Im Leben nebenan

Im Leben nebenan

Ebook
3.91647

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Wie wäre das Leben verlaufen, hätte man die eine entscheidende Abzweigung nicht genommen? Eines Morgens erwacht Toni nicht wie gewohnt neben ihrem langjährigen Freund in ihrer kleinen Altbauwohnung, weil die Dielen knarren und die Nachbarn viel zu laut sind. Nein. Zu ihrer Verwunderung befindet sie sich in einer großzügig geschnittenen Wohnung. Alles hell, ordentlich, teuer eingerichtet. Und der Blick aus dem Fenster? Seltsam vertraut. Antonia versteht: Sie ist wieder in dem Dorf ihrer Kindheit. Nach und nach erfährt sie, dass sie hier ein beschauliches Leben führt, bürgerlich geordnet, mit Auto vor der Tür, Schwiegermutter nebenan und Kind auf dem Schoß. Kind auf dem Schoß? Antonia kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ist das etwa ihr Baby? Und der Vater dazu? Offenbar ihre erste große Liebe – ein Mann, den sie nie ganz vergessen konnte. Anne Sauer erzählt davon, wie das eigene Leben verlaufen könnte, hätte man die eine entscheidende Abzweigung nicht genommen. ‹Im Leben nebenan› spiegelt zwei Lebensszenarien einer jungen Frau, erzählt im Wechsel von zwei Versionen eines Lebens und nimmt dabei mit gebotenem Humor, Gefühl und Leichtigkeit den Horror von gewollter und ungewollter Mutterschaft in den Blick: das große Glück mit Kind, aber auch: ohne Kind zu leben.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Ebook
Pages
272
Price
16.99 €

Author Description

Anne Sauer (*1989) lebt als freie Autorin und Moderatorin in Hamburg. Sie ist Teil von Literaturjurys und empfiehlt seit vielen Jahren aktuelle Gegenwartsliteratur, u. a. im Podcast ›MONATSLESE‹ oder als @fuxbooks auf Instagram. 2024 erschien ihr viel beachtetes Essay über Taylor Swift. ›Im Leben nebenan‹ ist ihr Romandebüt, mit dem sie direkt auf der SPIEGEL-Bestsellerliste einstieg und für den aspekte-Literaturpreis sowie den Harbour-Front-Debütpreis nominiert war.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
67%
30%
29%
12%
45%
21%
83%
86%
N/A
38%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
41%
72%
76%
51%

Pace

Fast0%
Slow100%
Moderate0%
Variable0%

Writing Style

Simple100%
Complex0%
Moderate0%
Bildhaft (100%)

Posts

317
All
3

Ich verstehe die Idee und den Gedanken hinter dem Buch und es hat mich sehr zum nachdenken gebracht. Trotzdem vergebe ich nur 3 Sterne, da mich das Buch mit einem schlechten Gefühl zurück lässt.

Ich verstehe die Idee und den Gedanken hinter dem Buch und es hat mich sehr zum nachdenken gebracht. Trotzdem vergebe ich nur 3 Sterne, da mich das Buch mit einem schlechten Gefühl zurück lässt. Ich bin gerade in dem Alter in dem man sich überlegt ob man Kinder bekommen möchte, wann, wie viele… Ist sowieso schon schwer genug 😂 Und das Buch war meiner Meinung nach eher negativ geschrieben. Egal was passiert ist, die Protagonistin war zu 80% unzufrieden. Vielleicht hab ich’s auch einfach nicht verstanden aber auch der Schluss hat für mich „beide Optionen“ eher negativ dargestellt und ausgehen lassen. Mich hat es leider nicht überzeugt…

3.5

Ich finde es irgendwie sehr schwer das Buch zu bewerten... Der Klappentext hat mich total angesprochen und da liegt eigentlich schon das Problem, aufgrund des Texte hatte ich erwartet, dass hier zwei komplett unterschiedliche Lebensentwürfe thematisiert werden: Die aktive Entscheidung GEGEN und die FÜR ein Kind und dass dann beide Seiten beleuchtet werden mit den Schattenseiten, aber auch mit den positiven Aspekten. Leider drehte sich die eine Perspektive dann quasi auch komplett um das Thema Kind, in Form eines unerfüllten Kinderwunsches. Das fand ich dann doch etwas schade und beide Realitäten waren etwas arg negativ dargestellt, wobei ich die Ehrlichkeit auch gut fand und viele Frauen wahrscheinlich einige Gefühle und Gedanken nachempfinden können und die Protagonistin später noch eine Entwicklung durchgemacht hat. Es gab aber eine (wie ich finde) doch etwas problematische Szene, die etwas zu wenig kritisch beleuchtet wurde. Abgesehen davon, wenn man weiß worauf man sich einlässt, mochte ich aber den (unaufgeregten) und leicht poetischen Schreibstil der Autorin wirklich gerne und bei ~ 270 Seiten ist das Buch auch schnell gelesen.

Post image
4.5

Was wäre, wenn ich ein Kind hätte? Wie ist es? Was macht es aus meiner Beziehung? Wäre ich eine gute Mutter? Antonia wird nicht schwanger- versucht alles mit ihrem Mann Jacob. Und dann wird sie wach und sie hat ein Baby…. Aber nicht mit Jacob und sie lebt auch nicht mehr mit ihm zusammen. Tolles Gedankenspiel, was sich wohl jede Frau schon mal überlegt hat. Die zwei unterschiedlichen Leben werden nicht vermischt. Es entsteht keine Verwirrung, weil Antonia im Leben mit Kind Toni genannt wird. Mir fehlte etwas die Erklärung, warum und wie das so gehen kann…. Ansonsten las ich es sehr gerne und wollte auch nach der Lektüre unbedingt reden.

4

Lesenswertes Gedankenexperiment - zwei Lebensentwürfe in einer Person

Antonia lebt mit Jakob in einer harmonischen, liebevollen und achtsamen Beziehung. Nur ein Wunsch will sich leider nicht erfüllen - der nach einem Kind. Unzählige Versuche, Hormonbehandlung, Sex nach dem Zykluskalender. Wir Leser*innen leiden mit und sind gleichzeitig hoffnungsvoll. Dann - ganz plötzlich findet sich Antonia in einem völlig anderen Leben wieder. Sie wacht eines Tages auf der Couch in einem Einfamilienhaus in ihrem Heimatort auf. Auf ihr liegend ein schlafender Säugling. Sie glaubt schier verrückt zu werden, denn das Kind scheint ihres zu sein. Davon zeugt auch die schmerzende Kaiserschnittnarbe und die Fotos, die sie glücklich mit ihrer Jugendliebe Adam zeigen - den hat sie eigentlich seit 13 Jahren nicht gesehen. Wo ist Jakob und ihr gemeinsames Leben der Teaum von einer Familie? Antonia sieht sich in dieser neuen Welt mit der Mutterschaft konfrontiert, einem veränderten Körper und einem komplett anderen Lebensentwurf - sorgende Ehefrau und Mutter von Hanna. Das alles klingt verrückt, war für mich aber sehr lesenswert. Es zeigt die unterschiedlichen Lebensentwürfe, die eine Person nehmen kann, wenn sie eine Weiche in ihrem Leben anders stellt und es beruhigt, denn alle Wege können zu einem glücklichen und selbstbestimmten Leben mit oder ohne Partner*in und Kindern führen. Den Weg den wir gehen, ist nur einer von vielen. Besonders gut hat mir die Entwicklung der beiden Antonias gefallen, wie sie Schritt für Schritt ihr Leben und die Situationen annehmen und sich wieder finden in beiden Lebensentwürfen. Das Ende lässt viel Raum für Interpretation. Ich empfehle es sehr gerne!

