In Stahlgewittern
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Description
Die Erlebnisse Ernst Jüngers vom Januar 1915 bis zum August 1918 an der Westfront spiegeln sich in den »Stahlgewittern« wieder: vom Grabenkrieg in der Champagne und der Schlacht bei Cambrai bis hin zu den Stoßtruppunternehmen in Flandern und zuletzt der Verleihung des Ordens Pour le mérite nach seiner Verwundung.
»›In Stahlgewittern‹ machte ihn zum Helden einer Generation junger Offiziere, die alles gegeben hatten und am Ende bestenfalls das Eiserne Kreuz davontrugen. Gide pries es als ›das schönste Kriegsbuch, das ich je las.‹ Tatsächlich ähnelt es keinem anderen Buch der damaligen Zeit – keine Spur von den pastoralen Meditationen eines Siegfried Sassoon oder Edmund Blunden, kein Anflug von Feigheit wie bei Hemingway, kein Masochismus wie bei T. E. Lawrence und kein Mitleid wie bei Remarque.«
Bruce Chatwin
Book Information
Author Description
Ernst Jünger, am 29. März 1895 in Heidelberg geboren. 1901–1912 Schüler in Hannover, Schwarzenberg, Braunschweig u. a. 1913 Flucht in die Fremdenlegion, nach sechs Wochen auf Intervention des Vaters entlassen 1914–1918 Kriegsfreiwilliger 1918 Verleihung des Ordens »Pour le Mérite«. 1919–1923 Dienst in der Reichswehr. Veröffentlichung seines Erstlings »In Stahlgewittern«. Studium in Leipzig, 1927 Übersiedlung nach Berlin. Mitarbeit an politischen und literarischen Zeitschriften. 1936–1938 Reisen nach Brasilien und Marokko. »Afrikanische Spiele« und »Das Abenteuerliche Herz«. Übersiedlung nach Überlingen. 1939–1941 im Stab des Militärbefehlshabers Frankreich. 1944 Rückkehr Jüngers aus Paris nach Kirchhorst. 1946–1947 »Der Friede«. 1950 Übersiedlung nach Wilflingen. 1965 Abschluß der zehnbändigen »Werke«. 1966–1981 Reisen. Schiller-Gedächtnispreis. 1982 Goethe-Preis der Stadt Frankfurt/Main.1988 Mit Bundeskanzler Kohl bei den Feierlichkeiten des 25. Jahrestags des Deutsch-Französischen Vertrags. 1993 Mitterrand und Kohl in Wilflingen. 1998 Ernst Jünger stirbt in Riedlingen.
Posts
Harte Kriegsrealität. Schonungslos und erschütternd.
Der junge Jünger zieht in den Krieg, ringsum sterben massenweise die Soldaten, es kracht und scheppert, Jünger wird mehrfach getroffen, einige der Soldaten, die ihn retten wollen, sterben dabei. Jünger erzählt das Erlebte fast emotionslos und macht sich an keiner Stelle Gedanken über die Sinnlosigkeit des Krieges. In die Tonne
Von objektiver Kriegsbeschreibung keine Spur, es liest sich wie ein Abenteuerroman. Jünger ist ein privilegierter Kerl der als Offizier zu 80% des Buches nur irgendwo sitzt und raucht und sich besäuft. Und zischendurch wird noch vom "unbezwingbaren Kampfgeist der Deutschen" schwadroniert. Er ist ein Mensch der seinen Lebenssinn aus einer sinnlosen Sache bildet. Aus Verlierern wie ihm speist sich der Nationalismus der NS-Zeit.
