Liebe ist gewaltig

Liebe ist gewaltig

Softcover
4.3880

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Description

Von Gewalt, von Zärtlichkeit und von der Macht der Befreiung

Juli wächst in einer Vorzeigefamilie auf: Die Eltern sind Rechtsanwälte, sie ist Klassenbeste. Doch in der Kleinstadtvilla herrscht das Grauen. Der Vater drillt die Kinder auf Leistung, prügelt sie und seine Frau. Juli wird älter, fordert ein Ende der Gewalt, deren Realität von der Mutter vehement abgestritten wird. Einzig ihre Geschwister und eine Maus geben Halt. Wie kann man sich befreien, wenn man weder den Eltern noch den eigenen Erinnerungen traut? Die Befreiung gerät zum Feldzug – gegen die Eltern und das eigene Ich. Drei Jahrzehnte folgen wir Juli, die mit aller Macht versucht, die Deutungshoheit über ihr Leben zu erlangen. Ein eindringlicher Roman über Verletzungen und eine mögliche Heilung, voller Originalität und Wärme.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
376
Price
14.40 €

Author Description

Claudia Schumacher, 1986 in Tübingen geboren, wuchs im Stuttgarter Speckgürtel auf, studierte in Berlin und lebte einige Jahre in Zürich. Sie arbeitete als Journalistin, unter anderem für die ›NZZ am Sonntag‹ und für ›DIE ZEIT‹. Heute lebt sie als Schriftstellerin in Hamburg. Ihr Debütroman ›Liebe ist gewaltig‹, der für den aspekte-Literaturpreis sowie den Newcomer-Preis des Harbour Front Literaturfestivals nominiert war, wurde im Rahmen der Hamburger Literaturpreise als »Buch des Jahres« 2022 sowie mit dem Literaturstipendium 2023 des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. 2025 wurde er ausgewählt als »Ein Buch für die Stadt« Köln.

Characteristics

4 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
64%
4%
N/A
N/A
72%
N/A
89%
79%
39%
34%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
66%
89%
76%
74%

Pace

Fast0%
Slow0%
Moderate100%
Variable0%

Writing Style

Simple0%
Complex25%
Moderate75%
Bildhaft (50%)Poetisch (50%)Außergewöhnlich (100%)

Posts

176
All
3.5

Ein gutes Buch über traumatische Erlebnisse einer verkorksten Familie und das Resultat mit der schweren Hinterlassenschaft weiter zu leben.

Ich fand die erste Hälfte des Buches richtig stark. Ich war sehr nah an der Protagonisten. Das Buch konnte viele Emotionen bei mir auslösen wie Wut, Mitleid, Fassungslosigkeit und Traurigkeit. Mit der Zeit hat das Buch mich immer wieder verloren, ich war irritiert und musste mich zurecht finden was überhaupt hier passiert, auch die Protagonisten wurde mir distanzierter. Den Schreibstil empfand ich als holprig und sprunghaft, ab der zweitenHälfte. Dabei war das Thema und die Art damit umzugehen und wie die Autorin es uns nahe bringt hervorragend. Ich bin bei diesem Buch zwiegespalten auch in meiner Meinung und Bewertung, konnte ich mich nicht so richtig entscheiden. Vielleicht muss das Buch noch nachwirken, vielleicht ist es zum Hören nicht gut geeignet. Das sind meine Erlebnisse und Empfindungen nach dem Hörerlebnis.

Ein gutes Buch über traumatische Erlebnisse einer verkorksten Familie und das Resultat mit der schweren Hinterlassenschaft weiter zu leben.
4

Triggerwarnung

Das Buch erzählt, wie ein narzisstischer Psychopath – der Vater – seine Familie tyrannisiert und das Leben der Kinder zerstört. Erzählt wird die Geschichte durch Juli, die Jüngste der Familie. Man begleitet sie durch drei Phasen ihres Lebens. Da es ihre Erzählungen sind, ist die Sprache modern, poetisch, manchmal verwirrend. Jugendwörter und auch mal vulgäre Sprache machen den Stil sehr authentisch aber gewöhnungsbedürtig. Kapitel 1 hat mich sofort gepackt – spannend und intensiv. Kapitel 2 war dagegen etwas langatmig, aber insgesamt bleibt die Geschichte stark und berührend. Es ist eine Lebensgeschichte, kein Drama oder Krimi. Man sollte also nicht den klassischen Spannungsaufbau erwarten. Das Ende hat mir gefallen – ein kleiner Funken Hoffnung in einer ansonsten traurigen und leider sehr realistischen Geschichte. Lesenswert, aber voller Trigger für Menschen, die selbst häusliche Gewalt – ob physisch oder emotional – erlebt haben.

4.5

Schonungslos ehrlich, tiefgründig, ungeschönt

Mein erster Roman von Claudia Schumacher hat mich emotional völlig gefangen genommen. Einfühlsam, echt und tiefgründig geschrieben, werde ich als Leserin über mehrere Jahre hinweg Zeuge der Folgen psychischer, emotionaler und physischer Gewalt in einer Familie, die nach außen hin alles andere als auffällig ist. Immer wieder wird die Protagonistin mit Situationen und Menschen konfrontiert, die perfekt das Muster ihrer Glaubenssätze bedienen. Die unbändige Sehnsucht danach, geliebt zu werden, treibt sie wieder und wieder zu Leistung und Überanpassung an und es tut richtig weh, das zu lesen. Ihre Innenwelt wird von der Autorin sehr detailliert und nachvollziehbar dargestellt, sodass man sich als Leserin ohne Weiteres in sie hineinfühlen kann. Man entwickelt ein starkes Mitgefühl und Verständnis mit Juli. Denn anders als in manch anderem Buch, erscheint Juli nicht selbstmitleidig, sondern eher zerfressen von (meist irrationaler) Schuld und Scham, dabei will sie alles andere, nur kein Opfer mehr sein… Insgesamt ein schönes, weil wichtiges Plädoyer dafür, über eigene Sichtweisen, insbesondere Vorurteile, nachzudenken und sich selbst zu hinterfragen. „Weiß ich je wirklich, was in andere Menschen vorgeht und was sie erlebt haben, weil sie auf eine nach außen hin unscheinbare, „bestimmte“ Weise aufgewachsen sind?“ Das Buch öffnet die Augen dafür, sich anderen Menschen zu öffnen und sie anzunehmen, ihnen zuzuhören, anstatt sie basierend auf eigenen Annahmen abzustempeln. So wird der Protagonistin wiederholt mittels Gaslighting und Bagatellisierung vermittelt, dass sie doch quasi perfekt aufgewachsen sei im Schoße einer reichen Familie… danach, was sie wirklich erlebt hat und wieso sie sich tatsächlich verhält, wie sie es tut, wird sie nicht gefragt. Das ist so furchtbar traurig… 4,5/5 ⭐️ für ein schonungslos ehrliches, ungeschöntes und tiefgründiges Drama - welches in der Realität vermutlich weitaus öfter vorkommt, als vielen Menschen bewusst ist.

