Eine sehr persönliche Familiengeschichte, die hier der Enkel von Ernst auf den Grund geht. Sein Vater ist von der Anklage seines Vaters zu Verbrechen im 2. Weltkrieg traumatisiert. Der Autor und sein Vater wollten am Tatort recherchieren, doch vorher stirbt der Vater. Allein macht sich der Autor auf Spurensuche , befragt Zeitzeugen und Juristen. Nicht auf alle Fragen findet er Antworten. Fest steht nur, dass der Großvater als SS - Angehöriger an Verbrechen mitgewirkt hat. Es wird hier das Leben von Ernst skizziert, auch wie er zur SS kommt und wie er bei den Verbrechen mitgewirkt haben könnte, gestützt auf Akten. Eine interessante Perspektive bringt auch ein Richter ein, der kurz den unterschiedlichen Umgang mit Kriegsverbrechen in der Bundesrepublik schildert. Für mich war es interessant etwas über die Kriegsverbrechen in Riga zu erfahren.
Schwere Kost. Was würde man selbst tun, wenn man wüsste, dass der eigene Großvater solche Dinge getan hat? Was fühlt man, wie geht man damit um? Dieses Buch zeigt eine emotionale Aufarbeitung der Familiengeschichte. Wenn man sich in Ludwigsburg auskennt, sieht man manche Dinge noch deutlicher. Das hat mich persönlich noch weiter in die Erzählung hineingezogen, auch wenn sich gegen Ende ein paar Längen aufgetan haben. Ich habe es als Hörbuch gehört und mochte die Stimme des Sprechers gerne.
Dieses Buch wurde sehr interessant geschrieben. Nur leider hat der Autor nicht alles rausbekommen was er wissen wollte. Ich denke es ist auch sehr schwer alles zu recherchieren. Auch meine Großeltern haben diese Zeit verschwiegen. Sie sagten immer über diese Zeit muss ich nichts wissen. Schade gerade diese Zeit darf nicht vergessen werden. ☝️
Beeindruckende Geschichte
Wie gut man dank dem Internet jetzt in die Vergangenheit gelangt. Es ist auch beeindruckend was er alles raus gefunden hat. Schade finde ich das er nicht wirklich die entscheidende Antwort gefunden hat. Aber er konnte vieles aufdecken.
Gut recherchiert, persönlich, glaubhaft, heftig
Wir haben alle in der Schule wieder und wieder über die NS-Zeit gehört. In meiner Familie gab es keine Nazis, es wurde geschwiegen und wenn, dann lustige Geschichten aus Kriegszeiten erzählt. Und weiter geschwiegen. Lass die Oma mit dem Thema in Ruhe, hieß es. Meine Opas habe ich nie kennengelernt. Meine Eltern sind typische Kriegskinder. Auch sie schweigen, weil sie nie etwas gehört bzw. Verstanden haben. Fragen zu stellen war nicht erwünscht. Hut ab vor Lorenz Hemicker, einem typischen Kriegsenkel!




