Mein Großvater, der Täter
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Description
Im Spätherbst des Jahres 1941 ermorden die SS und ihre Helfer über 27000 Juden im Wald von Rumbula. Die Gruben, in denen die Menschen erschossen werden, konstruiert der SS-Offizier Ernst Hemicker. Verurteilt wird er dafür nie. Lorenz Hemicker wächst Jahrzehnte später mit einer vagen Ahnung auf, welches Verbrechens sich sein Großvater schuldig gemacht hat. Er kennt nur ein paar Sätze, die sein Vater bei jeder sich bietenden Gelegenheit im Freundes- und Bekanntenkreis wiederholt. Als beide nach Lettland reisen wollen, um mehr über die Taten von Ernst Hemicker zu erfahren, stirbt der Vater unerwartet. Für Lorenz Hemicker wird diese Zäsur der Beginn einer jahrelangen Suche nach den Spuren seines Großvaters. Sie führt ihn an den Ort des Massakers, zu Überlebenden des Holocaust in Riga und in die Tiefen deutscher Weltkriegsarchive. Dabei entsteht das Bild eines Mannes, der – wie viele andere mit ihm – vom Jedermann zum Täter wird und dessen Taten seinen Sohn und seinen Enkel noch lange über seinen Tod hinaus wie ein Schatten begleiten.
Eine bewegende, fesselnd erzählte Recherche – mitten hinein ins Herz der Fragen von deutscher Schuld und dem Wissen darum in den Familien.
Book Information
Author Description
Lorenz Hemicker wurde 1978 in Gummersbach geboren und ist im Sauerland aufgewachsen. In Aachen studierte er zunächst Architektur, dann Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre. Von 2008 bis 2014 war er Chef vom Dienst des sicherheitspolitischen Magazins «Loyal». 2014 wechselte er zur «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» und schrieb seit 2017 in der Politikredaktion. Seit Juli 2023 ist er Chef vom Dienst von FAZ.NET.
Posts
Eine sehr persönliche Familiengeschichte, die hier der Enkel von Ernst auf den Grund geht. Sein Vater ist von der Anklage seines Vaters zu Verbrechen im 2. Weltkrieg traumatisiert. Der Autor und sein Vater wollten am Tatort recherchieren, doch vorher stirbt der Vater. Allein macht sich der Autor auf Spurensuche , befragt Zeitzeugen und Juristen. Nicht auf alle Fragen findet er Antworten. Fest steht nur, dass der Großvater als SS - Angehöriger an Verbrechen mitgewirkt hat. Es wird hier das Leben von Ernst skizziert, auch wie er zur SS kommt und wie er bei den Verbrechen mitgewirkt haben könnte, gestützt auf Akten. Eine interessante Perspektive bringt auch ein Richter ein, der kurz den unterschiedlichen Umgang mit Kriegsverbrechen in der Bundesrepublik schildert. Für mich war es interessant etwas über die Kriegsverbrechen in Riga zu erfahren.
Schwere Kost. Was würde man selbst tun, wenn man wüsste, dass der eigene Großvater solche Dinge getan hat? Was fühlt man, wie geht man damit um? Dieses Buch zeigt eine emotionale Aufarbeitung der Familiengeschichte. Wenn man sich in Ludwigsburg auskennt, sieht man manche Dinge noch deutlicher. Das hat mich persönlich noch weiter in die Erzählung hineingezogen, auch wenn sich gegen Ende ein paar Längen aufgetan haben. Ich habe es als Hörbuch gehört und mochte die Stimme des Sprechers gerne.
Gut recherchiert, persönlich, glaubhaft, heftig
Wir haben alle in der Schule wieder und wieder über die NS-Zeit gehört. In meiner Familie gab es keine Nazis, es wurde geschwiegen und wenn, dann lustige Geschichten aus Kriegszeiten erzählt. Und weiter geschwiegen. Lass die Oma mit dem Thema in Ruhe, hieß es. Meine Opas habe ich nie kennengelernt. Meine Eltern sind typische Kriegskinder. Auch sie schweigen, weil sie nie etwas gehört bzw. Verstanden haben. Fragen zu stellen war nicht erwünscht. Hut ab vor Lorenz Hemicker, einem typischen Kriegsenkel!