3.5

Tolle Sprache, von der Geschichte an sich hätte ich mehr erwartet. Über den Schluss werde ich wohl noch eine Weile nachdenken.

3

Was, wenn?

Die Geschichte wird aus zwei Leben erzählt. Eins, das die Protagonistin bewusst gelebt hat, und eines, in das sie hineingestolpert ist und vor vollendeten Tatsachen steht. Es geht um ein Leben mit Kinderwunsch und schlussendlichem Entschluss, doch keines zu bekommen, und um ein Leben mit Kind, mit der großen Jungliebe. Fand die Geschichte interessant. Ein einziger Wunsch kann Leben verändern. Beziehungen zerstören oder besser machen. Eine Entscheidung, die positiv ausgehen kann oder sich negativ auswirkt. Der Schreibstil war gut und für mich neu. Die Kapitel sind recht kurz. Hab trotzdem ziemlich lange für das Buch gebraucht. Wahrscheinlich weil es mich nicht ganz gefesselt hat.

3

Interessant: zwei Parallelwelten. War auch gut geschrieben. Was mich jedoch irritiert: sie war weder als Mutter noch als Frau ohne Kinder glücklich

3

Ein melancholisch trauriges Buch über zwei Leben die zueinander gehören, sich berühren, aber nicht zusammen gehören. Ich mochte den Ton, die Ehrlichkeit und vor allem die Sensibilität des Themas. Mir fehlte Fairness den beiden Leben gegenüber.

Ich mag was-wäre-wenn Bücher und Filme nur selten, weil es die Figur so fundamental verändert, als ob ein Mensch keine Persönlichkeit hätte. Das ist hier anders. Man lernt Toni so gut kennen. Jedoch auch nur Toni. Ob ihre Persönlichkeit anders ist als Antonia und ob Antonia glücklich war, bleibt unbeantwortet. Mich hat die Melancholie in beiden Leben gepackt. Mehrfach habe ich Tränen in den Augen gehabt, weil es mir so nah vorkam. Trotzdem stört mich, dass ein Lebenswntwurf am Ende positiver bleibt und dass Kinderkriegen hier so stark vermischt wird mit Kleinstadt und "da bleiben", Häuslichkeit und Jugendliebe.

3

Was wäre wenn... man einmal im Leben anders entschieden hätte. Das habe ich mir auch schon ein paar Mal überlegt. Von daher fand ich die Idee in diesem Buch sehr interessant. Antonia oder Toni erwacht plötzlich in einem anderen Leben. Sie ist nicht mehr bei Jakob in der Stadtwohnung und dem starken, aber unerfüllten Kinderwunsch, sondern im Dorf ihrer Kindheit mit ihrer ersten großen Liebe Adam und ihrem gemeinsamen Baby Hanna. Was mir sehr gefallen hat, ist der Schreibstil der Autorin. Da wird beispielsweise der unaufgeräumte Esstisch vom Vorabend zum vergessenen Stillleben von gestern Abend. Oder wie sie darüber nachdenkt , dass es den Leuten immer noch so schwer fällt, es einfach nicht zu kommentieren, wenn eine Frau über dreißig sagt, sie habe keine Kinder. Aber für meinen Geschmack war das Leben von Toni bzw. Antonia zu sehr reduziert aufs Mutter sein oder nicht Mutter werden zu können. Partner, Freundschaften, das Leben allgemein wurde fast komplett ausgeblendet. Und die Protagonistin war in dem einen wie in dem anderen Leben vorwiegend gefrustet. Und ich war es mit dem Ende der Geschichte. Schade, hätte einiges an Potential gehabt.

4.5

In ihrem Debütroman „Im Leben nebenan“ nimmt uns Anne Sauer mit in die zwei Leben ihrer Protagonistin: Da ist einmal Toni, sie lebt mit ihrem Freund Jakob in der Stadt, ist zwar kinderlos, hat aber einen Kinderwunsch. Daneben steht Antonia, dem Dorf ihrer Kindheit und ihrer Jugendliebe Adam treu geblieben, die gerade erst Mutter geworden ist. Anne Sauer springt zwischen diesen beiden Strängen, wechselt die Persoektiven und bedient sich einer wuchtigen Sprache. Schlicht, sehr klar, aber vor allem auch ehrlich, handelt Anne Sauer dabei große Themen wie Frausein, Kinder, Mutterschaft und Paarbeziehungen ab. In meinen Augen gelungenes Debüt - klug konstruiert, berührend und relevant und lesenswert.

Wenn ein Buch ganz anders ist, als man es erwartet hat …

Ich fand die Grundidee des Buches großartig – klang nach einem spannenden Gedankenspiel. Auch der Schreibstil hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. ABER: Ich habe das Buch letztlich abgebrochen. 🤨 Warum? Der Klappentext auf der Buchrückseite hat bei mir falsche Erwartungen geweckt. In der Geschichte dreht sich sehr viel um Themen wie Kinderkriegen, Kinderwunsch, unerfüllter Kinderwunsch, Babys und Elternfrust – und das in einer insgesamt recht negativen Grundstimmung. Nach der Beschreibung hatte ich eher erwartet, dass sich das „andere Leben“ auch auf weitere Bereiche bezieht: berufliche Entscheidungen, Lebenskonzepte, vielleicht auch andere Werte, für die man einsteht. Der Schreibstil ist toll, und ich kann gut nachvollziehen, warum viele Leser:innen begeistert sind und sich gut in die Protagonistin hineinversetzen können. Für mich persönlich war das zentrale Thema aber einfach nicht passend. Daher gibt es von mir diesmal keine Sternebewertung. ❓ Hast du das Buch schon gelesen? Wie hat es dir gefallen?

Wenn ein Buch ganz anders ist, als man es erwartet hat …
4.5

Ich glaube, ich habe selten ein Buch gelesen, das mich sprachlich so abgeholt hat. Anne Sauer schafft es mit wenigen und klaren Worten, Bilder vor dem inneren Auge entstehen zu lassen, die nachhallen. Für mich war es ein ganz besonderes Leseereignis, von einer Protagonistin zu lesen, die nicht nur meinen Namen teilt, sondern in die ich mich auch so ziemlich gut hineinversetzen konnte. Eine sehr nahbare Auseinandersetzung mit dem Thema Mutterschaft.

