Meine Mutter

Meine Mutter

Hardback
4.125

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Als Bettina Flitner für eine Lesung aus ihrem Buch »Meine Schwester« nach Celle zurückkehrt – dorthin, wo vor 40 Jahren ihre Mutter beerdigt wurde –, springen sie mit unerwarteter Heftigkeit Fragen an, die sie lange von sich fern gehalten hatte: Fragen nach dem großen Unglück im Leben ihrer Mutter und nach einer Familienkatastrophe in einer fernen Zeit und in einem fernen Land.

Und so begibt sich Bettina Flitner auf eine Reise voller Überraschungen und Entdeckungen in den Luftkurort Wölfelsgrund im ehemaligen Niederschlesien, dem heutigen Międzygórze, wo ihre Vorfahren bis zur dramatischen Flucht 1946 ein Sanatorium besessen und geleitet haben. Aus den Erlebnissen ihrer Reise ins heutige Polen, den Tagebüchern und Dokumenten ihrer Familienmitglieder und ihren eigenen Erinnerungen an das Leben ihrer Mutter erschafft Bettina Flitner nicht weniger als ein literarisches Meisterwerk, einen hochspannenden Familienroman, der zugleich eine nachgetragene Versöhnung mit der eigenen Mutter ist und die erlösende Kraft des Erinnerns und des genauen Erzählens demonstriert.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
320
Price
24.70 €

Author Description

Bettina Flitner ist 1961 in Köln geboren, wo sie auch heute wieder lebt. Sie startete als Filmemacherin, arbeitet aber nach ihrem Studium an der Film- und Fernsehakademie in Berlin als Fotografin. Oft kombiniert sie in ihren Arbeiten, die in vielen Galerie- und Museumsausstellungen gezeigt wurden, Fotografie und Text. Sie arbeitet u. a. für Zeitschriften und veröffentlichte zahlreiche Bücher. Zuletzt erschien bei Kiepenheuer & Witsch »Meine Schwester«.

Posts

9
All

Aufarbeitung, Familiengeschichte und Zeitzeugnis

"Stiller Gruß, lebe wohl, Ruhe in Frieden. Wie soll kann ein Gruß sein? Kann man noch Wohlleben, wenn man tot ist? Und kann man in Frieden ruhen, wenn man sich im Badezimmer erhängt hat?" Ich lese sehr gern Bücher, die sich mit der eigenen Identität beschäftigen. Dazu gehört oft, sich den Schatten der Vergangenheit zu stellen, die eigene Familiengeschichte aufzuarbeiten. Bettina Flitner tut dies in 'Meine Mutter'. Der Suizid ihrer Mutter liegt mehrere Jahrzehnte zurück, aber Bettina Flitner schreibt, als wäre die Mutter erst kürzlich gegangen. Wir tauchen beim Lesen tief in die Vergangenheit ein. Dieses Buch ist mehr als eine Mutter-Tochter-Geschichte. Es ist ein Zeitzeugnis, ein Familiendrama, ein Gesellschaftsportrait. Nach wenigen Seiten, war ich vollkommen eingenommen, auch wenn sich das Leid durch die Seiten zieht, ist da neben der Melancholie noch so viel mehr. Obwohl das Buch eher ruhig daher kommt, spürte ich beim Lesen ein ständiges Pulsieren und war stark bewegt. Bettina Flitners Schreibstil fesselt und 'Meine Mutter' ist eines dieser Bücher deren Inhalt lange in meinem Kopf bleiben wird.

4

Eine tragische Familiengeschichte

Bettina Flittner berichtet in ihrem aktuellen Roman Meine Mutter die Familiengeschichte ihrer Mutter Gisela, die aus Wölfelsgrund im Sudetenland stammte und als 8 jährige mit ihren Eltern nach dem 2. Weltkrieg vertrieben wurde. Der Familie gehörte bereits seit mehreren Generationen ein Sanatorium und der Giselas Vater war der letzte Chefarzt des Sanatoriums. Mit viel Feingefühl beschreibt die Autorin die einzelnen Charaktere und ihr Scheitern. Der Roman kann triggern, insbesondere wenn man selbst nahe Angehörige mit Depressionen hat. Es lohnt sich auf alle Fälle den Roman zu lesen, wenn man Interesse an Romanen mit psychologischen Fragestellungen hat.