5

Hart, brutal ehrlich und beeindruckend. Absolutes Highlight

Ich hatte zunächst etwas ganz anderes erwartet, wurde dann aber vom schnellen, modernen Schreibstil mitgerissen und konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Es war ein wilder Ritt, der mich komplett in seinen Bann zog. Absolutes Highlight und ganz klare Leseempfehlung mit Triggerwarnung, häusliche Gewalt und Suizid. Sehr beeindruckend!

4

Ein brutal ehrliches Buch über das Thema häusliche Gewalt.

Ich kann es (Gott sei Dank) nicht nachempfinden, wie grauenhaft es sein muss, unter häuslicher Gewalt aufgewachsen zu sein. Diese Lebensgeschichte ist so emotional geladen geschrieben, dass man selbst in die Rolle der Protagonistin schlüpft und sich dieser Hass auf ihren Vater und die falsche Vorzeigefamilie auf einen selbst überträgt. Absolute Triggerwarnung! Ich könnte mir vorstellen, dass es für Menschen mit diesem Background sehr triggernd sein könnte!

4.5

Narben die bleiben

„Liebe ist gewaltig“ ist ein Buch, das man nicht einfach liest – man hält es aus. Nach außen wirkt Julis Familie wie eine dieser perfekten Bilderbuchfamilien, ordentlich, angepasst, scheinbar liebevoll. Doch hinter geschlossenen Türen beginnt das Grauen: psychische und physische Gewalt sind Julis Alltag, etwas, das sich normalisiert, weil es nie anders war. Und genau hier setzt der Roman gnadenlos an und zeigt, wie lange eine solche Kindheit nachwirkt – oft ein Leben lang. Der Stil ist fast schon hingerotzt, nüchtern, manchmal erschreckend emotionslos. Aber genau das trifft mit voller Wucht. Denn so gehen viele Betroffene mit dem Unfassbaren um: mit Galgenhumor, mit Weglächeln, mit Weitermachen um jeden Preis. Irgendwie überleben. Schweigen. Diese Distanz in der Sprache macht das Gelesene nicht leichter, sondern schwerer. Sie legt offen, wie tief die Verletzungen sitzen, wie sehr Gefühle abgespalten werden müssen, um nicht daran zu zerbrechen. Die Schilderungen der Gewalt gehen dabei unter die Haut, sie bereiten beim Lesen fast körperliche Schmerzen. Man spürt die Angst, die Ohnmacht, das Ausgeliefertsein – und gleichzeitig die Leere danach. Besonders schwer zu ertragen ist die Selbstzerstörung in Julis späteren Jahren. Sie fühlt sich wie ein Echo der Kindheit an, ein Beweis dafür, dass das Vergangene nicht einfach vorbei ist. Die Gewalt endet nicht mit dem Verlassen des Elternhauses, sie zieht sich durch das ganze Leben. „Liebe ist gewaltig“ ist kein leichtes Buch, aber ein wichtiges. Es beschönigt nichts, es erklärt nicht, es schreit nicht – und genau deshalb hallt es so lange nach. Ein Roman, der weh tut, weil er ehrlich ist, und der zeigt, wie zerstörerisch eine Kindheit sein kann, die nie sicher war.

3

⭐️⭐️⭐️

Interessanter Schreibstil,brutal und ehrlich. Hatte mir jedoch mehr erhofft vom Buch.

5

So schmerzvoll und zugleich wunderschön

Dieses Buch hat mich ab der ersten Seite gefesselt und es binnen von 2 Tagen durchgelesen. Es hinterlässt seine Spuren und geht tief unter die Haut. Ich habe mit Julie mitgelitten, war wütend, verzweifelt und traurig. Und dennoch gab es die kleinen Momente, wo einen ihre freche Klappe umgehauen hat und wo man lachen konnte. Es ist unfassbar wie grausam das Leben sein, wie tief Verletzungen sitzen und wahrscheinlich niemals heilen können. Ein trauriges Meisterwerk, welches sich absolut zu lesen lohnt. Aber bitte beachte unbedingt die Triggerwarnung, denn dieses Buch ist nicht ohne.

5

Juli wächst zusammen mit ihren 3 Geschwistern in einem reichen Elternhaus auf. Ihre Eltern sind Anwälte, nach außen hin scheint alles perfekt. Doch in der Villa bei den Eltern herrscht die Gewalt. Der Ort, an dem sich Juli eigentlich sicher fühlen und zur Ruhe kommen soll, ist das Grauen. „Aus einem guten Elternhaus spazierst du raus, sobald du volljährig bist, und machst, was du willst. Aber die schlechte Familie, ausgerechnet die lässt dich nicht los“ „Bei uns gab es weder Schokolade noch Chips, aber Selbsthass für alle.“ „Manchmal hatte sie das Gefühl, jemand klopfe schreiend von innen an ihre Brust, ein kleines Monster mit kalten Füßen und lumpiger Kleidung, das sie nicht leiden konnte.“ Was für ein starkes, sprachgewaltiges Buch. Hat mich überrascht und überzeugt. Juli ist ein sehr intelligentes Mädchen und hat ihre Eltern schnell durchschaut. Sie weiß in welchen Momenten sie sich unsichtbar machen muss und wann sie wegschauen muss. Auf brutalste Art und Weise züchtigt der Vater seine Frau und seine Kinder. Sie sind psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt. Die Sprache ist rau, an manchen Stellen aber fast schon wieder poetisch. Wir begleiten Juli beim Erwachsenwerden und wie sie versucht ein ganz normales Leben zu führen. Sie verstellt sich, unterdrückt ihre Gefühle und landet bei einem ähnlichen Mann wie ihrem Vater. Auch als Erwachsene will sie es ihren Eltern recht machen. Mich hat der Roman umgehauen. Er ist nicht leicht zu verarbeiten, da er so intensiv ist. Allerdings ist er verdammt lebensnah und authentisch. Für mich ganz großartig geschrieben, packend und realistisch. Gegen Ende konnte ich mir die Tränen nicht mehr verdrücken. Eine ganz große Empfehlung!!! Werde ich sicher nochmal lesen.

