Little Fires Everywhere: Reese's Book Club
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Description
“To say I love this book is an understatement. It’s a deep psychological mystery about the power of motherhood, the intensity of teenage love, and the danger of perfection. It moved me to tears.” —Reese Witherspoon
From the bestselling author of Everything I Never Told You and Our Missing Hearts comes a riveting novel that traces the intertwined fates of the picture-perfect Richardson family and the enigmatic mother and daughter who upend their lives.
In Shaker Heights, a placid, progressive suburb of Cleveland, everything is planned—from the layout of the winding roads, to the colors of the houses, to the successful lives its residents will go on to lead. And no one embodies this spirit more than Elena Richardson, whose guiding principle is playing by the rules.
Enter Mia Warren—an enigmatic artist and single mother—who arrives in this idyllic bubble with her teenaged daughter Pearl, and rents a house from the Richardsons. Soon Mia and Pearl become more than tenants: all four Richardson children are drawn to the mother-daughter pair. But Mia carries with her a mysterious past and a disregard for the status quo that threatens to upend this carefully ordered community.
When old family friends of the Richardsons attempt to adopt a Chinese-American baby, a custody battle erupts that dramatically divides the town—and puts Mia and Elena on opposing sides. Suspicious of Mia and her motives, Elena is determined to uncover the secrets in Mia’s past. But her obsession will come at unexpected and devastating costs.
Little Fires Everywhere explores the weight of secrets, the nature of art and identity, and the ferocious pull of motherhood—and the danger of believing that following the rules can avert disaster.
Named a Best Book of the Year by: People, The Washington Post, Bustle, Esquire, Southern Living, The Daily Beast, GQ, Entertainment Weekly, NPR, Amazon, Barnes & Noble, iBooks, Audible, Goodreads, Library Reads, Book of the Month, Paste, Kirkus Reviews, St. Louis Post-Dispatch, and more
Book Information
Posts
Das Buch beginnt damit, dass das Haus der Richardsons in Flammen steht. Zu dieser Szene kehren wir am Ende des Buchs zurück. Das Haus steht in der wohl spießigsten, perfektesten und geregeltsten Stadt Amerikas. Und Mrs. Richardson glaubt an diese Regeln und dass sie zum einzig wahren glücklichen Leben führen. Nur die jüngste der vier Kinder, Izzy, ist eine Rebellin mit einer sehr komplizierten Beziehung zu ihrer Mutter. Mrs Richardson nimmt aus Gutherzigkeit die alleinerziehende Künstlerin Mia Warren als Mieterin einer Wohnung auf. Deren Tochter Pearl freundet sich sofort mit dreien der Richardson-Kinder an. Doch Mia scheint eine mysteriöse Vergangenheit zu haben, der die Richardsons auf die Spur kommen wollen. Die Handlung springt zwischen den Perspektiven der Figuren hin und her und ist gespickt mit größeren und kleineren Lebensdramen. Das vorherrschende Thema ist Mutterschaft. Die Charaktere fand ich sehr gut ausgearbeitet und auch die komplexen zwischenmenschlichen Beziehungen!! Allerdings nimmt man die Gefühle der Figuren nur oberflächlich und als Beobachter wahr, man fühlt nicht richtig mit. Fand ich jetzt aber nicht übermäßig schade, da für mich das Krimielement im Vordergrund stand. Ein bisschen schade fand ich, dass es am Ende GAR so eindeutig einen Good guy und einen Bad guy gab. Etwas mehr Ambivalenz und Vielschichtigkeit hätte ich dieser Autorin durchaus zugetraut!
Leicht zu lesen, schwer wegzulegen
Kleine Feuer überall von Celeste Ng hat mich komplett in den Sog gezogen. Kein lautes Drama, keine künstlichen Cliffhanger, aber dieses permanente Gefühl von „ich lese noch ein Kapitel“. Man ist sofort drin und bleibt es auch, obwohl alles ruhig und fast gemütlich erzählt wird. Ein entspannter Read für zwischendurch an, ohne banal zu sein. Gerade deshalb ist es auch ein riesiger Tipp für einen Buchclub oder fürs gemeinsame Lesen. Mit mehreren Leuten wird das Buch noch spannender, weil jede Person andere Figuren, Entscheidungen und Konflikte anders wahrnimmt. Der Gesprächsstoff geht hier definitiv nicht aus, wenn man Lust darauf hat. Und wenn nicht, bleibt es trotzdem ein richtig gutes, fesselndes Buch.
"It bothers you, doesn’t it?” Mia said suddenly. “I think you can’t imagine. Why anyone would choose a different life from the one you’ve got. Why anyone might want something other than a big house with a big lawn, a fancy car, a job in an office. Why anyone would choose anything different than what you’d choose." Little Fires Everywhere is my first read by Celeste Ng, but I’m pretty sure that it won’t be my last. I could easily have read this book in one go, but life got in the way. I loved the stark contrast between perfect, planned Shaker Heights on one side, where there are rules for everything that the residents must follow like houses can only be painted certain colors (to ensure aesthetic harmony), garbage is never to be put out in front of the house, lawns must always be cut promptly, etc. The city motto says it all: “Most communities just happen; the best are planned” And on the other side artistic and free spirited Mia Warren and her fifteen year old daughter, Pearl who rent an apartment from the Richardsons, a prominent Shaker Heights family. Their lives becoming intertwined in ways they never could have imagined. My favorite character was Izzy. She is a firecracker and I adored her impulsiveness and strong feelings about right and wrong. At just ten years old she was setting free shelter cats.“They’re like prisoners on death row” . Her refusal to conform was thrilling and the toothpick incident had me laughing hard. There was a lot going on in this book, but I found it easy to keep up. It did have a bit of a slow start, but I feel the author was just setting the stage for all that was to come. And later on I was so completely invested into all of the characters lives and I just had to know what was going to happen to them next. I thought that the character development was amazing. Celeste Ng did a phenomenal job. The additional story-line of little Mirabelle McCullough/May Ling Chow was thought provoking and very well done. This was an intriguing and compelling domestic drama. A story about adolescence, race, rules, motherhood, right and wrong, and so much more. A fast and fantastic read.
Anfangs habe ich mich mit der auktorialen Erzählperspektive und den sprunghaften Beschreibungen des Handlungsablaufs ein wenig schwer getan. Nach und nach entwickelte sich daraus aber eine tolle Geschichte mit einigen interessanten Gedanken und Wendungen - aus vielen kleinen Flammen wurde letztendlich ein großes Feuer. Drama, Spannung und viele Emotionen erwarten den Lesenden bei diesem wunderbaren Buch, welches ich ab der zweiten Hälfte kaum noch aus der Hand legen konnte!
Der zweite Roman von Celeste Ng, den ich gelesen habe und ihren neuesten habe ich noch während ich "Little Fires Everywhere" las, bestellt. Der Schreibstil ist so nachdrücklich ehrlich, dass man gar nicht anders kann, als von den Worten berührt zu werden. Was mich nachhaltig beschäftigt ist die Tatsache, dass ich nie das Gefühl hatte, mich den Figuren gegenüber klar positionieren zu müssen. Dass nicht jede Entscheidung entweder richtig oder falsch ist, und dass man darauf nicht immer eine Antwort braucht. Ich würde behaupten, dass man jede Figur zumindest zu einem kleinen Teil verstehen kann und eine gute Absicht eine Entscheidung nicht automatisch auch gut macht.

Emotionale Geschichte, die leider nicht emotional geschrieben wurde
Das Buch "Kleine Feuer überall" von Celeste Ng ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert, aber es hat mich nicht vollständig überzeugt. Es spielt in der perfekt durchgeplanten Vorstadt Shaker Heights, wo der Rasen maximal 15 cm hoch sein darf und der Müll penibel hinter dem Haus versteckt wird. Alles läuft nach strengen Regeln ab, bis die Geschichte mit einem Paukenschlag beginnt: Das Haus der Familie Richardson steht in Flammen. Schon hier deutet sich an, dass die scheinbar makellose Fassade bröckelt. Die Mutter Elena Richardson und drei ihrer Kinder stehen hilflos vor den Flammen, während alle die Schuld bei der jüngsten Tochter, Isabell, suchen – dem schwarzen Schaf der Familie. Diese Szene zieht den Leser sofort in die Geschichte hinein, und man möchte unbedingt wissen, was zu diesem katastrophalen Moment geführt hat. Ein Jahr zuvor zieht die alleinerziehende Künstlerin Mia mit ihrer Tochter Pearl in die Mietwohnung der Richardsons. Durch Moody, den Sohn der Richardsons, werden sie in das Leben der wohlhabenden Familie hineingezogen. Doch was zunächst wie ein unkompliziertes Zusammenleben wirkt, entwickelt sich schnell zu einer Kette von Ereignissen, die das Leben aller Beteiligten grundlegend verändern. Die Dynamik zwischen den Charakteren erinnert an das, was man aus Serien wie "O.C. California" kennt, nur mit einem Hauch von "Desperate Housewives". Es ist dieses unangenehme Gefühl von Perfektion, das fast zu schön ist, um wahr zu sein. Der Roman wird aus einer auktorialen, allwissenden Perspektive erzählt, was leider eine gewisse Distanz zu den Figuren schafft. Obwohl die Themen – Adoption, Mutterschaft und familiäre Bindungen – emotional aufgeladen sind, konnte ich mich nicht wirklich in die Charaktere hineinfühlen. Der Schreibstil verstärkt diese Distanz und lässt mich als Leserin außen vor. Hier wäre ein intensiverer, vielleicht personaler Erzählstil, wie man ihn von Jodi Picoult kennt, für mich wirkungsvoller gewesen. Hinzu kommt, dass die wechselnden Perspektiven stellenweise verwirrend sind. Oft passiert der Sprung zwischen den Protagonisten mitten im Kapitel oder sogar Absatz, was mir das Lesen manchmal erschwert hat. Man muss wirklich am Ball bleiben, um den Überblick zu behalten. Erst in der zweiten Hälfte des Buches kommt das zentrale Thema wirklich zur Geltung. Ohne zu viel zu verraten, geht es vor allem um die verschiedenen Facetten von Mutterschaft – ein Thema, das mich persönlich nicht besonders fesselt und durch den distanzierten Schreibstil noch weniger nah an mich herankam. Gleichzeitig behandelt der Roman aber auch viele andere spannende Themen wie Rassismus, Wohlstand, Perfektionismus und Selbstbestimmung. Diese moralischen Fragen sind durchaus interessant und regen zum Nachdenken an. Letztlich bleibt "Kleine Feuer überall" für mich ein gutes Buch mit einer interessanten Geschichte, die viele brisante Themen anspricht. Allerdings hat es den Hype, der um das Buch gemacht wird, für mich nicht gerechtfertigt. Trotz des spannenden Plots und der vielschichtigen Thematik hätte ich mir eine intensivere emotionale Verbindung gewünscht. So bleibt es für mich ein solides, aber nicht überwältigendes Leseerlebnis. Schade.
