irgendwie hinter sich lassen möchten... Von den "Esja-Frauen" habe ich hier das erste Mal gelesen, aber war direkt fasziniert. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurden deutsche Frauen vom isländischen Bauernverband angeworben und mit der "Esja" auf dem Schiffsweg nach Island gebracht. Hier wurden sie als Arbeitskräfte eingesetzt und viele sind am Ende da geblieben (odt der Liebe wegen). Die Isländer hatten kriegsbedingt einen leichten Frauenmangel (auf Island waren Amerikaner stationiert und viele junge Isländerinnen haben sich verliebt und sind nach Kriegsende mit ihren Partnern in die USA ausgewandert), Deutschland dafür einen leichten Überschuss an Frauen, da viele Männer im Krieg gefallen oder verschollen oder noch in Gefangenschaft waren und so wurde der isländische Frauenmangel durch die deutsche Frauen ausgeglichen...

4

Da ich "Kalmann" so sehr mochte, war klar, daß ich auch dieses Buch lesen und lieben wollte. Ganz so sehr konnte es mich allerdings nicht begeistern. Heinrich erfährt erst sehr spät im Leben wer seine wirkliche Mutter war und so wurde ihm auch die Chance genommen sie persönlich kennenzulernen, da sie zwei Wochen zuvor gestorben ist. Nach und nach erfahren wir wie es dazu gekommen ist, das seine Mutter 1948 nach Island ausgewandert ist. Sie war eine der "Esja-Frauen" die sich verpflichtet haben in Island auf Bauernhöfen zu arbeiten, denn die isländischen Frauen haben in der Zeit dad Land zuhauf verlassen. Oft mit amerikanischen Soldaten zusammen. Der Roman wird in zwei Erzählsträngen dargestellt und der faszinierendere davon, war der von Anna, Heinrichs Mutter. Hiervon hätte ich gerne noch viel, viel mehr gelesen. Ihr Ankommen in diesem fremden Land, mit einer Sprache die schwer zu erlernen ist, auf einem Hof weit ab von der Zivilisation. "Es roch nach Gras, nach Kuhmist, nach Stein, nach Meer, nach Tau." Heinrich konnte ich nicht so recht ernst nehmen. Wurde er oft z. B. als artig dargestellt. Oder "...frisch und stramm wie eine gewaschene Karotte." Wie kann ich mir das vorstellen?? Oder lieber nicht 😝 Ich habe das Buch gerne gelesen, für ein weiteres Highlight dieses Autors hat es leider nicht gereicht.

5

In Moosflüstern erzählt Joachim B. Schmidt die Geschichte von Heinrich und seiner Mutter. Sie ist eine sogenannte „Esja-Frau“, eine Deutsche, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Island auswanderte und dort ein neues Leben begann – allerdings ohne ihren Sohn Heinrich, den sie in Deutschland zurückließ. Während sie sich auf Island eine neue Existenz aufbaut, wächst Heinrich ohne wirkliche Informationen über seine Mutter auf. Erst die Nachricht von ihrem Tod bringt Bewegung in sein Leben. Heinrich reist nach Island, um mehr über sie und ihr Leben zu erfahren. Dabei lernt er ihre Umgebung kennen, begegnet Menschen aus ihrem Umfeld und beginnt langsam zu verstehen, wer seine Mutter war und welches Leben sie geführt hat. Gleichzeitig plagen ihn berufliche Sorgen, was seine Reise zusätzlich belastet. Der Roman erzählt die Lebenswege von Mutter und Sohn ruhig und einfühlsam. Ich konnte mich gut in beide Figuren hineinversetzen und erlebte mit, wie unterschiedlich ihre Lebensgeschichten verlaufen sind. Insgesamt bleibt bei mir eine melancholische, traurige Stimmung zurück – diese Geschichte über Verlust, Distanz und das späte Verstehen des eigenen Lebens wirkt nach...

4

Ein Buch, das mich überraschend sehr tief berührt hat. Woher kommen wir und was verbindet uns mit unserer Herkunft?

Ausführliche Rezension folgt auf meinem Instagramaccount seelich_buchliebe

3.5

Historische Familienerzählung

Heinrich Lieber ist ein Bauingenieur mit einem scheinbar geregelten und fast langweiligem Leben. An seinem 40. Geburtstag erfährt er von seinen Eltern, dass seine leibliche Mutter nicht bei seiner Geburt gestorben ist, wie er immer dachte, sondern vor wenigen Tagen in ihrer Wahlheimat Island verstorben ist. Diese Enthüllung führt Heinrich auf besagte Insel im Nordatlantik, wo er sich auf die Spurensuche seiner Herkunft begibt. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: Heinrichs und der seiner Mutter Anna. Nach dem Zweiten Weltkrieg suchten mehrere Frauen auf Island nach einem Neuanfang, oder wie Anna nach einem Ausweg. Vor allem die Kapitel, in denen Annas Leben auf dem isländischen Hof, inmitten der rauen Natur beschrieben wird, haben mir gefallen. Sie vermitteln eindringlich die Härte und die Herausforderungen des Alltags der damaligen Zeit. Heinrich verändert sich im Laufe der Handlung und trotzdem habe ich zu keinem Zeitpunkt echten Zugang zu ihm gefunden. Woran genau das lag, kann ich nicht sagen. Joachim B. Schmidt hat mich jedenfalls wiederholt mit seiner Erzählkunst beeindruckt. Obwohl die Geschichte anfangs etwas gemächlich verläuft, nimmt sie zum Ende hin an Tiefe und Emotionalität zu. "Moosflüstern" ist bereits 2017 erstveröffentlicht und nun durch den Diogenes Verlag neu aufgelegt worden. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für diese Familienerzählung mit historischem Hintergrund.

4

Wieder ein toller Island Roman

Der Roman handelt von einer Frau, die nach dem Krieg in Deutschland alles hinter sich lässt und nach Island auswandert um dort in der Landwirtschaft zu arbeiten. Nach ihrem Tod versucht ihr Sohn die Geschichte der unbekannten Mutter zu erforschen. Karg und schön, wie das Land! Am Ende hätte ich gerne gefrühstückt!

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