5

Aufwühlend und heftiges Thema! Niemand kennt einen so gut wie man selbst... und manchmal muss man die Hilfe im/ vom Außen annehmen. Konnte mich alles in allem, sehr gut in die Charaktere herein versetzen und mir hat der Schreibstil und -art der Autorin sehr gut gefallen. Danke, dass eine Freundin mir dieses Buch geschenkt hat. Möchte es nicht missen dieses Buch nicht gelesen zu haben. 5 Sterne!

4.5

Hart, roh und unendlich traurig - die Geschichte von Juli, die sowohl physisch als auch psychisch misshandelt wird und einfach nur Liebe sucht.

"Schaut man Leute nicht an, die einem in die Fresse geben? Ich habe Papa immer angeschaut. Ehrensache, gern gesehen. " "Papa ist widerlich, aber was ist eigentlich Mama?"

5

Heftig und trotzdem leicht

Dass dieser Titel nicht von einer romantischen Liebesgeschichte herrührt, war mir irgendwie von Anfang an klar. Was für eine Brutalität allerdings in diesem Buch steckt, darauf war ich nicht vorbereitet. Juli wächst als jüngstes Kind der Familie Ehre in einem reichen Elternhaus aus. Der Vater ist Anwalt. Die Mutter kümmert sich liebevoll um ihren Mann und um die Kinder. Alles ist perfekt! Zumindest nach außen hin. Hinter der Hausfassade herrscht aber Gewalt und Demütigung. Der Vater Kurt schlägt nicht nur seine Frau regelmäßig auf brutalste Art und Weise, sondern demütigt genauso seine Kinder durch Worte und Taten. Wir schauen zu einem Zeitpunkt in die Familie, als die älteren Kinder sich schon distanziert haben. Nur Bruno und Julie sind der Prügel ausgeliefert. Und dieses Szenen sind wirklich hart zu lesen. Juli macht uns ihre toxische Familie transparent, das tut sie mit einer Leichtigkeit und in einem Ton, der bisweilen schnodderig, dann aber wieder sehr poetisch ist. Und das macht die Geschichte sehr nahbar. In weiten Teilen sind wir in der ICH-Perspektive und somit tief in Julis Kopf. Sie hat die Strategien ihrer Eltern durchschaut. Sie weiß, wann sie sich wegducken sollte, wie klein und hilflos, und unglaublich unfähig ihre Mutter ist und dass sie ihren Bruder Bruno beschützen muss. Ihre Mama wäre die einzige, die die Macht hat, die Kinder vor der entfesselten Gewalt des Vaters zu bewahren. Doch sie ist zu schwach und wählt den Weg der Vertuschung. Die Wahrung des Scheins ist ihr wichtiger, als alles andere. Juli ist sich bewusst, dass sie nicht den gleichen Weg wählen möchte. Sie entscheidet sich zu rebellieren, zu schreien, zu schimpfen und sich zu wehren und dabei geht sie bis ans äußerste. Es gibt mehrere Zeitbrüche in diesem bewegenden Roman. Wir erleben Julis Entwicklung und was ihre Erfahrungen aus der Kindheit mit ihr als junge Frau machen. Der Liebe begegnet sie mehrfach. Wie sie diese Situation meistert, müsst ihr schon selber lesen. Claudia Schumacher schafft es den Ton fein zu justieren. Obwohl er locker flockig daherkommt und man das ein oder andere Mal über die Formulierungen lachen möchte, bleibt einem dies meist im Hals stecken. Die Widerwärtigkeiten mancher familiären Situation, besonders, wenn nach aussen ein anderes Bild gelebt wird, ist mir teilweise unerträglich gewesen. Und doch wird man in einen Sog gezogen und kann nicht aufhören zu lesen. Es wird sehr deutlich, warum auch in der Realität Frauen sich über Jahre hinweg schlagen lassen, welche Mechanismen einsetzen und wie schwer es, je nach Charakter, zu sein scheint dem zu entfliehen. Die Entwicklung von Juli ist interessant beschrieben, nicht immer nachvollziehbar, aber doch zu erklären. Die Beziehung zu Bruno ist sehr differenziert dargestellt und verläuft nicht immer nur geradlinig. Am Beginn der Geschichte hat sich mir eine Frage gestellt, die sich am Ende auch klären konnte. Einzig dass über ihre Schwester Alex sehr wenig bekannt ist, fand ich ein bisschen schade. Da hätte ich mir mehr Plot gewünscht, das hat aber auf den Verlauf des Romans gar keinen Einfluss, ich wäre nur neugierig gewesen. Mit dem Ende bin ich sehr zufrieden. Das Debüt ist der Autorin auf jeden Fall gelungen und ich freue mich auf alles, was von ihr noch kommt. Eine große Empfehlung für alle, die auch vor heftig Szenen nicht zurückschrecken, facettenreiche Protagonisten mögen und die weiter gegen toxische Männlichkeit kämpfen möchten.

5

Absolute Leseempfehlung ✨

Das erste Buch des Jahres- und was für eines ✨ „Liebe ist gewaltig“ begleitet Juli von ihrer Kindheit und Jugend in einem Umfeld häuslicher Gewalt bis hin zu ihrem Erwachsenenleben. Es ist genau an den richtige Stellen humorvoll, grausam und emotional. Große Liebe an Brunos Brief am Ende ♥️

Absolute Leseempfehlung ✨
4.5

Es ist ein wirklich hartes Buch, Ein Buch was mich absolut mitgenommen hat. Ich bin froh das es mir empfohlen wurde von meiner Buchhändlerin. Es ist wirklich gewaltig! Der Titel trifft es ganz gut 👍🏻 Also wirklich eine klare Leseempfehlung!

