Letzter Mann im Turm

Letzter Mann im Turm

Hardback
3.16
ImmobilieImmobilienspekulantWohnungseigentümerGenossenschaftsbau

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Description

Eine Geschichte um Geld und Macht, Luxus und Entbehrung, ein breites Gemälde der Menschen in Bombay und nicht zuletzt das Porträt einer brodelnden Stadt - "Der letzte Mann im Turm" wirft einen tiefen Blick in die Herzen und Köpfe der Bewohner einer Mega-City - einfache Menschen, die an einem Ort ohne Grenzen bis an ihre Grenzen getrieben werden.

Wen man in Bombay auch nach der "Vishram Society" fragen würde Turm A der "Vishram Cooperative Wohnungsbaugesellschaft" -, jeder würde sagen, dass diese Wohnanlage in der Nähe des Flughafens und am Rande von Slums dennoch eine gute Adresse ist. Aber nicht nur Bombay hat sich in den letzten fünfzig Jahren verändert - und heißt jetzt Mumbai -, auch der Immobilienmarkt - überall in Mumbai wird abgerissen, Neues gebaut und viel frisches Geld ist in Umlauf. Als der Immobilientycoon Dharmen Shah den Bewohnern von Vishram Society das Angebot macht, sie rauszukaufen, damit er einen Luxusapartment-Komplex errichten kann, ist sein Angebot mehr als großzügig. Aber nicht jeder ist bereit, auszuziehen und dafür viel Geld mitzunehmen, das Angebot gilt jedoch nur, wenn alle zustimmen! Die Anspannung steigt unter den Bewohnern, und einer, der pensionierte Lehrer Masterji, einst am meisten respektiert, ist nun das Hindernis für diesen Deal. Shah ist ein gefährlicher Gegner, aber auch alte Freunde können zu Feinden werden...

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
515
Price
20.60 €

Posts

1
All
5

Adiga zeichnet in seinem Buch ein korruptes, gespaltenes Mumbai, in dem ein Bauunternehmer zwei Wohntürme aufkaufen und abreißen lassen will, um dort seinen Traum hinzustellen - den Wolkenkratzer "Shanghai" (und schon dieser Name weckt eine Vielzahl von Assoziationen und spiegelt Shahs Charakter wider). Dafür müssen aber die jetzigen Genossenschaftsmitglieder ausziehen. Mr Shah meint, dies durch großzügige Geldangebote regeln zu können, doch drei Parteien stimmen dagegen. Ein Kampf entbrennt, der, von Gier, Egoismus und Verzweiflung getrieben, zum Selbstläufer wird und das Dunkelste im Menschen zum Vorschein bringt... Das Buch ist definitiv nicht schön. Es ist grausam und dadurch doch berührend und zum Nachdenken anregend. Und Aravind Adiga kann schreiben! Wow! Die Aufteilung in Wohnungseinheiten, an die der Autor sich durchweg hielt, fand ich sehr kreativ. So konnte er auf die einzelnen Profile der Personen intensiv eingehen und erzeugte aber gleichzeitig den Effekt, dass durch diese enge Begrenztheit eben gerade über den Tellerrand hinausgedacht, die dramatische Entwicklung der Handlungsentscheidungen der Vishram Society-Mitglieder eben nicht auf das Haus, auf Mumbai oder Indien beschränkt bleiben kann. Ebenfalls hat mir gut gefallen, dass es kein Gut und Böse in dem Sinne gab, alles vermischte sich miteinander, niemand (bis auf den kleinen, gelben Hund) war sympathisch, es stach kein Held heraus. Die sich wiederholenden Ereignisse (erst im Kleinen angedeutet, dann im großen Rahmen ausgeführt), Adigas zynischer Blick (und sein letzter Satz, der im Widerspruch zum Vorherigen steht und zugleich alles zusammenfasst) und unzählige Metaphern haben das Buch in meinen Augen sehr lesenswert und zu etwas Besonderem gemacht. Einziger Kritikpunkt war, dass meiner Meinung manchmal die Grenze zwischen Provokation und Diskriminierung zu leicht überschritten wurde. Ich bin mir immernoch nicht ganz sicher, ob über die Seiten hinweg eine subtile Frauenfeindlichkeit (auch hinter der zynischen Fassade) mitschwang oder ob ich mir das eingebildet habe. Dies ist auf alle Fälle ein Buch, das auch nach dem Lesen noch im Gedächtnis bleibt (auch wenn man einige Bilder wohl gerne daraus verbannen würde).

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