Julians Bruder
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Description
Book Information
Author Description
Klaus Kordon, geboren 1943 in Berlin, war Transport- und Lagerarbeiter, studierte Volkswirtschaft und unternahm als Exportkaufmann Reisen nach Afrika und Asien, insbesondere nach Indien. Heute lebt er als freischaffender Schriftsteller in Berlin. Kordon, der als »Chronist der deutschen Geschichte« gilt, veröffentlichte neben zahlreichen Kinderbüchern viele historische Romane, darunter den autobiographische Roman Krokodil im Nacken (Deutscher Jugendliteraturpreis; nominiert für den Deutschen Bücherpreis). Viele seiner Bücher wurden mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Für sein Gesamtwerk erhielt Kordon den Alex-Wedding-Preis der Akademie der Künste zu Berlin und Brandenburg, den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur und, 2016, den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises. "Kordon versteht sich als ein Autor, der zuallererst eine Geschichte erzählen möchte. Diese Geschichte gestaltet er poetisch, spannend, aktuell. Sie soll dem Leser Spaß machen. Dies gelingt ihm vor allem wegen seiner feinen Beobachtungsgabe, verbunden mit einem ganz natürlichen Verhältnis zu den von ihm dargestellten, denkenden, fühlenden und handelnden Personen. Er lebt mit ihnen, spricht ihre Sprache, gräbt sie als Außenseiter, als Freunde, als Hilfsbedürftige oder als Helfer, als Leidende, die nicht ohne Hoffnung bleiben, in das Gedächtnis seiner Leser ein." jugendbuch-magazin
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Vor und nach dem Lesen scheint der 2. Weltkrieg nicht wirklich real gewesen zu sein, eher wie eine Geschichte, bei der man bloß weiß, dass es sich mal so zugetragen hat. Während ich dieses Buch gelesen habe, hatte ich jedoch tatsächlich das Gefühl, mich mittendrin und in der Zeit zu befinden. Die Art, wie der Autor das Buch geschrieben hat, lassen den Protagonisten wie einen Freund wirken, dessen Leben man betrachtet. Ein sehr empfehlenswertes, lehrreiches und selbstverständlich auch schockierendes Buch.
Paul und Julian sind beste Freunde und wachsen in den 30er Jahren zu Jugendlichen heran. Die Machtübernahme der Nazis ändert alles, denn Julian hat jüdische Wurzeln. Julians Eltern werden in ein KZ deportiert. Julian selbst kann untertauchen und übersteht mit Mühe und Not den Krieg als „U-Boot“ in Berlin. Doch als die Sowjets Berlin übernehmen wird nichts besser, im Gegenteil. Julian und Paul werden in ein sowjetisches Arbeitslager, das ehemalige KZ Buchenwald, verschleppt. Wie viel Leid können zwei jugendliche Freunde ertragen? Klaus Kordon führt die Leser*innen in „Julians Bruder“ vom Beginn des Dritten Reichs bis zu den Folgen des zweiten Weltkriegs. Dabei greift er Themen auf, die mir wenig bis gar nicht bekannt waren, vor allem die Internierung vieler Unschuldiger in ehemalige KZs als Rache der Sowjets zum Ende des Buchs. Hauptsächlich gelingt es Kordon aber, die Schreckensherrschaft der Nazis in all seiner Brutalität für das normale Volk nachzuzeichnen. Zwischen all der Unmenschlichkeit findet Kordon auch noch das Menschliche, ohne zu romantisieren. Inhaltlich ist „Julians Bruder“ eines der schwerst zu ertragenden Bücher gewesen, die ich je gelesen habe. Das Label „Jugendbuch“ ist daher wirklich mit Vorsicht zu genießen. Lediglich die teils sehr moralische Erzählstimme im Sinne eines guten, einordnenden, differenzierenden Geschichtsunterrichts entsprach dieser Genreeinordnung. In Zeiten von zunehmendem Antisemitismus auch auf deutschen Straßen, des Erstarken einer gesichert rechtsradikalen Partei im deutschen Bundestag und schlimmsten Kriegsverbrechen in und um Europa ist „Julians Bruder“ eine Pflichtlektüre par excellence. Die Demokratie ist schließlich ein Wert, den wir alle verteidigen müssen. Nur so kann Deutschland das tolle Land bleiben, das es aus selbst verschuldeten Trümmern geworden ist. Eine schmerzhafte Zeitreise ins Berlin der 30er und 40er Jahre, die Zeit und Tränen kostet, aber unbedingt lohnt!