4

"abfucken, Kinder quälen und sich gegenseitig die Köpfe einhauen. Die Tragik, die sie sich gegenseitig schenkten, war das Einzige, was ihnen einen Hauch von überdurchschnittlichkeit verlieh. Bruno und ich waren für unsere Eltern immer nur Requisiten, willfährige Objekte. Mal waren wir die Schulter zum ausheulen, gerne und immer wieder aber auch einfach der Boxsack zum abreagieren, Projektionsfläche für die eigene Minderwertigkeitsgefühle." Der Roman handelt von Juli, die in ihrer Kindheit emotionale und physische Gewalt von ihrem Vater erfährt. Die Mutter ist selber in dem Konstrukt gefangen und schaut dabei zu. Wir begleiten Juli drei Jahrzehnte. Das Buch hat viele Emotionen hervorgerufen. Wut, Fassungslosigkeit aber vor allem ein Unwohlsein. Claudia Schumacher hat einen sehr schonungslosen, ehrlichen Schreibstil. Man kann das Buch einfach nur verschlingen.

4

"Erst wenn das Opfer vollkommen wehrlos ist, beißt die Spinne zu.“

Liebe ist gewaltig von Claudia Schumacher zeigt auf sehr eindrückliche Weise, welche Auswirkungen häusliche Gewalt auf die Psyche der Betroffenen haben kann. Besonders stark fand ich, wie ruhig und gleichzeitig klar diese inneren Prozesse beschrieben werden – ohne zu übertreiben, aber auch ohne etwas zu beschönigen. Die Erzählstimme von Juli wirkt extrem authentisch und persönlich. Dadurch fühlt sich alles sehr nah an und hat bei mir eine starke Betroffenheit ausgelöst. Man merkt, wie sehr Gewalt verunsichert, manipuliert und das eigene Selbstbild langsam zerstört. "Sie lieferte uns ans Messer, immer und immer wieder. Sie hat nicht nur darin versagt, uns zu beschützen: Sie hat Papa geholfen, uns kaputt zu machen." Was den Roman zusätzlich besonders macht, ist die Sprache: Claudia Schumacher schreibt stellenweise wirklich sehr poetisch und arbeitet mit schönen, treffenden Metaphern, die dem schweren Thema eine besondere Tiefe geben und den Text abrunden. Kein leichtes Buch, aber ein wichtiges. Es bleibt im Kopf und macht nachdenklich – gerade wegen seiner Ehrlichkeit und der starken Sprache.

5

Meisterhaft und überwältigend!

Wieviel schriftstellerisches Talent und Gespür muss man haben, um ein derart emotional geladenes, wuchtiges Debut niederschreiben zu können? Liebe ist gewaltig - dieser geschickt gewählte Titel steht metaphorisch für die Leidensgeschichte von Juli, der familiär schwer geprüften Hauptprotagonistin in diesem Buch. Gebannt und mit zunehmender Hochspannung liest man sich durch diese schockierende Geschichte einer angesehenen Vorzeigefamilie, hinter deren Fassade verbale und physische Gewalt herrscht. Claudia Schumacher bedient sich dabei einer kraftvollen, wahrhaft bild“gewaltigen“ und eindringlichen Sprache, bei der man zeitweise zu atmen vergisst. Ich bin tief beeindruckt von Schumachers Debut-Werk und sehr gespannt, was von ihr noch zu erwarten ist. Eine unbedingte Leseempfehlung!

5

Authentisch und zum Haare Raufen

Man begleitet die Protagonistin Juli(a) durch 3 verschiedene Phasen ihres Lebens und erfährt nebenbei von ihrer Kindheit. Diese ist durch und durch von Gewalt geprägt. Während der Vater physische und psychische Gewalt dem Rest seiner Familie gegenüber anwendet, schweigt und verzeiht die Mutter und wird zur Mittäterin. Im Verlauf der Geschichte erkennt man, wie nachhaltig das Erlebte Juli und ihre zwischenmenschlichen Beziehungen prägt. Stellenweise fragte ich mich, ob es auch nur eine mental gesunde Person in diesem Buch gibt, die sich in irgendeiner Weise reflektiert und nicht andere gaslighted, runtermacht oder für seine Zwecke nutzt. Epilog sei Dank wird mich das Buch nicht nachts aus Sorge um Juli wachhalten, aber trotzdem noch eine Weile nachhallen.

4

mochte den schreibstil und die story sehr sehr gerne! Ist aber ein echt hartes thema für mich

5

Ein intensives Buch über Gewalt, Familie, Identität und die Frage ob jemand kommt und einen rettet. Ich mochte alles an diesem Buch. Der Wechsel der Erzählpronomen, das Juli keine leichte "Heldin" ist, das Zeit ein loses Konzept sein kann. Einfach alles.

Es ist wichtig, dass Bücher über Trauma nicht immer nur Geschichten sind, in denen das berühmte "ich bin kein Opfer, sondern eine Überlebende" Motiv großgeschrieben werden. Juli ist beides nicht, sie ist mittendrin herauszufinden, was sie eigentlich ist mit sich und diesem Trauma. Es ist toll zu zu sehen wie sie es auslotet und dabei oft mehr Distanz zu sich schafft als zuvor. Ich bin beeindruckt über die deutliche Sprache und den Mut durch die Geschwister zu zeigen, dass es viele Wege gibt mit Trauma um zugehen und eben auch welche die man von außen nicht verstehen kann und muss.

4

Dieses Buch hatte trotz seiner Recht wenigen Seiten sehr viel Inhalt. Und dieser wiederum hatte es in sich. Es ist der Autorin aus meiner Sicht gut gelungen zu zeigen, wie die Eltern Kinder prägen und wie schwer es ist später seinen eigenen Weg zu gehen und sich mit der Vergangenheit zu arrangieren. Es ist ein Buch an das ich noch lange denken werde.

