Kleine Kratzer
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Description
Book Information
Author Description
Jane Campbell, 1942 geboren, hat als Psychoanalytikerin in Oxford gearbeitet, wo sie auch heute das halbe Jahr über lebt, den Rest ihrer Zeit verbringt sie auf den Bermudas. 2017 schickte sie ihre Story »Katzenbuckel« unverlangt an die renommierte London Review of Books, die sie prompt veröffentlichte und begeisterte Zuschriften erhielt. »Kleine Kratzer« ist ihr erstes Buch.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Das Buch der britischen Autorin Jane Campbell, die ihr erstes Buch mit 80 Jahren veröffentlicht hat, besteht aus 13 unabhängigen Kurzgeschichten. Einige davon sind echte Knaller, so pointiert und böse, dass ich die Luft anhalten musste, andere fand ich dagegen langweilig und belanglos. Habe zuerst das Hörbuch gehört und teilweise auch noch die Geschichten in der eBook-Version der Onleihe nachgelesen, da ich mir nicht sicher war, ob ich nicht doch ein wichtiges Detail überhört hatte, war aber nicht so. Also wer auf schwarzen Humor steht, mit den Abgründen des Lebens klar kommt und mehr über die Gefühlswelt von Frauen jenseits der 60 erfahren möchte, sollte das Buch hören oder lesen. Im Schnitt 4 Sterne, da einige der Geschichten 5 Sterne wert sind und andere eher 2,5 bis 3.
Ich verstehe die Idee zu diesem Buch und finde sie toll. Zwischendurch gab es auch immer wieder Szenen in den einzelnen Geschichten, die mich eingenommen haben. Aber insgesamt haben sich die Geschichten für mich - obwohl es Kurzgeschichten sind - in die Länge gezogen, ohne dass sie lange nachgewirkt hätten. 🐈⬛✋🚂 + Die Haptik des Buches finde ich super! Danke dafür, Kjona Verlag!
„Es gibt in diesen Erzählungen nicht viele Happy Ends, und wie gesagt sind Happy Ends auch nicht ihr Sinn.“ Jane Campbell
In der Kurzgeschichtensammlung nimmt Jane Campbell die Lesende in das Leben von 16 Frauen jenseits der 70 mit. Die Geschichten sind geprägt von Verlusten, Trauer, Wünschen, Vergangenheit, … Gedanken, die jüngeren Lesende z.T. noch völlig unbekannt sind. Oft versteckt vor der Gesellschaft, treten diese Frauen und ihre Lebensrealität in den Vordergrund und erzählen ihre persönliche Geschichte, die manchmal sehr unbehaglich ist. Jane Campbell hat mit ihrem Debüt, welches sie selbst erst im hohen Alter erlebte, ein tiefgreifendes Leseerlebnis geschaffen.
Das Buch war so gar nicht was ich erwartet hatte. Es ist keine durchgängige Geschichte, sondern eine Sammlung diverser Kurzgeschichten. Ich hatte auch irgendwie erwartet, dass es eine humorvolle Erzählung mit ein paar Lebensweisheiten oder ähnlichem wird. Aber diese Geschichten sind eher traurig, teils fast schon bösartig & für mich alles andere als schön. Vielleicht bin ich mit Mitte/Ende 40 noch zu jung für den besonderen Charme dieser Geschichten, aber mein Fall war‘s definitiv nicht. 🥴 Die Sprecherin hat das Ganze aber sehr angenehm gelesen. 👌🏻
In Jane Campbells „Kleine Kratzer“ geht es um 16 Frauen, die im Alter ihre Selbstbestimmung, Leidenschaft und Lebensfreude wiederfinden. Nicht immer mit Happy End – aber immer mit Würde, Stärke und einer ordentlichen Portion Mut. Campbell schreibt poetisch, ehrlich und mit einem feinen Gespür für die Widersprüche des Lebens. Sie gibt Frauen eine Stimme, die unsere Gesellschaft oft überhört oder unsichtbar macht. Ihre Geschichten handeln von Liebe, Begehren, Verlust und vom Altern – und zeigen, dass Selbstbestimmung kein Ablaufdatum hat. Besonders berührt hat mich, wie unerschrocken Campbell über Sexualität und Sehnsucht im Alter schreibt. Kein Kitsch, keine Klischees – nur echte, lebendige Frauen, die sich weigern, in den Hintergrund zu treten. Wenn ich mein Leben später nur halb so selbstbewusst und frei führen kann wie ihre Protagonistinnen, dann habe ich wohl alles richtig gemacht. Kleine Kratzer ist klug, bewegend und notwendig – ein Buch, das lange nachhallt und in keinem feministischen Bücherregal fehlen sollte. Große Empfehlung!

13 kurze Geschichten über ältere Damen. Manche zauberhaft kreativ und rachesüß, andere machen wehmütig und bringen mich dazu in die Gefühlswelten einzutauchen mit denen ich mich in meinem Alter eigentlich noch nicht befassen muss. Wieder andere ziehen sich ein wenig hin. Aber alle fühlen sich kraftvoll und mutig an. Nach der ersten Geschichte hab ich sehr gelacht und auf ein Buch wie "das Penismuseum" gehofft. Die Hoffnung konnte nicht erfüllt werden, aber auf jeden Fall eine solide 3.5!