3.5

MEINE MUTTER Bettina Flitner ET: 04.09.2025 Gila, die Mutter der Autorin, hat vor 40 Jahren Suizid begangen. Sie war nicht die Erste in ihrer Familie, die den Freitod wählte, und leider auch nicht die Letzte. Bettina Flitner begibt sich auf Spurensuche und reist nach Schlesien, wo ihre Familie einst ein großes Sanatorium eröffnete. Die gute Luft zog Menschen aus nah und fern an – meist wohlhabend und gut situiert. Anfangs blickten die einfachen Dorfbewohner skeptisch auf die reichen Kranken, doch am Ende profitierten sie: Sie erhielten kostenlose Behandlungen und Arbeitsplätze für ihre Söhne und Töchter. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zerbrach dieser Aufstieg. Die Familie verlor ihr Hab und Gut und musste nach Celle fliehen. Doch auch dort stellte sich für Gila kein dauerhaftes Glück ein. Ihr Ehemann, Bettinas Vater, lebte neben der Ehe weitere Beziehungen, Gila versank in Depressionen, und nur selten erlebte sie kleine Momente der Freude. Flitner erzählt diese Familiengeschichte auf Grundlage von Briefen, Tagebüchern und Erinnerungen ihres Großvaters und ihrer Tante. Das Buch "Meine Schwester" hatte mich im letzten Jahr begeistert und sehr berührt und war für mich ein Lese-Highlight. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an dieses neue Buch. Leider bleibt es hinter dem Vorgänger zurück. Stellenweise konnte es mich fesseln, aber nicht durchgehend. Auch wenn es erschütternde Szenen gibt, bleibt die Erzählung eher oberflächlich. Flitner schreibt, dass sie zu ihrer Mutter nur ein distanziertes Verhältnis hatte und genau das konnte ich beim Lesen spüren. Fazit: Eine traurige Familiengeschichte, ohne Frage, doch leider bleibt das Buch hinter meinen Erwartungen zurück. Trotzdem wünsche ich Bettina Flitner eine große Leserschaft und freue mich auf ein weiteres Buch von ihr – gern etwas ganz anderes. 3½/5

Post image
4.5

Warum war meine Mutter so, wie sie war?

Ich kannte den Vorgängerband "Meine Schwester" von Bettina Flitner nicht. Trotzdem hat der Klappentext mich gereizt, zu diesem Roman zu greifen. Ich wurde nicht enttäuscht! Die Autorin beschreibt in diesem Roman ihre Spurensuche zu ihrer Mutter, die sich vor 40 Jahren das Leben genommen hat. Bei einer Lesereise zu ihrem Buch "Meine Schwester" nach Celle besucht sie den Friedhof, auf dem ihre Mutter begraben liegt. Erinnerungsfetzen an die Beerdigung tauchen vor ihr auf und die Frage "Wer war eigentlich meine Mutter und warum war sie so, wie sie ist?". Sie begibt sich auf die Reise in deren Heimat Schlesien und taucht ein in die Vergangenheit. Anhand von Fotos, Briefen und Tagebüchern erfährt sie mehr über ihre Familie und deren Sanatorium in Schlesien, in dem ihre Mutter als Kind gelebt hat. Sie liest über die Flucht der Familie nach Celle, die Heirat ihrer Mutter und deren unglückliche Ehe. Ich fand den Schreibstil der Autorin richtig gut. Sie schildert zum Teil sehr distanziert, dann aber auch wieder mit viel Wärme. Sie verfällt in ihrem Roman nicht in kitschige Darstellungen, sondern beschreibt Tatsachen. Und gerade das hat mir an diesem Roman gefallen. Der Roman folgt keinem üblichen Muster, die Chronologie gerät schonmal durcheinander, z.B. wenn sie sich ihre eigenen Gedanken zu den ehemaligen Ereignissen macht. Eine Beschreibung folgt der anderen, die der Familiengeschichte gemischt mit ihren eigenen Gedanken. Leser:innen müssen schon aufpassen, nicht durcheinander zu kommen. Ich persönlich fand das kleine Büchlein gut, sowohl Flitners Recherche als auch ihre Art zu erzählen. Der Roman über die Schwester steht jetzt auf meiner Wunschliste! Gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung gibt es von mir!

3.5

Für mich leider nicht so fesselnd und berührend wie der Text über ihre Schwester. Man merkt die emotionale Distanz zwischen Flitner und ihrer Mutter, mir war das alles irgendwie zu nüchtern. Zudem las sich einiges als zu sehr fiktiv/zurecht gesponnen. Das letzte Drittel hat mich letztendlich versöhnt.

4

Eine ehrliche Reise in die Vergangenheit der Familie!