Ruhig, aber spannend und gut lesbar
"Kleine Feuer überall" ist ein Roman über zwei sehr unterschiedliche Familien in einer scheinbar perfekten amerikanischen Vorstadt. Als die unkonventionelle Künstlerin Mia Warren mit ihrer Tochter Pearl in das sehr geordnete und durchgeplante Leben der Familie Richardson tritt, geraten festgefügte Lebenskonzepte und Ansichten auf beiden Seiten ins Wanken. Das Buch liest sich flüssig und angenehm und war für mich ein sehr gutes Buch für zwischendurch. Celeste Ng erzählt klar, ruhig und mit einem guten Gespür für Spannung ohne Aufgeregtheit. Es ist nicht sonderlich emotional geschrieben, was ich aber sehr mochte. Der Roman lebt weniger von überraschenden Wendungen als von den schleichenden Konflikten, die sich immer weiter zuspitzen und am Ende eskalieren. Diese Art der Spannung mag ich gerne. Inhaltlich behandelt das Buch alltagsnahe Themen verschiedener Generationen, sodass man sich hier gut wiederfinden kann. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, sodass man selbst auch immer wieder den Blickwinkel wechseln muss. Ein Kritikpunkt ist für mich, dass die Figuren teilweise sehr schematisch angelegt sind, um Gegensätze zu verkörpern (Ordnung vs. Chaos, Abschlussballkönigin vs. Außenseiterin, etc.).
Wir starten in das Buch direkt mit dem Höhepunkt in der Geschichte. Das Haus der Familie Richardson , die in einem perfekten“ Vorort namens Shaker Heights wohnt,brennt lichterloh. Von von hieraus entwickelt sich die komplette Geschichte. Es werden wahnsinnig viele Themen behandelt. Es geht um Mütter im Allgemeinen und um Familienkonstellationen im Speziellen. Gesellschaftliche Stellungen, Rassismus , Adoption und Abtreibungen werden thematisiert. Es geht darum, was eine gute Mutter ausmacht und wie sich Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern entwickeln können. Inwieweit ist es in Ordnung, seine Kinder zu lenken und evtl. in Schablonen pressen zu wollen, weil man als Elternteil denkt, es wäre das Richtige für sein Kind…. Inwieweit behindert man die freie Entfaltung seiner Kinder, wenn man konsequent alles für sie plant und/ oder organisiert. Was ist das Minimum, was ein Kind braucht. Ist Liebe wichtiger als gesellschaftliches Ansehen? Übersieht man das Kind/ den Charakter des Kindes, wenn man nur seiner eigenen Vision folgt?? Und hat man kein Anrecht auf ein Kind, wenn man nicht viel mehr als Liebe zu bieten hat?? Außerdem ist ein großer Knackpunkt wie sehr Geheimnisse zu Misstrauen und Missverständnissen führen können. Und so komme ich dann aber auch auf den Kritikpunkt, den ich habe. Die Autorin stellt ganz klar heraus, was richtig und was falsch ist. Sie lässt einige Gedankengänge offen. Aber grundsätzlich wird sehr schnell klar, dass die privilegierte Familie (bzw. die gehobene Gesellschaftsschicht) in dieser Geschichte die anstrengende ist und eben moralisch verwerflich handelt . Zumindest war das meine Lesart. Trotzdem habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Ich wollte unbedingt wissen, was zum Ausgang der Geschichte geführt hat. Der Schreibstil, der Autorin war gut zu lesen. Der allwissende Erzähler hat es mir manchmal etwas schwer gemacht, den Protagonist:innen richtig nah zu kommen. Aber ich konnte die meisten Handlungen selbst gut nachvollziehen bzw. wurden andere Dinge nachvollziehbar aufgeklärt. Interessant fand ich, dass es tatsächlich früher Shaker Gemeinden gab. Hier ein kleiner Auszug aus einer Definition für Shaker (Quelle: Wikipedia) : “Für die Shaker sind Tugenden wie Fleiß, Kreativität und das Streben nach höchster handwerklicher Produktqualität Grundvoraussetzungen für ein gottgefälliges, freudvolles Leben. “ Wer ein unterhaltsames Buch mit interessanten, relevanten Gesellschaftsthemen lesen möchte, dem/der ist dieses Buch zu empfehlen😀.
A book that continues to resonate and make you think even after you've finished it.
LITTLE FIRES EVERYWHERE is a book that can easily be read in one go. It's difficult to put it down, especially when you're halfway through, because you just want to know what ultimately led to the fire. But basically, as the title suggests, there are a lot of ‘little fires of everyday life’. Profound themes such as race, right and wrong and motherhood are skillfully embedded in a rather simple plot. Moral questions keep coming up that I thought a lot about, the most important one in the story being: ‘what makes someone a mother?’ A story about family, but above all a character portrait, told slowly, with a lot of thought and love for the few, well-developed characters who are neither all good nor all bad. I found Izzy's relationship with her mother particularly fascinating.
Weiter geht es mit einem weiteren Buch aus dem Reese Witherspoon Bookclub. Ich habe das Buch mit einer Freundin zusammen gelesen, mit der ich mich gerade durch die Buchliste des Buchclubs lese. Und auch diesmal wurde ich absolut nicht enttäuscht. Es war eine super einzigartige Geschichte mit vielen spannenden Entwicklungen und faszinierenden Charakteren, die sich im Verlaufe des Buches immer wieder stark verändern und entwickeln. Am Anfang habe ich ein klein wenig gebraucht, um in das Buch hineinzukommen. Ich kann gar nicht so genau sagen, woran das gelegen hat, aber nach ca. 150 Seiten war ich richtig drin und total von der Geschichte gefesselt. Die Charaktere sind alle wahnsinnig unterschiedlich und hauptsächlich geht es um die Geschichten von verschiedenen Müttern und die alles beherrschende Frage dazu, was eine gute Mutter ausmacht. Dabei lernen wir als Leser:innen viele unterschiedliche Typen von Müttern kennen und fragen uns zwangsläufig selbst, wie wir uns eine gute Mutter vorstellen. Das Buch hat mich selbst als Mutter aber auch als Tochter zum Nachdenken gebracht. Ich habe es geliebt, dass das Buch in den 90ern spielt, denn in der heutigen Zeit wäre die Geschichte vermutlich ganz anders verlaufen. Sie passt einfach wirklich perfekt in die Zeit der 90er. Nun möchte ich gerne auch noch die passende Serie zum Buch anschauen und bin sehr gespannt darauf, wie das Ganze darin umgesetzt wird. Ich möchte auf jeden Fall eine Empfehlung für dieses Buch aussprechen.
Wer die Amerikaner mag, aber kritisch ist…
… wird dieses Buch mögen. Die Doppelmoral ist sehr fein bearbeitet und lässt einen schmunzeln und den Kopf schütteln. Der rote Faden ist sogar ein bisschen spannend, weil wer wie was, wieso weshalb warum viele Fragen stellt und beantwortet. Ein gutes Buch über amerikanische Spießer 😉
Als ich das Buch gerade beendet hatte, hatte ich nur einen Gedanken: das ist schon was ganz Großes. Viele lose Fäden werden erst am Ende mit dem letzten Satz zusammengezogen und wenn man sich das vor Augen hält und wie einen das Buch dadurch zum Nachdenken bringt, ist das schon richtig großes Buchkino. Die Gesellschaftskritik, welche die Autorin aufzeigt, hat mich richtig berührt und nachdenklich gestimmt. Vom Schreibstil würde ich es in Richtung Sally Rooney einordnen, allein wie die Handlung erzählt wurde, hat es mich sehr dran erinnert. Auch die Symbolik fand ich wunderbar.
"Sie versuchte sich vorzustellen, wieder in ihr altes Leben zurückzukehren: das Leben in ihrem schönen, absolut ordentlichen, verschwenderisch ausgestatteten Haus; in ihrem schönen, absolut ordentlichen Viertel; in ihrer schönen, absolut ordentlichen Stadt, wo jeder sich anpasst und jeder die Regeln befolgte und nach außen hin alles schön und perfekt sein musste, ganz gleich, wie chaotisch es innen aussah." Elena Richardson lebt das scheinbar perfekte Leben im scheinbar perfekten Shaker Heights. Als sie Mia und ihre Tochter Pearl als Mieter aufnimmt, ändern diese das Leben das ganzen Familie Richardson. Ein Buch über Familien und ihre Geheimnisse, über bröckelnde Fassaden, über Freundschaft, Liebe und Verlust. Ich mochte den unaufgeregten Schreibstil der Autorin, der viel erzählt, auch zwischen den Zeilen. Ich mochte den Aufbau der Geschichte, die nicht lineare Erzählweise. Und ich mochte vor Allen die vielschichtigen Charaktere, die alle nicht ohne Fehler sind. Leseempfehlung für alle Leser, die vielschichtige Geschichten und Geheimnisse mögen.
Ich war wieder begeistert vom Schreibstil der Autorin (damit hatte sie mich ja schon bei "Was ich euch nicht erzählte"). Ihre Art, Charaktere zu zeichnen ist wirklich enorm - ich habe alles wie einen Kinofilm vor mir ablaufen sehen (ich liebe das). Allerdings war der Knackpunkt diesmal sehr konstruiert, deswegen der eine Stern Abzug.
In diesem Buch geht es hauptsächlich um die Familie Richardson und die Warrens. Dabei spielt vor allem die augenscheinlich perfekte Gesellschaft in Shaker Heights eine große Rolle. Die Richardsons legen viel Wert auf Ordnung und Regeln. Die Warrens, Mia und Pearl, hingegen sind neu in der Stadt und führen eher ein einfaches Leben ohne große Zwänge. Ich persönlich war anfangs von den vielen Charakteren etwas überrumpelt. Man musste sich erst an alle gewöhnen und ich habe recht lange gebraucht um richtig in die Geschichte hinein zu kommen. Einige Charaktere machen einen richtigen Wandel durch, was ich wirklich gut fand. Trotzdem war es für mich etwas schwierig die nötige Geduld für den Roman aufzubringen. Man bekommt die einzelnen Stränge sehr "Häppchenweise" erzählt. Dadurch ist es mir eher schwer gefallen die ganze Zeit dran zu bleiben. Trotzdem hat das Buch eine eindeutige Message und viele versteckte Anspielungen. Es wurden auch viele wichtige Themen verarbeitet, was ich sehr gelungen fand. Letztlich war das Buch interessant aber für mich kein Pageturner, sodass ich mich teilweise wirklich zum Lesen zwingen musste. Insgesamt ein verworrener Nachbarschaftsroman, bei dem viele Charaktere zum Zug kommen und die Gesellschaft kritisch betrachtet wird.
Eine pittoreske Stadt, elegante Häuser im Tudor-Stil, gepflegte Vorgärten, saubere Straßen, die besten Schulen. Familien, die hier leben, sind gut situiert, haben wichtige Jobs und führen das Leben ihrer Träume. So in etwa zeichnet sich das Bild der perfekten, fast utopisch anmutenden amerikanischen Kleinstadt „Shaker Heights“. Doch in all der Perfektion bilden sich feine Risse, die uns nach und nach Blicke hinter diese wundervolle Fassade ermöglichen und mehr und mehr offenbart sich eine weniger glanzvolle, aber realere Welt. Ich weiß gar nicht so richtig, wie ich dieses Buch in seiner Komplexität zusammenfassen soll. Ich habe die hier beschriebenen zwischenmenschlichen Beziehungen als unglaublich interessant empfunden und mich liebend gerne in die Tiefen eines jeden Charakters fallen lassen. Das Buch lebt von der facettenreichen Vielschichtigkeit seiner Protagonisten, die stets authentisch und sehr greifbar wirkten. Die Handlung an sich, gespickt mit kleineren und größeren Dramen, war spannend und hat im Ganzen einfach Spaß gemacht. Und jedes Mal, wenn ich dachte, dass es mir nun zu abwegig würde, bekam die Geschichte elegant die Kurve und hatte mich wieder voll in ihrem Bann. Ich fand’s großartig.