4

„Du warst den Schmerz wert, den du verursacht hast, und die Angst, die man um dich haben musste. Aber es war eben kein Spaziergang mit dir. Ich war selber geschädigt von der Hölle bei uns zu Hause, vom Terror und den Schlägen. Mir ist erst in der Therapie klar geworden, wie mich all das noch immer bestimmt. Aber es hat uns auch zu dem gemacht, was wir sind: Jules und Bruno, Bruno und Jules. Verschworene fürs Leben, zwei Spinner vom anderen Stern, die ultimativen Gefährten. Wir sind Blutsgeschwister, das kannst du nicht leugnen. Wenn zwei Menschen das erlebt haben, was wir erlebt haben, bleiben sie für immer verbunden, auf besondere Weise.“ Ein sehr gut gelungener Roman über tiefe Verletzungen im familiären Kontext….über einen langen Weg der Befreiung und über Geschwisterliebe. Absolut lesenswert.

5

Intensiv, erschütternd - eins meiner Jahreshighlights!

Dieses Buch schmerzt wirklich. Es erschüttert, erstaunt und trifft einen mitten ins Mark. Claudia Schumacher beschreibt in ihrem Debütroman "Liebe ist gewaltig" ein Familiendrama, das Jahrzehnte vertuscht und verschwiegen wurde. Im Vordergrund der Geschichte steht Juli, die aus einer scheinbar vorzeigbaren Familie stammt und doch in ihrem Leben wie durch ein Labyrinth irrt. Sie nimmt viele falsche Abzweigungen und sucht ihren Weg aus dem Drama ihrer Kindheit. In diesem Buch sitzt jeder Satz, die Spannung bleibt die ganze Zeit erhalten, sodass man das Buch nicht aus den Handen legen kann. Die Charaktere wirken sehr stark und sind psychologisch perfekt ausgearbeitet. Es ist ein sehr intensives und emotional geladenes Buch, das zeigt, wie gravierend die Folgen psychischer und physischer Gewalt sein können. Es ist wichtig Bücher wie dieses zu lesen und doch möchte ich hier eine Triggerwarnung aussprechen (häusliche Gewalt, Suizid).

4

"Es ist hart sich einzugestehen, dass man im Kopf nicht rund läuft nach dem Mist, den andere einem angetan haben."

In "Liebe ist gewaltig" begleiten wir die Protagonistin Juli durch drei wichtige Abschnitte ihres Lebens - Kindheit, Jugend, junge Erwachsene - und bekommen hautnah mit, welchen Einfluss häusliche Gewalt auf die Entwicklung des Selbstbildes und auf die Verbindung zu Freund*innen, Partner*innen und Geschwistern hat. Juli ist meines Erachtens dabei nie Opfer, sondern eine starke junge Frau mit Persönlichkeit, die ihren Weg und sich selbst sucht. Schumachers Schreibstil ist dabei sehr klar und direkt - für mich teilweise aber etwas gehetzt. Das ist aber einer der wenigen Kritikpunkte, ansonsten finde ich die Geschichte unfassbar nahbar und mitreißend, wodurch sich sie psychisch wie auch physische Gewalt und ihre Konsequenzen nachempfinden lassen. Dadurch konnte ich eine gute Verbindung zu Juli aufbauen und habe mit ihr gelitten und gekämpft.

4.5

Ein erschütterndes und bewegendes Buch. Der Schhreibstil ist sehr eindringlich aber trotz der Schwere des Themas schafft es die Autorin auch immer kurze humorvolle Momente aufblitzen zu lassen.

5

Heftig Geschichte mit unglaublicher Sogwirkung. Trotz schwerer Themen (TW : Häusliche Gewalt) hab ich das Buch in zwei Tagen nur so aufgesaugt. Claudia Schumacher hat einen wirklich besonderen Schreibstil. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie mich diese Geschichte berührt und brutal zu Boden geworfen hat. Es gab immer wieder kleine Augenblicke von Liebe, Zärtlichkeit, Hoffnung und Poesie, die allerdings schnell vom Würgegriff der dysfunktionalen Familie zerstört wurden. Was macht es mit einem Menschen, der in solch brutalen Verhältnissen groß werden muss. Wie viel Liebe kann man empfangen und spüren? Wie nah erlaubt man es andern Menschen an sich ranzukommen? Ist man selbst beziehungsfähig, wenn die Liebe der Eltern toxisch ist? Kann man sich selbst lieben? Ganz viele Fragen, die mir beim Lesen aufgekommen sind, mögliche Antworten, die mir die Geschichte auf einer tieferen Ebene zeigt. 2007-2014-2016 Drei Zeitabschnitte in Julis Leben, die hier beschrieben werden. Nach außen eine Musterfamilie, Mutter und Vater sind Anwälte, 4 Kinder, Eigenheim im Speckgürtel von Stuttgart. Doch hinter der Fassade sieht es ganz anders aus. Der Vater drillt die Kinder, prügelt sie und die Frau bestialisch. Wir erleben, Julis Alltag in „Ederfingen“, die Flucht nach Berlin und den Umzug nach Zürich. Unglaublich roh, schmerzvoll und doch wunderschön. Absolute Leseempfehlung. „Das ließ er ihn spüren. Stehst du auf deine Mutter, oder warum klebst du so an ihr?, fragte er ihn vor der Familie beim Mittagessen, einfach so, da war Max vielleicht dreizehn. Er heulte, Papa schlug ihm ins Gesicht. Du hast die schwülstigen Lippen einer Frau, du kleine Tunte, sagt Papa.“ S.107 „Mama ist nichts so wichtig wie ihre vermeintliche Unschuld. Aus ihr leitet sie das Recht ab, für nichts Verantwortung übernehmen zu müssen. Ihre überdrehte Emotionalität ist nichts weiter als der Versuch, sich demonstrativ von allem reinzuwaschen.“ S.111 „Blut ist dicker als Wasser, das gilt nur für die dysfunktionale Familie. Aus dem guten Elternhaus spazierst du raus, sobald du volljährig bist, und machst, was du willst. Aber die schlechte Familie, ausgerechnet die lässt dich nicht los.“ S.204

4.5

Welch ein ergreifendes Buch!! Es ist so emotional und hat mich echt berührt!

Dieses Buch ist sehr ergreifend und emotional! Die Erzählungen was bei dieser Musterfamilie wirklich hinter verschlossenen Türen geschieht ist wirklich heftig. Teilweise fiel es mir schwer weiterzulesen, da dieses Buch mir echt nah gegangen ist! Rezension//Unbezahlte Werbung//Buch selbst gekauft oder geliehen

Welch ein ergreifendes Buch!! Es ist so emotional und hat mich echt berührt!
5

So ein aufwühlendes, wichtiges und hoffnungsvolles Buch.