"Das Altern wird oft als eine Phase der Kumulation dargestellt, der Anhäufung von Krankheiten, Beschwerden, Falten, aber in Wirklichkeit ist es ein Prozess der Enteignung. Freiheit, Respekt, Lust, all das, was man früher so selbstverständlich besessen und genossen hat, wird einem nach und nach genommen." (S. 44) Vom Leben gezeichnet, auf dem Abstellgleis, auf der Resterampe, altes Eisen. Alternde Menschen müssen sich so einiges anhören, wenn es darum geht, sie still und leise aus der Gesellschaft schubsen zu wollen. Jane Campbell beweist mit 80 Jahren, dass wir alle falschliegen. Denn auch dann ist es noch lange nicht zu spät für ein Debüt. "Wenn Sie meinen, das Debüt einer Achtzigjährigen müsse milde und nostalgisch sein, irren Sie sich gewaltig", so das Magazin Oprah Daily und hat damit absolut recht. In "Kleine Kratzer" nimmt Campbell das Unsichtbarmachen alter Frauen nicht einfach hin, sondern rückt es ins Zentrum. In dreizehn Kurzgeschichten beschreibt sie dreizehn sehr unterschiedliche Frauen, die dennoch einiges gemeinsam haben: Sie alle sind über siebzig und die Zeit lässt sich an ihren Körpern ablesen. Doch ihr Verstand ist hellwach. Auch wenn ihre Familien das anders sehen. "'Aber', hatte sie sagen wollen, 'aber ich lebe doch noch. Lasst mich in Ruhe. Ich verspreche euch, keine Belastung zu sein.'" (S. 130) So ist das im Alter nun mal, meinen alle zu wissen. Aber was, wenn es in Wirklichkeit ganz anders ist?! Was, wenn man mit achtzig noch einmal heftig verliebt ist, wie Susan in ihre junge Pflegerin – oder wenn man einem Pflegeroboter einen letzten eigenen Willensakt abringt? Die Autorin zeigt, wie sehr Erwartungen von außen den Alltag bestimmen – ob durch die Kinder, durch Institutionen oder durch gesellschaftliche Vorurteile. Wer alt ist, soll dankbar, still und angepasst sein. Doch Campbells Figuren verweigern sich. Sie sehnen sich nach Nähe, sie begehren, sie träumen, sie rebellieren – mal zärtlich, mal bissig, manchmal grotesk, aber niemals harmlos. Selbstbestimmt leben und sterben: Darum kreisen viele Geschichten. Allesamt recht morbide und obwohl sie voller Kraft sind, lassen sie mich ein wenig taub zurück. Es ist oftmals ein einsamer, trauriger Blick aufs Altwerden, der für mich vielleicht gut fünfundzwanzig Jahre zu früh kam. Einiges war mir (noch) etwas fern.
Geschichten über Frauen jenseits der 70, die sämtliche Klischees sprengen.
Das Debüt der 80jährigen Autorin und Psychoanalytikerin erzählt von Wut, (Lebens) Lust, Courage, Widerspruchsgeist, Liebe, Auflehnung und Solidarität älterer Frauen. 13 sehr unterschiedliche Geschichten füllt dieses kleine Buch; von Frauen, die aus Solidarität nicht davor zurückschrecken, einen Schwerenöter, dem eigenen Hund zum Fraß vorzuwerfen, einer Sterbenden, die sich im Pflegeheim in eine junge Pflegerin verliebt, einer, die nach Jahrzehnten einen Liebhaber in Afrika aufsucht um an alte Zeiten anzuknüpfen , dabei jedoch den Tod in einem reißenden Fluss findet....u.a. Skurrile Geschichten ohne Happy End ; nicht jede konnte mich vollends überzeugen und nicht zu jeder Geschichte habe ich den Zugang gefunden - dennoch ein ganz solides Leseerlebnis.
Wie gut war das denn bitte?! Jane Campbell, die Verfasserin dieses pointierten, bissigen, kurzum absolut grandiosen Kurzgeschichtenbandes ist sage und schreibe achtzig Jahre alt und lässt die Jugend mit ihrem abgründigen Humor und der feinen, analytischen, erfrischenden wie gleichzeitig augenzwinkernden Erzählweise alt aussehen. Absolutes Highlight, unbedingt lesen!

Was bleibt von unseren Träumen, wenn wir alt sind? Was erhoffen und ersehnen wir noch immer?
„Kleine Kratzer“ ist am Indiebookday bei mir eingezogen und hat mich so neugierig gemacht, dass ich es relativ direkt gelesen habe. Es ist eine Kurzgeschichtensammlung die alle eines eint: es geht um (alte) Frauen, die uns an ihrem Leben teilhaben lassen. Teilweise geht es ums Hier und Jetzt, oft auch um die Vergangenheit. Die Geschichten sind gleichermaßen klug wie unterhaltsam. Sie machen manchmal aber auch sehr betroffen, traurig und lassen mich nachdenken über das eigene Altern. Das, was ich und viele andere in weite Ferne rücken lassen wollen. Ich bin sehr positiv von diesem Buch überrascht worden, denke ich doch von mir, dass ich kein Kurzgeschichtentyp bin. Aber hier schon! An 2-3 von ihnen werde ich mich wohl noch sehr lange erinnern. Sie starteten so hoffnungsvoll und zogen mir dann völlig ohne Vorwarnung den Boden unter den Füßen weg. Was nehme ich mit: Leben! Jetzt! Und ihr vielleicht: Lesen! Unbedingt!
Ein wunderbares Buch!
Alte Menschen verlieren an Sichtbarkeit und finden irgendwie nur selten statt. In diesem Buch sind alte Frauen die Hauptpersonen. Sehr persönlich und liebevoll wird hier in vielen Kurzgeschichten immer wieder einer anderen fiktiven Frau (die aber durchaus existieren könnte) Raum gegeben, ihre Geschichte zu erzählen. Es geht um Sexualität, Träume, Erinnerungen und Schmerzen. Dieses Buch ist sehr wertvoll.
Wunderbare Lektüre mit einem speziellen Blick auf ältere Frauen.
13 Kurzgeschichten aus unterschiedlichen Perspektiven, die aber eines gemeinsam haben: die Protagonistinnen sind Frauen jenseits der 70. Furios ist gleich der Beginn mit der ersten Geschichte um eine boshafte Nachbarin. Doch der Ton ändert sich mit jeder neuen Geschichte. Es geht um die klassischen Themen des Alters, um Demenz und den Tod, aber auch um Frauen, die sich zur Wehr setzen gegen die Bevormundungen ihrer Angehörigen. Manche Geschichten sind traurig, andere bestürzend und einige sehr humorvoll. Für mich war das eine wundervolle Lektüre mit einem speziellen Blick auf ältere Frauen. Einige von ihnen werde ich mir für das Alter als Vorbild nehmen... 😉 Jane Campbell war Psychoanalytikerin und hat mit Mitte 70 ihre erste Kurzgeschichte verfasst. Ich hoffe sehr, dass es noch weitere Veröffentlichungen der Autorin geben wird.