Nicht so meins
Der Einstieg fiel mir sehr schwer, da es viele Charaktere und Erzählperspektiven gibt. Dies habe ich bisher noch in keinem anderen Buch gelesen. Teilweise schweifen die Erzählungen einzelner Charaktere zu sehr ab. Auch wenn es die Autorin geschafft hat, mich als Leserin bis zum Ende zu "binden", fehlte mir ein richtiger Höhe-/Wendepunkt. Das Buch hat mich mit einem merkwürdigen, eher negativem Gefühl zurück gelassen. Die Prime Serie habe ich nicht geschaut, reizt mich aufgrund o.g. Gründe auch nicht. Da ich jedoch vorher wusste, dass es eine Serie dazu gibt, bin ich vielleicht auch mit zu großen Erwartungen an das Buch rangegangen.
Um es vorweg zu nehmen, dieses Buch gehört zu den besten Büchern, die ich dieses Jahr gelesen habe. Celest Ng schreibt in kurzen, prägnanten Sätzen, mit solcher Wucht und Feingefühl, dass man völlig in dem Buch und seinen Figuren abtauchen kann. Leichter Humor und Gradlinigkeit machen dieses Buch zu einem Lesegenuss, man kann es nicht aus den Händen legen. Es brennt! In einer amerikanischen, gut durchdachten und reglementierten Vorstadt, in Cleveland/Ohio. Dort steht Elena Richardson, in ihrem Bademantel vor ihrem schicken angepassten Haus. Sie sieht zu, wie ihr Leben abbrennt. Die Feuerwehr tut ihr Möglichstes, das Haus der Richardsons, zu retten. Zum Glück ist keiner zu Schaden gekommen. Alle Familienmitglieder waren unterwegs, bis auf Mrs Richardson, die die Feuer entdeckt hatte. Die fast erwachsenen Kinder sitzen weit genug entfernt auf dem Auto der Tochter Lexie und beobachten das Spektakel. Nur eine Tochter fehlt. Izzy ist verschwunden und alle vermuten, dass das Mädchen die Feuer gelegt haben könnte. Wie es dazu kam, das erzählen die nächsten Seiten. Bevor es zu dem Brand kam, vermietete Mrs Richardson der alleinerziehenden Mia und ihrer Tochter Pearl eine kleine Wohnung in ihrem zweiten Haus und fühlt sich dabei wieder sehr gut. Sie liebt es, Anderen zu helfen. Mrs Richardson legt wert darauf, dass sie Gutes tut. Mia ist Künstlerin/Fotografin und schon immer mit ihrer Tochter im Land unterwegs. Jedesmal, wenn sie eine neue Idee für ihre Fotos hat, packt sie das Wenige zusammen, das sie besitzt und zieht weiter. Dieses mal soll es aber anders sein, sie will bleiben. Hier ist es genau richtig und die 15 jährige Pearl fühlt sich gleich integriert. Pearl freundet sich mit den vier Richardsonkindern an und verbringt sehr viel Zeit mit ihnen. Bis eine Freundin von Mrs Richardson ein chinesisches Baby adoptiert, läuft alles gut. Plötzlich werden ganz neue Blicke in die ach so ordentlichen Häuser möglich. Überall schwelen kleine Feuer, nichts ist so, wie man es von außen sehen kann... Interessant fand ich, dass die Autorin unterschiede in der Ansprache der Protagonisten machte. So wird Mrs Richardson fast immer mit ihrem Nachnamen angesprochen, während die Jugendlichen und weniger gut betuchten Figuren nur mit ihrem Vornamen angeredet werden. Es gibt eine Menge Feinheiten zu entdecken, die dieses Buch für mich spannend machten.
Hintergründiger und spannender Gesellschaftsroman.
Der Roman spielt im Spannugsfeld zweier Familien: Die Familie Richardson lebt ein Vorstadtidyll: Grosses Haus, gute Jobs, 4 wohlgeratene Kinder. Pearl und Mia dagegen reisen durch die USA und hangeln sich von Job zu Job und Stadt zu Stadt, voller Idealismus und Kunst aber kaum Geld. Die beiden Familien und Kinder treffen aufeinander und vernetzen sich bis das grosse Chaos ausbricht. Ein sehr spannender, toller Roman, der zum Nachdenken anregt.
Super gutes Buch , welches die Serie tatsächlich gut umgesetzt hat.
Ich habe die Serie vorher geguckt. Das Buch bekam ich später zum 18. Geburtstag rein zufällig, kannte deshalb leider schon die ganzen Plots. Ich gebe dem Buch trotzdem 5/5 Sternen, schlichtweg deshalb weil ich mir sicher bin das ich ohne Vorwissen von diesem Buch ziemlich begeistert gewesen wäre. Was das Buch noch besser macht ist dass ich es, obwohl ich es schon kannte,nicht aus der Hand legen konnte da der Schreibstil einfach zu gut ist.
Wo Rauch ist, ist auch Drama 🔥
Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt. Die Geschichte über die scheinbar perfekte Vorstadt die Konflikte zwischen den Bewohnern ist vielschichtig und bewegend. Besonders gelungen finde ich die verschiedenen Perspektiven, durch die man tief in das Innenleben der Figuren eintaucht. Ein starkes Buch über Mutterschaft, Identität und gesellschaftliche Ungleichheit – spannend bis zur letzten Seite.
Schon zu Beginn der Geschichte merkt der Leser, dass in Shaker Heights, einem wohlhabenden Vorort von Cleveland, der Schein trügt. Obwohl die Bewohner nach aussen hin den Eindruck machen, dass sie mit ihren nahezu perfekten Familien ein perfektes Leben führen, sieht es hinter den Kulissen ganz anders aus. Und so ergeht es auch der Familie Richardson. Eines Tages müssen sie mit Schrecken feststellen, dass jemand ihr Haus angezündet hat. Doch bevor man erfährt, wer hinter dem Brand steckt oder was überhaupt zu dem Feuer geführt hat, wird die Zeit noch einmal zurückgedreht und die einzelnen Charaktere und deren (bisheriges) Leben genauer beleuchtet. Dabei lernt man jedes einzelne Familienmitglied der Richardson etwas besser kennen.Der Alltag der Familie wird aber sehr bald auf den Kopf gestellt, als in einer der Wohnungen, die Mrs. Richardson vermietet, die Künstlerin Mia und ihre Tochter Pearl einziehen. Pearl freundet sich bald mit den Kindern der Richardson an, wodurch sie in eine Reihe unglücklicher Ereignisse verwickelt wird. Welche das sind, möchte ich an dieser Stelle offen lassen, denn genau das macht das Buch aus. Man fühlt sich wie ein Detektiv, der nach und nach einer Spur entlangwandert und dabei auf einige Geheimnisse der Hauptcharaktere stösst, die man so nicht erwartet hätte - allen voran die anfangs noch geheimnisvolle Mia. Ich will nur so viel verraten: Das Geheimnis das sie mit sich trägt, hätte ich wahrscheinlich niemals erraten. Neben diesem Hauptplot spielt sich noch eine wichtige Nebenstory um die Chinesin Bebe ab, die vor einiger Zeit aus Verzweiflung ihr Baby ausgesetzt hat. Das Baby wurde kurze Zeit später von einem befreundeten Ehepaar der Richardson adoptiert. Und nun ist Bebe wieder auf der Bildfläche erschienen, so dass sie um das Sorgerecht bangen müssen. Diese Nebenstory hat mich sehr gefesselt, denn es handelt sich um ein moralisches Dilemma, bei dem jeder für sich selbst entscheiden muss, auf welcher Seite man steht. Egal welche man wählt, irgendjemand wird dabei immer zu kurz kommen. Besonders schön fand ich auch, wie dieser Nebenplot indirekt mit Mias Vergangenheit verknüpft ist und sich der Kreis am Ende schliesst. Da hat man gemerkt, dass sich die Autorin sehr viele Gedanken um die verschiedenen Handlungsstränge gemacht hat und alles am Ende ein grosses Ganzes ergibt. Dafür gibt es von mir einen dicken Pluspunkt. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und sie hat es nach einer Weile geschafft, mein Interesse für die einzelnen Schicksale der Charaktere zu wecken. Das Buch ist weder reisserisch noch haarsträubend, sondern verläuft eher ruhig. Ich hatte am Anfang nur etwas Mühe, mich unter den ganzen Charakteren, die eingeführt wurden, zurechtzufinden. Fazit: Eine interessante Geschichte über die Geheimnisse, die verschiedene Charaktere mit sich tragen und einem zum Nachdenken anregen. Der Titel des Buches ist absolut treffend gewählt. Empfehlenswert für Fans des Buches „Big Little Lies“.
Celeste Ng Kleine Feuer überall Zum Inhalt: In dem ruhigen beschaulichen Vorort Shaker Hights brennt das Haus der Familie Richardson. Irgendwer hat in jedem Schlafzimmer ein Feuer gelegt. Mrs Richardson ist fassungslos: Könnte es es ihre jüngste Tochter Izzy gewesen, die das Haus in Brand gesteckt hat? Izzy, das schwarze Schaf der Familie. Izzy, die sich nie an das gesittete, geplante und wohl geformte Familienleben der Richardsons anpassen konnte. Und die durch die die neuen Mieter Mia und deren Tochter Pearl noch mehr angestachelt worden ist, sich nicht anzupassen... Mrs Richardson hinterfragt jedoch nicht, sondern hadert mit diesem Schichsalsschlag und der Leser erfährt durch die folgende Vorgeschichte auch warum. Der Schreibstil: So interessant die Geschichte von Beginn an auch war, konnte mich der Stil der Autorin zunächst so gar nicht überzeugen. Langatmig, trocken und schwierig, so kam es mir die erste Hälfte des Buches vor. Inhaltlich wirklich gut, vom Stil her mühsam, was ich sehr schade fand. Ab ca. Mitte des Buches wurde die Geschichte dann so spannend, dass ich über den langwierigen Stil hinweg lesen konnte (oder mich einfach dran gewöhnt hatte). Danach fiel es mir dann auch nicht mehr so schwer das Buch in einem Schwung zu beenden. Das Cover: Da ich das erste Mal auf das Buch über den Reese-Witherspoon-Leseclub aufmerksam geworden bin, kannte ich das Originalcover, das mir wesentlich besser gefallen hat. Das brennende Papierhaus passt so viel besser als das einfache, kleine amerikanische 08/15-Haus auf dem deutschen Cover, das eigentlich nicht so aussieht, wie ich mir das größere Anwesen der Richardsons vorstelle. Die Geschichte: Beim Lesen des Buches habe ich mich fast andauernd gefragt, worum geht es hier eigentlich? Was ist das Hauptthema: -Die Familiengeschichte der Richardsons? -Das Leben im beschaulichen Vorort? -Die Frage nach Adoption, Leihmutterschaft, das Kinderkriegen an sich? -Die Mütter-Töchter-Verhältnisse? Es geht um all dies und vielleicht um noch viel mehr. Zu jedem Thema hat die Geschichte was zu erzählen und regt den Leser zum Nachdenken an, was definitiv einer der Stärken des Buches ist. Mein Fazit: Eine interessante Lektüre, die dem Leser viel bietet, jedoch durch den mir persönlich teilweise zu trockenen Schreibstil leider verliert.
