Moorlande

Moorlande

Hardback
3.331

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Description

Versteckt im Great Massasauga Sumpf in Michigan, liegt eine kleine Insel, die kein Mann zu betreten wagt. Hier lebt Hermine, von den Menschen der Region ehrfürchtig „Herself“ genannt, die schon Generationen von Frauen von ihren Leiden heilte und in dieser Wildnis selbst drei Töchter und eine Enkeltochter aufzog.

Donkey, benannt nach der Eselsmilch die ihr Leben als Säugling rettete, wächst fern ihrer eigensinnigen Mutter, umgeben von Insekten, wuchernden Pflanzen und Klapperschlangen auf. Fasziniert von allem, vor dem ihre Großmutter sie warnt, versinkt die elfjährige in Mathematikbüchern und Träumen von einem Vater. Doch Donkey ahnt nicht, wie gefährlich ihre Wünsche sind. Denn die Stammbäume im Great Massasauga Sumpf sind durchzogen von Missbrauch und Gewalt.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
480
Price
24.70 €

Author Description

Bonnie Jo Campbell ist Autorin mehrerer Romane und lebt außerhalb von Kalamazoo, Michigan, Sie ist Finalistin für den National Book Award und den National Book Critics Circle Award, Guggenheim-Stipendiatin, Preisträgerin des AWP Grace Paley Prize for Short Fiction und eines Pushcart Prize.

Posts

12
All
2

Richtig harter Tobak und leider gar nicht meins

✨Rezensionsexemplar✨ Das war mein erstes Buch der Autorin und darum geht es: Hermine, genannt „Herself“, lebt auf einer kleinen Insel im Sumpf von Michigan. Sie hat 3 Töchter und eine Enkelin. Die Familienverhältnisse sind jedoch nicht, was sie zunächst scheinen. Wurde und wird die Familie der Heilerin schließlich mit Missbrauch und Gewalt konfrontiert. Ich bin mit diesem Buch leider nicht warm geworden. Rein theoretisch müsste es genau mein Geschmack sind. Vom Genre her ähnliche Bücher sind regelrechte Bibeln für mich, aber zwischen „Moorlande“ und mir stimmte von Anfang an die Chemie nicht. Ich liebe die grundsätzliche Idee zu diesem Buch, das Setting ist extrem atmosphärisch. Die Verbindung zwischen den weiblichen Charakteren und der Natur ist sehr schön ausgearbeitet. Der sehr ausschweifende, poetische Schreibstil hat es mir schwer gemacht, dem Plot zu folgen. Es gab auch nicht allzu viel Plot in meinen Augen, zumindest nicht genug für die vielen Seiten. Es gab sehr viele Lückenfüller Seiten, die einen nicht wirklich vorwärts gebracht haben. Die Charaktere waren mir am Ende dann alle unsympathisch. Die Männer in diesem Buch sind eine absolute Katastrophe, es war sehr sehr schwer, die „Inhalte“ (TW: SA) zu ertragen, weil ich auch finde, dass sie falsch rübergebracht wurden. Und es hätten mehr / andere Konsequenzen folgen müssen. Nach wie vor denke ich die ganze Zeit, dass es mir hätte gefallen müssen, aber manchmal muss man es so hinnehmen und weiterziehen. Das ist natürlich nur mein Eindruck, macht Euch gern ein eigenes Bild! 2/5⭐️⭐️

