Kompass

Kompass

Hardback
3.33
IdentitätMusikErinnerungFremde Kulturen

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Description

"Kompass" ist das Buch der Stunde: eine leidenschaftliche Beschwörung der jahrhundertelangen Passion des Westens für die orientalische Kultur. Unter dem Schock einer alarmierenden medizinischen Diagnose verbringt Franz Ritter, Musikwissenschaftler in Wien, eine schlaflose Nacht. Er begibt sich im Geiste noch einmal an die Orte seiner Forschungsreisen: Istanbul, Damaskus, Aleppo, Palmyra – alles Städte, die für ihn untrennbar mit Sarah verbunden sind, der berühmten Orientalistin, seiner großen Liebe. Seine Erinnerung zaubert immer mehr Fakten, Romanzen und Geschichten hervor, die alle von dem entscheidenden Beitrag des Orients zur westlichen Kultur und Identität zeugen. Für diesen Roman erhielt Mathias Enard in Frankreich 2015 den Prix Goncourt.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
432
Price
25.70 €

Author Description

Mathias Enard, 1972 geboren, lebt in Barcelona und Niort. Für den Roman Kompass erhielt er den Prix Goncourt, 2017 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. 2021 erschien sein Roman Das Jahresbankett der Totengräber und zuletzt Der perfekte Schuss (2023).

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Ich kann mich kaum erinnern, dass ein Roman - so einhellig vom Feuilleton gefeiert wurde, - in Frankreich mit einem angesehnen Preis hochdekoriert wurde, - meine paar Freunde auf Goodreads, die das Buch gelesen hatten, ihn allesamt mit 5 Sternen bewertet hatten und ich beim Lesen das Werk am liebsten nach 30 Seiten schon in die Ecke geworfen hätte. Das Buch kommt ohne Handlung aus und besteht nur aus den Gedanken eines schlaflosen Musikwissenschaftlers, der in einer durchwachten Nacht sich Gedanken über den kulturellen Einfluss des Morgenlands auf das Abendland macht. Eigentlich ein spannendes Thema, wenn das Ganze nicht als Gedankenstrom nahezu ohne Absätze und in einer fürchterlichen Schriftart und -größe in der Hardcover-Ausgabe verpackt gewesen wäre. Schon beim erstmaligen Durchblättern sah ich das Buch alleine vom Leseerlebnis als Herausforderung. Neben der visuellen Herausforderung, war aber letztlich die intellektuelle Anforderung oder besser gesagt, die Überforderung ausschlaggebend für den Abbruch nach dem ersten Drittel. Für mich ist das kein Buch, dass den Reiz des Orients widerspiegeln kann. Dann höre ich mir lieber die vielen musikalischen Werke mit orientalischen Anklängen von Mozart über Berlioz bis Beethoven an, auf die der Autor verweist, um ein orientalisches Gefühl zu entwickeln. Das ist ein völlig verkopfter Roman ohne Gefühle und Atmosphäre. Für mich ist das zudem eine Aneinanderreihung von enzyklopädischem Wissen ohne Quellenangaben. Aber was lamentiere ich, offensichtlich gibt es Kritiker, die ihren Spaß an dieser Form der Hochliteratur haben. Ich brauche jetzt erstmal einen sinnfreien Science Fiction mit epischer Weltraumschlacht, um die Freude am Lesen zurückzugewinnen.

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