Als Audiobook gehört. Großartiges Buch! Eine Verwebung zwischen zwei Familiengeschichten, mit vielen Hintergründen der Protagonisten, sodass eine tiefgehende Darstellung der Charaktere möglich wird. Es werden Fäden gesponnen, die große Auswirkungen haben werden, die Auflösung war sehr interessant. Intensiv und ich weiß, dass die Geschichte mich länger beschäftigen wird. Vor allem mochte ich Izzie und Mia als Charaktere sehr! Ich hätte großes Interesse daran einen zweiten Teil zu lesen.
Der Einstieg fiel mir ziemlich schwer, weil ich anfangs gar nicht wusste, worum und um wen es in der Geschichte überhaupt geht. Wie sich herausstellte, ist das auch gar nicht so leicht zu beantworten. Es gibt einen allwissenden Erzähler, viele Figuren und mehrere Handlungsstränge, die sich zusammensetzen und das hat mich anfangs überfordert, dann aber wirklich beeindruckt. Man bekommt einen Einblick in verschiedene Charaktere und deren Vergangenheit und merkt auch - entweder sofort oder erst später - welchen Einfluss sie auf die Gegenwart hat. Nach und nach setzt sich alles zusammen und die Geschichte ist viel komplexer als ich zunächst gedacht habe. Ich bin wirklich beeindruckt!
I honestly don’t know what to say about this book. It’s well written and it made me cry, but overall it made me ask questions I don’t know the answer to. It left me feeling conflicted on every turn and confused at my own indecision. Is it a good book? I think so, yes. It’s just different and not in a bad way. I still don’t know how I feel about it all.
Unausgesprochene Dinge
Wenn Menschen Träumen und sich Dinge denken , nicht fragen , nicht reden , nicht hören . Dann entstehen Missverständnisse aus denen Dramen ihre Wurzeln schlagen. Mia und ihre Tochter sind rastlos unterwegs immer von Ort zu Ort fliehend vor Entscheidungen die mia traf als sie schwanger war, Entscheidungen für sie und ihre Tochter Pearl . Pearl lebt damit, wächst damit auf und ist zufrieden bis die beiden eine neue Heimat finden und Mia hofft das es diesmal ein Zuhause werden könnte. Pearl freundet sich mit den Kindern der Vermieterin mrs. Richardson an und verliebt sich - doch Mrs. Richardson die Journalistin ist kann ihre Neugier nicht lassen und gräbt in Mias Vergangenheit . Kleine Feuer ist eine durchdachte anschauliche Betrachtung von Menschen die Leben , sich gesellschaftlich anpassen und ihre Träume begraben, die handeln ohne nachzudenken und aus inneren Impulsen „ Feuer“ legen ohne es zu merken.
Nachdem "Was ich euch nicht erzählte" von Celeste Ng die Bestsellerlisten erklomm, nimmt uns die Autorin in "Kleine Feuer überall" nun mit nach Shaker Heights, die scheinbar perfekte Kleinstadtidylle nahe Cleveland. Wer in Shaker Heights lebt, richtet sich ganz selbstverständlich nach den ungeschriebenen Gesetzen und Regeln. Auf Äußerlichkeiten wird viel Wert gelebt und für Individualismus ist wenig bis gar kein Platz. Familie Richardson ist in Shaker Heights tief verwurzelt und bis auf Tochter Izzy erkennt jedes Familienmitglied die Richtlinien der Kleinstadt widerstandslos an. Doch als die unkonventionelle Künstlerin Mia mit ihrer Tochter Pearl nach Shaker Heights zieht, wühlt sie das Städtchen mit ihrer unangepassten Art ganz schön auf und entzündet einen Funken nach dem anderen. Wie auch schon in "Was ich euch nicht erzählte" ist der Aufhänger der Geschichte ein relativ schwerwiegendes tragisches Ereignis, welches dem Leser von Anfang an bekannt ist. Die Spannung in Celeste Ngs Romanen macht nicht das Warten auf das Unbekannte aus, sondern wie die Autorin Schicht für Schicht in das Innenleben der Protagonisten eindringt. Auch "Kleine Feuer überall" nimmt die Leserin bzw. den Leser auf eine intensive Reise durch die Historie verschiedener Charaktere mit. Ich konnte bei weitem nicht alle Entscheidungen der Figuren gutheißen, sie aber dennoch nachvollziehen. Wer nach komplexen und emotionalen Hintergrundgeschichten sucht, wird bei Celeste Ng auch in diesem Roman wieder einmal fündig. Besonders gut gefallen haben mir außerdem die zentralen Themen, die Celeste Ng anspricht. Über Mutterschaft und Adoption lese ich sonst nicht so häufig und in keinem Fall so intensiv wie in diesem Roman. Die Geschichte rund um die Ereignisse in Shaker Heights waren für mich sehr berührend. Interessant fand ich auch, dass die Autorin selbst in Shaker Heights aufgewachsen ist. In dem Roman wird keine fiktionale Kleinstadt behandelt, sondern die Vermutung liegt nahe, dass sehr viele eigene Erfahrungen und Erinnerungen von Celeste Ng in diesen Roman geflossen sind. Das hat das Leseerlebnis für mich noch einmal intensiviert. Insgesamt kann ich "Kleine Feuer überall" wärmstens all denjenigen empfehlen, die Lust auf eine ruhige und langsame, dafür aber sehr emotionale und intensive Reise in das Kleinstadtidyll Shaker Heights haben. (Mai 2018)
Was ein herrliches Vorstadtidyll. Nette Menschen, gute Kleidung, akkurate Frisuren. Shaker Heights beinhaltet alles, was man sich als amerikanische Familie wünscht. Tolle Häuser, nette Nachbarn, Kindergärten und Vorschulen, Colleges und eine Uni. Es gibt Einkaufsmöglichkeiten und Kirchen, Frauenverbände und Sportangebote. Eigentlich müsste man im siebten Himmel dort leben. Tut man auch - zumindest nach außen. Beim Lesen des Buches wird klar, dass die meisten der Familien zumindest eine Leiche im Keller haben. Jede hat ihre Ungereimtheiten und zum Teil bitterböse Geheimnisse. Bei manchen bröckelt die Fassade, bei anderen nicht. Nichts ist so, wie es scheint. Und dieser Schein ist etwas, worauf die Protagonisten sehr viel Wert legen. Der Amerikaner himself findet solche gesicherten Vorstadtidyllen und Wohnbezirke für "Eliten" und Besserverdiener toll. Für uns Deutsche ist das wohl eher eine seltsame Vorstellung. Und doch gibt es auch bei uns in jeder Familie Geheimnisse, von denen die Nachbarn nichts wissen dürfen und die wir gut verstecken
4,5 Sterne (= fast perfekt, absolut geeignet für intensive Gespräche in Buchclubs) Mia Warren und ihre Tochter Pearl führen seit Pearls Geburt ein Nomadenleben. Ihr Weg führt sie nach Shaker Heights, einem "perfekten" kleinen Vorort, wo sich das Leben der zwei Warren-Frauen mit dem der Familie Richardson zunehmend verwebt. Wie kommt es dann nur dazu, dass am Ende der Geschichte das Haus der Richardsons lichterloh brennt, ausgehend von kleinen Feuern in jedem Zimmer des Hauses? Das Buch wurde gerade als Miniserie mit Reese Witherspoon und Kerry Washington verfilmt. Zunächst erstmal: Kleine Feuer überall hat einen Erzählton, der für mich eigentlich nicht hätte funktionieren dürfen. Die Erzählstimme kann von Figur zu Figur springen, auch innerhalb einer Szene, und man hält dadurch immer ein bisschen Abstand (ich mag keinen Abstand. Ich lieeeeebe Nähe zu Figuren...). Trotzdem bin ich tiefgehend von der Geschichte beeindruckt und ich bin durch die Seiten nur so geflogen! - klug aufgezogen: Das Buch startet mit dem Ende; man weiß von Anfang an, dass das Haus der Richardsons abbrennen wird. Und dann wird von vorne erzählt, wie es dazu kommt. Man kann sogar ein bisschen miträtseln, ob die Lösung wirklich so einfach ist, wie anfangs gedacht. Echte Sogwirkung. - Unfassbar viele diskussionswürdige Themen werden verarbeitet: Rassismus, Adoption, Abtreibung, Erziehung, Wohlstand, Perfektionismus, Selbstbestimmung, Kunst u.v.m. - Trotzdem ist es kein Kopf-Buch, es gibt immer wieder Szenen, die zum Fühlen (Mitgefühl UND Abneigung) einladen. - Der Kontext der 90er Jahre ist unaufdringlich, aber spürbar miterzählt (politisch und popkulturelle Anspielungen). Klare Empfehlung!
Wie eine Psychologische Studie einer Vorstadt und zwei Familien, die unterschiedlicher nicht sein können. Großartiges Buch!
Celeste Ng hat die Fähigkeit, die Charaktere so fein und mit so viel Verständnis zu beschreiben, dass man das Gefühl bekommt, diesen wirklich nah zu sein. Gleichwohl herrscht durchgehend eine Form von Nüchternheit, beides zusammen ist ein interessanterSpannungsbogen. Ihr Roman hat Spannung und ist parallel eine Gesellschaftskritik ohne gehobenen Finger. Ich habe das Buch wirklich sehr gern gelesen.
Der Hype um dieses Buch ist auf jeden Fall gerechtfertigt. Selten habe ich einen Roman lesen dürfen, der so eine Fülle an realistischen Charakteren und verwobenen Schicksalen geboten hat. "Kleine Feuer überall" ist ein facettenreiches Porträt der amerikanischen Gesellschaft, ihrer Werte und ihrer Probleme. Celeste Ng webt die Geschichten der einzelnen Charaktere auf beeindruckende Weise und mit einem gedämpften, aber umso wirkungsvolleren Schreibstil zu einem großen Gesamtkunstwerk, das seine Leser vollkommen gefangen nimmt. Das Buch ist so detailreich und gut geschrieben, dass man für alle Charaktere zumindest ein Quäntchen Sympathie empfindet, selbst wenn sie absichtlich als verachtenswert dargestellt werden. Dramatik und Emotionalität schleichen sich sanft an und überwältigen den Leser unaufhaltsam, ohne abgedroschen zu wirken. Absolute Leseempfehlung. Danke an Vorablesen und den dtv für das Leseexemplar!
Ich habe die Miniserie zuerst geschaut und fand diese außergewöhnlich gut. Weil ich jetzt schon die Handlung kannte, war das Buch vielleicht nicht mehr so spannend. Die Charaktere waren wunderbar dargestellt in der Serie. Ich liebe Reese Witherspoon in der Rolle der perfekten amerikanischen Vorstadtmutter.