Das literarische Debüt einer 80-Jährigen – wait, what?! Und es wird noch besser. Denn Jane Campbells Kurzgeschichtensammlung »Kleine Kratzer« hat es faustdick hinter den Ohren! Das kleine Büchlein enthält Kurzgeschichten über 13 beeindruckende Frauen, die sich ihr selbstbestimmtes Leben von Familie und Gesellschaft nicht nehmen lassen, nur weil sie »alt« sind. Campbell entlarvt unsere Stereotype und Vorstellungen vom Alter und stellt ihnen wundervolle Erzählungen von später Liebe, Begehren und Sehnsüchte gegenüber. Die Geschichten sind so vielfältig wie ihre Heldinnen - sie machen wütend, überraschen, zaubern ein Lächeln ins Gesicht und berühren. Campbells Sprache ist klug, ein Hauch provokant und hat mich mit ihrem herrlichen schwarzen Humor direkt gecatcht. Ein starkes und beeindruckendes Debüt! Ich hoffe wir werden noch mehr von Campbell lesen! Aus dem Englischen von Bettina Abarbanell.

Es ist ja längst kein Geheimnis mehr, dass ich total gerne Debüts lese. Manchmal, ziemlich oft sogar, geht das gut, in anderen Fällen auch mal nicht. Da zwickt und zwackt es, fehlt es irgendwie noch an Form und Farbe, an Stilsicherheit oder auch einem Alleinstellungsmerkmal - all dem, was ein Buch letztlich zum Leuchten bringen kann. Aber das macht doch irgendwie den Reiz aus, sich in diesem literarischen Wust auf die Suche nach den Rohdiamanten zu machen. Denn: Dann gibt es wiederum solche Bücher, die in einer völligen Selbstverständlichkeit daherkommen und genauso so sind, wie sie sein sollen. Bei denen das Lesen einfach nur Spaß macht. Jane Campbell hat als Psychoanalytikerin in Oxford gearbeitet und mit 80 Jahren ihren ersten literarischen Text an die wichtigste Literaturzeitschrift Englands geschickt, der dort gleich gedruckt wurde und aus dem schließlich “Kleine Kratzer” entstanden ist, ihr Debüt. Darin enthalten sind 13 Kurzgeschichten zu wiederum 13 verschiedenen Frauen. Aber nicht irgendwelche Frauen, nein, denn die Protagonistinnen dieses Buches sind allesamt alt. Campbell fegt mit “Kleine Kratzer” sämtliche Klischees über ‚die alte Frau‘ vom Tisch, die wohl in unser aller Köpfen so kursieren, und gibt den Frauen die Nuancen, die ihnen doch letztlich gerecht werden. Die Texte sind dabei mal herzerwärmend, lustig, mal skurril oder anstößig - und das ein oder andere Mal war ich wohl auch schockiert oder empört. Auf jeden Fall haben es die Geschichten in sich! Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich habe (leider!) wenig Berührungspunkte mit alten Frauen und dieses Buch war deshalb eine willkommene literarische Abwechslung für mich, irgendwie erfrischend. “Kleine Kratzer” ist übrigens das erste Buch, das ich vom @kjonaverlag gelesen habe. Ich mag, was dieser Verlag macht, und verfolge das Programm weiterhin ganz gespannt. Danke, lieber @kjonaverlag, für dieses Rezensionsexemplar! P.S.: Heimlicher Star dieses Beitrags ist natürlich dieser hübsche Kater, den ich mir für’s Foto netterweise von meiner besten Freundin ausleihen durfte 😇

Ungewöhnlich, aber gut.
Frauen jenseits der 80, sind meistens eher Nebenfiguren in der Literatur. Jane Campbell macht sie zu den Hauptfiguren ihrer 13 sehr unterschiedlichen und teils ungewöhnlichen Erzählungen. Ich mochte nicht jede gleich gerne - wie das mit Erzählungen und Kurzgeschichten meistens ist. Aber insgesamt kann ich das Buch trotzdem empfehlen.
Komplett anders als erwartet
Ich habe dieses Buch nach Cover gekauft und habe mit humorvollen Geschichten gerechnet, die vielleicht Mut machen. Wenn ich mir die anderen Rezensionen durchlese, frage ich mich, ob wir das gleiche Buch gelesen haben. Ich bin noch relativ jung, habe aber Angst vorm Altern. Diese Geschichten haben die Angst eher noch verstärkt. Die meisten Geschichten sind teilweise verstörend und teilweise traurig. Nur die letzte Geschichte empfand ich als eher schön.
Subtil schreibt Jane Campbell Kurzgeschichten mit einer verstörenden Wirkung. Die Geschichten schafften es trotz ihrer Länge von wenigen Seiten einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Schaurig schön beschreibt sie ältere Frauen, die sich gegen die Gesellschaft richten oder aber auch von eben dieser hintergangen werden. Wir erleben starke Protagonistinnen, aber auch zerbrechliche Charaktere. Welche Schicksale die einzelnen Damen erleben solltet ihr selber nachlesen. Ich kann das Buch empfehlen. Lieblinge: Kleine Kratzer, 181 Minuten, Edelmut

In „Kleine Kratzer“ versammelt Jane Campbell 13 Kurzgeschichten über alternde Frauen und schafft dabei ein vielschichtiges, eindrucksvolles literarisches Panorama. Die Erzählungen sind teils verstörend, teils humorvoll, gelegentlich übersinnlich oder traurig – aber stets präzise beobachtet und sprachlich fein gearbeitet. Campbell lotet Themen wie körperliche Gebrechen, sexuelle Lust, Abhängigkeiten und subtile Machtverhältnisse aus. Sie schreibt über Frauen, die nicht nur in der Literatur oft unsichtbar bleiben – mit Mut, Klarheit und schonungsloser, gleichzeitig erfrischender Direktheit. „Kleine Kratzer“ ist definitiv kein einfacher Stoff, aber ein wichtiger: literarisch kraftvoll, klug komponiert und voller unvergesslicher Stimmen. Ein Buch, das Konventionen über Alter, Weiblichkeit und Begehren souverän unterwandert. Chapeau!