4

"Im Leben nebenan" ist ein gelungener Debütroman über das Kernthema Mutterschaft, über den Zweifel, ob nicht das eben andere Leben das erstrebenswertere ist, über Entscheidungen, die irgendwann getroffen wurden und über die Zufriedenheit, die man in einem 'unperfekten' Leben erlangen kann. Zwei Leben, zwei Möglichkeiten. In wechselnden Kapiteln wird die Geschichte einer Frau in zwei Versionen erzählt. Der Schreibstil ist klar und stellenweise lakonisch; dabei stellt die Autorin keine Thesen auf und (ver-)urteilt nicht, sie erzählt, sie (hinter-)fragt. Beide Lebensentwürfe haben ihre Berechtigung und genau das macht diesen Roman so stimmig.

4.5

Das große „Was wäre wenn?“

Also ich glaube jeder hat sich schon einmal gefragt wie das eigene Leben weiter verlaufen wäre, wenn man an einer bestimmten Stelle seines Lebens eine andere Entscheidung getroffen hätte. Wie wäre mein Leben jetzt, wenn ich mich damals nicht von meiner Jugendliebe getrennt hätte? Wo stände ich im Leben? Hätte ich Kinder? Hätte ich keine? Würde ich sie wollen oder eben nicht? Wäre ich glücklich? Glücklicher als ich es jetzt bin? Liegt mein Glück an den äußeren Umständen oder doch eher an und in mir? Find gerade das Ende des Buches so gut gewählt, dass ich es sicher in meinen Gedanken noch ein wenig durch mein Leben mitnehmen werde, wenn ich mich auch wieder mal frage „was wäre wenn?“

4

Hier geht es um zwei Versionen eines Lebens: ein unerfüllter Kinderwunsch, ein Leben mit Kind. In das Leben mit Kind stolpert die Erzählerin hinein und steckt da plötzlich drin. Wie es dazu gekommen ist, wird nicht komplett auserzählt, sondern es bleiben Fragen offen. Beim Lesen bleibt: es so zu akzeptieren und vor allem die beiden verschiedenen Versionen zu erleben. Es bleibt die gleiche Person in den beiden Leben, aber es entwickelt sich so verschieden und so ist es auch: kleine Entscheidungen, die einfach Weichenstellungen für so unterschiedliche kommende Jahre sind. Und in jedem Fall bleibt die Frage: war die Entscheidung richtig? Was möchte man und was kann man wollen? Wie weit geht man, wenn sich der Wunsch nicht erfüllt und was macht die eine oder andere Version aus den Beziehungen? Das alles wird durch das Buch wirklich gut transportiert und es gibt richtig schöne und gut eingesetzte Sprachbilder. Das Thema war aktuell nicht komplett meins, aber wenn sie irgendwann auch nochmal über andere Themen schreibt: da bin ich sofort dabei.

4

Zwei Lebensentwürfe jede auf seine Art schön und traurig

Wie man sich entscheidet und was wäre wenn. Toni wacht plötzlich in einem alternativen Leben auf mit komplett gegensätzlichen Lebensentwürfen. Die Idee war spannend und hat erinnert an Mitternachtbibliothek von Matt Haig. Hier werden aber nur zwei Entwürfe gezeigt, einmal in der Stadt lebend in einer Beziehung ohne Kinder, die Andere auf dem Land in einer Ehe mit dem ersten Neugeborenen. Ich fand es spannend wie unterschiedlich sich beide Tonis bzw. Antonia entwickeln. Wie der Wunsch nach einem unerfüllten Kinderwunsch die Beziehung beeinflusst bzw. das Neugeborene dich komplett einnimmt. Beide Seiten sind nie schwarz oder weiß, beide haben schöne Momente als auch zutiefste Verzweiflung. Die Autorin hat Beides wahnsinnig gut eingefangen und nie für eine Seite klar entschieden. Klare Leseempfehlung, wenn man mit offenen Enden klar kommt.

4

“Und bei Rückbildung dachte Antonia sofort an Wiederherstellung, Reset. Ich soll mir einen Bauch abtrainieren, den ich mir nicht mal selbst angevögelt habe”

Was wäre wenn...Wie fühlt es sich an, augenblicklich in einem neuen Leben aufzuwachen und wie kann dieses Leben das Richtige sein?  Antonia erwacht abrupt in einem völlig fremden Leben. Mit einem Mal hält sie ein Baby im Arm, das ihres sein soll - doch wie kann das alles real sein? Was geschieht hier? Ist sie in einer Art Matrix gefangen? Es ist beeindruckend beschrieben, was es bedeutet, sich einem Säugling nicht immer gewollt hingeben zu können -  ich habe mich in vielen Passagen wiedererkannt. Die kleine Hanna wird sehr liebevoll und authentisch dargestellt. Kann aus diesem Neuem oder doch immer vorbestimmten Leben,- Liebe zu  Menschen entstehen? Oder sich trotz allem falsch anfühlen?  Ich habe mitgefühlt, mir oft selbst die Frage gestellt, wie ich anstelle von Toni reagieren, handeln und vor allem fühlen würde. Das Buch schafft es, einen unglaublichen Spannungsfaktor zu vermitteln. Man rätselt von der ersten Seite, wie diese Geschichte wohl sein Ende findet. Ich fand es insgesamt literarisch gut geschrieben und sehr angenehm zu lesen, auch der Humor zwischendurch passte perfekt und wirkte sehr stimmig. Von mir gibt es eine Empfehlung, einige Gedanken hängen noch nach…

“Und bei Rückbildung dachte Antonia sofort an Wiederherstellung, Reset. Ich soll mir einen Bauch abtrainieren, den ich mir nicht mal selbst angevögelt habe”
3.5

Ist man glücklicher, wenn der Wunsch erfüllt wird oder merkt man dann erst wie hoch der Preis ist?

Das Buch startet mit einer spannenden Idee: Antonia wacht plötzlich in einem anderen Leben auf – verheiratet mit ihrer Jugendliebe und mit einem Baby im Arm. In ihrem eigentlichen Leben kämpft sie dagegen mit unerfülltem Kinderwunsch. Ein „Was-wäre-wenn“-Szenario, das mich sofort neugierig gemacht hat. Besonders stark sind die Passagen, die das Struggeln als frische Mutter oder den Schmerz rund um Kinderwunsch einfangen. Die Beschreibungen des Babys, Antonias Beobachtungen und ihre veränderten Gedanken haben bei mir etwas sehr Vertrautes ausgelöst – Erinnerungen an meine eigene Anfangszeit als Mutter. Auch die Szenen um die Beziehung zum eigenen Vater gingen mir nach. Leider verliert die Geschichte für mich mit der Zeit an Fokus. Sie plätschert dahin, ohne dass klar wird, wohin sie will. Das Ende hinterlässt zwar viele Fragen – aber nicht auf die spannende, sondern auf die ratlose Art.