4.5

Hart ✳️ Intensiv ✳️ Ehrlich

Ich sag’s direkt: 👉🏻 Liebe ist gewaltig 👈🏻 von Claudia Schumacher ist kein Buch, das man einfach mal so nebenbei liest. Es hat mich wirklich getroffen. Teilweise so sehr, dass ich das Buch kurz weglegen musste, um erstmal durchzuatmen. 😮‍💨 Es ist hart, intensiv und manchmal auch einfach unangenehm ehrlich – aber genau das macht es so gut. 👍🏻 Der Schreibstil ✍🏼📝 ist total angenehm zu lesen, obwohl der Inhalt so schwer ist. Keine unnötigen Längen, kein Drumherum – man ist direkt drin und kommt irgendwie auch nicht mehr richtig raus. Und ganz ehrlich: Das ist so ein Buch, das noch lange nachwirkt. Es bleibt einfach im Kopf 💭 hängen. Für mich definitiv ein Buch, das man nicht vergisst 🤍

Hart ✳️ Intensiv ✳️ Ehrlich
5

Sehr empfehlenswertes Buch mit einer klugen und starken Protagonistin

Roman über häusliche Gewalt, den destruktiven Strukturen einer Familie und dessen Spätfolgen bis ins Erwachsenenalter. Eines der besten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe, das einem aber vieles abverlangt. Klug, nichts beschönigend aber auch nichts dramatisierend. Was fehlt, wäre hier eine deutliche Triggerwarnung, die ich nirgendwo gefunden habe.

4.5

"Blut ist dicker als Wasser, das gilt nur für die dysfunktionale Familie Aus dem guten Elternhaus spazierst du raus, sobald du volljährig bist und machst, was du willst. Aber die schlechte Familie, ausgerechnet die lässt dich nicht los. Jeder hat gegen jeden was in der Hand Verstrickungen, Erstickungen: es ist wie Mafia." "Wenn du nicht loslässt, geht es nie vorbei. - Dabei ist es umgekehrt: Das alte Grauen überfallt mich aus dem Hinterhalt und stürzt sich immer wieder auf mich. Bis heute frisst es mich von innen und lässt mich ausgeweidet zurück. Ich bin hilflos. Deshalb kann ich nicht aufhören, darüber zu reden."

Insbesondere das erste Drittel des Buches ist unglaublich gut! Das Thema der physischen Gewalt und dem langfristigen Leben als Betroffene häuslicher Gewalt werden intensiv dargestellt. Leider wird der Vater einzig als Aggressor dargestellt. Dadurch wird der Erhalt des gesellschaftlichen Ansehens zum einzigen Grund, warum sich niemand wehrt. Um die Geschichte abzurunden wurde meines Erachtens die Komponente der psychischen Gewalt nicht genug thematisiert. Dennoch bin ich durch das Buch geflogen und empfand die Protagonistin in ihrem Handeln und Denken nachvollziehbar. Bis auf den Vater fand ich die Charaktere auch abgerundet und passend gewählt. Ebenso war das Auftreten der jeweiligen Charaktere zu den jeweiligen Zeiten sehr treffend. (Außerdem: Das Cover ahhh)

5

Ein gewaltiges und gleichzeitig sehr emotionales Buch. Juli versucht ihr Leben, leider gebaut auf häuslicher Gewalt, in Bahnen zu lenken, die sie vermeintlich "normal" erscheinen lassen sollen. Ihr Leben ist ein einziger Kampf mit sich selbst, ihren Gefühlen, ihrer Familie, toxischen Beziehungen und ihrer Umwelt. In ihrem Versuch sich immer wieder anzupassen, verliert sie sich immer mehr , bis sie endlich akzeptieren kann, dass sie das Opfer ist. Eine Rolle, in der sie sich fälschlicherweise nie gesehen hat.

5

TW: Häusliche Gewalt, physisch und psychisch. Ein unfassbar intensives Buch. Es hat mich aufgewühlt, wütend gemacht, hoffen lassen, weinen lassen. Besonders im ersten Drittel will man einfach dazwischen gehen, einschreiten, den Lauf der Geschichte ändern, helfen. Diese physische und psychische Gewalt lies sich in Teilen kaum aushalten. Die Autorin schafft es, mit einer so klaren, kraftvollen und direkten Sprache, dass man schlicht mittendrin ist, mit leidet, mit hofft. Das Buch zeigt eindrucksvoll, dass das äussere Bild eines Menschen, einer Familie, immer nur ein winziger Teil der Realität ist. Sozialer Status sagt absolut nichts über die Fähigkeit aus, zu lieben oder eben ein gewalttätiger Narzisst zu sein. Absolute Leseempfehlung.

4

Autsch

Das Buch trifft mitten ins Herz und in den Magen. Es zeigt auf beklemmende Weise, wie eine Kindheit nachhallt und ein ganzes Leben prägt. Schonungslos, intensiv und dabei unglaublich gut geschrieben.

5

Ui. Was für ein krasses Thema. Was für ein krasses Buch.

Schon nach den ersten Seiten fragt man sich: Will man sich das wirklich antun? Und dann kann man nicht anders, als einfach weiterzulesen. Juli erzählt hier ihre eigene Geschichte. Ihre sehr bildhaften Vergleiche sind manchmal fast witzig – auf eine ganz schiefe, traurige Art. Die Sprache ist kraftvoll, direkt, emotional – sie trifft genau da, wo es weh tut. Ihr Ton ist flapsig, sarkastisch, trotzig – und genau das macht sie nahbar. Auch wenn sie zu Beginn seltsame Dinge tut, versteht man im Laufe der Geschichte immer besser, warum. Stück für Stück offenbart sich, in welchem verzwickten, gewaltvollen Konstrukt sie aufgewachsen ist. Nach außen: perfekte Familie. In Wirklichkeit: ein Vater, der seine Kinder und die Mutter mit psychischem und physischem Terror systematisch zerstört. Man merkt schnell: Dieses Kind ist nicht „komisch“ oder „schwierig“, es ist geformt worden von den Umständen, in die es hineingeboren wurde. Die Geschichte ist wirklich intensiv und teilweise. Und während man liest, schwebt ständig diese eine Frage über allem: Wie kommt man aus so einer Situation raus? Vor allem, wenn man nichts anderes kennt – und gar nicht weiß, dass es anders sein könnte? Ein erschütterndes Buch über familiäre Gewalt, Kontrolle, Angst – aber auch über Überleben. Und darüber, wie sehr unsere Herkunft unser ganzes Wesen prägen kann. 💛 „Zu wie viel Glück ist ein Mädchen aus dem Bauch einer Mutter fähig, die vom Kindsvater erniedrigt wird? Kann das Ungeborene die Beschimpfungen auf sich beziehen, du Schlampe, stinkende Hure, du strunzdummes Miststück? Wie viel von der Aggression und dem Frauenhass, die auf so eine Mutter niederprasseln, fließen durch die Nabelschnur und die Milch in den Mund, den Magen, die Zellen ihrer Tochter, bevor sie auch nur das erste Mal ihre eigenen Augen öffnet?“