ein Buch zum zweimal Lesen
„Kleine Kratzer“ wurde mir von einer Freundin aus dem Buchclub empfohlen. Ich habe es mir direkt gekauft und konnte es kaum erwarten, spannende Geschichten über Frauen am Ende ihres Lebens zu lesen. Meine Lesererfahrung gestaltete sich dann doch etwas anders als erwartet. Die Kurzgeschichten waren skurril, ungewöhnlich und für mich oft unverständlich. Ich konnte vieles nicht einordnen. Aus diesem Grund ging der Inhalt an einigen Stellen für mich verloren, obwohl das Thema, wie die Gesellschaft alten Frauen gegenübertritt, mich sehr interessiert und fasziniert. Ich wollte dem Buch daher eigentlich 2-2,5 Sterne geben. Jedoch hat mich das Nachwort der Autorin berührt und vieles aus den Geschichten gut eingeordnet. Das hat das Buch für mich am Ende erheblich aufgewertet. Wahrscheinlich müsste ich es jetzt sogar nochmal lesen.
Etwas ahnungslos bin ich in das Buch eingestiegen und direkt abgetaucht in 13 Kurzgeschichten, die das Leben unterschiedlicher alter Frauen zum zentralen Thema machen. Jede Geschichte erzählt auf ihre eigene Weise von Einsamkeit, dem Verlangen nach Intimität oder dem Wunsch nach Eigenständigkeit. Die Autorin zeichnet eindringlich das Porträt jeder einzelnen Protagonistin und vermittelt auf einfühlsame Weise ihre individuellen Erfahrungen. Man fühlt die tiefgreifende Einsamkeit, die sie begleitet, und sehnt sich mit ihnen nach menschlicher Nähe. Gleichzeitig wird der Wunsch nach Selbstbestimmung und Unabhängigkeit deutlich, was die Komplexität der Charaktere unterstreicht. Die Geschichten berührten mich mit einer Mischung aus schöner Traurigkeit und einem Hauch von Absurdität/ Witz. Wobei ich nicht alle Geschichten als leicht empfunden habe, durch ein paar musste ich mich doch auch etwas durchkämpfen - bedingt durch den Inhalt oder die Emotionen. Besonders beeindruckend fand ich, wie die Autorin die verschiedenen Zeitebenen nutzt, um die Geschichten zu erzählen. Durch Rückblenden/Erinnerungen werden nicht nur die Vergangenheit der Protagonistinnen beleuchtet, sondern auch die Veränderungen, die sie im Laufe der Zeit erfahren haben. Dieser geschickte Einsatz von Zeitsprüngen verleiht den Geschichten eine zusätzliche Tiefe und eröffnet neue Perspektiven auf das Leben der Frauen. Allumfassend ein empfehlenswertes Buch mit eher untypischen Protagonistinnen.
Das Buch hat Potential. Gute Idee mit den kleinen Geschichten. Jedoch hat es für mich nicht funktioniert.
Der Roman besteht aus kleinen Geschichten. Die Idee habe ich als schön empfunden. In den Geschichten geht es vor allem um ältere Frauen. Eine Personengruppe in unserer Gesellschaft von der wir bestimmte Bilder im Kopf haben und der wir bestimmte Eigenschaften zuordnen. Dieses Buch bricht damit und zeigt welche Gefühle ältere Frauen haben. Es zeigt auf das sie Leidenschaft in sich tragen, verlangen, liebe etc. Diese Darstellung fand ich gut und wichtig. Für meinen Geschmack war dennoch zu viel Intimität, was ich generell nicht so viel lese in Romanen. Außerdem kam ich mit dem schreibstil nicht zurecht und wurde nicht warm. Daher habe ich das Buch auch nicht zuende gelesen. Ich las bis seit 106. Für mich hatte der schreibstil nicht mit den Kurzgeschichten harmoniert. Die Geschichten waren sehr schnell sehr tief im Thema, aber unverständlich geschrieben. Mir hat zum Teil Kontext gefehlt, gleichzeitig waren da für mich zu viele unklare Gedankengänge und die Charaktere konnte ich deswegen ebenfalls nicht greifen. Zudem hat mir teils der rote Faden in den Geschichten gefehlt. So konnte ich die Geschichten für mich nicht aufnehmen. Da es nunmal Kurzgeschichten sind muss man jedes mal neu Herausfinden um wen und was es genau geht. Das hat für mich mit diesem Schreibstil nicht funktioniert.
Ganz nett für zwischendurch
Ich erkenne die Idee hinter diesem Buch. Beim Kauf war mir nicht bewusst gewesen, was mich hier erwarten würde und es dauerte auch eine ganze Zeit, bis ich mich mit den kurzen Geschichten anfreunden konnte. Dargestellt werden Lebensgeschichten älterer Personen, jede für sich individuell und doch verbindet sie das übergeordnete Thema: die Gegenüberstellung mit Situationen und Problemen des Älterwerdens. Es geht um Ängste, Ausflüchte aus dem Alltag und fast sehnsuchtsvollen Rückblicken auf das erlebte Leben. Der Grundgedanke ist sicherlich ganz nett, aber doch wird hier für mein Dafürhalten eine sehr negative Sichtweise aufgezeigt. Menschen, die so stark nach Zuneigung begehren, dass sie völlig abstruse Dinge tun. Menschen, die sich nach ihrer Vergangenheit sehnen und dabei in Selbstmitleid versinken. Sicherlich ist das alles realistisch und Alltag für viele Menschen, vor allem auch alte Menschen. Aber hier werden Bilder eines einsamen Lebens suggeriert, das fast nicht mehr lebenswert erscheint, aus welchem Grund auch immer. Und das stößt mir etwas negativ auf. Regt zum kurzen Nachdenken an, aber mehr auch nicht.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
Jane Campbell, 1942 geboren, hat als Psychoanalytikerin in Oxford gearbeitet, wo sie auch heute das halbe Jahr über lebt, den Rest ihrer Zeit verbringt sie auf den Bermudas. 2017 schickte sie ihre Story »Katzenbuckel« unverlangt an die renommierte London Review of Books, die sie prompt veröffentlichte und begeisterte Zuschriften erhielt. »Kleine Kratzer« ist ihr erstes Buch.
