Kaspar
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Description
Kaspar liegt in einem seltsamen Zimmer, versorgt von einem Roboter, und beginnt sich zu erinnern: Als obdachloser Teenager, der allein im Wald schläft, bricht er auf und wird Praktikant der mysteriösen Firma Æxego. In deren Auftrag begibt er sich auf eine abenteuerlich-groteske Odyssee, auf der Jagd nach dem abtrünnig gewordenen Filialleiter Darz. In einem alten Auto, mit wenig Geld und keiner Ahnung, was es mit dem Filialleiter auf sich hat, beginnt für den Praktikanten eine Höllenfahrt auf einer Autobahn, die nur eine Richtung kennt. Schreibend erzählt Kaspar sich seine Vergangenheit und erkundet seine Gegenwart. Sein Erzählen ist existenziell, hochkomisch und tragisch zugleich. Es ist das Ringen um eine Geschichte, die wahrhaftig und trotzdem tröstlich ist. Schmerzhaft genau, wahnhaft grotesk und von geradezu manischer Kraft. »Hier ringt einer von Satz zu Satz mit seinem Gedächtnis, seiner Situation, seiner bunten […] Vergangenheit, und es ist hinreißend komisch.« Clemens J. Setz HOTLIST 2023
DAS DEBÜT 2023
Book Information
Author Description
Viktor Gallandi, geboren in Berlin, studierte Literarisches Schreiben und Philosophie in Hildesheim und Kathmandu. Er hat Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht und wurde vom ORF mit dem FM4-wortlaut-Literaturpreis ausgezeichnet. Mit Natalia Sinelnikova schrieb er das Drehbuch zu dem Kinospielfilm "Wir könnten genauso gut tot sein", der nach seiner Premiere auf der Berlinale 2022 auf zahlreichen internationalen Festivals lief und für den Preis der deutschen Filmkritik für das beste Drehbuch nominiert wurde.
Posts
Eine faszinierende Odyssee über Grenzen und Grenzenlosigkeit, über Licht und Schatten, über Klarheit und Unschärfe, über Leben und Tod und über so viel mehr. Ein einzigartiges - wenn auch nicht ganz einfach zu lesendes - Leseereignis, das ich so noch nie erlebt habe.
„Und das Licht, es ist noch immer quellenlos. Als wäre ich in einer fluoreszierenden Qualle gefangen, die leider unsterblich ist. Ich spreche mal wieder vom Licht, ich werde nie genug davon gesprochen haben, weil ich die Vorhänge zugezogen habe. Da erkennt man besser wie schwer sie zu erkennen sind, die inneren Verhältnisse.“ (Gallandi 2023, S. 375f.) Als ich die ersten Seiten von Viktor Gallandis „Kaspar“ gelesen hatte, war ich zunächst beeindruckt. Beeindruckt davon, absolut nicht zu wissen, was auf mich zukommen würde. Aber zunächst: First things first. Eigentlich beschreibt die Zusammenfassung auf der Buchrückseite den Inhalt des Romans schon sehr gut. Beginnend begleiten wir während des Lesens den jugendlichen Kaspar, der in einem überbeleuchteten Zimmer liegt (wahrscheinlich auf einem anderen Himmelskörper im All), der alleinig von einem Roboter, den er „das Viech“ nennt, umsorgt wird und sich an seine vergangene Reise zurückerinnert und diese dokumentiert. Seine Schilderungen gleichen den am unwahrscheinlichsten eintretenden Situationen: er durchquert die seltsamsten Orten und trifft die kuriosesten Personen und Wesen, die man sich vorstellen kann, und man ertappt sich als Leser*in immer wieder dabei, sich zu fragen, was in aller Namen man gerade gelesen hat. Wirklich! Das Buch ist keinesfalls einfach geschrieben, da Kaspar einerseits jegliche Gedankengänge bis ins Kleinste ausdekliniert, aber andererseits auch sein Schreiben immer unterbricht, weil er die Vermutung hegt, dass „das Viech” mitlese, ihn verurteilen würde, enttäuscht wäre und noch so vieles mehr. „Das Viech“ wird von Kaspar so fetischisiert, als sei es vernunftbegabtes Wesen. Er spricht ihm Emotionen zu, hinterfragt Intentionen der (Nicht-)Handlungen und formuliert Bedürfnisse und Wünsche an „das Viech“. Analytisch betrachtet, wird den Leser*innen eine Besonderheit der Zeitebenen der Geschichte dargeboten. Zum ersten, weil wir Kaspars Episoden seiner Vergangenheit begleiten, zum zweiten, weil er unmittelbar alles beschreibt, was vor kurzer Zeit mit „dem Viech“ und ihm passiert ist. Und zum dritten erlebt man das unmittelbar Geschehene, weil Kaspars Ausführungen abrupt enden, als hätte er den Bleistift fallen lassen (u.a. S. 41, 98). Jegliche relationale Konstellationen von erzählter Zeit zu Erzählzeit finden sich in diesem Roman wieder - erstaunlich! Auch werden wir als Leser*in mitunter direkt adressiert, als wisse Kaspar, dass wir hier Teil der ganzen Szenerie, des ganzen Spektakels seien - genauso wie er selbst, „das Viech“ und alle anderen Lebewesen im Roman. Blickt man hinter die Fassade des Buches, so nimmt Viktor Gallandi einen auf eine faszinierende Odyssee mit: über Grenzen und Grenzenlosigkeit, über Licht und Schatten, über Klarheit und Unschärfe, über Leben und Tod und über so viel mehr. Ein einzigartiges Leseereignis, das ich so noch nie erlebt habe.