4.5

Sehr gut erzählt

„Liebe ist gewaltig" hat mich vollkommen überzeugt. Besonders die Aufarbeitung der Kindheit ist so eindringlich beschrieben, dass ich beim Lesen selbst wütend wurde. Auch sprachlich ist der Roman beeindruckend – klar und präzise. Themen wie Gewalt, Familie und ihre Auswirkungen werden sehr gut herausgearbeitet. Der Stilwechsel im letzten Teil hätte meines Erachtens nicht sein müssen und hat mich kurz aus dem Flow gebracht. Trotzdem für mich ein starkes Buch.

Sehr gut erzählt
4

Kaum vorstellbar, dass solche Geschichten auch in der Realität passieren. Ich habe zwischenzeitlich etwas quergelesen, aber insgesamt war daa Buch sehr fesselnd, wenn auch sehr erschütternd.

5

Ein Roman der es häuslicher Gewalt nicht erlaubt sich zu verstecken sondern sie grob ans Licht zerrt! Großartig!

Juli ist eines von vier Kindern einer wahren Vorzeigefamilie. Die Eltern sind Rechtsanwälte und jedes Kind wird dazu angehalten in etwas besonders gut zu sein. Aber hinter der Fassade herrscht absolutes Grauen, körperliche und psychische Gewalt sind an der Tagesordnung. Doch die Mutter streitet die Realität ab und der Vater spielt all seine Macht aus. Juli weiß irgendwann nicht mehr was wahr ist und was sie sich einbildet und die Wut auf die Eltern wird immer größer. Doch Juli muss sich befreien, die Realität finden und heilen… Die Thematik des Romans „Liebe ist gewaltig“ von Claudia Schumacher finde ich enorm interessant und habe mir das Buch deswegen gekauft. Dieser Roman ist wahrhaftig gewaltig - sowohl in der Art wie er geschrieben ist als auch die blanke psychische und körperliche Gewalt eines Vaters gegen seine Familie, welche Kreise zieht, die man sich kaum vorstellen kann. Ich war beim Lesen manchmal wie gelähmt und wollte gar nicht weiterlesen, doch dann hatte ich das Gefühl, dass ich es Juli (und vielen anderen Menschen in dieser Situation!) schuldig bin NICHT wegzuschauen. Juli‘s Wut war durch die Worte hindurch spürbar, genauso wie ihre Ohnmacht und Hilflosigkeit - der Wunsch geliebt zu werden von den eigenen Eltern, immer wieder die Hoffnung, nach jedem weiteren Übergriff und der Wunsch nach „Normalität“. Die Autorin schafft es so intensiv den Leser in die Geschichte mit hineinzuholen und macht Juli‘s Empfinden und Erleben so dringlich, so greifbar, dass es mir die Luft geraubt hat. Dieser Roman ist hart, er ist ungeschönt, erschreckend und grossartig geschrieben. Er erlaubt häuslicher Gewalt nicht sich zu verstecken sondern zerrt sie grob und verdient ans Licht und zeigt ihre hässliche Fratze auf imposante und erschreckende Weise. Es braucht Bücher wie dieses und ich kann es Euch nur empfehlen. Es gibt 5 von 5 Sternen von mir. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

5

Stille Schreie, laute Wahrheit

Claudia Schumachers Debüt „Liebe ist gewaltig“ ist ein schonungslos ehrliches, kraftvolles und emotional tiefgreifendes Buch, das lange nachhallt. Es erzählt die Geschichte von Juli, einem Mädchen, das in einer vermeintlich vorbildlichen Familie aufwächst – wohlhabend, gebildet, gesellschaftlich anerkannt. Doch hinter der Fassade verbirgt sich ein Albtraum aus psychischer und physischer Gewalt, aus Machtmissbrauch, Angst und Schweigen. Was dieses Buch so besonders macht, ist die feinsinnige und gleichzeitig erschütternde Darstellung, wie sehr häusliche Gewalt – insbesondere auch die psychische – nicht nur Beziehungen, sondern den gesamten Charakter eines Menschen prägt. Es zeigt auf, wie stark Leistungsdruck, gesellschaftliche Erwartungen und toxische Familienstrukturen das Selbstbild und die Denkweise eines jungen Menschen formen können. Besonders eindrücklich wird geschildert, wie Opfer häuslicher Gewalt denken und fühlen. Das Buch vermittelt ein tiefes Verständnis dafür, warum Betroffene oft schweigen, warum sie sich schuldig fühlen oder keine Worte finden, um das Geschehene zu beschreiben – weil Gewalt, wenn sie Teil des Alltags wird, irgendwann wie Normalität erscheint. „Liebe ist gewaltig“ ist kein leichtes Buch, aber ein extrem wichtiges. Claudia Schumacher schafft es, mit klarer Sprache und intensiver Erzählweise das Unsichtbare sichtbar zu machen. Ein starkes, erschütterndes und gleichzeitig mutiges Werk, das ich mit voller Überzeugung mit 5 von 5 Sternen bewerte.

Stille Schreie, laute Wahrheit
3

Gewaltig und verstörend. Schwere Kost. Trotzdem hat es mich nicht abgeholt- irgendwie. Habe es als Hörbuch gehört- vielleicht lag es auch daran.