Description
“To say I love this book is an understatement. It’s a deep psychological mystery about the power of motherhood, the intensity of teenage love, and the danger of perfection. It moved me to tears.” —Reese Witherspoon
From the bestselling author of Everything I Never Told You and Our Missing Hearts comes a riveting novel that traces the intertwined fates of the picture-perfect Richardson family and the enigmatic mother and daughter who upend their lives.
In Shaker Heights, a placid, progressive suburb of Cleveland, everything is planned—from the layout of the winding roads, to the colors of the houses, to the successful lives its residents will go on to lead. And no one embodies this spirit more than Elena Richardson, whose guiding principle is playing by the rules.
Enter Mia Warren—an enigmatic artist and single mother—who arrives in this idyllic bubble with her teenaged daughter Pearl, and rents a house from the Richardsons. Soon Mia and Pearl become more than tenants: all four Richardson children are drawn to the mother-daughter pair. But Mia carries with her a mysterious past and a disregard for the status quo that threatens to upend this carefully ordered community.
When old family friends of the Richardsons attempt to adopt a Chinese-American baby, a custody battle erupts that dramatically divides the town—and puts Mia and Elena on opposing sides. Suspicious of Mia and her motives, Elena is determined to uncover the secrets in Mia’s past. But her obsession will come at unexpected and devastating costs.
Little Fires Everywhere explores the weight of secrets, the nature of art and identity, and the ferocious pull of motherhood—and the danger of believing that following the rules can avert disaster.
Named a Best Book of the Year by: People, The Washington Post, Bustle, Esquire, Southern Living, The Daily Beast, GQ, Entertainment Weekly, NPR, Amazon, Barnes & Noble, iBooks, Audible, Goodreads, Library Reads, Book of the Month, Paste, Kirkus Reviews, St. Louis Post-Dispatch, and more
Book Information
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Das Buch beginnt damit, dass das Haus der Richardsons in Flammen steht. Zu dieser Szene kehren wir am Ende des Buchs zurück. Das Haus steht in der wohl spießigsten, perfektesten und geregeltsten Stadt Amerikas. Und Mrs. Richardson glaubt an diese Regeln und dass sie zum einzig wahren glücklichen Leben führen. Nur die jüngste der vier Kinder, Izzy, ist eine Rebellin mit einer sehr komplizierten Beziehung zu ihrer Mutter. Mrs Richardson nimmt aus Gutherzigkeit die alleinerziehende Künstlerin Mia Warren als Mieterin einer Wohnung auf. Deren Tochter Pearl freundet sich sofort mit dreien der Richardson-Kinder an. Doch Mia scheint eine mysteriöse Vergangenheit zu haben, der die Richardsons auf die Spur kommen wollen. Die Handlung springt zwischen den Perspektiven der Figuren hin und her und ist gespickt mit größeren und kleineren Lebensdramen. Das vorherrschende Thema ist Mutterschaft. Die Charaktere fand ich sehr gut ausgearbeitet und auch die komplexen zwischenmenschlichen Beziehungen!! Allerdings nimmt man die Gefühle der Figuren nur oberflächlich und als Beobachter wahr, man fühlt nicht richtig mit. Fand ich jetzt aber nicht übermäßig schade, da für mich das Krimielement im Vordergrund stand. Ein bisschen schade fand ich, dass es am Ende GAR so eindeutig einen Good guy und einen Bad guy gab. Etwas mehr Ambivalenz und Vielschichtigkeit hätte ich dieser Autorin durchaus zugetraut!
Leicht zu lesen, schwer wegzulegen
Kleine Feuer überall von Celeste Ng hat mich komplett in den Sog gezogen. Kein lautes Drama, keine künstlichen Cliffhanger, aber dieses permanente Gefühl von „ich lese noch ein Kapitel“. Man ist sofort drin und bleibt es auch, obwohl alles ruhig und fast gemütlich erzählt wird. Ein entspannter Read für zwischendurch an, ohne banal zu sein. Gerade deshalb ist es auch ein riesiger Tipp für einen Buchclub oder fürs gemeinsame Lesen. Mit mehreren Leuten wird das Buch noch spannender, weil jede Person andere Figuren, Entscheidungen und Konflikte anders wahrnimmt. Der Gesprächsstoff geht hier definitiv nicht aus, wenn man Lust darauf hat. Und wenn nicht, bleibt es trotzdem ein richtig gutes, fesselndes Buch.
"It bothers you, doesn’t it?” Mia said suddenly. “I think you can’t imagine. Why anyone would choose a different life from the one you’ve got. Why anyone might want something other than a big house with a big lawn, a fancy car, a job in an office. Why anyone would choose anything different than what you’d choose." Little Fires Everywhere is my first read by Celeste Ng, but I’m pretty sure that it won’t be my last. I could easily have read this book in one go, but life got in the way. I loved the stark contrast between perfect, planned Shaker Heights on one side, where there are rules for everything that the residents must follow like houses can only be painted certain colors (to ensure aesthetic harmony), garbage is never to be put out in front of the house, lawns must always be cut promptly, etc. The city motto says it all: “Most communities just happen; the best are planned” And on the other side artistic and free spirited Mia Warren and her fifteen year old daughter, Pearl who rent an apartment from the Richardsons, a prominent Shaker Heights family. Their lives becoming intertwined in ways they never could have imagined. My favorite character was Izzy. She is a firecracker and I adored her impulsiveness and strong feelings about right and wrong. At just ten years old she was setting free shelter cats.“They’re like prisoners on death row” . Her refusal to conform was thrilling and the toothpick incident had me laughing hard. There was a lot going on in this book, but I found it easy to keep up. It did have a bit of a slow start, but I feel the author was just setting the stage for all that was to come. And later on I was so completely invested into all of the characters lives and I just had to know what was going to happen to them next. I thought that the character development was amazing. Celeste Ng did a phenomenal job. The additional story-line of little Mirabelle McCullough/May Ling Chow was thought provoking and very well done. This was an intriguing and compelling domestic drama. A story about adolescence, race, rules, motherhood, right and wrong, and so much more. A fast and fantastic read.
Anfangs habe ich mich mit der auktorialen Erzählperspektive und den sprunghaften Beschreibungen des Handlungsablaufs ein wenig schwer getan. Nach und nach entwickelte sich daraus aber eine tolle Geschichte mit einigen interessanten Gedanken und Wendungen - aus vielen kleinen Flammen wurde letztendlich ein großes Feuer. Drama, Spannung und viele Emotionen erwarten den Lesenden bei diesem wunderbaren Buch, welches ich ab der zweiten Hälfte kaum noch aus der Hand legen konnte!
Der zweite Roman von Celeste Ng, den ich gelesen habe und ihren neuesten habe ich noch während ich "Little Fires Everywhere" las, bestellt. Der Schreibstil ist so nachdrücklich ehrlich, dass man gar nicht anders kann, als von den Worten berührt zu werden. Was mich nachhaltig beschäftigt ist die Tatsache, dass ich nie das Gefühl hatte, mich den Figuren gegenüber klar positionieren zu müssen. Dass nicht jede Entscheidung entweder richtig oder falsch ist, und dass man darauf nicht immer eine Antwort braucht. Ich würde behaupten, dass man jede Figur zumindest zu einem kleinen Teil verstehen kann und eine gute Absicht eine Entscheidung nicht automatisch auch gut macht.

Emotionale Geschichte, die leider nicht emotional geschrieben wurde
Das Buch "Kleine Feuer überall" von Celeste Ng ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert, aber es hat mich nicht vollständig überzeugt. Es spielt in der perfekt durchgeplanten Vorstadt Shaker Heights, wo der Rasen maximal 15 cm hoch sein darf und der Müll penibel hinter dem Haus versteckt wird. Alles läuft nach strengen Regeln ab, bis die Geschichte mit einem Paukenschlag beginnt: Das Haus der Familie Richardson steht in Flammen. Schon hier deutet sich an, dass die scheinbar makellose Fassade bröckelt. Die Mutter Elena Richardson und drei ihrer Kinder stehen hilflos vor den Flammen, während alle die Schuld bei der jüngsten Tochter, Isabell, suchen – dem schwarzen Schaf der Familie. Diese Szene zieht den Leser sofort in die Geschichte hinein, und man möchte unbedingt wissen, was zu diesem katastrophalen Moment geführt hat. Ein Jahr zuvor zieht die alleinerziehende Künstlerin Mia mit ihrer Tochter Pearl in die Mietwohnung der Richardsons. Durch Moody, den Sohn der Richardsons, werden sie in das Leben der wohlhabenden Familie hineingezogen. Doch was zunächst wie ein unkompliziertes Zusammenleben wirkt, entwickelt sich schnell zu einer Kette von Ereignissen, die das Leben aller Beteiligten grundlegend verändern. Die Dynamik zwischen den Charakteren erinnert an das, was man aus Serien wie "O.C. California" kennt, nur mit einem Hauch von "Desperate Housewives". Es ist dieses unangenehme Gefühl von Perfektion, das fast zu schön ist, um wahr zu sein. Der Roman wird aus einer auktorialen, allwissenden Perspektive erzählt, was leider eine gewisse Distanz zu den Figuren schafft. Obwohl die Themen – Adoption, Mutterschaft und familiäre Bindungen – emotional aufgeladen sind, konnte ich mich nicht wirklich in die Charaktere hineinfühlen. Der Schreibstil verstärkt diese Distanz und lässt mich als Leserin außen vor. Hier wäre ein intensiverer, vielleicht personaler Erzählstil, wie man ihn von Jodi Picoult kennt, für mich wirkungsvoller gewesen. Hinzu kommt, dass die wechselnden Perspektiven stellenweise verwirrend sind. Oft passiert der Sprung zwischen den Protagonisten mitten im Kapitel oder sogar Absatz, was mir das Lesen manchmal erschwert hat. Man muss wirklich am Ball bleiben, um den Überblick zu behalten. Erst in der zweiten Hälfte des Buches kommt das zentrale Thema wirklich zur Geltung. Ohne zu viel zu verraten, geht es vor allem um die verschiedenen Facetten von Mutterschaft – ein Thema, das mich persönlich nicht besonders fesselt und durch den distanzierten Schreibstil noch weniger nah an mich herankam. Gleichzeitig behandelt der Roman aber auch viele andere spannende Themen wie Rassismus, Wohlstand, Perfektionismus und Selbstbestimmung. Diese moralischen Fragen sind durchaus interessant und regen zum Nachdenken an. Letztlich bleibt "Kleine Feuer überall" für mich ein gutes Buch mit einer interessanten Geschichte, die viele brisante Themen anspricht. Allerdings hat es den Hype, der um das Buch gemacht wird, für mich nicht gerechtfertigt. Trotz des spannenden Plots und der vielschichtigen Thematik hätte ich mir eine intensivere emotionale Verbindung gewünscht. So bleibt es für mich ein solides, aber nicht überwältigendes Leseerlebnis. Schade.
