Iris

Iris

Hardback
2.96

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Description

Iris ist Schriftstellerin, sie ist viel auf Reisen, in Europa und darüber hinaus. Es sind Momente des Einverständnisses, die sie in den Begegnungen findet, die sie dabei macht. Momente der Bekräftigung in einem Leben, das sich oft am Rand der Erschöpfung bewegt. Wieder zu Hause berichtet sie von diesen Reisen, und Anton hört ihr zu und zeigt Iris seinerseits die Fotos, die er als Künstler mit schadhaften Kameras macht. Ihre Beziehung zu Anton (wie zu anderen Männern) gründet auf Abmachungen. Sie teilen vieles, auch die Lust am sexuellen Spiel mit Gewalt und Unterwerfung. Während sich Iris‘ Fantasie an der Geschichte der Hexenprozesse zu entzünden beginnt, drängen Erinnerungen aus ihrer Kindheit immer stärker an die Oberfläche. Bis schließlich ihr Arrangement mit Anton eine tiefe Erschütterung erfährt.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
176
Price
24.00 €

Author Description

Laura Freudenthaler geboren in Salzburg, lebt als Schriftstellerin in Wien. Sie debütierte 2014 mit »Der Schädel von Madeleine«. Für ihren Roman »Die Königin schweigt« (2017) bekam sie den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis, er wurde 2018 als bester deutschsprachiger Debütroman beim Festival du premier Roman in Chambéry ausgezeichnet. Für »Geistergeschichte« (2019) erhielt sie den Literaturpreis der Europäischen Union. 2020 gewann sie den 3sat-Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt, 2021 wurde sie für ihr Werk mit dem manuskripte-Preis ausgezeichnet, 2024 mit dem Reinhard-Priessnitz-Preis und dem Anton-Wildgans-Preis. Zuletzt erschienen: »Arson« (2023).

Posts

2
All
3.5

Durch die Augen blickt man in die Seele. Die Iris gleicht dem Fingerabdruck, sie macht es möglich, einen Menschen zweifelsfrei zu identifizieren. Doch was ist darin zu lesen? Wahrheit oder Projektion? Erinnerung oder Wunsch? Das Sichtbare und das, was sich entzieht. „dass du etwas nicht sehen kannst, [...], bedeutet nicht, dass es nicht da ist“ (S. 117). Dieser Satz wirkt wie ein poetologisches Zentrum des Romans. Er steht für verborgene Gewalt ebenso wie für verdrängte Kindheitserfahrungen, für historische Grausamkeiten ebenso wie für intime Grenzüberschreitungen. Im Mittelpunkt steht Iris, eine Schriftstellerin, Reisende zwischen Ländern, Zeiten und inneren Zuständen. die Grenzen der Handlungsstränge sind fließend. Verschiedene Orte, Menschen, Gespräche, Träume. Vergangenheit schiebt sich in die Gegenwart, historische Stoffe – etwa die Beschäftigung mit Hexenverfolgungen – überlagern das private Erleben. Der Blick auf Frauen in unterschiedlichen Zeiten und verschiedenen Ländern der Erde. Deren Leben als minderwertig gesehen, kontrolliert, gequält oder aus anderen Gründen dem Tode geweiht. Weibliche Körper als Projektionsflächen von Angst und Machtfantasien – damals wie heute. Zugleich erzählt der Roman von einer Beziehung, die auf Vereinbarungen beruht und doch an ihre Grenzen gerät. Erotische Spiele um Unterwerfung und Dominanz. Einvernehmlich, inszeniert und doch schleichend der Kipppunkt zur Folter. Wo verläuft die Linie zwischen Spiel und Ernst, zwischen Lust und Reinszenierung historischer Gewalt? Wie viel Geschichte steckt im Körper, im Begehren, in der Wiederholung bestimmter Muster? Die Frage drängt sich auf: Haben sich Krieg und Gewalt so tief in unsere Erbanlagen gefressen, dass kein Platz mehr ist für den Frieden? Oder ist es weniger biologisches Erbe als kulturelle Überlieferung – weitergegeben in Bildern, in Mythen, in Blicken? Freudenthalers Sprache unterstreicht diese Unruhe. So auch der Satzbau, der ohne Punkte auskommt. Kommata reihen die Sätze aneinander, verschieben Atempausen, treiben den Text voran. Ein Tempo entsteht, in dem die Bilder wie eine rasende Landschaft im Zugfenster vorbeirauschen lassen – kaum fixierbar, schon im nächsten Moment wieder entzogen. Das Lesen verlangt Aufmerksamkeit, Aushalten, Mitgehen. Dabei geht es weniger um lineare Handlung als um Verdichtung. "Mit 'Iris' schreibt sich Laura Freudenthaler in den Kanon der feministischen Literatur ein, in einer Reihe mit Ingeborg Bachmann, Elfriede Jelinek und Marlen Haushofer." (Klappentext) Ein großer Anspruch, dem sie auf vielerlei Ebenen gerecht wird.

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