Schwierige Lektüre von einem schwierigen Menschen zu einem schwierigen Thema
Was ist Krieg? Ernst Jünger gibt auf diese Frage zwei Antworten. Beide haben ihren Funken Wahrheit und ihren Zweck und beide sind hochgradig problematisch. Die erste findet sich bereits im Titel. Krieg ist für Jünger eine Großwetterlage. Ein brutales und unausweichliches Naturschauspiel. Fragen zur Sinnlosigkeit und zur Vermeidung von Krieg stellt sich Jünger eben so wenig wie er sich diese Fragen bei einem Gewitter stellen würde und der industrialisierte Krieg des 20. Jahrhunderts ist für ihn schlichtweg ein Stahlgewitter. Die zentralen Rollen des Individuums sind hier die des Erlebenden und des Überlebenden. Der positive Aspekt dieser Betrachtung ist eine gewisse Stoik mit der diese menschliche Katastrophe hingenommen werden kann. Den Krieg an sich unkritisch zu betrachten ist wiederum hochgradig verwerflich. Die zweite Antwort werde ich ebenso mit einer Metallbearbeitungsmetapher beschreiben. Krieg ist für Jünger ein Schmelztiegel in dem alles "Schwache" und "Falsche" entweder zurückgelassen oder vernichtet wird und nur das "Wahrhaftige" und "Großartige" zurückbleibt. Ich werde meine positive Meinung dazu kurz halten: Ja, Menschen in extremen Situationen vollbringen teilweise sehr extreme Leistungen. Diese Sicht auf Krieg ist jedoch genau das wo sich die Saat der nationalsozialistischen Verbrechen und der Täterkultur des Zweiten Weltkrieges befindet. Diese Glorifizierung von Härte und Rücksichtslosigkeit war instrumental für die Verbrechen des Nationalsozialismus und spätestens hier darf es niemanden mehr überraschen dass Jünger nach dem Krieg brennender Feind der Demokratie war und sein Werk bis heute Vorbildcharakter in Neo-Nazi-Kreisen hat. Was ist gut an Jüngers Stahlgewittern: Es ist extrem gut geschrieben. Jünger schreibt wortgewaltig und bietet hochinteressante Einblicke. Mancher Satz wird mich wahrscheinlich mein ganzes Leben lang begleiten. Was ist schlecht? Neben dem bereits beschriebenen, vor allem Jüngers Anspruch auf Objektivität bei gleichzeitigem recht geschicktem Versuch der Legendenbildung um sich und sein Regiment. Jünger spricht mit (falscher) Bescheidenheit von seinen eigenen Taten und spart sich die glorifizierende Sprache für alle "Heldentaten" seines Regiments an denen er nicht direkt beteiligt war. Der Gedanke liegt nah, dass es sich dabei um bewusste oder unbewusste Selbstinszenierung handelt. Er schließt das Buch mit seinem Erhalt des Pour le Merit, des höchsten preußischen Tapferkeitsordens. Jüngers Blick auf die Zivilbevölkerung ist auch stellenweise ... schwierig. Wenn man liest wie er der Bevölkerung eines Landstrichs ein "niedriges Entwicklungsniveau" attestiert, dann wird sehr schnell klar, wie schnell Entmenschlichung doch gehen kann. Interessant ist zu guter Letzt noch: Jünger widerspricht der Dolchstoß-Legende ganz offen. Laut ihm waren er und seine Kameraden sich absolut bewusst dass der Krieg spätestens im Sommer 1918 verloren war. Selbstverständlich bietet sich dort die Heroisierung seines "Letzten Sturms" an... War es eine lesenswerte Lektüre? Definitiv. Ist sie in jeder Sekunde zutiefst kritisch zu betrachten? Gottverdammt Ja!
Verstörend, kaltherzig…Krieg
Das Buch liest sich schwerer, als „Im Westen nichts Neues“ was eventuell an seiner schonungslosen Ehrlichkeit liegt. Jünger beschreibt emotionslos die Gräul des Krieges der Westfront von 1915 bis zu seiner Verwundung kurz vor der Kapitulation 1918. Jünger selbst glorifiziert seinen und den Kampf seiner Kameraden, nicht ohne aber auch Kritik an den Entscheidern zu lassen. Seine vielen Orden die er erhält, sind nicht mehr als Blech am Revers. Durch einige Passagen musste ich mich quälen, während andere mich in den Bann zogen. Unvorstellbar muss das Leid des Krieges gewesen sein, um Menschen so zu entmenschlichen. Der Hurra-Patriotismus wird mit Verletzungen und Verstümmelungen am eigenen Körper bestraft, wenn nicht sogar mit dem eigenen Leben. Verrückt muss man sein, wer sich Krieg wünscht.
Sehr eindrucksvoll
Jünger schreibt hervorragend, mit stellenweise geradezu expressionistischen Beschreibungen des Kampfgeschehens. Seine Unreflektiertheit, seine Selbstbeweihräucherungen aber sind schwer zu ertragen.
Absolut lesenswert
Ich habe direkt hintereinander „Im Westen nichts Neues“ und „In Stahlgewittern“ gelesen. Hierbei hat mir persönlich letzteres deutlich besser gefallen, da es den Kriegsalltag und vor allem die Schonungslosigkeit deutlich besser hervorhebt, ohne den Krieg zu verherrlichen. Ganz im Gegenteil. Absolute Empfehlung, wenn man sich ein Bild vom Leben eines Frontsoldaten im 1. Weltkrieg machen möchte.
The case of war romanticisation is not as bas as I expected, but reading Jünger continually go off about the glory of battle still makes me kinda uncomfortable.