Posts
Das Buch der britischen Autorin Jane Campbell, die ihr erstes Buch mit 80 Jahren veröffentlicht hat, besteht aus 13 unabhängigen Kurzgeschichten. Einige davon sind echte Knaller, so pointiert und böse, dass ich die Luft anhalten musste, andere fand ich dagegen langweilig und belanglos. Habe zuerst das Hörbuch gehört und teilweise auch noch die Geschichten in der eBook-Version der Onleihe nachgelesen, da ich mir nicht sicher war, ob ich nicht doch ein wichtiges Detail überhört hatte, war aber nicht so. Also wer auf schwarzen Humor steht, mit den Abgründen des Lebens klar kommt und mehr über die Gefühlswelt von Frauen jenseits der 60 erfahren möchte, sollte das Buch hören oder lesen. Im Schnitt 4 Sterne, da einige der Geschichten 5 Sterne wert sind und andere eher 2,5 bis 3.
Ich verstehe die Idee zu diesem Buch und finde sie toll. Zwischendurch gab es auch immer wieder Szenen in den einzelnen Geschichten, die mich eingenommen haben. Aber insgesamt haben sich die Geschichten für mich - obwohl es Kurzgeschichten sind - in die Länge gezogen, ohne dass sie lange nachgewirkt hätten. 🐈⬛✋🚂 + Die Haptik des Buches finde ich super! Danke dafür, Kjona Verlag!
„Es gibt in diesen Erzählungen nicht viele Happy Ends, und wie gesagt sind Happy Ends auch nicht ihr Sinn.“ Jane Campbell
In der Kurzgeschichtensammlung nimmt Jane Campbell die Lesende in das Leben von 16 Frauen jenseits der 70 mit. Die Geschichten sind geprägt von Verlusten, Trauer, Wünschen, Vergangenheit, … Gedanken, die jüngeren Lesende z.T. noch völlig unbekannt sind. Oft versteckt vor der Gesellschaft, treten diese Frauen und ihre Lebensrealität in den Vordergrund und erzählen ihre persönliche Geschichte, die manchmal sehr unbehaglich ist. Jane Campbell hat mit ihrem Debüt, welches sie selbst erst im hohen Alter erlebte, ein tiefgreifendes Leseerlebnis geschaffen.
Das Buch war so gar nicht was ich erwartet hatte. Es ist keine durchgängige Geschichte, sondern eine Sammlung diverser Kurzgeschichten. Ich hatte auch irgendwie erwartet, dass es eine humorvolle Erzählung mit ein paar Lebensweisheiten oder ähnlichem wird. Aber diese Geschichten sind eher traurig, teils fast schon bösartig & für mich alles andere als schön. Vielleicht bin ich mit Mitte/Ende 40 noch zu jung für den besonderen Charme dieser Geschichten, aber mein Fall war‘s definitiv nicht. 🥴 Die Sprecherin hat das Ganze aber sehr angenehm gelesen. 👌🏻
In Jane Campbells „Kleine Kratzer“ geht es um 16 Frauen, die im Alter ihre Selbstbestimmung, Leidenschaft und Lebensfreude wiederfinden. Nicht immer mit Happy End – aber immer mit Würde, Stärke und einer ordentlichen Portion Mut. Campbell schreibt poetisch, ehrlich und mit einem feinen Gespür für die Widersprüche des Lebens. Sie gibt Frauen eine Stimme, die unsere Gesellschaft oft überhört oder unsichtbar macht. Ihre Geschichten handeln von Liebe, Begehren, Verlust und vom Altern – und zeigen, dass Selbstbestimmung kein Ablaufdatum hat. Besonders berührt hat mich, wie unerschrocken Campbell über Sexualität und Sehnsucht im Alter schreibt. Kein Kitsch, keine Klischees – nur echte, lebendige Frauen, die sich weigern, in den Hintergrund zu treten. Wenn ich mein Leben später nur halb so selbstbewusst und frei führen kann wie ihre Protagonistinnen, dann habe ich wohl alles richtig gemacht. Kleine Kratzer ist klug, bewegend und notwendig – ein Buch, das lange nachhallt und in keinem feministischen Bücherregal fehlen sollte. Große Empfehlung!

13 kurze Geschichten über ältere Damen. Manche zauberhaft kreativ und rachesüß, andere machen wehmütig und bringen mich dazu in die Gefühlswelten einzutauchen mit denen ich mich in meinem Alter eigentlich noch nicht befassen muss. Wieder andere ziehen sich ein wenig hin. Aber alle fühlen sich kraftvoll und mutig an. Nach der ersten Geschichte hab ich sehr gelacht und auf ein Buch wie "das Penismuseum" gehofft. Die Hoffnung konnte nicht erfüllt werden, aber auf jeden Fall eine solide 3.5!

