Der perfekte Schuss
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Description
Erschütternd, verstörend, eine grandiose Zumutung
Er ist zwanzig, der beste Scharfschütze der belagerten Stadt. Wenn er von seinem Posten auf dem Dach heruntersteigt, genießt er die Angst, die er verbreitet. Furchtlos ist nur Myrna, das Mädchen, das für seine demente Mutter sorgt – das er beschützen und besitzen will. Dies ist ein Roman über den Krieg aus der Perspektive eines Mörders, der sein Selbstwertgefühl aus der Eleganz seiner Treffer zieht. Ein erbarmungsloser Text über die sich verselbstständigende Realität des Krieges.
»Ein Meisterwerk von einzigartiger sprachlicher und kompositorischer Konsequenz … Atemberaubend!« Deutschlandfunk Kultur
»Ein literarisch glänzender Beitrag zur Psychologie des Krieges.« BR2
»Man kann nicht mehr aufhören zu lesen, denn dieser Protagonist lässt einen nicht mehr los.« NZZ am Sonntag
Book Information
Author Description
Mathias Enard, geboren 1972 in Niort (Westfrankreich), Studium der Kunstgeschichte und orientalischen Sprachen, lebt, nach längeren Aufenthalten im Nahen Osten, heute in Barcelona, wo er Arabisch lehrt. Für »Zone« erhielt er in Frankreiche 2008 den »Prix Décembre« und 2009 den »Prix du Livre Inter«, in Deutschland den deutsch-französischen »Candide Preis 2008«. Für »Kompass« wurde Mathias Enard mit dem Prix Goncourt sowie dem Leipziger Buchpreis der Europäischen Verständigung ausgezeichnet.
Posts
Dieses sehr gute Buch kann ich nur eingeschränkt empfehlen. Es enthält Beschreibungen von Kriegsgewalt in jeder Form, deshalb sollte man sich gut überlegen, ob man sich das zumuten kann und möchte. Wie erlebt man Kriegsgewalt als Täter? Wie wird aus einem "normalen Studenten" und Sohn einer Sekretärin binnen kurzer Zeit ein kaltblütiger Scharfschütze? Wie "vereinbart" er das mit seinem Alltag, was passiert mit seinen Sehnsüchten nach Liebe und einem normalen Familienleben? Aus der Sicht des Scharfschützen wird die Gewalt und die allmähliche Verrohung ebenso wie der Alltag geschildert. Schockierend, gerade, weil klar wird, dass das gerade überall auf der Welt tausendfach so geschieht. Ich werde das Buch sicher nicht vergessen.
hart, kriegerisch, brutal
„Der perfekte Schuss“ von Mathias Enard, ein Buch aus dem Jahr 2003, das nun ins Deutsche übersetzt wurde - kein Buch für schwache Nerven. Rezensionsexemplar || Werbung Er ist Scharfschütze beim Militär. Er liebt und lebt für seine Arbeit. Im Krieg funktioniert er perfekt. Anlegen, beobachten, warten, schießen. Stundenlang. Die Menschen haben für ihn keine Bedeutung. Bis Myrna bei ihm einzieht. Die Pflegerin seiner Mutter ist ganz jung, noch jünger als der Erzähler mit seinen Anfang zwanzig. Der undefinierte Drang sie zu besitzen entsteht in ihm. Der undefinierte Drang sich zu rächen gesellt sich dazu. Es ist ein Buch über den Krieg aus der Sicht eines Mörders, steht im Klapptext. Für mich ist es ein Buch über den Krieg aus der Sicht eines Wahnsinnigen. Und das ist auch die Frage die diese Geschichte stellt: Machen Wahnsinnige den Krieg oder wird man im Krieg wahnsinnig? Man sitzt im Kopf dieses Mannes, der völlig ungerührt davon spricht, wie er Menschen tötet und wie gern er das macht. Wie diese Menschen, die er erschießt, durch ihn in den letzten Minuten vor ihrem Tod erst zum Leben erwachen würden. Es liest sich, als ob es für den Erzähler ein Hobby wäre, kein Job. Er entmenschlicht, macht sich gottesgleiche Überlegungen – Leben hat für ihn keinen Wert, er fühlt sich stark. Der Mann ist völlig außerstande sich in andere hineinzuversetzen. Auch nicht in Myrna. Er kann seine Gefühle zu ihr nicht einordnen, er versucht es auch gar nicht. Die kranke Liebe/Besessenheit zu dem Mädchen, bei der man sich sicher ist – das kann nicht gut ausgehen. Das Buch ist irrsinnig bedrückend. Ich habe mich im ersten Drittel an die Brutalität des Mannes, der Ereignisse gewöhnen müssen. Krieg, wie er vermutlich tatsächlich gerade wenige Kilometer von uns stattfindet. Danach konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich wollte wissen, wie es ausgeht, ob es Hoffnung gibt. Ein unglaublich hartes Buch, großartig geschrieben, aber schwer zu verdauen.

Das Buch beschreibt den Alltag eines Scharfschützen im Krieg. Es wird nie gesagt welcher, aber mir kam immer wieder der Bosnien- bzw die Balkan-Kriege der 90er in den Sinn. Das Buch ist äußerst schonungslos, geradezu brutal und wer auf eine Verurteilung von Krieg oder sinnloser Gewalt hofft, wird enttäuscht. Gerade das macht das Buch aber überragend: die kalte, ungebrochene Gewalt wirkt abschreckender als jede Moralpredigt. Für mich ein (Anti-)Kriegsbuch auf dem Niveau von Im Westen nichts Neues.
