Monsun oder Der weiße Tiger

Monsun oder Der weiße Tiger

Hardback
1.51
Arm-Reich-KonfliktSchlangenbeschwörerKastensystemStraßenverkäufer

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Description

GEOlino Edition Die besten Abenteuer-Bücher für Kinder und Jugendliche Gopu, ein Junge aus einer armen indischen Familie, verdingt sich als Boy im Haus eines reichen Fabrikanten. Doch dieses neue Leben ist alles andere als rosig. Gopu flieht und findet Schutz bei den Obdachlosen. Glücklicherweise gibt es noch Bapti.

Book Information

Main Genre
Young Adult Books
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
448
Price
5.10 €

Posts

1
All
1.5

Ich möchte kein ungelesenes Buch mehr im Regal stehen zu haben. Bevor neue Bücher kommen, sollen erst sämtliche im Regal gelesen werden. Dabei beginne ich mit der GEOlino Edition, „12 Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur“. Die Bücher stammen aus dem Jahr 2006, den Großteil davon habe ich damals auch gelesen, aber nicht alle. Da ich mich aber an vieles nicht mehr erinnere arbeite ich mich durch die gesamte Reihe. Der Zweite Band ist „Monsun oder Der weiße Tiger“ von Klaus Kordon. Vielleicht bin ich einfach ein Kulturbanause, aber ich habe außerhalb der Reihe nie etwas von diesem „Klassiker“ oder auch dem Autor gehört. Das Buch erzählt dabei eine Geschichte über einen indischen Straßenjungen, auch wenn der Zeitraum nicht angegeben wird wohl irgendwann in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Die Geschichte plätschert dabei für meinen Geschmack zu sehr dahin, wirklich gepackt hat sie mich nie. Ich erinnere mich, dass ich es auch als ich jünger war nicht anders empfunden habe. Es wird großen Wert darauf gelegt, die Wichtigkeit von Aufrichtigkeit und zwischenmenschlichen Beziehungen zu zeigen. Wirklich interessante Charaktere fehlen dafür. Zudem erscheint es mir so, als wolle der Autor dem Leser/ der Leserin das Leben in Indien und die dortige Kultur näher bringen. Auch wenn Kordon wohl eine Zeit lang in Indien gelebt hat, ruft dies bei mir sehr gemischte Gefühle hervor. Insbesondere stellt sich mir die Frage, ob er als aus dem Ausland stammende Person dort wirklich die Elendsviertel kennen lernen konnte und Kontakt zu den Menschen hatte. Wie sehr das Buch die (damaligen) Lebensumstände wirklich wieder gibt, kann ich aber natürlich nicht beurteilen. Bei mir bleiben allerdings Zweifel bestehen. !Triggerwarnung: Im folgenden geht es um Gewalt gegen Frauen und Missbrauch! Was mir am meisten Bauchschmerzen beim Lesen bereitet hat, ist die beschriebene Rolle der Frauen. Es wird das ganze Buch hinweg klar gezeigt, dass der Mann die Entscheidungen trifft und das klare Familienoberhaupt ist. Auch wird die Schwester von einem der Hauptcharaktere gegen ihren Willen verheiratet. Hier wird immerhin deutlich gemacht, dass es ihr damit sehr schlecht geht. Eine Angestellte der Familie von einem der Hauptcharaktere wird zudem von dem Familienvater über einen längeren Zeitraum missbraucht. Dies wird nicht explizit beschrieben und nur vage angedeutet, für junge Leser*innen ist es daher möglicherweise nicht sofort ersichtlich. Da es jedoch später zu einer Schwangerschaft kommt wird relativ deutlich gemacht, was passiert ist. Im Rahmen dessen wird der aufgebrachten Mutter auch mehrfach vom Vater ins Gesicht geschlagen, mit der Aufforderung das sie gehorchen soll. Die Szenen und Handlungen sind ein sehr schwieriges Thema. Da das Buch einen Anspruch erhebt nah an der Lebensrealität zu sein kann ich in gewisser Weise nachvollziehen, dass der Autor dies aufgreift. In Indien haben auch heute noch Frauen in vielen Bereichen wenig Rechte und es gibt kaum Gleichberechtigung oder Schutz vor Gewalt. Dennoch finde ich es schwierig, dass das Thema in einem Kinder- beziehungsweise Jugendbuch aufgegriffen wird, ohne das eine klare Einordnung stattfindet. Ich wüsste selber nicht, wie man das Thema angemessen in dem Buch behandelt werden könnte. Sofern das Buch im Schulunterricht gelesen wird, kann die Lehrkraft hier sicher mit den Schüler*innen das Thema entsprechend behandeln. Ohne finde ich es schwierig, das Buch einem Kind oder jugendlichen Person zu geben. Es sollte nicht Kindern gegenüber der Eindruck erweckt werden, dass es irgendwo auf der Welt in Ordnung ist, Menschen auf Grund ihres Geschlechts zu benachteiligen oder Gewalt anzutun. !Ende der Triggerwarnung! Abschließend kann ich das Buch nicht wirklich empfehlen. Die Handlung ist zwar durchgängig und nachvollziehbar, aber auch sehr fade. Es kommt keine Spannung auf, auch die Charaktere bieten keinerlei Besonderheiten. Zudem kommen die angesprochenen Kritikpunkte. Das ganze Buch wirkt für mich sehr, als wäre es für den Schulunterricht geschrieben worden.

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