"Das Altern wird oft als eine Phase der Kumulation dargestellt, der Anhäufung von Krankheiten, Beschwerden, Falten, aber in Wirklichkeit ist es ein Prozess der Enteignung. Freiheit, Respekt, Lust, all das, was man früher so selbstverständlich besessen und genossen hat, wird einem nach und nach genommen." (S. 44) Vom Leben gezeichnet, auf dem Abstellgleis, auf der Resterampe, altes Eisen. Alternde Menschen müssen sich so einiges anhören, wenn es darum geht, sie still und leise aus der Gesellschaft schubsen zu wollen. Jane Campbell beweist mit 80 Jahren, dass wir alle falschliegen. Denn auch dann ist es noch lange nicht zu spät für ein Debüt. "Wenn Sie meinen, das Debüt einer Achtzigjährigen müsse milde und nostalgisch sein, irren Sie sich gewaltig", so das Magazin Oprah Daily und hat damit absolut recht. In "Kleine Kratzer" nimmt Campbell das Unsichtbarmachen alter Frauen nicht einfach hin, sondern rückt es ins Zentrum. In dreizehn Kurzgeschichten beschreibt sie dreizehn sehr unterschiedliche Frauen, die dennoch einiges gemeinsam haben: Sie alle sind über siebzig und die Zeit lässt sich an ihren Körpern ablesen. Doch ihr Verstand ist hellwach. Auch wenn ihre Familien das anders sehen. "'Aber', hatte sie sagen wollen, 'aber ich lebe doch noch. Lasst mich in Ruhe. Ich verspreche euch, keine Belastung zu sein.'" (S. 130) So ist das im Alter nun mal, meinen alle zu wissen. Aber was, wenn es in Wirklichkeit ganz anders ist?! Was, wenn man mit achtzig noch einmal heftig verliebt ist, wie Susan in ihre junge Pflegerin – oder wenn man einem Pflegeroboter einen letzten eigenen Willensakt abringt? Die Autorin zeigt, wie sehr Erwartungen von außen den Alltag bestimmen – ob durch die Kinder, durch Institutionen oder durch gesellschaftliche Vorurteile. Wer alt ist, soll dankbar, still und angepasst sein. Doch Campbells Figuren verweigern sich. Sie sehnen sich nach Nähe, sie begehren, sie träumen, sie rebellieren – mal zärtlich, mal bissig, manchmal grotesk, aber niemals harmlos. Selbstbestimmt leben und sterben: Darum kreisen viele Geschichten. Allesamt recht morbide und obwohl sie voller Kraft sind, lassen sie mich ein wenig taub zurück. Es ist oftmals ein einsamer, trauriger Blick aufs Altwerden, der für mich vielleicht gut fünfundzwanzig Jahre zu früh kam. Einiges war mir (noch) etwas fern.
Geschichten über Frauen jenseits der 70, die sämtliche Klischees sprengen.
Das Debüt der 80jährigen Autorin und Psychoanalytikerin erzählt von Wut, (Lebens) Lust, Courage, Widerspruchsgeist, Liebe, Auflehnung und Solidarität älterer Frauen. 13 sehr unterschiedliche Geschichten füllt dieses kleine Buch; von Frauen, die aus Solidarität nicht davor zurückschrecken, einen Schwerenöter, dem eigenen Hund zum Fraß vorzuwerfen, einer Sterbenden, die sich im Pflegeheim in eine junge Pflegerin verliebt, einer, die nach Jahrzehnten einen Liebhaber in Afrika aufsucht um an alte Zeiten anzuknüpfen , dabei jedoch den Tod in einem reißenden Fluss findet....u.a. Skurrile Geschichten ohne Happy End ; nicht jede konnte mich vollends überzeugen und nicht zu jeder Geschichte habe ich den Zugang gefunden - dennoch ein ganz solides Leseerlebnis.
Wie gut war das denn bitte?! Jane Campbell, die Verfasserin dieses pointierten, bissigen, kurzum absolut grandiosen Kurzgeschichtenbandes ist sage und schreibe achtzig Jahre alt und lässt die Jugend mit ihrem abgründigen Humor und der feinen, analytischen, erfrischenden wie gleichzeitig augenzwinkernden Erzählweise alt aussehen. Absolutes Highlight, unbedingt lesen!

Was bleibt von unseren Träumen, wenn wir alt sind? Was erhoffen und ersehnen wir noch immer?
„Kleine Kratzer“ ist am Indiebookday bei mir eingezogen und hat mich so neugierig gemacht, dass ich es relativ direkt gelesen habe. Es ist eine Kurzgeschichtensammlung die alle eines eint: es geht um (alte) Frauen, die uns an ihrem Leben teilhaben lassen. Teilweise geht es ums Hier und Jetzt, oft auch um die Vergangenheit. Die Geschichten sind gleichermaßen klug wie unterhaltsam. Sie machen manchmal aber auch sehr betroffen, traurig und lassen mich nachdenken über das eigene Altern. Das, was ich und viele andere in weite Ferne rücken lassen wollen. Ich bin sehr positiv von diesem Buch überrascht worden, denke ich doch von mir, dass ich kein Kurzgeschichtentyp bin. Aber hier schon! An 2-3 von ihnen werde ich mich wohl noch sehr lange erinnern. Sie starteten so hoffnungsvoll und zogen mir dann völlig ohne Vorwarnung den Boden unter den Füßen weg. Was nehme ich mit: Leben! Jetzt! Und ihr vielleicht: Lesen! Unbedingt!
Ein wunderbares Buch!
Alte Menschen verlieren an Sichtbarkeit und finden irgendwie nur selten statt. In diesem Buch sind alte Frauen die Hauptpersonen. Sehr persönlich und liebevoll wird hier in vielen Kurzgeschichten immer wieder einer anderen fiktiven Frau (die aber durchaus existieren könnte) Raum gegeben, ihre Geschichte zu erzählen. Es geht um Sexualität, Träume, Erinnerungen und Schmerzen. Dieses Buch ist sehr wertvoll.
Wunderbare Lektüre mit einem speziellen Blick auf ältere Frauen.
13 Kurzgeschichten aus unterschiedlichen Perspektiven, die aber eines gemeinsam haben: die Protagonistinnen sind Frauen jenseits der 70. Furios ist gleich der Beginn mit der ersten Geschichte um eine boshafte Nachbarin. Doch der Ton ändert sich mit jeder neuen Geschichte. Es geht um die klassischen Themen des Alters, um Demenz und den Tod, aber auch um Frauen, die sich zur Wehr setzen gegen die Bevormundungen ihrer Angehörigen. Manche Geschichten sind traurig, andere bestürzend und einige sehr humorvoll. Für mich war das eine wundervolle Lektüre mit einem speziellen Blick auf ältere Frauen. Einige von ihnen werde ich mir für das Alter als Vorbild nehmen... 😉 Jane Campbell war Psychoanalytikerin und hat mit Mitte 70 ihre erste Kurzgeschichte verfasst. Ich hoffe sehr, dass es noch weitere Veröffentlichungen der Autorin geben wird.