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Kaspar liegt in einem seltsamen Zimmer, versorgt von einem Roboter, und beginnt sich zu erinnern: Als obdachloser Teenager, der allein im Wald schläft, bricht er auf und wird Praktikant der mysteriösen Firma Æxego. In deren Auftrag begibt er sich auf eine abenteuerlich-groteske Odyssee, auf der Jagd nach dem abtrünnig gewordenen Filialleiter Darz. In einem alten Auto, mit wenig Geld und keiner Ahnung, was es mit dem Filialleiter auf sich hat, beginnt für den Praktikanten eine Höllenfahrt auf einer Autobahn, die nur eine Richtung kennt. Schreibend erzählt Kaspar sich seine Vergangenheit und erkundet seine Gegenwart. Sein Erzählen ist existenziell, hochkomisch und tragisch zugleich. Es ist das Ringen um eine Geschichte, die wahrhaftig und trotzdem tröstlich ist. Schmerzhaft genau, wahnhaft grotesk und von geradezu manischer Kraft. »Hier ringt einer von Satz zu Satz mit seinem Gedächtnis, seiner Situation, seiner bunten […] Vergangenheit, und es ist hinreißend komisch.« Clemens J. Setz HOTLIST 2023
DAS DEBÜT 2023
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Author Description
Viktor Gallandi, geboren in Berlin, studierte Literarisches Schreiben und Philosophie in Hildesheim und Kathmandu. Er hat Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht und wurde vom ORF mit dem FM4-wortlaut-Literaturpreis ausgezeichnet. Mit Natalia Sinelnikova schrieb er das Drehbuch zu dem Kinospielfilm "Wir könnten genauso gut tot sein", der nach seiner Premiere auf der Berlinale 2022 auf zahlreichen internationalen Festivals lief und für den Preis der deutschen Filmkritik für das beste Drehbuch nominiert wurde.
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Eine faszinierende Odyssee über Grenzen und Grenzenlosigkeit, über Licht und Schatten, über Klarheit und Unschärfe, über Leben und Tod und über so viel mehr. Ein einzigartiges - wenn auch nicht ganz einfach zu lesendes - Leseereignis, das ich so noch nie erlebt habe.
„Und das Licht, es ist noch immer quellenlos. Als wäre ich in einer fluoreszierenden Qualle gefangen, die leider unsterblich ist. Ich spreche mal wieder vom Licht, ich werde nie genug davon gesprochen haben, weil ich die Vorhänge zugezogen habe. Da erkennt man besser wie schwer sie zu erkennen sind, die inneren Verhältnisse.“ (Gallandi 2023, S. 375f.) Als ich die ersten Seiten von Viktor Gallandis „Kaspar“ gelesen hatte, war ich zunächst beeindruckt. Beeindruckt davon, absolut nicht zu wissen, was auf mich zukommen würde. Aber zunächst: First things first. Eigentlich beschreibt die Zusammenfassung auf der Buchrückseite den Inhalt des Romans schon sehr gut. Beginnend begleiten wir während des Lesens den jugendlichen Kaspar, der in einem überbeleuchteten Zimmer liegt (wahrscheinlich auf einem anderen Himmelskörper im All), der alleinig von einem Roboter, den er „das Viech“ nennt, umsorgt wird und sich an seine vergangene Reise zurückerinnert und diese dokumentiert. Seine Schilderungen gleichen den am unwahrscheinlichsten eintretenden Situationen: er durchquert die seltsamsten Orten und trifft die kuriosesten Personen und Wesen, die man sich vorstellen kann, und man ertappt sich als Leser*in immer wieder dabei, sich zu fragen, was in aller Namen man gerade gelesen hat. Wirklich! Das Buch ist keinesfalls einfach geschrieben, da Kaspar einerseits jegliche Gedankengänge bis ins Kleinste ausdekliniert, aber andererseits auch sein Schreiben immer unterbricht, weil er die Vermutung hegt, dass „das Viech” mitlese, ihn verurteilen würde, enttäuscht wäre und noch so vieles mehr. „Das Viech“ wird von Kaspar so fetischisiert, als sei es vernunftbegabtes Wesen. Er spricht ihm Emotionen zu, hinterfragt Intentionen der (Nicht-)Handlungen und formuliert Bedürfnisse und Wünsche an „das Viech“. Analytisch betrachtet, wird den Leser*innen eine Besonderheit der Zeitebenen der Geschichte dargeboten. Zum ersten, weil wir Kaspars Episoden seiner Vergangenheit begleiten, zum zweiten, weil er unmittelbar alles beschreibt, was vor kurzer Zeit mit „dem Viech“ und ihm passiert ist. Und zum dritten erlebt man das unmittelbar Geschehene, weil Kaspars Ausführungen abrupt enden, als hätte er den Bleistift fallen lassen (u.a. S. 41, 98). Jegliche relationale Konstellationen von erzählter Zeit zu Erzählzeit finden sich in diesem Roman wieder - erstaunlich! Auch werden wir als Leser*in mitunter direkt adressiert, als wisse Kaspar, dass wir hier Teil der ganzen Szenerie, des ganzen Spektakels seien - genauso wie er selbst, „das Viech“ und alle anderen Lebewesen im Roman. Blickt man hinter die Fassade des Buches, so nimmt Viktor Gallandi einen auf eine faszinierende Odyssee mit: über Grenzen und Grenzenlosigkeit, über Licht und Schatten, über Klarheit und Unschärfe, über Leben und Tod und über so viel mehr. Ein einzigartiges Leseereignis, das ich so noch nie erlebt habe.