Richtig harter Tobak und leider gar nicht meins
3

⭐️⭐️⭐️ Atmosphärisch und besonders

Schon allein das Cover ist ein Hingucker. Das Auge wird übersättigt von einem Gewirr aus Pflanzen, aus dem wie kleine Inseln wunderschöne Blüten sprießen. Eine Metapher zum Inhalt des Buches? Denn der Roman erzählt von den weiblichen Mitgliedern einer Familie weitab in den Sümpfen von Michigan, auf einer kleinen Insel. Diese Frauen sind unabhängig, unbeugsam und frei. Doch Donkey, die nach der Eselsmilch benannt ist, mit der sie als Säugling aufgezogen wurde, hinterfragt die Geschichte und Geschichten der besonderen familiären Struktur. Und so entspinnt sich eine Geschichte, die kraftvoll ist und nicht immer angenehm, die anprangert, aber auch auffängt, die an- und abstößt. Es gibt viel, viel, viel Natur in diesem Buch - ich denke der oft gebrauchte Begriff „Nature Writing“ ist hier angebracht, denn Handlung und Rahmen (die Insel in den Sümpfen) bilden hier eine Einheit. Die Geschichte würde ohne die Natur nicht funktionieren, das Setting ist aber auch essentiell für die Eindringlichkeit des erzählten Plots. Mit dem Schreibstil hatte ich anfangs ein wenig Probleme, ich finde man muss sich einlassen auf die Erzählweise und auch auf die Art, wie die Autorin die Charaktere lebendig werden lässt. Es hat eine Weile gebraucht, bis ich mich daran gewöhnt hatte und bis zum Schluss bin ich damit nicht so 100%ig warm geworden. Trotzdem kann ich verstehen, dass die Story genau so erzählt wird, denn dadurch gewinnt sie an Bedeutung. Die Hauptthemen des Romans - weibliche Selbstbestimmung, Familie und ihr Zusammenhalt sowie Natur(verbundenheit) - werden hier zu einem atmosphärischen Buch verflochten, das ich gern gelesen habe, auch wenn es mir beim Lesen Konzentration abgefordert hat und ich mit einigen Figuren nicht richtig warm geworden bin. Ich würde den Roman nicht unbedingt als „Entspannungslektüre“ empfehlen, sondern schon eher als Anreiz, um sich mit den Themen des Buches auseinanderzusetzen und zu hinterfragen, ob in der doch recht eigenwilligen Welt des Romans und ihrer Figuren nicht doch sehr viel von unserem Alltag und den Fragen unserer Zeit steckt.

⭐️⭐️⭐️
Atmosphärisch und besonders
4

Zauberhaft erzählte Frauengeschichte

"Es stimmt, dass wir die am meisten lieben, derentwegen wir am meisten leiden." Mit ihrem Roman "Moorlande" hat uns die Autorin Bonnie Jo Campbell einen zauberhaften und poetischen Familienroman geschenkt. In sanften, ruhigen Tönen erzählt uns Campbell die Geschichte der Whiteheart-Frauen. Die Geschichte spielt in Michigan. Dort inmitten des Massasauga-Sumpfes gibt es eine kleine Insel auf der die alte Hermine lebt. Die Whitehearter haben Ehrfurcht vor Herself, wie sie sie nennen, wie auch schon vor ihrer Mutter, der alten Baba Rose. Herself hat schon viele Generationen von Frauen von ihren Leiden geheilt und ihnen auch das ein oder andere Mittel für ihre Männer mitgegeben. Inmitten des Sumpfes, umgeben von Insekten, wild wuchernden Pflanzen und gefährlichen Klapperschlangen, zog Herself drei Töchter groß. Nun steht ihre jüngste und eigensinnige Tochter Rose Thorn mit einem Baby im Arm vor der Tür und bittet sie um Hilfe. Und so wächst Donkey nun auch auf dieser Insel auf. Donkey, fasziniert von allem, was ihre Großmutter tut, ist besessen von der Mathematik und wünscht sich doch nichts sehnlicher als ihre Mutter und einen Vater. Doch schnell merkt Donkey, dass ihre Großmutter recht hat: Man sollte vorsichtig sein mit den Dingen, die man sich wünscht ... "Für Rose Thorn war das Baby eine Last gewesen, die sie niederzog, aber für Herself war das Wiegen des Babys in ihren Armen, als spürte sie ihr Einssein mit dem unendlichen Alles, verschmolzen zu reinem, gewichtslosem Licht." Ich war während des Lesens sehr fasziniert von dieser Familiengeschichte, von der Verbindung der Frauen untereinander und von dem ursprünglichen und naturverbundenen Leben, das Herself lebt. Von der Einfachheit ihres Lebens und ihrer Liebe und Achtsamkeit zu allem, das sie umgibt. Auch sprachlich bin ich sehr angetan von diesem Werk und die Gestaltung des Covers ist mindestens so magisch wie die Geschichte. Bei den Figuren hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Vieles, was sie betrifft konnte ich nur erahnen. Mir fehlte es etwas an ihrem Innenleben teilzuhaben - gerade im Bezug auf Herself, die für mich eigentlich die großartigste Figur des Romans ist. Insgesamt ist es aber für mich ein wirklich gelungener Roman, der mich in seine Geschichte hineingezogen hat und den ich sehr gerne gelesen habe. Übersetzt aus dem Englischen von Cornelia Holfelder-von der Tann.