Das literarische Debüt einer 80-Jährigen – wait, what?! Und es wird noch besser. Denn Jane Campbells Kurzgeschichtensammlung »Kleine Kratzer« hat es faustdick hinter den Ohren! Das kleine Büchlein enthält Kurzgeschichten über 13 beeindruckende Frauen, die sich ihr selbstbestimmtes Leben von Familie und Gesellschaft nicht nehmen lassen, nur weil sie »alt« sind. Campbell entlarvt unsere Stereotype und Vorstellungen vom Alter und stellt ihnen wundervolle Erzählungen von später Liebe, Begehren und Sehnsüchte gegenüber. Die Geschichten sind so vielfältig wie ihre Heldinnen - sie machen wütend, überraschen, zaubern ein Lächeln ins Gesicht und berühren. Campbells Sprache ist klug, ein Hauch provokant und hat mich mit ihrem herrlichen schwarzen Humor direkt gecatcht. Ein starkes und beeindruckendes Debüt! Ich hoffe wir werden noch mehr von Campbell lesen! Aus dem Englischen von Bettina Abarbanell.

Es ist ja längst kein Geheimnis mehr, dass ich total gerne Debüts lese. Manchmal, ziemlich oft sogar, geht das gut, in anderen Fällen auch mal nicht. Da zwickt und zwackt es, fehlt es irgendwie noch an Form und Farbe, an Stilsicherheit oder auch einem Alleinstellungsmerkmal - all dem, was ein Buch letztlich zum Leuchten bringen kann. Aber das macht doch irgendwie den Reiz aus, sich in diesem literarischen Wust auf die Suche nach den Rohdiamanten zu machen. Denn: Dann gibt es wiederum solche Bücher, die in einer völligen Selbstverständlichkeit daherkommen und genauso so sind, wie sie sein sollen. Bei denen das Lesen einfach nur Spaß macht. Jane Campbell hat als Psychoanalytikerin in Oxford gearbeitet und mit 80 Jahren ihren ersten literarischen Text an die wichtigste Literaturzeitschrift Englands geschickt, der dort gleich gedruckt wurde und aus dem schließlich “Kleine Kratzer” entstanden ist, ihr Debüt. Darin enthalten sind 13 Kurzgeschichten zu wiederum 13 verschiedenen Frauen. Aber nicht irgendwelche Frauen, nein, denn die Protagonistinnen dieses Buches sind allesamt alt. Campbell fegt mit “Kleine Kratzer” sämtliche Klischees über ‚die alte Frau‘ vom Tisch, die wohl in unser aller Köpfen so kursieren, und gibt den Frauen die Nuancen, die ihnen doch letztlich gerecht werden. Die Texte sind dabei mal herzerwärmend, lustig, mal skurril oder anstößig - und das ein oder andere Mal war ich wohl auch schockiert oder empört. Auf jeden Fall haben es die Geschichten in sich! Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich habe (leider!) wenig Berührungspunkte mit alten Frauen und dieses Buch war deshalb eine willkommene literarische Abwechslung für mich, irgendwie erfrischend. “Kleine Kratzer” ist übrigens das erste Buch, das ich vom @kjonaverlag gelesen habe. Ich mag, was dieser Verlag macht, und verfolge das Programm weiterhin ganz gespannt. Danke, lieber @kjonaverlag, für dieses Rezensionsexemplar! P.S.: Heimlicher Star dieses Beitrags ist natürlich dieser hübsche Kater, den ich mir für’s Foto netterweise von meiner besten Freundin ausleihen durfte 😇

Ungewöhnlich, aber gut.
Frauen jenseits der 80, sind meistens eher Nebenfiguren in der Literatur. Jane Campbell macht sie zu den Hauptfiguren ihrer 13 sehr unterschiedlichen und teils ungewöhnlichen Erzählungen. Ich mochte nicht jede gleich gerne - wie das mit Erzählungen und Kurzgeschichten meistens ist. Aber insgesamt kann ich das Buch trotzdem empfehlen.
Komplett anders als erwartet
Ich habe dieses Buch nach Cover gekauft und habe mit humorvollen Geschichten gerechnet, die vielleicht Mut machen. Wenn ich mir die anderen Rezensionen durchlese, frage ich mich, ob wir das gleiche Buch gelesen haben. Ich bin noch relativ jung, habe aber Angst vorm Altern. Diese Geschichten haben die Angst eher noch verstärkt. Die meisten Geschichten sind teilweise verstörend und teilweise traurig. Nur die letzte Geschichte empfand ich als eher schön.
Subtil schreibt Jane Campbell Kurzgeschichten mit einer verstörenden Wirkung. Die Geschichten schafften es trotz ihrer Länge von wenigen Seiten einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Schaurig schön beschreibt sie ältere Frauen, die sich gegen die Gesellschaft richten oder aber auch von eben dieser hintergangen werden. Wir erleben starke Protagonistinnen, aber auch zerbrechliche Charaktere. Welche Schicksale die einzelnen Damen erleben solltet ihr selber nachlesen. Ich kann das Buch empfehlen. Lieblinge: Kleine Kratzer, 181 Minuten, Edelmut

In „Kleine Kratzer“ versammelt Jane Campbell 13 Kurzgeschichten über alternde Frauen und schafft dabei ein vielschichtiges, eindrucksvolles literarisches Panorama. Die Erzählungen sind teils verstörend, teils humorvoll, gelegentlich übersinnlich oder traurig – aber stets präzise beobachtet und sprachlich fein gearbeitet. Campbell lotet Themen wie körperliche Gebrechen, sexuelle Lust, Abhängigkeiten und subtile Machtverhältnisse aus. Sie schreibt über Frauen, die nicht nur in der Literatur oft unsichtbar bleiben – mit Mut, Klarheit und schonungsloser, gleichzeitig erfrischender Direktheit. „Kleine Kratzer“ ist definitiv kein einfacher Stoff, aber ein wichtiger: literarisch kraftvoll, klug komponiert und voller unvergesslicher Stimmen. Ein Buch, das Konventionen über Alter, Weiblichkeit und Begehren souverän unterwandert. Chapeau!