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Klaus Kordon, geboren 1943 in Berlin, war Transport- und Lagerarbeiter, studierte Volkswirtschaft und unternahm als Exportkaufmann Reisen nach Afrika und Asien, insbesondere nach Indien. Heute lebt er als freischaffender Schriftsteller in Berlin. Kordon, der als »Chronist der deutschen Geschichte« gilt, veröffentlichte neben zahlreichen Kinderbüchern viele historische Romane, darunter den autobiographische Roman Krokodil im Nacken (Deutscher Jugendliteraturpreis; nominiert für den Deutschen Bücherpreis). Viele seiner Bücher wurden mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Für sein Gesamtwerk erhielt Kordon den Alex-Wedding-Preis der Akademie der Künste zu Berlin und Brandenburg, den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur und, 2016, den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises. "Kordon versteht sich als ein Autor, der zuallererst eine Geschichte erzählen möchte. Diese Geschichte gestaltet er poetisch, spannend, aktuell. Sie soll dem Leser Spaß machen. Dies gelingt ihm vor allem wegen seiner feinen Beobachtungsgabe, verbunden mit einem ganz natürlichen Verhältnis zu den von ihm dargestellten, denkenden, fühlenden und handelnden Personen. Er lebt mit ihnen, spricht ihre Sprache, gräbt sie als Außenseiter, als Freunde, als Hilfsbedürftige oder als Helfer, als Leidende, die nicht ohne Hoffnung bleiben, in das Gedächtnis seiner Leser ein." jugendbuch-magazin
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Vor und nach dem Lesen scheint der 2. Weltkrieg nicht wirklich real gewesen zu sein, eher wie eine Geschichte, bei der man bloß weiß, dass es sich mal so zugetragen hat. Während ich dieses Buch gelesen habe, hatte ich jedoch tatsächlich das Gefühl, mich mittendrin und in der Zeit zu befinden. Die Art, wie der Autor das Buch geschrieben hat, lassen den Protagonisten wie einen Freund wirken, dessen Leben man betrachtet. Ein sehr empfehlenswertes, lehrreiches und selbstverständlich auch schockierendes Buch.
Paul und Julian sind beste Freunde und wachsen in den 30er Jahren zu Jugendlichen heran. Die Machtübernahme der Nazis ändert alles, denn Julian hat jüdische Wurzeln. Julians Eltern werden in ein KZ deportiert. Julian selbst kann untertauchen und übersteht mit Mühe und Not den Krieg als „U-Boot“ in Berlin. Doch als die Sowjets Berlin übernehmen wird nichts besser, im Gegenteil. Julian und Paul werden in ein sowjetisches Arbeitslager, das ehemalige KZ Buchenwald, verschleppt. Wie viel Leid können zwei jugendliche Freunde ertragen? Klaus Kordon führt die Leser*innen in „Julians Bruder“ vom Beginn des Dritten Reichs bis zu den Folgen des zweiten Weltkriegs. Dabei greift er Themen auf, die mir wenig bis gar nicht bekannt waren, vor allem die Internierung vieler Unschuldiger in ehemalige KZs als Rache der Sowjets zum Ende des Buchs. Hauptsächlich gelingt es Kordon aber, die Schreckensherrschaft der Nazis in all seiner Brutalität für das normale Volk nachzuzeichnen. Zwischen all der Unmenschlichkeit findet Kordon auch noch das Menschliche, ohne zu romantisieren. Inhaltlich ist „Julians Bruder“ eines der schwerst zu ertragenden Bücher gewesen, die ich je gelesen habe. Das Label „Jugendbuch“ ist daher wirklich mit Vorsicht zu genießen. Lediglich die teils sehr moralische Erzählstimme im Sinne eines guten, einordnenden, differenzierenden Geschichtsunterrichts entsprach dieser Genreeinordnung. In Zeiten von zunehmendem Antisemitismus auch auf deutschen Straßen, des Erstarken einer gesichert rechtsradikalen Partei im deutschen Bundestag und schlimmsten Kriegsverbrechen in und um Europa ist „Julians Bruder“ eine Pflichtlektüre par excellence. Die Demokratie ist schließlich ein Wert, den wir alle verteidigen müssen. Nur so kann Deutschland das tolle Land bleiben, das es aus selbst verschuldeten Trümmern geworden ist. Eine schmerzhafte Zeitreise ins Berlin der 30er und 40er Jahre, die Zeit und Tränen kostet, aber unbedingt lohnt!