2.5

Mega gute Idee, aber inhaltlich lässt mich vieles etwas ratlos zurück

Der Schreibstil und die Idee sind Top. Die Umsetzung war mir persönlich etwas zu unwillkürlich... Ich wusste oft nicht so recht, was mir dieses Buch jetzt sagen will. Natürlich ist das Leben kein roter Faden und eine parallele Welt in zwei verschiedenen Leben hat erst recht keinen. Dadurch passt die Umsetzung schon durchaus zum Buch. Für mich war es dadurch aber teilweise schwierig die Protagonistin zu verstehen. Ich finde das Thema trotzdem sehr interessant, weil es viele Gedanken thematisiert, mit der jede Frau sich irgendwann auseinandersetzen wird. Mich schreckt der Gedanke leider ab, dass manche um jeden Preis ein Kind möchten und dafür (sollte es nicht "einfach von allein" klappen) durch Himmel und Hölle gehen. Genauso finde ich schade, dass Paare sich wegen einem unerfüllten Kinderwunsch trennen. Warum nicht glücklich sein mit seinem Partner, den man ja in der Regel nicht wegen eines potenziellen Kindes wählt und liebt. Das Leben ist so vielseitig... Man muss denke ich nicht alles an einen einzigen Ast hängen. Das ist natürlich meine persönliche Meinung. Diese Perspektive taucht in dem Buch auch kurz auf (es gibt sehr viele Perspektiven... Definitiv ein Pluspunkt für das Buch), allerdings so dargestellt als wäre es nur der letzte Ausweg.

5

Eigentlich auch noch mehr Sterne verdient. Ich hab schon lange kein Buch mehr gelesen, was mich so berührt hat. Also eigentlich seit Nie, Nie, Nie von Linn Strømsborg nicht mehr. Diese Buch hat mich alles spüren lassen, Vorfreude, Verzweiflung, Liebe, Angst... und noch viel mehr.

3

Interessant hier zwei parallele Leben einer Frau zu verfolgen. Mir stand das Thema Kinderwunsch jedoch zu sehr im Fokus. Schwierig war für mich auch Antonias/ Tonis Einstellung zum Leben. Auf mich wirkte sie in beiden Leben sehr unzufrieden und negativ. Das Leben mit Kind wurde für mich gefühlt nur mit Kinderkacke und - kotze beschrieben. Dagegen das andere Leben aufgrund des Wunsches ein Kind haben zu wollen viel Frust übers Frausein und den damit verbundenen Eingriffen wenn der Kinderwunsch auf sich warten lässt. Keine Protagonistin die ich fühlen konnte. Der Schreibstil war nüchtern und oft detailreicher als ich es gebraucht hätte.

4.5

Sehr interessantes Gedankenspiel

Toni will ein Kind. Mit ihrem Freund Jakob. Doch es klappt nicht. Sie sind optimistisch, lassen sich Zeit, dann kommt Verzweiflung, sie streiten sich. Und plötzlich wird Toni als Antonia morgens wach. Auf ihrem Bauch liegt ein Baby, ihr Baby. Adam, ihr Ehemann, ist der Vater und alles könnte so schön sein: Ehe, Kind, Haus, Wohlstand. Doch Antonia kann sich an nichts erinnern, woher kommt der Ehemann? Hat sie mit ihm nicht vor 13 Jahren Schluss gemacht? Was für eine Firma hat er plötzlich, nachdem er damals eine Ausbildung nach der anderen abgebrochen hat? Und warum vermisst sie Jakob, den sie aber nicht mehr wiederfinden kann? Ein wahnsinnig abgefahrenes Gedankenexperiment, viele tolle Momente von Frauen, die keine Kinder bekommen können, die keine Kinder bekommen wollen oder an ihrem Muttersein verzweifeln. Die gut 280 Seiten lesen sich in weniger als 24 Stunden schnell weg, sehr guter Schreibstil, Leseempfehlung!

4

Was wäre wenn? Toni wünscht sich ein Kind, doch klappen will es irgendwie nicht. Wenn sie schwangere Frauen und Mütter von kleinen Kindern sieht, weiß sie allerdings nicht so richtig ob das auch ihr Leben wäre. Eines Tages wacht sie auf, mit einem Baby, einer anderen Wohnung in ihrem Heimatdorf und ihrer Jugendliebe. So wäre ihr Leben verlaufen, wenn sie andere Entscheidungen getroffen hätte. Durch das Baby ist sie müde, ausgelaugt, fast durchgehend fremd bestimmt. Irgendwie fühlt es sich gar nicht so richtig an. Ein sehr mutiger und ehrlicher Roman übers Mutter werden und die Überlegung ob ein Baby überhaupt ins eigene Leben passt. Toni/Antonia lebt hier zwei völlig unterschiedliche Leben. Es wird abwechselnd erzählt ohne Kitsch oder irgendwas schön zu reden. Anne Sauer schreibt ohne anklagend zu sein und sich auf eine Seite zu stellen. Es wird mit Klischees aufgeräumt und ehrlich von der Mutterrolle berichtet. Was macht das mit einer Frau? Sind alle immer nur glücklich und auch bereit sich komplett dem kleinen Wesen unterzuordnen? Ist es auch okay keinen Kinderwunsch zu haben? Ein moderner Roman, der sicher viele Leser zum nachdenken anregt. Tiefgründig und klug umgesetzt. Hat mir richtig gut gefallen. Empfehle ich euch gern weiter.

5

Absolutes Highlight

Es ist ein Gedanke, denn wir alle schon mal hatten: was wäre wenn? Was wäre, wenn ich mit der ersten großen Liebe meines Lebens zusammen wäre und mit ihm ein Kind hätte? Wie würde es mein Leben verändern? Wäre ich glücklich, glücklicher? Genau das erlebt Antonia, die eigentlich mit Jakob zusammen in der Stadt lebt und doch eines Tages in ihrem Heimatdorf aufwacht- neben Adam und mit einem Baby. Es ist ein Roman über einen unerfüllten Kinderwunsch und unser Aufwachsen als Frauen mit diesem permanenten Druck der Gesellschaft, dass ein Kind dazu gehört. Und es ist ein Roman über das Muttersein. Mit einem schonungslos ehrlichen Blick und den Schattenseiten die sich auftun, der Überforderung, der Wunsch, man möge doch endlich wieder ein einzelner Mensch ohne Anhang sein, frei bestimmt und nicht für jemanden verantwortlich, nicht alleine sein, aber doch endlich wieder nur für sich. Aber für mich ist es vor allem ein Buch über das Frausein, über die rasenden, kaum stillstehenden Gedanken in unseren Köpfen, die Sorgen und Ängste, die wir mit uns tragen, nicht zu viel sein wollen, aber doch reichen. Und es stellt so wichtige Fragen, so klug und bohrend: was macht mich aus? Und wie verändere ich mich in einer Partnerschaft? Ich habe absolut alles an diesem Roman geliebt. Denn Annes Buch gibt einen Raum, für beide Perspektiven und hat mir wie kaum ein Roman zuvor als Frau so das Gefühl gegeben, verstanden und gesehen zu werden. Sowohl emotional, als auch künstlerisch ein Meisterwerk. Absolute Leseempfehlung!