Ruhig, aber spannend und gut lesbar
"Kleine Feuer überall" ist ein Roman über zwei sehr unterschiedliche Familien in einer scheinbar perfekten amerikanischen Vorstadt. Als die unkonventionelle Künstlerin Mia Warren mit ihrer Tochter Pearl in das sehr geordnete und durchgeplante Leben der Familie Richardson tritt, geraten festgefügte Lebenskonzepte und Ansichten auf beiden Seiten ins Wanken. Das Buch liest sich flüssig und angenehm und war für mich ein sehr gutes Buch für zwischendurch. Celeste Ng erzählt klar, ruhig und mit einem guten Gespür für Spannung ohne Aufgeregtheit. Es ist nicht sonderlich emotional geschrieben, was ich aber sehr mochte. Der Roman lebt weniger von überraschenden Wendungen als von den schleichenden Konflikten, die sich immer weiter zuspitzen und am Ende eskalieren. Diese Art der Spannung mag ich gerne. Inhaltlich behandelt das Buch alltagsnahe Themen verschiedener Generationen, sodass man sich hier gut wiederfinden kann. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, sodass man selbst auch immer wieder den Blickwinkel wechseln muss. Ein Kritikpunkt ist für mich, dass die Figuren teilweise sehr schematisch angelegt sind, um Gegensätze zu verkörpern (Ordnung vs. Chaos, Abschlussballkönigin vs. Außenseiterin, etc.).
Wir starten in das Buch direkt mit dem Höhepunkt in der Geschichte. Das Haus der Familie Richardson , die in einem perfekten“ Vorort namens Shaker Heights wohnt,brennt lichterloh. Von von hieraus entwickelt sich die komplette Geschichte. Es werden wahnsinnig viele Themen behandelt. Es geht um Mütter im Allgemeinen und um Familienkonstellationen im Speziellen. Gesellschaftliche Stellungen, Rassismus , Adoption und Abtreibungen werden thematisiert. Es geht darum, was eine gute Mutter ausmacht und wie sich Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern entwickeln können. Inwieweit ist es in Ordnung, seine Kinder zu lenken und evtl. in Schablonen pressen zu wollen, weil man als Elternteil denkt, es wäre das Richtige für sein Kind…. Inwieweit behindert man die freie Entfaltung seiner Kinder, wenn man konsequent alles für sie plant und/ oder organisiert. Was ist das Minimum, was ein Kind braucht. Ist Liebe wichtiger als gesellschaftliches Ansehen? Übersieht man das Kind/ den Charakter des Kindes, wenn man nur seiner eigenen Vision folgt?? Und hat man kein Anrecht auf ein Kind, wenn man nicht viel mehr als Liebe zu bieten hat?? Außerdem ist ein großer Knackpunkt wie sehr Geheimnisse zu Misstrauen und Missverständnissen führen können. Und so komme ich dann aber auch auf den Kritikpunkt, den ich habe. Die Autorin stellt ganz klar heraus, was richtig und was falsch ist. Sie lässt einige Gedankengänge offen. Aber grundsätzlich wird sehr schnell klar, dass die privilegierte Familie (bzw. die gehobene Gesellschaftsschicht) in dieser Geschichte die anstrengende ist und eben moralisch verwerflich handelt . Zumindest war das meine Lesart. Trotzdem habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Ich wollte unbedingt wissen, was zum Ausgang der Geschichte geführt hat. Der Schreibstil, der Autorin war gut zu lesen. Der allwissende Erzähler hat es mir manchmal etwas schwer gemacht, den Protagonist:innen richtig nah zu kommen. Aber ich konnte die meisten Handlungen selbst gut nachvollziehen bzw. wurden andere Dinge nachvollziehbar aufgeklärt. Interessant fand ich, dass es tatsächlich früher Shaker Gemeinden gab. Hier ein kleiner Auszug aus einer Definition für Shaker (Quelle: Wikipedia) : “Für die Shaker sind Tugenden wie Fleiß, Kreativität und das Streben nach höchster handwerklicher Produktqualität Grundvoraussetzungen für ein gottgefälliges, freudvolles Leben. “ Wer ein unterhaltsames Buch mit interessanten, relevanten Gesellschaftsthemen lesen möchte, dem/der ist dieses Buch zu empfehlen😀.
A book that continues to resonate and make you think even after you've finished it.
LITTLE FIRES EVERYWHERE is a book that can easily be read in one go. It's difficult to put it down, especially when you're halfway through, because you just want to know what ultimately led to the fire. But basically, as the title suggests, there are a lot of ‘little fires of everyday life’. Profound themes such as race, right and wrong and motherhood are skillfully embedded in a rather simple plot. Moral questions keep coming up that I thought a lot about, the most important one in the story being: ‘what makes someone a mother?’ A story about family, but above all a character portrait, told slowly, with a lot of thought and love for the few, well-developed characters who are neither all good nor all bad. I found Izzy's relationship with her mother particularly fascinating.
Weiter geht es mit einem weiteren Buch aus dem Reese Witherspoon Bookclub. Ich habe das Buch mit einer Freundin zusammen gelesen, mit der ich mich gerade durch die Buchliste des Buchclubs lese. Und auch diesmal wurde ich absolut nicht enttäuscht. Es war eine super einzigartige Geschichte mit vielen spannenden Entwicklungen und faszinierenden Charakteren, die sich im Verlaufe des Buches immer wieder stark verändern und entwickeln. Am Anfang habe ich ein klein wenig gebraucht, um in das Buch hineinzukommen. Ich kann gar nicht so genau sagen, woran das gelegen hat, aber nach ca. 150 Seiten war ich richtig drin und total von der Geschichte gefesselt. Die Charaktere sind alle wahnsinnig unterschiedlich und hauptsächlich geht es um die Geschichten von verschiedenen Müttern und die alles beherrschende Frage dazu, was eine gute Mutter ausmacht. Dabei lernen wir als Leser:innen viele unterschiedliche Typen von Müttern kennen und fragen uns zwangsläufig selbst, wie wir uns eine gute Mutter vorstellen. Das Buch hat mich selbst als Mutter aber auch als Tochter zum Nachdenken gebracht. Ich habe es geliebt, dass das Buch in den 90ern spielt, denn in der heutigen Zeit wäre die Geschichte vermutlich ganz anders verlaufen. Sie passt einfach wirklich perfekt in die Zeit der 90er. Nun möchte ich gerne auch noch die passende Serie zum Buch anschauen und bin sehr gespannt darauf, wie das Ganze darin umgesetzt wird. Ich möchte auf jeden Fall eine Empfehlung für dieses Buch aussprechen.
Wer die Amerikaner mag, aber kritisch ist…
… wird dieses Buch mögen. Die Doppelmoral ist sehr fein bearbeitet und lässt einen schmunzeln und den Kopf schütteln. Der rote Faden ist sogar ein bisschen spannend, weil wer wie was, wieso weshalb warum viele Fragen stellt und beantwortet. Ein gutes Buch über amerikanische Spießer 😉
Als ich das Buch gerade beendet hatte, hatte ich nur einen Gedanken: das ist schon was ganz Großes. Viele lose Fäden werden erst am Ende mit dem letzten Satz zusammengezogen und wenn man sich das vor Augen hält und wie einen das Buch dadurch zum Nachdenken bringt, ist das schon richtig großes Buchkino. Die Gesellschaftskritik, welche die Autorin aufzeigt, hat mich richtig berührt und nachdenklich gestimmt. Vom Schreibstil würde ich es in Richtung Sally Rooney einordnen, allein wie die Handlung erzählt wurde, hat es mich sehr dran erinnert. Auch die Symbolik fand ich wunderbar.
"Sie versuchte sich vorzustellen, wieder in ihr altes Leben zurückzukehren: das Leben in ihrem schönen, absolut ordentlichen, verschwenderisch ausgestatteten Haus; in ihrem schönen, absolut ordentlichen Viertel; in ihrer schönen, absolut ordentlichen Stadt, wo jeder sich anpasst und jeder die Regeln befolgte und nach außen hin alles schön und perfekt sein musste, ganz gleich, wie chaotisch es innen aussah." Elena Richardson lebt das scheinbar perfekte Leben im scheinbar perfekten Shaker Heights. Als sie Mia und ihre Tochter Pearl als Mieter aufnimmt, ändern diese das Leben das ganzen Familie Richardson. Ein Buch über Familien und ihre Geheimnisse, über bröckelnde Fassaden, über Freundschaft, Liebe und Verlust. Ich mochte den unaufgeregten Schreibstil der Autorin, der viel erzählt, auch zwischen den Zeilen. Ich mochte den Aufbau der Geschichte, die nicht lineare Erzählweise. Und ich mochte vor Allen die vielschichtigen Charaktere, die alle nicht ohne Fehler sind. Leseempfehlung für alle Leser, die vielschichtige Geschichten und Geheimnisse mögen.
Ich war wieder begeistert vom Schreibstil der Autorin (damit hatte sie mich ja schon bei "Was ich euch nicht erzählte"). Ihre Art, Charaktere zu zeichnen ist wirklich enorm - ich habe alles wie einen Kinofilm vor mir ablaufen sehen (ich liebe das). Allerdings war der Knackpunkt diesmal sehr konstruiert, deswegen der eine Stern Abzug.
In diesem Buch geht es hauptsächlich um die Familie Richardson und die Warrens. Dabei spielt vor allem die augenscheinlich perfekte Gesellschaft in Shaker Heights eine große Rolle. Die Richardsons legen viel Wert auf Ordnung und Regeln. Die Warrens, Mia und Pearl, hingegen sind neu in der Stadt und führen eher ein einfaches Leben ohne große Zwänge. Ich persönlich war anfangs von den vielen Charakteren etwas überrumpelt. Man musste sich erst an alle gewöhnen und ich habe recht lange gebraucht um richtig in die Geschichte hinein zu kommen. Einige Charaktere machen einen richtigen Wandel durch, was ich wirklich gut fand. Trotzdem war es für mich etwas schwierig die nötige Geduld für den Roman aufzubringen. Man bekommt die einzelnen Stränge sehr "Häppchenweise" erzählt. Dadurch ist es mir eher schwer gefallen die ganze Zeit dran zu bleiben. Trotzdem hat das Buch eine eindeutige Message und viele versteckte Anspielungen. Es wurden auch viele wichtige Themen verarbeitet, was ich sehr gelungen fand. Letztlich war das Buch interessant aber für mich kein Pageturner, sodass ich mich teilweise wirklich zum Lesen zwingen musste. Insgesamt ein verworrener Nachbarschaftsroman, bei dem viele Charaktere zum Zug kommen und die Gesellschaft kritisch betrachtet wird.
Eine pittoreske Stadt, elegante Häuser im Tudor-Stil, gepflegte Vorgärten, saubere Straßen, die besten Schulen. Familien, die hier leben, sind gut situiert, haben wichtige Jobs und führen das Leben ihrer Träume. So in etwa zeichnet sich das Bild der perfekten, fast utopisch anmutenden amerikanischen Kleinstadt „Shaker Heights“. Doch in all der Perfektion bilden sich feine Risse, die uns nach und nach Blicke hinter diese wundervolle Fassade ermöglichen und mehr und mehr offenbart sich eine weniger glanzvolle, aber realere Welt. Ich weiß gar nicht so richtig, wie ich dieses Buch in seiner Komplexität zusammenfassen soll. Ich habe die hier beschriebenen zwischenmenschlichen Beziehungen als unglaublich interessant empfunden und mich liebend gerne in die Tiefen eines jeden Charakters fallen lassen. Das Buch lebt von der facettenreichen Vielschichtigkeit seiner Protagonisten, die stets authentisch und sehr greifbar wirkten. Die Handlung an sich, gespickt mit kleineren und größeren Dramen, war spannend und hat im Ganzen einfach Spaß gemacht. Und jedes Mal, wenn ich dachte, dass es mir nun zu abwegig würde, bekam die Geschichte elegant die Kurve und hatte mich wieder voll in ihrem Bann. Ich fand’s großartig.
