Klara vergessen

Klara vergessen

Hardback
3.618
SpurensucheFischfangGenerationenromanOublier Klara

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Description

Murmansk, nördlich des Polarkreises. Zum ersten Mal kehrt Juri, der längst als Ornithologe in Nordamerika lebt, in seine Heimat zurück. Sein Vater Rubin liegt im Sterben, lediglich das Rätsel um Juris Großmutter Klara – eine Wissenschaftlerin zur Zeit Stalins, die vor den Augen des damals vierjährigen Rubin verhaftet wurde – hält ihn am Leben. Klaras Verschwinden und eine Jugend voller Entbehrungen haben aus Rubin einen unerbittlichen Fischer und hartherzigen Vater gemacht, der seinen ungeliebten Sohn nun in einem letzten Aufeinandertreffen um Hilfe bittet: Er soll herausfinden, was mit Klara passiert ist. Und schließlich stößt Juri auf eine Wahrheit, die ihm vor Augen führt, wie eng alle drei Schicksale – sein eigenes, Klaras und Rubins – miteinander verknüpft sind … Ein großes menschliches Abenteuer und eine familiäre Spurensuche, voll von spektakulären Beschreibungen einer wilden Natur, packend erzählt von Bestsellerautorin Isabelle Autissier.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
304
Price
24.70 €

Author Description

Isabelle Autissier, 1956 in Paris geboren und dort aufgewachsen, lebt heute in La Rochelle. Mit sechs Jahren entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Segeln; 1991 machte sie Furore als erste Frau, die allein im Rahmen einer Regatta die Welt umsegelte. Seit den Neunzigerjahren widmet sie sich dem Schreiben. Ihr Roman »Herz auf Eis« (2017) war für den Prix Goncourt nominiert und wurde SPIEGEL-Bestseller.

Posts

5
All
4.5

Nachdem ich den Roman „Herz auf Eis“ von Isabelle Autissier verschlungen habe, freute ich mich auf ein weiteres Buch von ihr und wurde nicht enttäuscht. Von Beginn an eine spannende Geschichte über drei Generationen hinweg, die in der früheren Sowjetunion begann. Man erfährt viel über die damalige Zeit unter Stalins Herrschaft und taucht ab in eine Welt, in die ich bisher wenige Einblicke hatte. Teilweise waren mir die sehr ausführlichen Beschreibungen der Landschaft etwas langatmig. Insgesamt eine große Leseempfehlung!

3

Die Reise auf dem Supertrawler hatte ich nicht gebuch

und bis Seite 141 durchaus gedacht, ja…. die Autorin hat Klara vergessen. Auf der Hochsee….in der Kälte…. Einfach weg… die Klara und die erhoffte Thematik über Klara🤷‍♀️. Die Thematik des Buches ist wichtig und ich vermute es benötigt auch die „Ausflüge“ in die Hochseefischerei um die Gesamtgeschichte, die Gesamtsituation, zu dieser Zeit verstehen zu können. Und um zu zeigen, wie ganze Generationen von dieser (un-)menschlichen Zeit beeinflusst wurden… trotzdem war das unerwartete Setting der ersten Buchhälfte für mich nervig. Auch der Fokus auf die wissenschaftlichen Charaktere wirkt überzogen, etwas gestellt. Wiederum…. Auch dies kann zeigen, dass niemand sicher war, es hat jedes Leben getroffen. Die alltäglichen Menschen und die eher „selteren“ Uran - Forscher. Der Klara Teil am Ende… schwierig 😥 konstruiert irgendwie, dann noch der Ausflug zu den Naturvölkern… wichtig zu erwähnen aber irgendwie „zu viel“ Thematik. Trotzdem bzw. wahrscheinlich gerade trotz dessen, werde ich Klara so schnellnicht vergessen.

3

Ist ok, aber teils unrealistisch

4.5

Sehr authentisch und spannend erzählendes Buch

Ein interessant erzählendes Büch über das Verschwinden einer Wissenschaflerin in der Stalin Zeit und die Erzählung der Familie über drei Generationen. Die Erzählung über dieses Unrechts Regime und die menschlichen Schicksale sind sehr authentisch und spannend beschrieben. Das Buch hat mich sehr berührt und auch nachdenklich gemacht.