Description
Die Erlebnisse Ernst Jüngers vom Januar 1915 bis zum August 1918 an der Westfront spiegeln sich in den »Stahlgewittern« wieder: vom Grabenkrieg in der Champagne und der Schlacht bei Cambrai bis hin zu den Stoßtruppunternehmen in Flandern und zuletzt der Verleihung des Ordens Pour le mérite nach seiner Verwundung.
»›In Stahlgewittern‹ machte ihn zum Helden einer Generation junger Offiziere, die alles gegeben hatten und am Ende bestenfalls das Eiserne Kreuz davontrugen. Gide pries es als ›das schönste Kriegsbuch, das ich je las.‹ Tatsächlich ähnelt es keinem anderen Buch der damaligen Zeit – keine Spur von den pastoralen Meditationen eines Siegfried Sassoon oder Edmund Blunden, kein Anflug von Feigheit wie bei Hemingway, kein Masochismus wie bei T. E. Lawrence und kein Mitleid wie bei Remarque.«
Bruce Chatwin
Book Information
Author Description
Ernst Jünger, am 29. März 1895 in Heidelberg geboren. 1901–1912 Schüler in Hannover, Schwarzenberg, Braunschweig u. a. 1913 Flucht in die Fremdenlegion, nach sechs Wochen auf Intervention des Vaters entlassen 1914–1918 Kriegsfreiwilliger 1918 Verleihung des Ordens »Pour le Mérite«. 1919–1923 Dienst in der Reichswehr. Veröffentlichung seines Erstlings »In Stahlgewittern«. Studium in Leipzig, 1927 Übersiedlung nach Berlin. Mitarbeit an politischen und literarischen Zeitschriften. 1936–1938 Reisen nach Brasilien und Marokko. »Afrikanische Spiele« und »Das Abenteuerliche Herz«. Übersiedlung nach Überlingen. 1939–1941 im Stab des Militärbefehlshabers Frankreich. 1944 Rückkehr Jüngers aus Paris nach Kirchhorst. 1946–1947 »Der Friede«. 1950 Übersiedlung nach Wilflingen. 1965 Abschluß der zehnbändigen »Werke«. 1966–1981 Reisen. Schiller-Gedächtnispreis. 1982 Goethe-Preis der Stadt Frankfurt/Main.1988 Mit Bundeskanzler Kohl bei den Feierlichkeiten des 25. Jahrestags des Deutsch-Französischen Vertrags. 1993 Mitterrand und Kohl in Wilflingen. 1998 Ernst Jünger stirbt in Riedlingen.
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Harte Kriegsrealität. Schonungslos und erschütternd.
Der junge Jünger zieht in den Krieg, ringsum sterben massenweise die Soldaten, es kracht und scheppert, Jünger wird mehrfach getroffen, einige der Soldaten, die ihn retten wollen, sterben dabei. Jünger erzählt das Erlebte fast emotionslos und macht sich an keiner Stelle Gedanken über die Sinnlosigkeit des Krieges. In die Tonne
Von objektiver Kriegsbeschreibung keine Spur, es liest sich wie ein Abenteuerroman. Jünger ist ein privilegierter Kerl der als Offizier zu 80% des Buches nur irgendwo sitzt und raucht und sich besäuft. Und zischendurch wird noch vom "unbezwingbaren Kampfgeist der Deutschen" schwadroniert. Er ist ein Mensch der seinen Lebenssinn aus einer sinnlosen Sache bildet. Aus Verlierern wie ihm speist sich der Nationalismus der NS-Zeit.