5

Wirklich außergewöhnlich. Mal was ganz anderes. Sehr atmosphärisch geschrieben.

Wirklich außergewöhnlich. Mal was ganz anderes. Sehr atmosphärisch geschrieben.
1

Abgebrochen

Moorlande - Bonnie Jo Campbell 480 Seiten @harpercollinsde Inhalt: Hermine, genannt Herself, lebt auf einer kleinen Insel umgeben von Natur und Klapperschlangen. Hier zieht sie drei Töchter und ihre Enkeltochter Donkey auf. Als Heilkundige verehrt und verachtet zugleich. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Donkey erzählt und vermittelt so eine getriebene Unruhe. Unerreichbare Träume, Suche nach Herkunft und ein unersättlicher Wissensdurst sind Donkeys Begleiter. Meinung: Leider war das nicht mein Buch. Sprachlich war es total anstrengend zu lesen und leider nimmt die Geschichte auch nach 280 Seiten kaum Fahrt auf und konnte mich nicht in ihren Bann ziehen. Die Männer kommen allesamt nicht gut weg im Buch, Herself wirkt verbittert und eigenbrödlerisch. Leider einfach nur anstrengend zu lesen. Trotzdem danke für die Leserunde @bookfrempire_ Mehr zu meiner Meinung könnt ihr auf Youtube im Lesemonat Oktober 25 finden.

5

Verlassene Kinder, Natur und der Wille zu überleben

Moorlande spielt auf einer Insel im Great Massasauga Sumpf in Michigan, in einem sehr konservativen Teil Amerikas. Hauptdarsteller sind 4 Frauen und das elfjährige Mädchen Dorothy. Hermine Zock ist das Oberhaupt und Mutter auf der Insel, die kein Mann betreten darf. Sie ist bekannt dafür, dass sie "Arzneien" und Mittelchen gegen alles hat. Legt man eine Muschel auf ihren Tisch am Festland, bekommt man vielleicht eine Medizin, die das ungewollte Menschlein im Bauch abtreibt. Aber man kann auch das geborene Menschlein in ein Körbchen legen, das ebenfalls an diesem Tisch bereitsteht. Dann wird Hermine das Kind an sich nehmen und sich ein Leben lang darum kümmern. So wie es schon ihre Mutter vor ihr getan haben mag. Als Hermines wunderschöne und auf ihre Art magische Tochter Rose selber ein Kind bekommt, lässt sie diese es bei ihrer Mutter in den Sümpfen. Dorothy wächst dort bei ihrer Großmutter auf, während Rose zu ihrer Schwester nach Kalifornien flüchtet. Immer mal wieder taucht sie auf der Insel auf und dann umschwärmen sie die Männer der Gegend wie die Motten das Licht. Dorothy, oder Donkey, wie sie genannt wird, vermisst ihre Mutter und wünscht sie sich immer wieder heim. Das Kind ist ein Mathegenie, lernt aus Büchern, was es über Zahlen zu lernen gibt und sieht darin ihre eigene Wahrheit, während sie ihrer Großmutter auf der primitiven Insel zur Hand geht. Sie leben dort im Einklang mit der Natur, während auf dem Festland die Menschen versuchen der Erde mehr abzutrotzen als diese geben mag. Der Roman besticht durch seine Beschreibung der Umgebung, der Natur und der Figuren. Die Autorin zieht den Leser in die Sümpfe und die Wildnis. Aber auch die Wildnis in den Köpfen der Menschen, die dort leben. Welches dunkel Geheimnis der eine oder andere Bewohner dort mit sich herumträgt. Die Mädchen und Frauen der Insel tragen ihre eigenen Geheimnisse mit sich herum und am Ende treffen alle losen Enden zu einem ordentlichen Knoten zusammen. Donkey ist dabei eine Schlüsselfigur, die mit ihrer kindlichen Naivität so manche Katastrophe auslöst und gleichzeitig dafür sorgt, dass die Frauen der Insel wieder mehr zusammenrücken. Es ist schwierig, dieses Buch zu beschreiben. Einerseits hat es mich angezogen, auf der anderen Seite mochte ich nicht weiterlesen. Es hat mich beschäftigt und auch wieder etwas gelangweilt. Die Natur hielt mich und gleichzeitig stießen mich die Menschen ab. Dorothy ist so naiv beschrieben und doch so intelligent. Rose ist so ignorant und doch so bezaubernd nachlässig. Ihre Schwestern sind ebenfalls sehr eigensinnige Wesen und vor allem Hermine, die eine starke Frau ist, die alles in ihren großen und rauen Händen hält, selbst die Wildnis hält den Atem an, wenn die kräftige Frau etwas fordert. Was mich vermutlich in dem Roman hielt, waren die Verbindungen, die sich langsam aufdröselten. Es waren die Bilder der Umgebung und der Flora und Fauna, die verzauberten. Ich kann nicht sagen, dass es mich das Buch "Moorlande" so in seinen Bann gezogen hat wie "Der Gesang der Flusskrebse" und doch haben diese beiden Bücher etwas gemeinsam. Die verlassenen Kinder, die Natur und der Willen zu überleben.

