Blick ins Buch

Romane

Letzter Mann im Turm

3,1(6)
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Deutsch
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Über das Buch

Vom Autor des Bestsellers ›Der weiße Tiger‹

Die Mitglieder der Vishram Society in Mumbai gehören der Mittelklasse an. Im »Turm«, ihrem Wohnblock, erheben sie sich aus dem Slum und halten sich für etwas Besseres. Bis der Immobilienhai Shah sie mit fettem Geld lockt: Er will den Turm abreißen und an dessen Stelle einen luxuriösen Glaspalast errichten. Von einem Tag auf den anderen zerbricht die Harmonie der Bewohner. Alle wollen verkaufen, doch der Physiklehrer Murthy widersetzt sich entschlossen. Sein ganzes Leben hängt an diesem Turm...

Editionen (2)

ISBN9783423142496
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum01.10.13
Seitenzahl520

Rezensionen & Bewertungen

6 Bewertungen

1 Rezensionen

3,1

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  • carosbuecher
    carosbuecher

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    5,0

    Adiga zeichnet in seinem Buch ein korruptes, gespaltenes Mumbai, in dem ein Bauunternehmer zwei Wohntürme aufkaufen und abreißen lassen will, um dort seinen Traum hinzustellen - den Wolkenkratzer "Shanghai" (und schon dieser Name weckt eine Vielzahl von Assoziationen und spiegelt Shahs Charakter wider). Dafür müssen aber die jetzigen Genossenschaftsmitglieder ausziehen. Mr Shah meint, dies durch großzügige Geldangebote regeln zu können, doch drei Parteien stimmen dagegen. Ein Kampf entbrennt, der, von Gier, Egoismus und Verzweiflung getrieben, zum Selbstläufer wird und das Dunkelste im Menschen zum Vorschein bringt... Das Buch ist definitiv nicht schön. Es ist grausam und dadurch doch berührend und zum Nachdenken anregend. Und Aravind Adiga kann schreiben! Wow! Die Aufteilung in Wohnungseinheiten, an die der Autor sich durchweg hielt, fand ich sehr kreativ. So konnte er auf die einzelnen Profile der Personen intensiv eingehen und erzeugte aber gleichzeitig den Effekt, dass durch diese enge Begrenztheit eben gerade über den Tellerrand hinausgedacht, die dramatische Entwicklung der Handlungsentscheidungen der Vishram Society-Mitglieder eben nicht auf das Haus, auf Mumbai oder Indien beschränkt bleiben kann. Ebenfalls hat mir gut gefallen, dass es kein Gut und Böse in dem Sinne gab, alles vermischte sich miteinander, niemand (bis auf den kleinen, gelben Hund) war sympathisch, es stach kein Held heraus. Die sich wiederholenden Ereignisse (erst im Kleinen angedeutet, dann im großen Rahmen ausgeführt), Adigas zynischer Blick (und sein letzter Satz, der im Widerspruch zum Vorherigen steht und zugleich alles zusammenfasst) und unzählige Metaphern haben das Buch in meinen Augen sehr lesenswert und zu etwas Besonderem gemacht. Einziger Kritikpunkt war, dass meiner Meinung manchmal die Grenze zwischen Provokation und Diskriminierung zu leicht überschritten wurde. Ich bin mir immernoch nicht ganz sicher, ob über die Seiten hinweg eine subtile Frauenfeindlichkeit (auch hinter der zynischen Fassade) mitschwang oder ob ich mir das eingebildet habe. Dies ist auf alle Fälle ein Buch, das auch nach dem Lesen noch im Gedächtnis bleibt (auch wenn man einige Bilder wohl gerne daraus verbannen würde).

    31. Mai 2024

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