5

IM LEBEN NEBENAN Anne Sauer ET: 10.07.2025 Antonia, von allen nur Toni genannt, ist seit Langem mit Jakob zusammen. Sie liebt alles an ihm: seinen Geruch am Morgen, seine Halskette und dass er ihr genug Freiraum zum Atmen lässt. Heiraten war nie ein Thema – doch jetzt, Mitte 30, kommt die Frage nach Kindern auf. Wollen sie welche? Oder genießen sie lieber weiter ihre Freiheit? Braucht man wirklich diese ständig schreienden Babys im Leben? Als die Entscheidung schließlich auf Ja fällt, sieht Toni plötzlich überall Schwangere und Mütter mit Kindern – nur bei ihr passiert … nichts. Keine Eizelle will sich befruchten lassen. Es beginnt ein zermürbender Kreislauf: Hormontherapie, Sex nach Fahrplan, Schwangerschaftstests, ständige Nachfragen von Freunden – und das alles, weil sie den Fehler gemacht hat, ihren Kinderwunsch offen zu erzählen. Und dann die Frage: Was wäre, wenn sie damals einen anderen Weg eingeschlagen hätte? In einem nun anderen Lebensszenario wacht Toni eines morgens wie gerädert auf – mit einem Baby an der Brust. Sie weiß nicht, wo sie ist, erkennt jedoch den Ausblick: ihr Heimatdorf. Als ihr Ex-Freund Adam sich als ihr Ehemann vorstellt, will sie sofort fliehen. Doch mit einem vier Monate alten Baby namens Hanna ist das gar nicht so einfach. Alles fühlt sich falsch an – der Mann, das Kind und die Narbe seit der Geburt. Was war passiert? Das müsst ihr am besten selbst herausfinden … Mein Eindruck: Anne Sauer greift ein Thema auf, mit dem sich jede Frau früher oder später auseinandersetzen muss: Will ich Kinder – und was, wenn es nicht klappt? Sie beleuchtet einfühlsam beide Seiten: den nicht vorhandenen Kinderwunsch und den unerfüllten. Ihr flüssiger Schreibstil hat mich mühelos durch die Seiten getragen, und ich habe die unterschiedlichen Szenarien mit großem Interesse verfolgt. Besonders jüngeren Frauen kann ich dieses Buch sehr ans Herz legen. Das Ende ist ungewöhnlich, mutig und offen – für mich hat es perfekt gepasst. Fazit: Ein starkes Debüt, das nachhallt und berührt. Für mich eine absolute Leseempfehlung. 5/5

Post image
5

Wow! Keine Ahnung, wann ein Buch zuletzt so viel mit mir gemacht und mich innerlich zerstört hat (in a good way!) 🥹

5

Frau sein

Habe das Buch bei Vorablesen entdeckt aber leider nicht gewonnen. Deshalb musste ich es mir kaufen. Sprachlich und inhaltlich ganz stark breitet Anne Sauer zwei mögliche Leben von Antonia auf. Beide sind möglich und jede Frau erkennt sicher so einiges darin wieder. Unerfüllter Kinderwunsch und was das mit einer Beziehung macht, Mutterschaft, Elternschaft und die gleiche Frage nach der Paarbeziehung, der eigene Körper nach der Schwangerschaft und das Thema postnatale Depression wunderbar verwoben und auf den Punkt!

5

Ein Roman, der ins Schwarze trifft und so ehrlich, echt und nahbar zeigt, dass Muttersein und Nichtmuttersein, sei es gewollt oder nicht, nicht Normen und Erwartungen erfüllen müssen. In diesem Gedankenspiel treffen wir auf Antonia. "Dieses Baby gehört mir nicht", ist ihr erster Gedanke, als sie den kleinen warmen Körper auf sich liegen spürt. Plötzlich in einem Leben, das so ganz anders ist als das, was sie kannte. Weg vom Trubel der Stadt, weg von der Vertrautheit mit ihrem Freund. Stattdessen ist da Adam, ihre alte Jugendliebe - und nun ihr Mann und der Vater dieses Kindes. Um sie herum andere Mütter, plötzlich ist sind nur noch Kinder das Thema. Verliert sich Antonia? Kann, und vor allem will, sie das alles? Auch Toni treffen wir. Sie liebt Jakob und die einstige Unbeschwertheit ihres Zusammenseins wird durch den "achtlos ausgespuckten" Kinderwunsch auf die Probe gestellt. Zyklusoptimierte Liebe nach Kalender, unzählige Tests negativ im Mülleimer, Hormone, Ultraschall, Blutabnahme, Hoffnung, Enttäuschung, Verlust. Das tiefe Gefühl vom eigenen Versagen. "Da war kein Babygück, da war nur noch Frust". Und ständig das Gefühl, Erwartungen nicht zu erfüllen. Jedes Gespräch ein Aufreissen der Narben. "Dass es den Leuten immer noch so schwer fiel, es einfach unkommentiert zu lassen, wenn eine Frau sagte, sie habe keine Kinder." Zwei Lebensrelistäten. Beide sind real, beide können erfüllend und gleichzeitig überfordernd sein. Ich habe das sehr gern gelesen. Ein wichtiges Buch.

5

»Dieses Baby gehört mir nicht.« (11) »IM LEBEN NEBENAN« hat Anne Sauer (aka @fuxbooks) das Game: ›Wie sähe mein Leben aus, wenn ich mich damals an der entscheidenden Lebensstelle für X entschieden hätte?‹ ge-masterminded. X ist hier: Die Heimat und die erste große Liebe nicht für ein Studium und Leben in einer Metropole verlassen zu haben (= Toni’s Leben), sondern genau dieses andere Leben weitergelebt und jetzt ein Baby zu haben (= Antonia’s Leben). Wir lesen parallel zwischen Toni’s Leben, wie es zwischen Liebe, Kinderwunsch und auch ganz normalen Alltagswahnsinn weiterverläuft, und Antonia’s Leben, DEM Leben nebenan mit Baby 👶 und Ehering 💍, in dem Toni überraschend aufwacht. »Frausein ist immer zu viel von allem, was weißt du schon davon, wie viel ich in mir rumtrage und ertrage.« (129)🔥 Toni’s und Antonia’s Leben prägen beide auf ihre jeweilige Weise Erfahrungen, die vom Patriarchat, Mutterschaft, Kinderwunsch, Alltag, Frau-Sein, Liebe, Freund*innen- & Partnerschaft geprägt werden. Es geht um, gesellschaftliche Normen und Erwartungen, Verlust, Selbstermächtigung, (widersprüchliche) Gefühle, (Lebens-)Entscheidungen, Liebe, Feminismus und das Ankommen — im eigenen Leben. »Niemand sieht ihr Lächeln. Sie ist nicht alleine, sie ist nur für sich.« (233) Anne schreibt einfühlsam, humorvoll, und mit wahnsinnig viel Gefühl & Beobachtung darüber, dass das Leben eine Aneinanderreihung von Entscheidungen & Entwicklungen ist. Manche davon können wir selbst treffen, mit manchen werden wir konfrontiert und müssen das ›Beste‹ daraus machen. Egal, wie das aussieht — es bleibt unser Leben ❤️ und vielleicht hilft uns, dass WAS-WÄRE-GEWESEN-WENN-Game manchmal aus der Realität zu entfliehen oder, sie so zu verändern, wie wir sie uns wünschen. Ein fantastischer feministischer Roman, der viele aktuelle Themen aufgreift und verschiedene Lebensentwürfe nebeneinander entfaltet — OHNE diese zu bewerten. (Lieben wir 🥹) Ich hab u.a. die female Rage sehr gefühlt 🥵 und ich bin überzeugt, jedes Herz findet hier die Stellen, die anders hitten 🥵 und das werden sicherlich sehr verschiedene sein und DAS ist wirklich großartig 💘 Und als wäre all das nicht schon genug, hat Anne aka Swiftie aka Mastermind-Writer auch das ein oder andere Easteregg 🐣 versteckt. Ich glaub, ich muss auch nochmal von vorne starten, um noch mehr zu entdecken 🥭 (if you know, you know) 👀 Von mir als Anne-Sauer-Fangirl ❤️‍🔥 gibt’s eine große Herzensempfehlung für dieses einfühlsames Romandebüt. ♥️ BTW: Was für ein Wahnsinns-Cover ❤️‍🔥

