Die schmutzigen Hände

Die schmutzigen Hände

Softcover
4.16

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Description

In diesem Theaterstück von 1948 geht es um den heute noch aktuellen Konflikt zwischen politischem Realismus und revolutionärer Moral.

Book Information

Main Genre
Poetry & Drama
Sub Genre
Drama & Plays
Format
Softcover
Pages
176
Price
12.40 €

Author Description

Geboren am 21.06.1905, wuchs er nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahre 1906 bis zur Wiederheirat seiner Mutter im Jahre 1917 bei seinen Großeltern Schweitzer in Paris auf. 1929, vor seiner Agrégation in Philosophie, lernte er seine Lebensgefährtin Simone de Beauvoir kennen, mit der er eine unkonventionelle Bindung einging, die für viele zu einem emanzipatorischen Vorbild wurde. 1931-1937 war er Gymnasiallehrer in Philosophie in Le Havre und Laon und 1937-1944 in Paris. 1933 Stipendiat des Institut Français in Berlin, wo er sich mit der Philosophie Husserls auseinandersetzte.Am 02.09.1939 wurde er eingezogen und geriet 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft, aus der er 1941 mit gefälschten Entlassungspapieren entkam. Noch 1943 wurde unter deutscher Besatzung sein erstes Theaterstück «Die Fliegen» aufgeführt; im selben Jahr erschien sein philosophisches Hauptwerk «Das Sein und das Nichts». Unmittelbar nach dem Krieg wurde Sartres Philosophie unter dem journalistischen Schlagwort «Existenzialismus»zu einem modischen Bezugspunkt der Revolte gegen bürgerliche Lebensformen. 1964 lehnte er die Annahme des Nobelpreises ab. Zahlreiche Reisen führten ihn in die USA, die UdSSR, nach China, Haiti, Kuba, Brasilien, Nordafrika, Schwarzafrika, Israel, Japan und in fast alle Länder Europas. Er traf sich mit Roosevelt, Chruschtschow, Mao Tse-tung, Castro, Che Guevara, Tito, Kubitschek, Nasser, Eschkol. Sartre starb am 15.4.1980 in Paris.Auszeichnungen: Prix du Roman populiste für «Le mur» (1940); Nobelpreis für Literatur (1964, abgelehnt); Ehrendoktor der Universität Jerusalem (1976).

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Drama und gleichzeitig Farce und Meditation zum Thema Widerstand.

Manchmal schleichen sich Bücher an mich heran. Dieses ist genau so ein Beispiel. Zuletzt waren es Stimmen von de Beauvoir und Fanon, die mich dieses Theaterstück lesen ließen. Faszinierend, hochaktuell und virtuos dekliniert hier Sarte Facetten des Widerstands, des sog. und/ oder selbsternannten Intellektuellen und patriarchalische Macht- und Übergriffigkeitsstrukturen. Absolut lohnenswerter Klassiker!

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Geistreiches Theaterstück über verschiedene politische Konzepte. Absolut lesenswert!

Sartre und ich - wir haben eine Vergangenheit. Also, nicht im wortwörtlichen Sinne, so alt bin ich nun auch wieder nicht 😉 Der gute Herr ist mir bei meinem Philosophiestudium das erste Mal über den Weg 'gelaufen' und ich war sofort angefixt von seiner überaus interessanten humanistischen Philosophie. Ich konnte (und kann noch immer) sehr viel mit seinen Gedanken rund um das Thema der Existenz anfangen und habe mich daher in meinem Studium vermehrt mit Existenzialismus auseinandergesetzt. Sartre ist aber nicht nur ein geistreicher Philosoph, sondern auch ein wunderbarer Schriftsteller. Seinem Theaterstück 'Die schutzigen Hände' habe ich mich im Rahmen eines Uni-Seminars gewidmet. Sartre beschreibt in seinem Werk die zwei gegensätzlichen Konzepte des politischen Realismus und der revolutionären Moral. Die Geschichte spielt kurz nach dem zweiten Weltkrieg im Dunstkreis einer kommunistischen Partei, die innerlich zwiegespalten ist. Während das eine Lager den politischen Realismusgedanken vertritt und alles dafür tun würde, um an die Macht zu gelangen (auch wenn man dafür einen Teil seiner eigenen Werte über Bord werfen und mit dem Feind kooperieren muss), steht im gegensätzlichen Lager der Gedanke der Revolution und Wertetreue an oberster Stelle. Beide Konzepte treffen bei Sartre in Form von zwei Figuren, Hoederer und Hugo, aufeinander und liefern sich einen moralisch aufgeladenen Schlagabtausch. Wer letztendlich die Oberhand gewinnt, verrate ich euch natürlich nicht 😉 'Die schmutzigen Hände' hat mich nicht nur aufgrund seiner tiefgreifenden Ideen, sondern auch stilistisch überzeugt. Das Stück steckt voller Humor und kleiner Anspielungen auf sein eigenes Medium, das Theater. Ich hatte sehr viel Freude beim Lesen und kann es euch nur ans Herz legen, wenn ihr gerne Klassiker lest. Sartre hat hier ein kleines Meisterwerk voller politischer und philosophischer Gedanken erschaffen, das besonders heute (am 23.02 ist schließlich Bundestagswahl 😩) noch von Bedeutung ist.

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