Nicht so meins
Der Einstieg fiel mir sehr schwer, da es viele Charaktere und Erzählperspektiven gibt. Dies habe ich bisher noch in keinem anderen Buch gelesen. Teilweise schweifen die Erzählungen einzelner Charaktere zu sehr ab. Auch wenn es die Autorin geschafft hat, mich als Leserin bis zum Ende zu "binden", fehlte mir ein richtiger Höhe-/Wendepunkt. Das Buch hat mich mit einem merkwürdigen, eher negativem Gefühl zurück gelassen. Die Prime Serie habe ich nicht geschaut, reizt mich aufgrund o.g. Gründe auch nicht. Da ich jedoch vorher wusste, dass es eine Serie dazu gibt, bin ich vielleicht auch mit zu großen Erwartungen an das Buch rangegangen.
Um es vorweg zu nehmen, dieses Buch gehört zu den besten Büchern, die ich dieses Jahr gelesen habe. Celest Ng schreibt in kurzen, prägnanten Sätzen, mit solcher Wucht und Feingefühl, dass man völlig in dem Buch und seinen Figuren abtauchen kann. Leichter Humor und Gradlinigkeit machen dieses Buch zu einem Lesegenuss, man kann es nicht aus den Händen legen. Es brennt! In einer amerikanischen, gut durchdachten und reglementierten Vorstadt, in Cleveland/Ohio. Dort steht Elena Richardson, in ihrem Bademantel vor ihrem schicken angepassten Haus. Sie sieht zu, wie ihr Leben abbrennt. Die Feuerwehr tut ihr Möglichstes, das Haus der Richardsons, zu retten. Zum Glück ist keiner zu Schaden gekommen. Alle Familienmitglieder waren unterwegs, bis auf Mrs Richardson, die die Feuer entdeckt hatte. Die fast erwachsenen Kinder sitzen weit genug entfernt auf dem Auto der Tochter Lexie und beobachten das Spektakel. Nur eine Tochter fehlt. Izzy ist verschwunden und alle vermuten, dass das Mädchen die Feuer gelegt haben könnte. Wie es dazu kam, das erzählen die nächsten Seiten. Bevor es zu dem Brand kam, vermietete Mrs Richardson der alleinerziehenden Mia und ihrer Tochter Pearl eine kleine Wohnung in ihrem zweiten Haus und fühlt sich dabei wieder sehr gut. Sie liebt es, Anderen zu helfen. Mrs Richardson legt wert darauf, dass sie Gutes tut. Mia ist Künstlerin/Fotografin und schon immer mit ihrer Tochter im Land unterwegs. Jedesmal, wenn sie eine neue Idee für ihre Fotos hat, packt sie das Wenige zusammen, das sie besitzt und zieht weiter. Dieses mal soll es aber anders sein, sie will bleiben. Hier ist es genau richtig und die 15 jährige Pearl fühlt sich gleich integriert. Pearl freundet sich mit den vier Richardsonkindern an und verbringt sehr viel Zeit mit ihnen. Bis eine Freundin von Mrs Richardson ein chinesisches Baby adoptiert, läuft alles gut. Plötzlich werden ganz neue Blicke in die ach so ordentlichen Häuser möglich. Überall schwelen kleine Feuer, nichts ist so, wie man es von außen sehen kann... Interessant fand ich, dass die Autorin unterschiede in der Ansprache der Protagonisten machte. So wird Mrs Richardson fast immer mit ihrem Nachnamen angesprochen, während die Jugendlichen und weniger gut betuchten Figuren nur mit ihrem Vornamen angeredet werden. Es gibt eine Menge Feinheiten zu entdecken, die dieses Buch für mich spannend machten.
Hintergründiger und spannender Gesellschaftsroman.
Der Roman spielt im Spannugsfeld zweier Familien: Die Familie Richardson lebt ein Vorstadtidyll: Grosses Haus, gute Jobs, 4 wohlgeratene Kinder. Pearl und Mia dagegen reisen durch die USA und hangeln sich von Job zu Job und Stadt zu Stadt, voller Idealismus und Kunst aber kaum Geld. Die beiden Familien und Kinder treffen aufeinander und vernetzen sich bis das grosse Chaos ausbricht. Ein sehr spannender, toller Roman, der zum Nachdenken anregt.
Super gutes Buch , welches die Serie tatsächlich gut umgesetzt hat.
Ich habe die Serie vorher geguckt. Das Buch bekam ich später zum 18. Geburtstag rein zufällig, kannte deshalb leider schon die ganzen Plots. Ich gebe dem Buch trotzdem 5/5 Sternen, schlichtweg deshalb weil ich mir sicher bin das ich ohne Vorwissen von diesem Buch ziemlich begeistert gewesen wäre. Was das Buch noch besser macht ist dass ich es, obwohl ich es schon kannte,nicht aus der Hand legen konnte da der Schreibstil einfach zu gut ist.
Wo Rauch ist, ist auch Drama 🔥
Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt. Die Geschichte über die scheinbar perfekte Vorstadt die Konflikte zwischen den Bewohnern ist vielschichtig und bewegend. Besonders gelungen finde ich die verschiedenen Perspektiven, durch die man tief in das Innenleben der Figuren eintaucht. Ein starkes Buch über Mutterschaft, Identität und gesellschaftliche Ungleichheit – spannend bis zur letzten Seite.
Schon zu Beginn der Geschichte merkt der Leser, dass in Shaker Heights, einem wohlhabenden Vorort von Cleveland, der Schein trügt. Obwohl die Bewohner nach aussen hin den Eindruck machen, dass sie mit ihren nahezu perfekten Familien ein perfektes Leben führen, sieht es hinter den Kulissen ganz anders aus. Und so ergeht es auch der Familie Richardson. Eines Tages müssen sie mit Schrecken feststellen, dass jemand ihr Haus angezündet hat. Doch bevor man erfährt, wer hinter dem Brand steckt oder was überhaupt zu dem Feuer geführt hat, wird die Zeit noch einmal zurückgedreht und die einzelnen Charaktere und deren (bisheriges) Leben genauer beleuchtet. Dabei lernt man jedes einzelne Familienmitglied der Richardson etwas besser kennen.Der Alltag der Familie wird aber sehr bald auf den Kopf gestellt, als in einer der Wohnungen, die Mrs. Richardson vermietet, die Künstlerin Mia und ihre Tochter Pearl einziehen. Pearl freundet sich bald mit den Kindern der Richardson an, wodurch sie in eine Reihe unglücklicher Ereignisse verwickelt wird. Welche das sind, möchte ich an dieser Stelle offen lassen, denn genau das macht das Buch aus. Man fühlt sich wie ein Detektiv, der nach und nach einer Spur entlangwandert und dabei auf einige Geheimnisse der Hauptcharaktere stösst, die man so nicht erwartet hätte - allen voran die anfangs noch geheimnisvolle Mia. Ich will nur so viel verraten: Das Geheimnis das sie mit sich trägt, hätte ich wahrscheinlich niemals erraten. Neben diesem Hauptplot spielt sich noch eine wichtige Nebenstory um die Chinesin Bebe ab, die vor einiger Zeit aus Verzweiflung ihr Baby ausgesetzt hat. Das Baby wurde kurze Zeit später von einem befreundeten Ehepaar der Richardson adoptiert. Und nun ist Bebe wieder auf der Bildfläche erschienen, so dass sie um das Sorgerecht bangen müssen. Diese Nebenstory hat mich sehr gefesselt, denn es handelt sich um ein moralisches Dilemma, bei dem jeder für sich selbst entscheiden muss, auf welcher Seite man steht. Egal welche man wählt, irgendjemand wird dabei immer zu kurz kommen. Besonders schön fand ich auch, wie dieser Nebenplot indirekt mit Mias Vergangenheit verknüpft ist und sich der Kreis am Ende schliesst. Da hat man gemerkt, dass sich die Autorin sehr viele Gedanken um die verschiedenen Handlungsstränge gemacht hat und alles am Ende ein grosses Ganzes ergibt. Dafür gibt es von mir einen dicken Pluspunkt. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und sie hat es nach einer Weile geschafft, mein Interesse für die einzelnen Schicksale der Charaktere zu wecken. Das Buch ist weder reisserisch noch haarsträubend, sondern verläuft eher ruhig. Ich hatte am Anfang nur etwas Mühe, mich unter den ganzen Charakteren, die eingeführt wurden, zurechtzufinden. Fazit: Eine interessante Geschichte über die Geheimnisse, die verschiedene Charaktere mit sich tragen und einem zum Nachdenken anregen. Der Titel des Buches ist absolut treffend gewählt. Empfehlenswert für Fans des Buches „Big Little Lies“.
Celeste Ng Kleine Feuer überall Zum Inhalt: In dem ruhigen beschaulichen Vorort Shaker Hights brennt das Haus der Familie Richardson. Irgendwer hat in jedem Schlafzimmer ein Feuer gelegt. Mrs Richardson ist fassungslos: Könnte es es ihre jüngste Tochter Izzy gewesen, die das Haus in Brand gesteckt hat? Izzy, das schwarze Schaf der Familie. Izzy, die sich nie an das gesittete, geplante und wohl geformte Familienleben der Richardsons anpassen konnte. Und die durch die die neuen Mieter Mia und deren Tochter Pearl noch mehr angestachelt worden ist, sich nicht anzupassen... Mrs Richardson hinterfragt jedoch nicht, sondern hadert mit diesem Schichsalsschlag und der Leser erfährt durch die folgende Vorgeschichte auch warum. Der Schreibstil: So interessant die Geschichte von Beginn an auch war, konnte mich der Stil der Autorin zunächst so gar nicht überzeugen. Langatmig, trocken und schwierig, so kam es mir die erste Hälfte des Buches vor. Inhaltlich wirklich gut, vom Stil her mühsam, was ich sehr schade fand. Ab ca. Mitte des Buches wurde die Geschichte dann so spannend, dass ich über den langwierigen Stil hinweg lesen konnte (oder mich einfach dran gewöhnt hatte). Danach fiel es mir dann auch nicht mehr so schwer das Buch in einem Schwung zu beenden. Das Cover: Da ich das erste Mal auf das Buch über den Reese-Witherspoon-Leseclub aufmerksam geworden bin, kannte ich das Originalcover, das mir wesentlich besser gefallen hat. Das brennende Papierhaus passt so viel besser als das einfache, kleine amerikanische 08/15-Haus auf dem deutschen Cover, das eigentlich nicht so aussieht, wie ich mir das größere Anwesen der Richardsons vorstelle. Die Geschichte: Beim Lesen des Buches habe ich mich fast andauernd gefragt, worum geht es hier eigentlich? Was ist das Hauptthema: -Die Familiengeschichte der Richardsons? -Das Leben im beschaulichen Vorort? -Die Frage nach Adoption, Leihmutterschaft, das Kinderkriegen an sich? -Die Mütter-Töchter-Verhältnisse? Es geht um all dies und vielleicht um noch viel mehr. Zu jedem Thema hat die Geschichte was zu erzählen und regt den Leser zum Nachdenken an, was definitiv einer der Stärken des Buches ist. Mein Fazit: Eine interessante Lektüre, die dem Leser viel bietet, jedoch durch den mir persönlich teilweise zu trockenen Schreibstil leider verliert.