Post image
4

Interessant, heftig, tut teilweise weh! Ich war sehr neugierig auf das Ende-wie würden die 2 nebeneinander geführten Leben aufgeklärt werden? Muss aber ehrlich sagen: dieses Ende hat mich unbefriedigt zurückgelassen-ganz gecheckt hab ich es nicht… Für die Sprache der Autorin gibt es einen Extra-Punkt - mag ich sehr!

4

"Alle wollten, dass sie Kinder will. Aber niemand hatte sie darauf vorbereitet, keine Kinder bekommen zu können." [S. 45] Was wäre wenn? Und welches ist die bessere Alternative, das erfülltere, glücklichere Leben? Kinderlosigkeit und Unabhängigkeit, erfolgreich und frei von familiären Verpflichtungen, leider durch unerfüllten Kinderwunsch, aus dem man letztendlich das Beste macht und/oder der Alltag als frischgebackene Mutter, verheiratet mit der Jugendliebe im schicken Eigenheim, überfordert von der neuen Rolle der Mutterschaft und den damit einhergehenden lebenslangen Verpflichtungen und Sorgen. Beide Geschichte(n) von Antonia, die immer abwechselnd geschildert werden, habe ich gerne gelesen, mich in vielen Situationen wiedererkannt und mitfühlen können, denn wer hat sich nicht selbst schon mal gefragt, wie sein eigenes Leben verlaufen wäre, hätte man in der Vergangenheit einen anderen Weg eingeschlagen. Anne Sauer schreibt authentisch von wichtigen Themen und Entscheidungen im Leben von Frauen, angefangen von der Wahl der Verhütungsmittel und Menstruationsartikeln, bishin zur Partnerwahl und von Rollen, die einem aufgedrückt werden - und schreiben kann sie. Ich bin alllerdings mittlerweile an einem anderen Punkt im Leben angekommen, als Antonia in diesem Roman, hätte ihn gerne zwanzig Jahre früher gelesen; jedoch mag ich ihn allen ans Herz legen, die sich mit der Thematik der möglichen Familiengründung auseinandersetzen.

4

Was für eine fantastische Geschichte - sehr lesenswert: 👍👍👍👍

Anne Sauer konfrontiert die Leserin mit schweren existenziellen Fragen: Wer bin ich? Was ist der Sinn meines Lebens? Auf der Suche nach den Antworten nimmt uns die Autorin mit auf eine abenteuerliche Reise entlang der beiden gleichberechtigten und parallel verlaufenden Leben der Protagonistin. Antonia lebt mit ihrem langjährigen Freund Jakob in einer Grossstadt. Sie ist erfolgreich, zielstrebig und ungewollt kinderlos. Bis sie eines Morgens als Toni in einer anderen Version ihres Lebens aufwacht: in einem kleinen Dorf, an der Seite ihrer ersten grossen Liebe, Adam, - und mit einem Baby auf ihrer Brust. Eine rassige, humorvolle Reise durch Zeiten, Gedanken und Stimmungen.

4

Gut aufgebaute Geschichte, über die Frage „was, wäre wenn?“

Beim Part „Leben mit Kind“ habe ich mich gefragt, ob es nicht im besonderen eine Geschichte über postnatale Depression ist. Sich entfremdet sein, entrückt sein, die tiefen Tiefs die Antonia durchlebt und dann dieses langsame in sein/ein Leben wieder einfinden. Ich glaube am Ende möchte uns dieses Buch vermitteln, dass es nicht den einen richtigen oder falschen Weg gibt, nicht das perfekte und einfache Leben, sondern, dass wir immer auch schwere Lebensphasen haben und dass wir immer wieder neue Entscheidungen für uns selbst treffen müssen, dass wir Verantwortung für uns und unserem Leben übernehmen müssen.

3

an sich eine echt spannende story aber ich konnte mich mit dem buch irgendwie nicht ganz so anfreunden.

4.5

Toni lebt in der Großstadt mit ihrem Freund Jakob zusammen, die beiden wünschen sich ein Kind, doch leider ist das gelinde gesagt nicht so einfach. Eines Tages findet sich Toni ganz plötzlich als Antonia in einer schicken Wohnung in der Kleinstadt wieder, in der sie aufgewachsen ist, ist mit ihrer Jugendliebe Adam zusammen...und hat ein relativ neugeborenes Baby, Hannah. Doch auch dieses Leben ist nicht so einfach, denn Antonia muss auf einmal als Mutter funktionieren, hat aber Schwierigkeiten, sich in diese Rolle einzufinden. Mir hat dieses Buch an sich sehr gut gefallen, auch wenn ich anhand des Klappentextes nicht so ganz erwartet hätte, dass das Thema unerfüllter Kinderwunsch (inkl. der eher drastischen Beschreibung einer Fehlgeburt auf der Bürotoilette direkt als Einstieg in das Buch) eine so große Rolle spielt. Allerdings fand ich es stellenweise auch zu versöhnlich, gefühlt ist mir da nach dem teilweise sehr starken Hadern von Antonia mit der plötzlichen Mutterrolle irgendwie zu viel Friede Freude Eierkuchen, daher trotz der gelungenen Beschreibung zweier möglicher Leben mit und ohne Kind "nur" subjektive 4,5 Sterne.

4.5

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und konnte nicht aufhören, da ich so gefesselt war. Nur das Ende lies mich mit Fragezeichen zurück.