4

Als ich vor einigen Wochen im WDR bei ‚Hier und heute‘ die Lesetipps mit Mike Altwicker sah, wurde ich auf ein Buch aus dem mare Verlag aufmerksam, das sich interessant anhörte und das man gewinnen konnte. Bücher dieses Verlages habe ich als Besonders in Erinnerung und so versuchte ich mein Glück – und ich hatte Glück. Nicht nur, dass ich schon kurze Zeit später das Buch im Briefkasten hatte, sondern auch, dass es sich dabei um eines dieser Bücher handelt, dessen Erzählkunst einen umgarnt und in die Geschichte hineinzuziehen weiß, so dass man es nicht mehr aus der Hand legen mag. Es handelt sich dabei um „Klara vergessen“ von Isabelle Autissier, einem Generationenroman über drei Schicksale, einen Verrat und die Gefahr des Schweigens, wie der Klappentext verrät. Juri ist 46 und kommt nach 23 Jahren zum ersten Mal nach Murmansk zurück, weil sein Vater Rubin im Sterben liegt. Sie hatten seit 23 Jahren keinen Kontakt mehr. Ihr Vater-Sohn-Verhältnis war nie ein leichtes. Doch anstatt sich auszusöhnen liegt Rubin lediglich das Rätsel um Juris Großmutter Klara – eine Wissenschaftlerin zur Zeit Stalins, die vor den Augen des damals vierjährigen Rubin verhaftet wurde – am Herzen. Klaras Verschwinden und eine Jugend voller Entbehrungen haben aus Rubin einen unerbittlichen Fischer und hartherzigen Vater gemacht, der seinen ungeliebten Sohn nun auf dem Sterbebett um Hilfe bittet: Er soll herausfinden, was mit Klara passiert ist. Und schließlich stößt Juri auf eine Wahrheit, die ihm vor Augen führt, wie eng alle drei Schicksale – sein eigenes, Klaras und Rubins – miteinander verknüpft sind. Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt: Aus der Enkel-Perspektive durch Juri, aus der Kind-Perspektive durch Rubin und aus Klaras Perspektive. Jeder erzählt ein Stückchen mehr von dieser Geschichte, die tief berührend ist und einen in eine Zeit mitnimmt, in der in der Sowjetunion Menschen für Nichtigkeiten angeklagt und zur Zwangsarbeit inhaftiert wurden. Von 1930 bis 1953 waren in den Lagern mindestens 18 Millionen Menschen inhaftiert. Mehr als 2,7 Millionen starben im Lager oder in der Verbannung. In den letzten Lebensjahren Stalins erreichte der Gulag mit rund 2,5 Millionen den Höchststand an Insassen. „Daraufhin waren in Zentralasien und im sibirischen Tschukotka Bergwerke entstanden, die von den Gulag-Gefangenen betrieben wurden. Wegen der katastrophalen Arbeitsbedingungen und der Radioaktivität betrug die Sterblichkeit nach einem Jahr nahezu hundert Prozent, und die Häftlinge fürchteten sich davor, dorthin abkommandiert zu werden.“ (S. 246) Dieses Buch schafft es, einen mit wunderschönen Naturbeschreibungen zu umgarnen und beim Lesen eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Fast schämt man sich beim Lesen für dieses Gefühl, denn gleichzeitig gewährt es einen Einblick in ein grausames Stück russische Geschichte und ein System, in dem die Angst regiert und das seine Anhänger zum Schweigen verdammt oder Tapfere zu Peinigern macht. Die Protagonisten dieses Buches sind zunächst grob und unnahbar, jedoch wird ihr Wesen und ihr Handeln mit Fortschreiten der Geschichte nachvollziehbar, vielleicht auch nur erklärbar, aber nicht unbedingt tolerierbar. Irritiert hat mich der letzte Teil des Buches, weil sich für mich nicht schlüssig nachvollziehen ließ, woher die Geschichte Klaras kam, denn diese Details konnten Juris Recherchen nicht hergeben. So werden zwar einige der Fragen beantwortet, die sich einem beim Lesen stellen, aber zu einem richtig runden Ende will dieser Roman dennoch nicht gelangen. Doch das kann ich diesem großartig erzählten Buch nicht übel nehmen, denn es ist eines der Bücher, das einen mit Themenhäppchen anfüttert, die Appetit darauf machen, sich mit ihnen etwas intensiver auseinanderzusetzen um Wissenslücken aufzufüllen.

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