Meine kleine Großmutter & Mr. Thursday oder Die Erfindung der Erinnerung

Meine kleine Großmutter & Mr. Thursday oder Die Erfindung der Erinnerung

Book
5.02
ErinnerungFrauenromanZweiter WeltkriegKino

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Description

Träumen, Erfinden, Erinnern: Ein großer Roman über eine kleine Frau Ich habe meine Großmutter gekannt, aber ich wusste nicht, dass sie es war. Linda, Übersetzerin aus dem Persischen, lässt sich gern von ihren Träumen lenken, und so findet sie sich eines Tages in Lüneburg wieder: Dort lebte ihre kaum gekannte Großmutter Ida unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, geflohen aus Oberschlesien, verwitwet, mit fünf Kindern. Knapp eineinhalb Meter groß, arbeitete sie für »Direktor des englischen Kinos«. Dieser Halbsatz entzündet Lindas Phantasie, und schon ist sie mitten in der Zeit der britischen Besatzung, von 1945 bis 1949: Ida verliert ihren Mann, Ida schrubbt Wäsche für die Tommys, und Ida begegnet Mr. Thursday. Sie fängt bei ihm im »Astra Cinema« an und merkt vor lauter Begeisterung für die Filme kaum, dass er sich in sie verliebt … Das Kino wird zum Gegenbild für die raue Wirklichkeit, durch die Ida und ihre kleine Rasselbande sich als »Flüchter« durchboxen, mit Einfallsreichtum, der Kraft der Träume und der Liebe, die sie verbindet. Indem Linda aus Sehnsucht nach der Großmutter, die sie nicht hatte, zu deren Erzählerin wird, verändert sie sich selbst – und erzählt noch dazu die Geschichte einer ganzen Epoche.

Book Information

Main Genre
Poetry & Drama
Sub Genre
Criticism & Literary Studies
Format
Book
Pages
416
Price
18.50 €

Posts

1
All
5

Diese Buch ist einfach wundervoll. Es ist emotional mitreißend ohne jemals sentimental zu wirken, unglaublich realistisch und gut recherchiert, besitzt aber zusätzlich einen magischen Charme und hat eine Protagonistin die sehr sympatisch ist und trotzdem ein Mensch ihrer Zeit bleibt. Ich mochte auch den Schreibstil total. Teilweise gibt es fast poetische Beschreibungen, aber das Buch verliert sich nie darin, der Fokus bleibt auf der Geschichte und vor allem auf den Figuren, mit denen man sehr schnell warm wird. Idas Alltag wirkt beim Lesen genauso spannend wie die großen Ereignisse, die sehr wirksam dargestellt sind. Auch wenn das, was mich an der Prämisse am meisten interessiert hat (das Kino) erst relativ spät teil der Handlung wird, habe ich es vorher nie vermisst. Das Buch war gefüllt von schönen, aber auch frustrierenden und traurigen Momenten mit Idas Familie und den Menschen um sie. Es war ein richtig gut gemachtes Stück Alltagsgeschichte und hat anschaulich vermittelt, was das Ende des Krieges und die Einteilung in Besatzungszonen für die Menschen bedeutet hat, trotzdem muss man kein Fan dieser Zeit sein, um die Geschichte zu genießen. Ida ist eine starke Protagonistin, die sich und ihren Kindern ein neues Leben aufbauen muss, und das ist ein Konzept, dass auch für Leser funktionieren kann, die von der Nachkriegszeit eigentlich genug haben.

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