. Hast du Lust auf eine emotional berührende Familiengeschichte? Gradlinig und direkt und doch einfühlsam? Dann solltest du „Meine Mutter“ unbedingt lesen. Flitners Schreistil und Sprache macht diesen Roman zu einem wirklich interessanten Werk über ihre tragische Familiengeschichte! 4/5 ⭐️ . Worum geht es aber genau… Bettina Flinter ist auf einer Lesereise in ihrer alten Heimat Celle und wird dadurch inspiriert, auf den Spuren ihrer Vorfahren nach Wölfersgrund im ehemaligen Schlesien, heute Polen zu reisen. . In „Meine Mutter“ folgen wir Flitner bei ihrer Reise in die Vergangenheit ihrer Familie. Dabei begibt sie sich wirklich auf die Reise nach Polen ins ehemalige Sanatorium ihrer Familie und wohnt dort im alten Doktorhaus. Sie erkundet mit Hilfe von Erzählungen ihrer Familie und Tagebüchern das Haus und die Gegend darum. Sie steht in den ehemaligen Zimmern ihrer Familie und umgibt sich mit den Geistern der Vergangenheit des zweiten Weltkrieges. Doch die Familie Flitners leidet nicht nur unter dem Krieg… mehrere Suizide, unter anderem Flitners Mutter und Schwester, durchziehen die Geschichte der Familie und Flitner versucht Gründe dafür zu finden. Dieses Buch ist eine offenen und ehrliche Aufarbeitung der Familiengeschichte und eine Versöhnung zur Mutter. Präzise, klar und trotzdem einfühlsam schreibt Flitner über die schweren Themen, die seit je her, wie ein dunkler Schatten über ihrer Familie schweben. Nationalsozialismus, Vertreibung und Depression. Ich mag die Analytische Art, wie die tragische Geschichte der Familie erzählt wird. Keine Interpretationen oder sonstiges! Als Leser merkt man wirklich, wie sehr sich Flitner nicht nur mit den Emotionen ihrer Familie, sondern auch mit ihren Eigenen auseinandersetzt hat. Dieses Buch zeigt ebenfalls auf, dass man manchmal die Familiengeschichte hinterfragen sollte, um sich ein klareres Bild von den Ereignissen um sich herum machen zu können. Jede Tat hat meist einen tieferen Grund! Wirklich ein gelungenes literarisches Werk!

Eine ehrliche Reise in die Vergangenheit der Familie!
3.5

Bedrückende Familiengeschichte

Die Geschichte an sich finde ich spannend und ein weiteres Zeugnis seiner Zeit, als Zufriedenheit und Wohlstand jederzeit von Hunger und Verlorenheit abgelöst werden konnte. Ich hatte so meine Probleme mit dem Perspektivenwechsel und den Erzählungen aus der direkten Perspektive der betroffenen Personen. Es sind ja nur Notizen übrig und Tagebücher, daraus wurde sich etwas zusammengereimt und dies dann so beschrieben, als befände man sich gerade in der Situation. Wie es mit Familiengeschichten so ist, bleibt natürlich vieles offen und die Beweggründe können nur erahnt werden. Dennoch ein wichtiges Stück aus der Vergangenheit, dessen Erzählung allen Lesern einen weiteren Einblick in diese Zeit bietet.

5

Suizid spielt in Flitners Familie eine Rolle und genau das verwebt sie in diesem Roman, indem die Lebensgeschichte der Mutter von Anfang bis Ende beschrieben wird. Durch die gesamte Familienhistorie wiederholt sich dieses Schicksal, und genau so baut auch die Autorin kleine Wiederholungen ein, die sprachlich gekonnt wirken. Das Aufwachsen ihrer Mutter im Sudetenland nimmt mit Kapitel 2 den größten Platz im Roman ein. Man wird relativ schnell aber umfassend in die Abstammungsgeschichte und Schauplatz des Geschehens. Die Protagonistin des Romans entstammt einer Ärztefamilie im Dorf Wölfelsgrund. Hier erlebt die Mutter nicht nur die Nachwehen des ersten Weltkriegs und der Auswirkungen dessen auf ihre eigenen Vorfahren, sondern auch den zweiten Weltkrieg, in dem sie ihren Bruder verlor und danach mit ihrer Familie nach Deutschland vertrieben wurde. Im dritten Kapitel geht es um Flitners eigene Kindheit mit ihrer Mutter und der Beziehung zu ihrem Vater. Ebenfalls mit sich wiederholender Sprache erfährt man hier, wie es zum eingangs erwähnten Suizid kommt und welche Erinnerungen und Erlebnisse es zwischen Mutter und Tochter dies überlebt haben. Hier gerät das Aufwachsen der Mutter im Sudetenland beinahe in den Hintergrund, was sich im Leben der Mutter, neben ihrem erfolgreichen Mann, vielleicht tatsächlich so angefühlt hat. Sprachgewaltig endet das Buch mit einer Anekdote im hier und jetzt!

4

Ich habe mich sehr gerne und mit großem Interesse auf diese Reise in die Geschichte der Familie der Autorin begeben. Sie sucht Antworten auf Fragen nach dem Unglück im Leben ihrer Mutter und deren Familie vor langer Zeit im heutigen Polen. Zusammenhänge zwischen den Schicksalen der einzelnen Familienmitglieder vor 100 Jahren und heute werden durchdrungen. Wie prägt die Geschichte, wie prägt die Familie noch das eigene Leben ? Mir gefällt der klare, präzise Schreibstil der Autorin sehr.

Create Post