4

🎧 Ping Pong der Gefühle

Juli hat vieles mit mir gemacht: Juli hat mir leid getan, Juli hat mich genervt, Juli war mir zu kompliziert, dann war Juli wieder zu loyal ihrer Familie gegenüber, dann hat sie mir wieder leid getan, dann fand ich ihre Art mega anstrengend, und so weiter. Zusätzlich hätte es mir besser gefallen, wenn Juli keine super intelligente, sehr gut aussehende junge Frau mit perfekt schlanker Figur gewesen wäre. Falls das ein Stilmittel war, habe ich es nicht verstanden. Zweifels ohne ist dies ein wichtiges Buch. Zweifels ohne ist es wichtig, Sachen anzusprechen. Gleichzeitig jedoch hat mich Juli als Protagonistin sehr angestrengt, und ich weiß nicht, ob ich mit ihr befreundet sein wollen würde. Dennoch, oder trotzdem, mochte ich das Buch, vor allem, weil es so großartig und fantastisch geschrieben ist. Manche Sätze haben mich schlichtweg umgehauen, zwecks ihrer Großartigkeit und Feinheit. Die Autorin bleibt mir sehr im Herzen und ich freue mich schon auf weitere Bücher von ihr. Das Hörbuch dazu ist ebenfalls zu empfehlen.

5

Die erschreckende und krasse Lebensgeschichte einer jungen Frau die versucht sich aus einem Teufelskreis aus häuslicher und psychischer Gewalt zu befreien und zu sich selber zu finden.

Ich war von der ersten Seite an gepackt und konnte das Buch fast nicht aus der Hand legen. Dieses Buch ist hochgradig emotional und unfassbar ehrlich. Der übertreibende und fast schon ekelhaft krasse Sarkasmus trägt einen durch diese Geschichte, die sonst fast nicht zu ertragen wäre. Der Schreibstil ist messerscharf und ungeschönt. Ich bin überrascht wie sehr mich das Buch gekriegt hat, das habe ich so nicht erwartet.

4.5

Super wichtiges Buch, gewaltig erzählt und fesselnd. Juli ist ein vielschichtiger Hauptcharakter, mit verschiedenen Erzählsträngen: Es geht um die wahre Liebe, die echte Partnerschaft, Geschwisterdynamiken, Familie und nebenbei ums erwachsen werden. Ein wirklich toller Roman!

(Ich würde gern wissen wie es weitergeht - gibts einen zweiten Teil?)

4.5

Ich bin zufällig auf dieses Buch gestoßen, weil mehrere kleinere Zettel (Empfehlungen von anderen LeserInnen) in diesem steckten. Da bin ich neugierig geworden. Ein sehr wichtiges Buch, welches Themen behandelt, die unter die Haut gehen. Gefallen haben mir der besondere Schreibstil und die Charaktere des Buches.

5

Ein phantastisches, ein fesselndes, ein aufrüttelndes Buch... wahrlich meisterhaft.

5

Wahnsinn! Dieses Buch ist gewaltig. Ich bin richtig wütend geworden beim Lesen. Die psychische und physische Gewalt, unter der Juli, ihre Geschwister und auch die Mutter zu leiden haben, ist unvorstellbar groß. Die Geschichte wird hauptsächlich aus Julis Sicht erzählt und der Ton ist einerseits roh und zeigt andererseits die Verletzlichkeit und Verletztheit der Protagonostin. Geschichte und Erzählstil haben mich von Seite 1 an in ihren Bann gezogen.

5

Die Spuren früher Gewalt

„Liebe ist gewaltig“ hat mich sehr beeindruckt. Im Mittelpunkt steht Julie und ihr Aufwachsen in einem familiären Umfeld, das von der Tyrannei eines gewalttätigen Vaters geprägt ist. Besonders spannend fand ich, wie deutlich der Roman zeigt, wie sehr diese frühen Erfahrungen Julies gesamtes weiteres Leben beeinflussen – ihr Denken, ihre Beziehungen und ihr Verständnis von Nähe und Vertrauen. Der Schreibstil ist direkt, klar und erfrischend ungeschönt. Corinna Schumacher erzählt ohne große Umwege, was die Geschichte sehr eindringlich und gleichzeitig gut lesbar macht. Gerade diese Klarheit verstärkt die Wirkung und lässt die Zusammenhänge nachvollziehbar werden. Ein starker, kluger Roman, der zeigt, wie lange frühe Gewalt nachwirkt.

Die Spuren früher Gewalt
4

Sehr passender Titel

Juli versucht ihr Leben nach den Torturen ihrer Kindheit in den Griff zu bekommen. Wir begleiten sie durch drei Abschnitte ihres Lebens, wie sie durch Höhen und Tiefen geht, wie sie fast an dem Erlebten zerbricht und wie sie daran wächst. Sie erfährt viel Liebe und noch mehr Schmerz, was sie nicht daran hindert über sich hinauszuwachsen und für sich einzustehen. „Liebe ist gewaltig“ ist ein tolles Buch, was man allerdings mit Triggerwarnungen wie häuslicher Gewalt, psychischer Gewalt und Gaslighting im Hinterkopf lesen sollte.

Sehr passender Titel
4.5

Sehr intens und lesenswert

4

„Es ist doch mein Spiel, nicht seins. Warum fühlt es sich nicht so an? Warum fühle ich mich entäußert, versklavt, sobald der Druck steigt? Warum hab ich das Gefühl zu verlieren, selbst wenn ich gewinne? Warum fühlt sich jeder meiner Siege an als gehöre er jemand anders?“

Das Buch ist heftig. Der Schreibstil ist „brutal“ und ehrlich. Keine Beschönigungen vom Geschehenen. Man fühlt dadurch aber den Frust und alle Auswirkungen auf die Protagonistin umso mehr. Man versteht in jedem Moment wie sie fühlt und warum sie jetzt so handelt. Irgendwie versteht man sogar warum ihre Persönlichkeit im Alter so ist wie sie ist. Das Buch ist schwerere Kost und kein netter kleiner Summer-Read, dem muss man sich auf alle Fälle bewusst sein. Wer sich aber mit dem Thema Gewalt innerhalb der Familie auseinandersetzen will, ist hier genau richtig 👊🏻🗣️🎮

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