Die Sprecherin hat einen tollen Job gemacht. Um zuerst Verwirrung zu vermeiden: Das Buch erzählt aus zwei verschiedenen Lebenswegen von Antonia aka. Toni. In dem einen Leben als "Toni" ist sie aus ihrer Heimat gezogen und hat Jakob kennengelernt. Gemeinsam sind sie ungewollt kinderlos. Toni muss vieles über ihren Körper ergehen lassen und trotzdem will es einfach nicht klappen. Sie wacht auf und befindet sich plötzlich in ihrem anderen Leben, in dem sie in ihrer Heimat geblieben ist und ihre Jugendliebe Adam geheiratet hat. Sie hat gerade ein Kind entbunden. So, nun haben wir beide Szenarien und Toni ist nicht so wirklich glücklich mit beiden leben. In dem einen will sie unbedingt ein Kind haben, in dem anderen ist sie plötzlich Mutter und wird von niemanden ernst genommen. Gerade eben war sie doch noch mit Jakob...? Genauso verwirrt wie Toni war auch ich. Da braucht man wirklich kurz einmal um durchzusteigen. Wir lesen immer abwechselnd aus Tonis, aber auch aus Antonias Leben. Das Buch beinhaltet wirklich viele tiefgreifende Botschaften und befasst sich mit zwei heiklen Themen, über die ungern gesprochen werden. Was passiert mit dem Körper, wenn man frisch entbunden hat? Zusätzlich fühlt sich Antonia Fehl am Platz, kann mit diesem anderen Leben nichts anfangen und muss erstmal reinwachsen. Ist das jetzt ihr Leben? Ich fand beide Versionen von Toni wirklich gut beschrieben und die Hörbuchsprecherin machte es mir einfach, mich in beide Lebenslagen hineinzuversetzen. Man leidet in beiden Leben mit ihr mit und fühlt jede Emotion. Fazit Das Ende blieb für mich ein Rätsel und auch etwas offen. Da hätte es für mich noch ein paar Seiten geben dürfen, doch eigentlich auch nicht. Es regt auf jedenfall wieder einmal zum Nachdenken an. Ich glaube jede:r von uns hat sich schon einmal im Leben an dem Punkt befunden: Was wäre wenn..?

2.5

Der Klappentext passt leider nicht zum eindringlichen Thema des Buches. Was bin ich, wenn ich keine Mutter bin und kann ich sein, ohne das ich Mutter bin. Da hätte ich das Buch nicht gelesen, aber letztendlich würde etwas anderes suggeriert.

Die Geschichte konnte mich leider nicht erreichen und nicht so tief berühren, wie ich es mir erhofft hatte. Vieles wirkt vorhersehbar, manche Entwicklungen etwas glatt gestrickt. Mir fehlt es an Tiefe und es war mir an machen Stellen zu widersprüchlich, gerade was Adam und Jacob anging. Es ist ein nachdenkliches Buch, aber es hat keinen bleibenden Eindruck hinterlassen außer die Ratlosigkeit. Auch wenn ich nicht zur Zielgruppe gehöre, muss mich ein Thema berühren können. Wie mich ja auch Themen von Freunden berühren und nahegehen. Das ist meine, ganz eigene Meinung. Macht euch selbst ein Bild davon.

5

Stell dir vor: Du erwachst, doch nicht neben deinem Partner in eurem gemeinsamen Bett in eurer gemeinsamen Wohnung. Nein, in deinem Heimatort, auf einer riesigen Sofalandschaft, ein Baby liegt auf dir. Das ist nicht das Leben, was du gewohnt warst.... Anne Sauer erzählt von der Lebens- und Leidensgeschichte mit Babywunsch und es will einfach nicht sein, dass Frau schwanger wird und die andere Seite der Medaille, plötzlich mit Baby. Ist das das Leben, welches sie gewonnen hätte, wenn ihr Leben anders verlaufen wäre? Ein wirklich tolles Buch, absolute Leseempfehlung. Das Debüt ist wirklich wahnsinnig toll gelungen

4.5

Antonia erwacht mit einem Baby auf ihrem Bauch. In einem großen Haus mit beigefarbenem Kinderzimmer, einer Küche wie aus dem Katalog und ihrem Mann Adam an ihrer Seite. Sie gehört in dieses Leben und doch ist es nicht ihres, nichts von alldem hatte sie bis gestern. Eigentlich lebt Toni nämlich in einer kleinen Wohnung in der Stadt, mit ihrem Freund Jakob. Die beiden sind kinderlos, versuchen es, sind sich unsicher. Sie leben ein Leben zu zweit, mit viel Sex und Zeit zum ausschlafen. Antonia aber hadert mit ihrer neuen Rolle als Mutter, mit ihrer großen Narbe quer über dem Unterleib. Und mit Adam, ihrer Jugendliebe, die sie doch eigentlich mit Anfang 20 verlassen hat. Im Wechsel wird aus dem Leben von Antonia, als Mutter, und dem Leben von Toni, als Frau auf dem "Kinderwunschweg" erzählt. Beide haben ihren Alltag, ihre Themen. Beide haben Unsicherheiten, wünschen sich jeweils das, was sie nicht haben und doch sehen sie auch die Vorzüge. Antonia wünscht sich zurück in ihr altes Leben und kommt doch immer mehr in ihrem neuen an. Und Toni trifft Entscheidungen. Entscheidungen, die sie befreien. Anne Sauer zeigt in ihrem Roman, wie unterschiedlich Frauenleben sein können, je nachdem, welche Entscheidungen getroffen, bzw. uns abgenommen werden. Muttersein und Nichtmuttersein sind Lebensformen, die alles dominieren und verändern. Sie können uns alles abverlangen, uns erfüllen oder auch das Gefühl von Unvollständigkeit oder bodenloser Erschöpfung geben. Doch egal welchen Weg wir bewusst gehen oder gehen müssen, nie bekommen wir alles. Immer müssen wir auf irgendetwas verzichten - c'est la vie. Und doch ist da ganz viel Schönes im Leben, egal ob mit oder ohne Kind, man muss es nur finden und sich daran erfreuen können. Ich mag Anne Sauers Art zu schreiben. Dieses Stakkatoartige, Kurze, Knappe. Unvollständige Sätze, die man selbst zu Ende denken darf. Ich mag, dass sie alle Dinge benennt, einfach so wie sind in unser aller Leben sind - Menstruationstassen, Schamhaare,... - alles Teil des Ganzen. Und ich mag wie sie beide Lebensentwürfe ungeschönt darstellt. Viel Verzweiflung und sich nicht richtig im eigenen Leben fühlen. Auch das: ganz normal. Ach, ich mochte das Buch einfach in seiner Gänze. Danke, Anne. Hat gut getan. Und auch ein bisschen weh.