ein Buch zum zweimal Lesen
„Kleine Kratzer“ wurde mir von einer Freundin aus dem Buchclub empfohlen. Ich habe es mir direkt gekauft und konnte es kaum erwarten, spannende Geschichten über Frauen am Ende ihres Lebens zu lesen. Meine Lesererfahrung gestaltete sich dann doch etwas anders als erwartet. Die Kurzgeschichten waren skurril, ungewöhnlich und für mich oft unverständlich. Ich konnte vieles nicht einordnen. Aus diesem Grund ging der Inhalt an einigen Stellen für mich verloren, obwohl das Thema, wie die Gesellschaft alten Frauen gegenübertritt, mich sehr interessiert und fasziniert. Ich wollte dem Buch daher eigentlich 2-2,5 Sterne geben. Jedoch hat mich das Nachwort der Autorin berührt und vieles aus den Geschichten gut eingeordnet. Das hat das Buch für mich am Ende erheblich aufgewertet. Wahrscheinlich müsste ich es jetzt sogar nochmal lesen.
Etwas ahnungslos bin ich in das Buch eingestiegen und direkt abgetaucht in 13 Kurzgeschichten, die das Leben unterschiedlicher alter Frauen zum zentralen Thema machen. Jede Geschichte erzählt auf ihre eigene Weise von Einsamkeit, dem Verlangen nach Intimität oder dem Wunsch nach Eigenständigkeit. Die Autorin zeichnet eindringlich das Porträt jeder einzelnen Protagonistin und vermittelt auf einfühlsame Weise ihre individuellen Erfahrungen. Man fühlt die tiefgreifende Einsamkeit, die sie begleitet, und sehnt sich mit ihnen nach menschlicher Nähe. Gleichzeitig wird der Wunsch nach Selbstbestimmung und Unabhängigkeit deutlich, was die Komplexität der Charaktere unterstreicht. Die Geschichten berührten mich mit einer Mischung aus schöner Traurigkeit und einem Hauch von Absurdität/ Witz. Wobei ich nicht alle Geschichten als leicht empfunden habe, durch ein paar musste ich mich doch auch etwas durchkämpfen - bedingt durch den Inhalt oder die Emotionen. Besonders beeindruckend fand ich, wie die Autorin die verschiedenen Zeitebenen nutzt, um die Geschichten zu erzählen. Durch Rückblenden/Erinnerungen werden nicht nur die Vergangenheit der Protagonistinnen beleuchtet, sondern auch die Veränderungen, die sie im Laufe der Zeit erfahren haben. Dieser geschickte Einsatz von Zeitsprüngen verleiht den Geschichten eine zusätzliche Tiefe und eröffnet neue Perspektiven auf das Leben der Frauen. Allumfassend ein empfehlenswertes Buch mit eher untypischen Protagonistinnen.
Das Buch hat Potential. Gute Idee mit den kleinen Geschichten. Jedoch hat es für mich nicht funktioniert.
Der Roman besteht aus kleinen Geschichten. Die Idee habe ich als schön empfunden. In den Geschichten geht es vor allem um ältere Frauen. Eine Personengruppe in unserer Gesellschaft von der wir bestimmte Bilder im Kopf haben und der wir bestimmte Eigenschaften zuordnen. Dieses Buch bricht damit und zeigt welche Gefühle ältere Frauen haben. Es zeigt auf das sie Leidenschaft in sich tragen, verlangen, liebe etc. Diese Darstellung fand ich gut und wichtig. Für meinen Geschmack war dennoch zu viel Intimität, was ich generell nicht so viel lese in Romanen. Außerdem kam ich mit dem schreibstil nicht zurecht und wurde nicht warm. Daher habe ich das Buch auch nicht zuende gelesen. Ich las bis seit 106. Für mich hatte der schreibstil nicht mit den Kurzgeschichten harmoniert. Die Geschichten waren sehr schnell sehr tief im Thema, aber unverständlich geschrieben. Mir hat zum Teil Kontext gefehlt, gleichzeitig waren da für mich zu viele unklare Gedankengänge und die Charaktere konnte ich deswegen ebenfalls nicht greifen. Zudem hat mir teils der rote Faden in den Geschichten gefehlt. So konnte ich die Geschichten für mich nicht aufnehmen. Da es nunmal Kurzgeschichten sind muss man jedes mal neu Herausfinden um wen und was es genau geht. Das hat für mich mit diesem Schreibstil nicht funktioniert.
Ganz nett für zwischendurch
Ich erkenne die Idee hinter diesem Buch. Beim Kauf war mir nicht bewusst gewesen, was mich hier erwarten würde und es dauerte auch eine ganze Zeit, bis ich mich mit den kurzen Geschichten anfreunden konnte. Dargestellt werden Lebensgeschichten älterer Personen, jede für sich individuell und doch verbindet sie das übergeordnete Thema: die Gegenüberstellung mit Situationen und Problemen des Älterwerdens. Es geht um Ängste, Ausflüchte aus dem Alltag und fast sehnsuchtsvollen Rückblicken auf das erlebte Leben. Der Grundgedanke ist sicherlich ganz nett, aber doch wird hier für mein Dafürhalten eine sehr negative Sichtweise aufgezeigt. Menschen, die so stark nach Zuneigung begehren, dass sie völlig abstruse Dinge tun. Menschen, die sich nach ihrer Vergangenheit sehnen und dabei in Selbstmitleid versinken. Sicherlich ist das alles realistisch und Alltag für viele Menschen, vor allem auch alte Menschen. Aber hier werden Bilder eines einsamen Lebens suggeriert, das fast nicht mehr lebenswert erscheint, aus welchem Grund auch immer. Und das stößt mir etwas negativ auf. Regt zum kurzen Nachdenken an, aber mehr auch nicht.


















