Verlassene Kinder, Natur und der Wille zu überleben
2.5

Hin- und herschlängeln

Campbell gelingt eine sagen- bis märchenhafte Atmosphäre, deren dichte Naturbeschreibungen den Schauplatz der Geschichte zu einem besonderen Erlebnis machen - M‘sauga Island. Dieser Name, der mit dem wiederkehrenden Motiv der Sumpfklapperschlange verbunden ist, ist von vielen Mythen umgeben. In Campbells Text spielen dabei vor allem Frauen eine Rolle, die passend zur teils zauberhaften Umgebung scheinbar magische Fähigkeiten besitzen. Vieles ist dabei symbolisch aufgeladen, der feministische Ton ist jedoch eindeutig. Denn Männer sind auf der Insel nicht gern gesehen, gelten als Unheilbringer und machen diesem Ruf alle Ehre. Trotzdem sind die Figuren nicht platt oder eindimensional, sondern sowohl Frauen als auch Männer sind durch Licht und Schatten gezeichnet. Trotzdem wirkte die Entwicklung der Geschichte erstaunlich behäbig und konnte mich beim Lesen nicht wie erhofft verzaubern. In regelmäßigen Abständen überraschte mich zwar Campbells innovative Gestaltung des Plots oder die metaphorische Sprache und konnte mich so von einem Abbruch abhalten. Insgesamt wirkte der Roman jedoch zu ausformuliert und teils auch zu gewollt lehrhaft, ohne jedoch zu einer radikalen Konsequenz zu finden. Genau wie die Sumpfklapperschlange schlängelte die Geschichte somit mehr dahin als an der richtigen Stelle zuzubeißen.

5

Unfassbar toll

Eine wunderbare Geschichte über Frauen und Selbstbestimmung, über das Ökosystem und dessen Zerstörung, über die Liebe zur Natur und die Verstrickungen innerhalb einer Familie, einem Dorf, Menschen untereinander und miteinander. Es passiert so viel und so wenig eigentlich. Die Charaktere sind auch am Ende noch Fremd und doch Vertraut. Auch die Art des Schreibens war manchmal etwas zäh und doch fühlte es sich genau richtig an. Die Geschichte ist unheimlich tiefgründig. Selten denke ich so viel über einzelne Situationen oder Sätze in Büchern nach, wie ich es hier getan habe. Und doch hab ich am Ende das Gefühl viel verpasst zu haben. Ich denke, dieses Buch muss ich mindestens noch einmal lesen und werde immer wieder Neues entdecken und mehr begreifen. Absolut empfehlenswert! Aber man muss so etwas mögen!