Schwierige Lektüre von einem schwierigen Menschen zu einem schwierigen Thema
Was ist Krieg? Ernst Jünger gibt auf diese Frage zwei Antworten. Beide haben ihren Funken Wahrheit und ihren Zweck und beide sind hochgradig problematisch. Die erste findet sich bereits im Titel. Krieg ist für Jünger eine Großwetterlage. Ein brutales und unausweichliches Naturschauspiel. Fragen zur Sinnlosigkeit und zur Vermeidung von Krieg stellt sich Jünger eben so wenig wie er sich diese Fragen bei einem Gewitter stellen würde und der industrialisierte Krieg des 20. Jahrhunderts ist für ihn schlichtweg ein Stahlgewitter. Die zentralen Rollen des Individuums sind hier die des Erlebenden und des Überlebenden. Der positive Aspekt dieser Betrachtung ist eine gewisse Stoik mit der diese menschliche Katastrophe hingenommen werden kann. Den Krieg an sich unkritisch zu betrachten ist wiederum hochgradig verwerflich. Die zweite Antwort werde ich ebenso mit einer Metallbearbeitungsmetapher beschreiben. Krieg ist für Jünger ein Schmelztiegel in dem alles "Schwache" und "Falsche" entweder zurückgelassen oder vernichtet wird und nur das "Wahrhaftige" und "Großartige" zurückbleibt. Ich werde meine positive Meinung dazu kurz halten: Ja, Menschen in extremen Situationen vollbringen teilweise sehr extreme Leistungen. Diese Sicht auf Krieg ist jedoch genau das wo sich die Saat der nationalsozialistischen Verbrechen und der Täterkultur des Zweiten Weltkrieges befindet. Diese Glorifizierung von Härte und Rücksichtslosigkeit war instrumental für die Verbrechen des Nationalsozialismus und spätestens hier darf es niemanden mehr überraschen dass Jünger nach dem Krieg brennender Feind der Demokratie war und sein Werk bis heute Vorbildcharakter in Neo-Nazi-Kreisen hat. Was ist gut an Jüngers Stahlgewittern: Es ist extrem gut geschrieben. Jünger schreibt wortgewaltig und bietet hochinteressante Einblicke. Mancher Satz wird mich wahrscheinlich mein ganzes Leben lang begleiten. Was ist schlecht? Neben dem bereits beschriebenen, vor allem Jüngers Anspruch auf Objektivität bei gleichzeitigem recht geschicktem Versuch der Legendenbildung um sich und sein Regiment. Jünger spricht mit (falscher) Bescheidenheit von seinen eigenen Taten und spart sich die glorifizierende Sprache für alle "Heldentaten" seines Regiments an denen er nicht direkt beteiligt war. Der Gedanke liegt nah, dass es sich dabei um bewusste oder unbewusste Selbstinszenierung handelt. Er schließt das Buch mit seinem Erhalt des Pour le Merit, des höchsten preußischen Tapferkeitsordens. Jüngers Blick auf die Zivilbevölkerung ist auch stellenweise ... schwierig. Wenn man liest wie er der Bevölkerung eines Landstrichs ein "niedriges Entwicklungsniveau" attestiert, dann wird sehr schnell klar, wie schnell Entmenschlichung doch gehen kann. Interessant ist zu guter Letzt noch: Jünger widerspricht der Dolchstoß-Legende ganz offen. Laut ihm waren er und seine Kameraden sich absolut bewusst dass der Krieg spätestens im Sommer 1918 verloren war. Selbstverständlich bietet sich dort die Heroisierung seines "Letzten Sturms" an... War es eine lesenswerte Lektüre? Definitiv. Ist sie in jeder Sekunde zutiefst kritisch zu betrachten? Gottverdammt Ja!
Verstörend, kaltherzig…Krieg
Das Buch liest sich schwerer, als „Im Westen nichts Neues“ was eventuell an seiner schonungslosen Ehrlichkeit liegt. Jünger beschreibt emotionslos die Gräul des Krieges der Westfront von 1915 bis zu seiner Verwundung kurz vor der Kapitulation 1918. Jünger selbst glorifiziert seinen und den Kampf seiner Kameraden, nicht ohne aber auch Kritik an den Entscheidern zu lassen. Seine vielen Orden die er erhält, sind nicht mehr als Blech am Revers. Durch einige Passagen musste ich mich quälen, während andere mich in den Bann zogen. Unvorstellbar muss das Leid des Krieges gewesen sein, um Menschen so zu entmenschlichen. Der Hurra-Patriotismus wird mit Verletzungen und Verstümmelungen am eigenen Körper bestraft, wenn nicht sogar mit dem eigenen Leben. Verrückt muss man sein, wer sich Krieg wünscht.
Sehr eindrucksvoll
Jünger schreibt hervorragend, mit stellenweise geradezu expressionistischen Beschreibungen des Kampfgeschehens. Seine Unreflektiertheit, seine Selbstbeweihräucherungen aber sind schwer zu ertragen.
Absolut lesenswert
Ich habe direkt hintereinander „Im Westen nichts Neues“ und „In Stahlgewittern“ gelesen. Hierbei hat mir persönlich letzteres deutlich besser gefallen, da es den Kriegsalltag und vor allem die Schonungslosigkeit deutlich besser hervorhebt, ohne den Krieg zu verherrlichen. Ganz im Gegenteil. Absolute Empfehlung, wenn man sich ein Bild vom Leben eines Frontsoldaten im 1. Weltkrieg machen möchte.
The case of war romanticisation is not as bas as I expected, but reading Jünger continually go off about the glory of battle still makes me kinda uncomfortable.












