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Enttäuschend
Enthält mögliche Spoiler! Eine bittere Enttäuschung. Ich habe die ersten neun Bände dieser Reihe als Jugendliche geliebt! Ich habe diese Bücher auf und ab gelesen und war begeistert. Auch heute als Erwachsene, lese ich die Reihe noch ab und zu und sie löst jedes Mal Nostalgie in mir aus. Natürlich war ich hellauf begeistert, als der zehnte Band angekündigt wurde. Voller Vorfreude begann ich das Buch zu lesen und bereits nach wenigen Seiten war mir klar: Das wird nichts. Ich hätte das Buch besser nicht gekauft. Maya, mittlerweile 30 Jahre alt, erzählt im über 30 Seiten (!) langem Prolog, was alles seit der Hochzeit vier Jahre zuvor passiert ist. Danach setzt die Handlung kurz vor der Geburt ihres zweiten Kindes ein. Ich wurde mit der Geschichte einfach nicht warm. Sprachlich wurde gezwungen jugendlich geschrieben und es passte überhaupt nicht zur Geschichte und Maya. Eine dreissigjährige, gebildete Frau spricht nicht mehr wie mit Zwanzig. Auch die ganzen englischen Begriffe, die sie immer wieder in den Mund nimmt, passen überhaupt nicht in die Geschichte. Wir befinden uns schliesslich in Sizilien und die englische Sprache hatte bisher auch nichts in Mayas Wortschatz zu suchen gehabt. Die italienischen bzw. sizilianischen Passagen, fand ich zwar toll, aber würde ich nicht Italienisch sprechen, wäre wohl auch das mangelnde Verständnis ein Kritikpunkt. Nun zu den Figuren an sich: Maya hat sich in meinen Augen null entwickelt. Immernoch ist sie naiv, gutgläubig und lässt Nicki alles durchgehen. Sie steht auch vier Jahre später noch nicht für sich selbst ein und beugt sich widerstandslos dem Willen ihres Mannes. Man müsse in einer Ehe eben auch Opfer bringen. Das sie die einzige ist, die Opfer erbringt, verdrängt sie gekonnt. Nicki hat seine Probleme zwar aufgearbeitet, aber dennoch verhält er sich unmöglich. Wie in seiner Jugend ist er tagtäglich und meist auch in der Nacht irgendwo unterwegs um etwas zu erledigen. Er ist weder für seine Kinder noch seine Frau da - die übrigens auch ihren Job zum Wohle der Kinder aufgeben musste. Willkommen im 20. Jahrhundert. Man muss Domenico zu Gute halten, dass er sich für die Jugendlichen einsetzt und diesen hilft, aber doch vernachlässigt er seine Familie. Ari, die Tochter von Maya und Domenico ist einfach irgendwas. Einerseits wird die zweijährige als „Papa-Kind“ beschrieben, die nur von Nicki ins Bett gebracht und unterhalten werden will. Dass dieser im Verlaufe des Buches nur an wenigen Abenden überhaupt zu Hause ist, wird dabei komplett ignoriert. Die Beschreibung und tatsächlichen Ereignisse stimmen hier überhaupt nicht überein. Gleichzeitig wird Ari als überdurchschnittlich klug beschrieben, denn die Kleine muss „zufällig“ Pipi, damit Maya eine Unterhaltung belauschen kann. Das ein Kind mehr versteht und mitbekommt, als manch einer denkt, zweifle ich gar nicht an, aber dieses Verhalten passt so gar nicht zu diesem trotzigen, nach Aufmerksamkeit (aber natürlich nur von ihrem Vater) bettelnden Kind. Zu den im Buch vorkommenden Themen: Natürlich kam immer wieder die Sprache auf ihre Vergangenheit, das fand ich ja auch gut. Zusätzlich wurden aber auch die Pandemie (Warum gibt es bald kein Buch mehr, in dem diese nicht zur Sprache kommt?) und die Flüchtlingskrise aufgegriffen. Klar, ist das ein wichtiges Thema, aber auf mich wirkte es so, als hätte die Autorin unbedingt einen weiteren Teil schreiben wollen, und kein Thema mehr gewusst. Es passte nicht wirklich zur Geschichte. Ebenso ist es mit der ganzen Gott-&Glaubensthematik. Klar, Gott und der Glauben war immer ein Thema, aber hier wurde es auf gefühlt jeder fünften Seite betont. Das war einfach zu viel. Ob das mit dem Verlag zusammenhängt? Nun noch einige Worte zu Manuel: Dieser Junge hatte mein Herz bereits in den vorangehenden Büchern. Hier in diesem Band, lernt man ihn besser kennen, doch leider geht er oft „vergessen“ oder wird sich selbst überlassen. Maya bekräftigt immer wieder, dass sie und Domenico Mingos Sohn gerne adoptieren würden, doch etwas in diese Richtung unternehmen tun sie nicht. Ohne genügend Einkommen würde es sowieso nicht funktionieren… Am Ende wird er sogar regelrecht abgeschoben. Manuel tut mir einfach nur Leid. Apropos Ende. Was soll das? Sieht ganz so aus, als würde es noch eine weitere Fortsetzung geben. Werde ich sie lesen? Ich denke nicht.