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Erschütternd, verstörend, eine grandiose Zumutung
Er ist zwanzig, der beste Scharfschütze der belagerten Stadt. Wenn er von seinem Posten auf dem Dach heruntersteigt, genießt er die Angst, die er verbreitet. Furchtlos ist nur Myrna, das Mädchen, das für seine demente Mutter sorgt – das er beschützen und besitzen will. Dies ist ein Roman über den Krieg aus der Perspektive eines Mörders, der sein Selbstwertgefühl aus der Eleganz seiner Treffer zieht. Ein erbarmungsloser Text über die sich verselbstständigende Realität des Krieges.
»Ein Meisterwerk von einzigartiger sprachlicher und kompositorischer Konsequenz … Atemberaubend!« Deutschlandfunk Kultur
»Ein literarisch glänzender Beitrag zur Psychologie des Krieges.« BR2
»Man kann nicht mehr aufhören zu lesen, denn dieser Protagonist lässt einen nicht mehr los.« NZZ am Sonntag
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Author Description
Mathias Enard, geboren 1972 in Niort (Westfrankreich), Studium der Kunstgeschichte und orientalischen Sprachen, lebt, nach längeren Aufenthalten im Nahen Osten, heute in Barcelona, wo er Arabisch lehrt. Für »Zone« erhielt er in Frankreiche 2008 den »Prix Décembre« und 2009 den »Prix du Livre Inter«, in Deutschland den deutsch-französischen »Candide Preis 2008«. Für »Kompass« wurde Mathias Enard mit dem Prix Goncourt sowie dem Leipziger Buchpreis der Europäischen Verständigung ausgezeichnet.
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Dieses sehr gute Buch kann ich nur eingeschränkt empfehlen. Es enthält Beschreibungen von Kriegsgewalt in jeder Form, deshalb sollte man sich gut überlegen, ob man sich das zumuten kann und möchte. Wie erlebt man Kriegsgewalt als Täter? Wie wird aus einem "normalen Studenten" und Sohn einer Sekretärin binnen kurzer Zeit ein kaltblütiger Scharfschütze? Wie "vereinbart" er das mit seinem Alltag, was passiert mit seinen Sehnsüchten nach Liebe und einem normalen Familienleben? Aus der Sicht des Scharfschützen wird die Gewalt und die allmähliche Verrohung ebenso wie der Alltag geschildert. Schockierend, gerade, weil klar wird, dass das gerade überall auf der Welt tausendfach so geschieht. Ich werde das Buch sicher nicht vergessen.
hart, kriegerisch, brutal
„Der perfekte Schuss“ von Mathias Enard, ein Buch aus dem Jahr 2003, das nun ins Deutsche übersetzt wurde - kein Buch für schwache Nerven. Rezensionsexemplar || Werbung Er ist Scharfschütze beim Militär. Er liebt und lebt für seine Arbeit. Im Krieg funktioniert er perfekt. Anlegen, beobachten, warten, schießen. Stundenlang. Die Menschen haben für ihn keine Bedeutung. Bis Myrna bei ihm einzieht. Die Pflegerin seiner Mutter ist ganz jung, noch jünger als der Erzähler mit seinen Anfang zwanzig. Der undefinierte Drang sie zu besitzen entsteht in ihm. Der undefinierte Drang sich zu rächen gesellt sich dazu. Es ist ein Buch über den Krieg aus der Sicht eines Mörders, steht im Klapptext. Für mich ist es ein Buch über den Krieg aus der Sicht eines Wahnsinnigen. Und das ist auch die Frage die diese Geschichte stellt: Machen Wahnsinnige den Krieg oder wird man im Krieg wahnsinnig? Man sitzt im Kopf dieses Mannes, der völlig ungerührt davon spricht, wie er Menschen tötet und wie gern er das macht. Wie diese Menschen, die er erschießt, durch ihn in den letzten Minuten vor ihrem Tod erst zum Leben erwachen würden. Es liest sich, als ob es für den Erzähler ein Hobby wäre, kein Job. Er entmenschlicht, macht sich gottesgleiche Überlegungen – Leben hat für ihn keinen Wert, er fühlt sich stark. Der Mann ist völlig außerstande sich in andere hineinzuversetzen. Auch nicht in Myrna. Er kann seine Gefühle zu ihr nicht einordnen, er versucht es auch gar nicht. Die kranke Liebe/Besessenheit zu dem Mädchen, bei der man sich sicher ist – das kann nicht gut ausgehen. Das Buch ist irrsinnig bedrückend. Ich habe mich im ersten Drittel an die Brutalität des Mannes, der Ereignisse gewöhnen müssen. Krieg, wie er vermutlich tatsächlich gerade wenige Kilometer von uns stattfindet. Danach konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich wollte wissen, wie es ausgeht, ob es Hoffnung gibt. Ein unglaublich hartes Buch, großartig geschrieben, aber schwer zu verdauen.

Das Buch beschreibt den Alltag eines Scharfschützen im Krieg. Es wird nie gesagt welcher, aber mir kam immer wieder der Bosnien- bzw die Balkan-Kriege der 90er in den Sinn. Das Buch ist äußerst schonungslos, geradezu brutal und wer auf eine Verurteilung von Krieg oder sinnloser Gewalt hofft, wird enttäuscht. Gerade das macht das Buch aber überragend: die kalte, ungebrochene Gewalt wirkt abschreckender als jede Moralpredigt. Für mich ein (Anti-)Kriegsbuch auf dem Niveau von Im Westen nichts Neues.