3

Eines vorne weg: Männer haben es in dieser Geschichte ziemlich schwer. Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um Frauen, Hermine – Herself -, Rose Thorn, Dorothy – Donkey - , Prim Rose und Molly. Alle miteinander verbandelt, teils verwandt oder durch das Schicksal zusammengeführt. Die Whiteheart-Frauen leben anders als in der konservativen, von Männern dominierten Gegend Michigans üblich ist. Sie leben autonom, ohne Männer, tief Verbunden mit der Natur. Dies führt schnell dazu, voreilige Urteile zu bilden, Wut zu entfachen und Unwahrheiten zu glauben. Die Männer dieser Geschichte sind durchwegs als konservative, von Testosteron geleitete Wesen geschildert, mit dem Hang zu Gewalt und Alkoholsucht – bis auf Titus, der Rose Thorn liebt und auf Händen trägt, jedoch nicht um ihr dunkelstes Geheimnis weiss und erst spät – zu spät? – erfährt, warum Donkey, Rose Thorns Tochter, ihm so ähnlich sieht. Im Gegensatz dazu jedoch, wird die Natur Michigans in ihrer ganzen Fülle und Schönheit wundervoll beschrieben, worin die M’saugas, die Klapperschlangen, einen roten Faden durch die Geschichte ziehen. Fazit: Es ist schon einige Tage her, seit ich das Buch beendet habe und noch immer bin ich im Zwiespalt damit. Es war eine atmosphärische Geschichte, die mich in eine ganz spezielle Stimmung gebracht hat, teils hat sie mich wütend gemacht ob den Lebenseinstellungen der Protagonisten, immer wieder hat sie mich besänftigt mit den wunderschönen Naturbeschreibungen. Es ist eine Geschichte in der nicht wahnsinnig viel passiert, sie plätschert oftmals so dahin, was das Buch zeitweise etwas langatmig machte. Für mich sind verpasste Chancen eine zentrale Botschaft dieses Buches. Da mehrmals Gewaltexzesse an Menschen und Tieren oder zwischen Tieren beschrieben wurden, wäre für mich eine Triggerwarnung angebracht gewesen. Wer einen außergewöhnlichen Schreibstil und besondere Protagonisten gepaart mit ganz viel Naturverbundenheit sucht, ist mit diesem Buch gut bedient.

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4.5

Stimmungsvoll

Es brauchte etwas Geduld, um mich in der düsteren, teilweise schwer zugänglichen Welt, die Campbell zeichnet, zurechtzufinden. Aber ab ca. dem ersten Drittel entfaltet sich eine atmosphärisch dichte Geschichte in den Sümpfen Nord Michigans, den Waters. Mit poetischer Sprache und einer Erzählweise, die zwischen Realismus und Märchenhaftigkeit schwankt, wird wohldosiert harte Kost verabreicht sowie das soziale Gefüge des ländlichen Amerikas unter die Lupe genommen. Campbell verwebt hier geschickt die familiären Konflikte der Whiteheart Frauen mit gesellschaftlichen Themen. Es geht um Missbrauch, Gewalt und Armut, Religiosität und Aberglaube, Alkoholsucht, Abtreibung, Umweltzerstörung und Waffenverliebtheit. Hier hätte ich mir bei dem einen oder dem anderen Erzählstrang etwas mehr Tiefe gewünscht. Zusammenfassend kann ich sagen, dass es mir gut gefallen hat, die tragenden Figuren durch die Geschichte zu begleiten. Das Besondere in Moorlande ist die Stimmung - eine Mischung aus Schwere, Melancholie und unterschwelliger Wut – und dass zwischen all der Grobheit und Härte, Verletzlichkeit zum Vorschein kommt.

3

Atmosphärisch dicht. Die Geschichte der Whiteheart-Frauen verbunden mit dem Ort bildet den Erzählstrang dieses poetischen Romans. Die Natur des Sumpfgebiets in Michigan mit ihrer Fauna und Flora spielt dabei ebenso eine zentrale Rolle wie die Männerwelt, die die Whiteheart-Frauen umgibt. Aber auch der Einfluss von Religion, Alkohol, das harte Farmleben, Waffen, Aberglaube, Gewalt und Missbrauch, gesellschaftliche Veränderungen spielen eine Rolle. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Donkey, die bei ihrer Großmutter Herself auf einer Insel im Sumpf aufwächst und sich mit Hilfe von Mathematik, Logik und Naturverbundenheit einen Weg sucht, um ihr Leben zu bewältigen. Mir war das Erzähltempo insgesamt zu zäh. Die Geschichte an sich hat mir gefallen, aber zwischendurch ist mir langweilig gewesen und es kam mir so vor, als müsste ich mich durch einen Sumpf bewegen.

2

Enttäuschend. Schreibstil nicht gut lesbar. Es geht zwar um die Frauen, aber eigentlich sehr viel um Männer und Gewalt. Triggerwarnung wäre angebracht wegen Krankheit und Tierleid.

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