Oct 10, 2023
Enttäuschend
Enthält mögliche Spoiler! Eine bittere Enttäuschung. Ich habe die ersten neun Bände dieser Reihe als Jugendliche geliebt! Ich habe diese Bücher auf und ab gelesen und war begeistert. Auch heute als Erwachsene, lese ich die Reihe noch ab und zu und sie löst jedes Mal Nostalgie in mir aus. Natürlich war ich hellauf begeistert, als der zehnte Band angekündigt wurde. Voller Vorfreude begann ich das Buch zu lesen und bereits nach wenigen Seiten war mir klar: Das wird nichts. Ich hätte das Buch besser nicht gekauft. Maya, mittlerweile 30 Jahre alt, erzählt im über 30 Seiten (!) langem Prolog, was alles seit der Hochzeit vier Jahre zuvor passiert ist. Danach setzt die Handlung kurz vor der Geburt ihres zweiten Kindes ein. Ich wurde mit der Geschichte einfach nicht warm. Sprachlich wurde gezwungen jugendlich geschrieben und es passte überhaupt nicht zur Geschichte und Maya. Eine dreissigjährige, gebildete Frau spricht nicht mehr wie mit Zwanzig. Auch die ganzen englischen Begriffe, die sie immer wieder in den Mund nimmt, passen überhaupt nicht in die Geschichte. Wir befinden uns schliesslich in Sizilien und die englische Sprache hatte bisher auch nichts in Mayas Wortschatz zu suchen gehabt. Die italienischen bzw. sizilianischen Passagen, fand ich zwar toll, aber würde ich nicht Italienisch sprechen, wäre wohl auch das mangelnde Verständnis ein Kritikpunkt. Nun zu den Figuren an sich: Maya hat sich in meinen Augen null entwickelt. Immernoch ist sie naiv, gutgläubig und lässt Nicki alles durchgehen. Sie steht auch vier Jahre später noch nicht für sich selbst ein und beugt sich widerstandslos dem Willen ihres Mannes. Man müsse in einer Ehe eben auch Opfer bringen. Das sie die einzige ist, die Opfer erbringt, verdrängt sie gekonnt. Nicki hat seine Probleme zwar aufgearbeitet, aber dennoch verhält er sich unmöglich. Wie in seiner Jugend ist er tagtäglich und meist auch in der Nacht irgendwo unterwegs um etwas zu erledigen. Er ist weder für seine Kinder noch seine Frau da - die übrigens auch ihren Job zum Wohle der Kinder aufgeben musste. Willkommen im 20. Jahrhundert. Man muss Domenico zu Gute halten, dass er sich für die Jugendlichen einsetzt und diesen hilft, aber doch vernachlässigt er seine Familie. Ari, die Tochter von Maya und Domenico ist einfach irgendwas. Einerseits wird die zweijährige als „Papa-Kind“ beschrieben, die nur von Nicki ins Bett gebracht und unterhalten werden will. Dass dieser im Verlaufe des Buches nur an wenigen Abenden überhaupt zu Hause ist, wird dabei komplett ignoriert. Die Beschreibung und tatsächlichen Ereignisse stimmen hier überhaupt nicht überein. Gleichzeitig wird Ari als überdurchschnittlich klug beschrieben, denn die Kleine muss „zufällig“ Pipi, damit Maya eine Unterhaltung belauschen kann. Das ein Kind mehr versteht und mitbekommt, als manch einer denkt, zweifle ich gar nicht an, aber dieses Verhalten passt so gar nicht zu diesem trotzigen, nach Aufmerksamkeit (aber natürlich nur von ihrem Vater) bettelnden Kind. Zu den im Buch vorkommenden Themen: Natürlich kam immer wieder die Sprache auf ihre Vergangenheit, das fand ich ja auch gut. Zusätzlich wurden aber auch die Pandemie (Warum gibt es bald kein Buch mehr, in dem diese nicht zur Sprache kommt?) und die Flüchtlingskrise aufgegriffen. Klar, ist das ein wichtiges Thema, aber auf mich wirkte es so, als hätte die Autorin unbedingt einen weiteren Teil schreiben wollen, und kein Thema mehr gewusst. Es passte nicht wirklich zur Geschichte. Ebenso ist es mit der ganzen Gott-&Glaubensthematik. Klar, Gott und der Glauben war immer ein Thema, aber hier wurde es auf gefühlt jeder fünften Seite betont. Das war einfach zu viel. Ob das mit dem Verlag zusammenhängt? Nun noch einige Worte zu Manuel: Dieser Junge hatte mein Herz bereits in den vorangehenden Büchern. Hier in diesem Band, lernt man ihn besser kennen, doch leider geht er oft „vergessen“ oder wird sich selbst überlassen. Maya bekräftigt immer wieder, dass sie und Domenico Mingos Sohn gerne adoptieren würden, doch etwas in diese Richtung unternehmen tun sie nicht. Ohne genügend Einkommen würde es sowieso nicht funktionieren… Am Ende wird er sogar regelrecht abgeschoben. Manuel tut mir einfach nur Leid. Apropos Ende. Was soll das? Sieht ganz so aus, als würde es noch eine weitere Fortsetzung geben. Werde ich sie lesen? Ich denke nicht.
Oct 10, 2023







