Kassandra in Mogadischu

Kassandra in Mogadischu

Hardback
3.89

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Description

Der große Roman einer weitverzweigten Familie – von einer der gefeiertsten Schriftstellerinnen Italiens

Wie erzählt man die Geschichte einer Familie , wenn die gemeinsame Sprache in der Diaspora verloren geht? Wenn die Erinnerungen trügen und geliebte Verwandte seit Generationen in die ganze Welt zerstreut leben? In ihrem gefeierten autofiktionalen Roman geht die große italienische Erzählerin Igiaba Scego auf Spurensuche zwischen Mogadischu und Rom. Sie erzählt von verloren geglaubten Müttern und wiedergefundenen Brüdern, von einer Kindheit als Hirtin und der Schule in Rom-Nord, von Verletzungen der Kolonialgeschichte, die sich über die Generationen tragen – und von der großen Hoffnung, die im Erzählen liegt.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
416
Price
26.80 €

Author Description

Igiaba Scego wurde 1974 in Rom geboren und stammt aus einer somalischen Familie. Die Literatur und das Lesen bezeichnet sie selbst als ihren Rettungsanker: »In Büchern habe ich meine Geschichte, mich selbst und vor allem Afrika gefunden.« Scego studierte Literatur und Pädagogik, heute schreibt die Autorin mehrerer Romane und Erzählungen auch für Zeitungen und Zeitschriften wie »L’Unità« und »Internazionale« und ist Herausgeberin mehrerer Anthologien. »Kassandra in Mogadischu« ist ihr erster Roman bei S. FISCHER.

Posts

1
All
4.5

Poetisch und voller Schmerz

"Jirro ist unser gebrochenes Herz. Unser Leben auf der Kippe zwischen Hölle und Gegenwart. Wir sind diasporische Wesen, schwebend im Wind, entwurzelt von einer zwanzigjährigen Diktatur, von einem der verheerendsten Kriege auf dem Planeten Erde und einem gewaltigen Waffenhandel, der unsere Knochen und die unserer Vorfahren unter einem Haufen Kalaschnikows begraben hat, die aus Transnistrien geradewegs im Hafen von Mogadischu landeten. Um uns auszulöschen. (S. 18)" Dieses autobiographische Werk in Form eines Briefes einer Tante an ihre Nichte verwebt die eigene Familiengeschichte der Autorin mit der Geschichte Somalias als solcher und dem Leben in der somalischen Diaspora weit weg vom eigenen Land. Die italienisch-somalische Schriftstellerin Igiaba Scego (geb. 1974) wechselt in ihrer Erzählung zwischen Gegenwart und Vergangheit, verwendet mal poetisch sanfte und dann wieder messerscharf verletzend harte Sprache, beides durchzogen mit Begriffen und Ausdrücken der somalischen Sprache. Sie erzählt nicht chronologisch, manchmal etwas zu sprunghaft, aber am Ende fühlt sich die Erzählung doch wie in sich geschlossen an. Ich bin während des Lesens auf den Flügeln dieser wunderschönen Sprache von Igiaba Scego gereist und durfte Somalia und Mogadishu durch ihre Augen und die ihrer Familie betrachten. Ein Mogadishu also, das einst eine Perle war, wunderschön. Ich habe Scham empfunden für uns Europäer*innen, die dazu beigetragen haben, dass diese Stadt zerbombt wurde und heute keine Perle mehr ist, die Somalia zu einem "Failed State" ausgerufen haben, nachdem sie das Land - wie so viele andere - mit ihrer Gier und ihrem Rassismus geschunden haben. Ich habe den Schmerz gespürt, zumindest einen winzigen Teil davon, der durch all das verursacht wird und wurde, auch wenn ich mir nicht anmaßen möchte diesen so durchlebt zu haben wie die Autorin selbst. Ein wirklich tolles Buch! Übersetzt von Verena von Koskull.

Poetisch und voller Schmerz
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