Als Audiobook gehört. Großartiges Buch! Eine Verwebung zwischen zwei Familiengeschichten, mit vielen Hintergründen der Protagonisten, sodass eine tiefgehende Darstellung der Charaktere möglich wird. Es werden Fäden gesponnen, die große Auswirkungen haben werden, die Auflösung war sehr interessant. Intensiv und ich weiß, dass die Geschichte mich länger beschäftigen wird. Vor allem mochte ich Izzie und Mia als Charaktere sehr! Ich hätte großes Interesse daran einen zweiten Teil zu lesen.
Der Einstieg fiel mir ziemlich schwer, weil ich anfangs gar nicht wusste, worum und um wen es in der Geschichte überhaupt geht. Wie sich herausstellte, ist das auch gar nicht so leicht zu beantworten. Es gibt einen allwissenden Erzähler, viele Figuren und mehrere Handlungsstränge, die sich zusammensetzen und das hat mich anfangs überfordert, dann aber wirklich beeindruckt. Man bekommt einen Einblick in verschiedene Charaktere und deren Vergangenheit und merkt auch - entweder sofort oder erst später - welchen Einfluss sie auf die Gegenwart hat. Nach und nach setzt sich alles zusammen und die Geschichte ist viel komplexer als ich zunächst gedacht habe. Ich bin wirklich beeindruckt!
I honestly don’t know what to say about this book. It’s well written and it made me cry, but overall it made me ask questions I don’t know the answer to. It left me feeling conflicted on every turn and confused at my own indecision. Is it a good book? I think so, yes. It’s just different and not in a bad way. I still don’t know how I feel about it all.
Unausgesprochene Dinge
Wenn Menschen Träumen und sich Dinge denken , nicht fragen , nicht reden , nicht hören . Dann entstehen Missverständnisse aus denen Dramen ihre Wurzeln schlagen. Mia und ihre Tochter sind rastlos unterwegs immer von Ort zu Ort fliehend vor Entscheidungen die mia traf als sie schwanger war, Entscheidungen für sie und ihre Tochter Pearl . Pearl lebt damit, wächst damit auf und ist zufrieden bis die beiden eine neue Heimat finden und Mia hofft das es diesmal ein Zuhause werden könnte. Pearl freundet sich mit den Kindern der Vermieterin mrs. Richardson an und verliebt sich - doch Mrs. Richardson die Journalistin ist kann ihre Neugier nicht lassen und gräbt in Mias Vergangenheit . Kleine Feuer ist eine durchdachte anschauliche Betrachtung von Menschen die Leben , sich gesellschaftlich anpassen und ihre Träume begraben, die handeln ohne nachzudenken und aus inneren Impulsen „ Feuer“ legen ohne es zu merken.
Nachdem "Was ich euch nicht erzählte" von Celeste Ng die Bestsellerlisten erklomm, nimmt uns die Autorin in "Kleine Feuer überall" nun mit nach Shaker Heights, die scheinbar perfekte Kleinstadtidylle nahe Cleveland. Wer in Shaker Heights lebt, richtet sich ganz selbstverständlich nach den ungeschriebenen Gesetzen und Regeln. Auf Äußerlichkeiten wird viel Wert gelebt und für Individualismus ist wenig bis gar kein Platz. Familie Richardson ist in Shaker Heights tief verwurzelt und bis auf Tochter Izzy erkennt jedes Familienmitglied die Richtlinien der Kleinstadt widerstandslos an. Doch als die unkonventionelle Künstlerin Mia mit ihrer Tochter Pearl nach Shaker Heights zieht, wühlt sie das Städtchen mit ihrer unangepassten Art ganz schön auf und entzündet einen Funken nach dem anderen. Wie auch schon in "Was ich euch nicht erzählte" ist der Aufhänger der Geschichte ein relativ schwerwiegendes tragisches Ereignis, welches dem Leser von Anfang an bekannt ist. Die Spannung in Celeste Ngs Romanen macht nicht das Warten auf das Unbekannte aus, sondern wie die Autorin Schicht für Schicht in das Innenleben der Protagonisten eindringt. Auch "Kleine Feuer überall" nimmt die Leserin bzw. den Leser auf eine intensive Reise durch die Historie verschiedener Charaktere mit. Ich konnte bei weitem nicht alle Entscheidungen der Figuren gutheißen, sie aber dennoch nachvollziehen. Wer nach komplexen und emotionalen Hintergrundgeschichten sucht, wird bei Celeste Ng auch in diesem Roman wieder einmal fündig. Besonders gut gefallen haben mir außerdem die zentralen Themen, die Celeste Ng anspricht. Über Mutterschaft und Adoption lese ich sonst nicht so häufig und in keinem Fall so intensiv wie in diesem Roman. Die Geschichte rund um die Ereignisse in Shaker Heights waren für mich sehr berührend. Interessant fand ich auch, dass die Autorin selbst in Shaker Heights aufgewachsen ist. In dem Roman wird keine fiktionale Kleinstadt behandelt, sondern die Vermutung liegt nahe, dass sehr viele eigene Erfahrungen und Erinnerungen von Celeste Ng in diesen Roman geflossen sind. Das hat das Leseerlebnis für mich noch einmal intensiviert. Insgesamt kann ich "Kleine Feuer überall" wärmstens all denjenigen empfehlen, die Lust auf eine ruhige und langsame, dafür aber sehr emotionale und intensive Reise in das Kleinstadtidyll Shaker Heights haben. (Mai 2018)
Was ein herrliches Vorstadtidyll. Nette Menschen, gute Kleidung, akkurate Frisuren. Shaker Heights beinhaltet alles, was man sich als amerikanische Familie wünscht. Tolle Häuser, nette Nachbarn, Kindergärten und Vorschulen, Colleges und eine Uni. Es gibt Einkaufsmöglichkeiten und Kirchen, Frauenverbände und Sportangebote. Eigentlich müsste man im siebten Himmel dort leben. Tut man auch - zumindest nach außen. Beim Lesen des Buches wird klar, dass die meisten der Familien zumindest eine Leiche im Keller haben. Jede hat ihre Ungereimtheiten und zum Teil bitterböse Geheimnisse. Bei manchen bröckelt die Fassade, bei anderen nicht. Nichts ist so, wie es scheint. Und dieser Schein ist etwas, worauf die Protagonisten sehr viel Wert legen. Der Amerikaner himself findet solche gesicherten Vorstadtidyllen und Wohnbezirke für "Eliten" und Besserverdiener toll. Für uns Deutsche ist das wohl eher eine seltsame Vorstellung. Und doch gibt es auch bei uns in jeder Familie Geheimnisse, von denen die Nachbarn nichts wissen dürfen und die wir gut verstecken
4,5 Sterne (= fast perfekt, absolut geeignet für intensive Gespräche in Buchclubs) Mia Warren und ihre Tochter Pearl führen seit Pearls Geburt ein Nomadenleben. Ihr Weg führt sie nach Shaker Heights, einem "perfekten" kleinen Vorort, wo sich das Leben der zwei Warren-Frauen mit dem der Familie Richardson zunehmend verwebt. Wie kommt es dann nur dazu, dass am Ende der Geschichte das Haus der Richardsons lichterloh brennt, ausgehend von kleinen Feuern in jedem Zimmer des Hauses? Das Buch wurde gerade als Miniserie mit Reese Witherspoon und Kerry Washington verfilmt. Zunächst erstmal: Kleine Feuer überall hat einen Erzählton, der für mich eigentlich nicht hätte funktionieren dürfen. Die Erzählstimme kann von Figur zu Figur springen, auch innerhalb einer Szene, und man hält dadurch immer ein bisschen Abstand (ich mag keinen Abstand. Ich lieeeeebe Nähe zu Figuren...). Trotzdem bin ich tiefgehend von der Geschichte beeindruckt und ich bin durch die Seiten nur so geflogen! - klug aufgezogen: Das Buch startet mit dem Ende; man weiß von Anfang an, dass das Haus der Richardsons abbrennen wird. Und dann wird von vorne erzählt, wie es dazu kommt. Man kann sogar ein bisschen miträtseln, ob die Lösung wirklich so einfach ist, wie anfangs gedacht. Echte Sogwirkung. - Unfassbar viele diskussionswürdige Themen werden verarbeitet: Rassismus, Adoption, Abtreibung, Erziehung, Wohlstand, Perfektionismus, Selbstbestimmung, Kunst u.v.m. - Trotzdem ist es kein Kopf-Buch, es gibt immer wieder Szenen, die zum Fühlen (Mitgefühl UND Abneigung) einladen. - Der Kontext der 90er Jahre ist unaufdringlich, aber spürbar miterzählt (politisch und popkulturelle Anspielungen). Klare Empfehlung!
Wie eine Psychologische Studie einer Vorstadt und zwei Familien, die unterschiedlicher nicht sein können. Großartiges Buch!
Celeste Ng hat die Fähigkeit, die Charaktere so fein und mit so viel Verständnis zu beschreiben, dass man das Gefühl bekommt, diesen wirklich nah zu sein. Gleichwohl herrscht durchgehend eine Form von Nüchternheit, beides zusammen ist ein interessanterSpannungsbogen. Ihr Roman hat Spannung und ist parallel eine Gesellschaftskritik ohne gehobenen Finger. Ich habe das Buch wirklich sehr gern gelesen.
Der Hype um dieses Buch ist auf jeden Fall gerechtfertigt. Selten habe ich einen Roman lesen dürfen, der so eine Fülle an realistischen Charakteren und verwobenen Schicksalen geboten hat. "Kleine Feuer überall" ist ein facettenreiches Porträt der amerikanischen Gesellschaft, ihrer Werte und ihrer Probleme. Celeste Ng webt die Geschichten der einzelnen Charaktere auf beeindruckende Weise und mit einem gedämpften, aber umso wirkungsvolleren Schreibstil zu einem großen Gesamtkunstwerk, das seine Leser vollkommen gefangen nimmt. Das Buch ist so detailreich und gut geschrieben, dass man für alle Charaktere zumindest ein Quäntchen Sympathie empfindet, selbst wenn sie absichtlich als verachtenswert dargestellt werden. Dramatik und Emotionalität schleichen sich sanft an und überwältigen den Leser unaufhaltsam, ohne abgedroschen zu wirken. Absolute Leseempfehlung. Danke an Vorablesen und den dtv für das Leseexemplar!
Ich habe die Miniserie zuerst geschaut und fand diese außergewöhnlich gut. Weil ich jetzt schon die Handlung kannte, war das Buch vielleicht nicht mehr so spannend. Die Charaktere waren wunderbar dargestellt in der Serie. Ich liebe Reese Witherspoon in der Rolle der perfekten amerikanischen Vorstadtmutter.





















