Dieses Buch wurde sehr interessant geschrieben. Nur leider hat der Autor nicht alles rausbekommen was er wissen wollte. Ich denke es ist auch sehr schwer alles zu recherchieren. Auch meine Großeltern haben diese Zeit verschwiegen. Sie sagten immer über diese Zeit muss ich nichts wissen. Schade gerade diese Zeit darf nicht vergessen werden. ☝️
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Im Spätherbst des Jahres 1941 ermorden die SS und ihre Helfer über 27000 Juden im Wald von Rumbula. Die Gruben, in denen die Menschen erschossen werden, konstruiert der SS-Offizier Ernst Hemicker. Verurteilt wird er dafür nie. Lorenz Hemicker wächst Jahrzehnte später mit einer vagen Ahnung auf, welches Verbrechens sich sein Großvater schuldig gemacht hat. Er kennt nur ein paar Sätze, die sein Vater bei jeder sich bietenden Gelegenheit im Freundes- und Bekanntenkreis wiederholt. Als beide nach Lettland reisen wollen, um mehr über die Taten von Ernst Hemicker zu erfahren, stirbt der Vater unerwartet. Für Lorenz Hemicker wird diese Zäsur der Beginn einer jahrelangen Suche nach den Spuren seines Großvaters. Sie führt ihn an den Ort des Massakers, zu Überlebenden des Holocaust in Riga und in die Tiefen deutscher Weltkriegsarchive. Dabei entsteht das Bild eines Mannes, der – wie viele andere mit ihm – vom Jedermann zum Täter wird und dessen Taten seinen Sohn und seinen Enkel noch lange über seinen Tod hinaus wie ein Schatten begleiten.
Eine bewegende, fesselnd erzählte Recherche – mitten hinein ins Herz der Fragen von deutscher Schuld und dem Wissen darum in den Familien.
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Author Description
Lorenz Hemicker wurde 1978 in Gummersbach geboren und ist im Sauerland aufgewachsen. In Aachen studierte er zunächst Architektur, dann Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre. Von 2008 bis 2014 war er Chef vom Dienst des sicherheitspolitischen Magazins «Loyal». 2014 wechselte er zur «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» und schrieb seit 2017 in der Politikredaktion. Seit Juli 2023 ist er Chef vom Dienst von FAZ.NET.
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Eine sehr persönliche Familiengeschichte, die hier der Enkel von Ernst auf den Grund geht. Sein Vater ist von der Anklage seines Vaters zu Verbrechen im 2. Weltkrieg traumatisiert. Der Autor und sein Vater wollten am Tatort recherchieren, doch vorher stirbt der Vater. Allein macht sich der Autor auf Spurensuche , befragt Zeitzeugen und Juristen. Nicht auf alle Fragen findet er Antworten. Fest steht nur, dass der Großvater als SS - Angehöriger an Verbrechen mitgewirkt hat. Es wird hier das Leben von Ernst skizziert, auch wie er zur SS kommt und wie er bei den Verbrechen mitgewirkt haben könnte, gestützt auf Akten. Eine interessante Perspektive bringt auch ein Richter ein, der kurz den unterschiedlichen Umgang mit Kriegsverbrechen in der Bundesrepublik schildert. Für mich war es interessant etwas über die Kriegsverbrechen in Riga zu erfahren.
Schwere Kost. Was würde man selbst tun, wenn man wüsste, dass der eigene Großvater solche Dinge getan hat? Was fühlt man, wie geht man damit um? Dieses Buch zeigt eine emotionale Aufarbeitung der Familiengeschichte. Wenn man sich in Ludwigsburg auskennt, sieht man manche Dinge noch deutlicher. Das hat mich persönlich noch weiter in die Erzählung hineingezogen, auch wenn sich gegen Ende ein paar Längen aufgetan haben. Ich habe es als Hörbuch gehört und mochte die Stimme des Sprechers gerne.
Gut recherchiert, persönlich, glaubhaft, heftig
Wir haben alle in der Schule wieder und wieder über die NS-Zeit gehört. In meiner Familie gab es keine Nazis, es wurde geschwiegen und wenn, dann lustige Geschichten aus Kriegszeiten erzählt. Und weiter geschwiegen. Lass die Oma mit dem Thema in Ruhe, hieß es. Meine Opas habe ich nie kennengelernt. Meine Eltern sind typische Kriegskinder. Auch sie schweigen, weil sie nie etwas gehört bzw. Verstanden haben. Fragen zu stellen war nicht erwünscht. Hut ab vor Lorenz Hemicker, einem typischen Kriegsenkel!