Post image
4.5

sehr gut geschrieben- konnte es nicht aus der Hand legen

4

Ein etwas anderer Roman

Ich habe dieses Buch innerhalb weniger Tage gelesen. Ich kann tatsächlich nicht sagen, ob ich es gut fand. Es hat immer mehr einen Sog entwickelt und ich wollte wissen, wie sich alles auflöst. Zwischendrin fand ich es streckenweise etwas langatmig. Ich habe beide Frauen, ihre Gefühle und Ängste sehr gut verstanden. Und so wie es Antonia und Toni ging, geht es vielen Frau. Der Kinderwunsch ist übermächtig und wird er erfüllt entpuppt sich die Mutterschaft anders als es uns überall vorhergesagt wird und wenn der Wunsch sich nicht erfüllt scheint auch das Leben nicht mehr lebenswert. Alles dreht sich nur noch um ein Thema. Ein sehr schwieriges Thema, das die Autorin gut „aufgearbeitet“ hat.

0.5

Abbruch bei knapp 60%. Das Buch hat in mir vor dem lesen anscheinend falsche Erwartungen geweckt. Ich bin davon ausgegangen, dass sich „Das Leben nebenan“ und diverse wichtige Themen - also Karriere , Lebensstil etc. Das einzige Thema ist aber der Kinder kriegen bzw im anderen leben das Mutter - Sein. Und das leider (in jedem der beiden Leben ) mit einer negativen Einstellung. Den Hype um dieses Buch kann ich leider so gar nicht verstehen :-(

4

Was wäre, wenn Tonis Lebens anders verlaufen wäre und sie sich nicht von ihrer Jugendliebe getrennt hätte? Auf dieses Gedankenexperiment nimmt Anne Sauer die Leser:innen von "Im Leben nebenan" mit. Denn Toni wacht eines Tages nicht in der Stadt bei ihrem Freund Jakob auf, mit dem sie seit längerer Zeit versucht, ein Kind zu bekommen, sondern am Land mit einem Baby im Arm. Sukzessive stellt sich heraus, dass sie noch immer mit ihrer Jugendliebe Adam zusammen ist. Der Roman wechselt geschickt zwischen zwei Versionen von Tonis Leben: einmal kinderlos in der Großstadt, einmal als Mutter ohne Erinnerung an die letzten 13 Jahre im Heimatdorf. Dabei lotet Anne Sauer Fragen nach Mutterschaft, Lebensentscheidungen und weiblicher Selbstbestimmung aus. Sie schildert Mit großer Ehrlichkeit schildert sie die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen, zeigt Unsicherheiten, Sehnsüchte und das Gefühl, manchmal zwischen Glück und Überforderung zu pendeln. Mich hat "Im Leben nebenan" schnell in seinen Bann gezogen und mich mit den beiden Tonis mitleiden, mitfiebern und mitleben lassen. Ein schön komponiertes Romandebüt von Anne Sauer, die mir schon mit ihrem Taylor Swift-Buch einen Blick in die Welt einer erfolgreichen Musikerin und der Swifties gewährt hat.

5

Eine Frau - zwei Versionen eines Lebens

Antonia, kurz Toni, ist eigentlich im Leben angekommen. Sie lebt mit ihrem Lebensgefährten zusammen, hat einen guten Job und eine treue Freundesgruppe. Bis das Thema "Kinder" auf den Tisch kommt. Und hier teilt sich das Buch in zwei parallel laufende Erzählstränge: während Toni und Jakob sich für ein Baby entscheiden und sich somit auf die lange und beschwerliche Reise zum Wunschkind begeben, wacht Antonia in ihrem Heimatdorf auf. Auf ihrer Brust ein Baby. Im Schlafzimmer ihre Jugendliebe Adam. In dieser Version ihres Lebens findet sie sich ganz plötzlich in der Mutterrolle wieder und auch hier verläuft nicht alles, wie sie sich das wünschen würde. Der Autorin gelingt es hier auf eine spannende Art und Weise zwei Welten zu schaffen, in denen die Rolle der Frau, vor allem als Mutter bzw. angehende Mutter, in all seinen Aspekten darzustellen. Sowohl positive als auch die nicht ganz so tollen. So wird zum Beispiel der Umgang mit Frauen thematisiert, deren Kinderwunsch nicht wie geplant in Erfüllung geht, oder sich Frauen bewusst gegen Kinder entscheiden. Genauso die Rolle der Mütter und deren teilweise Überforderung. Ich hat es auf jeden Fall toll unterhalten und mir einige neue Blickwinkel erlaubt. Trotz schrägem Grundprinzip der zwei Versionen derselben Welt, waren die Ausführungen der beiden Tonis sehr glaubwürdig und nachvollziehbar. Ein großartiges Buch, das ich durchaus auch Männern als Lektüre empfehlen würde.

5

“Frausein ist immer zu viel von allem”

Was braucht es, um ein glückliches Leben zu führen? Gehört ein Kind zwingend zu einem zufriedenen Leben dazu? Toni, ein Frau mit Kinderwunsch, ist zutiefst unglücklich darüber, dass sie nicht schwanger wird. Doch dann erwacht sie eines Tages in einem alternativen Leben, mit einem Neugeborenen auf dem Arm und muss sich den Herausforderungen als Mutter stellen. “Im Leben nebenan” erzählt auf eine mitfühlende Art zwei Varianten eines Lebens. Es ist ein nachdenklich machendes Buch, dass die Möglichkeit bietet, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und eigene Ansichten über Mütter sowie Frauen ohne Kinder zu hinterfragen. Obwohl leicht zu lesen, bringt dieses Buch trotzdem schwierige Themen zur Sprache und zeigt den Zwiespalt, in dem eine Frau sich befindet, egal ob sie sich für oder gegen Kinder entscheidet. Ich habe dieses Buch gern gelesen und kann es nur weiterempfehlen. *Danke an netgalley für das Rezensionsexemplar*

3

Leider nicht meins, schade! Ich hatte mich eigentlich auf das Buch gefreut. Wahrscheinlich gehöre ich nicht zur Zielgruppe.

4

Super interessantes Buch!

Ich hab es gern gelesen, die Vorstellung - was wäre wenn - finde ich spannend. Es geht um Antonia und zwei Sichtweisen ihres Lebens. In dem einen Szenario hat sie ein Kind, in dem anderen wünscht sie sich eins. Leichte Lektüre, die zum nachdenken anregt.

5

Das Buch ist schon wirklich toll geschrieben. Es regt einfach zum Nachdenken an. Außerdem wird es mir lange im Kopf bleiben und weiterhin in mir arbeiten, wenn ich daran denke. Toni wacht plötzlich eines Morgens in einem ihr fremden Leben auf. Sie denkt zunächst sie träumt, doch das Leben als Mutter, verheiratet mit ihrer Jugendliebe Adam scheint jedoch sehr real zu sein und dennoch nicht von ihr selbst gewählt. Sie erwacht darin. Lebt plötzlich nicht mehr mit ihrem Freund Jakob in der Stadt. Ihr Kinderwunsch ist nicht mehr unerfüllt. Denn nun hat sie ein kleines Mädchen. Meiner Meinung nach, bietet das Buch sehr viele Interpretationsansätze. Es eignet sich sehr gut für Leserunden oder Buchclubs. Meine ganz eigene Quintessenz aus diesem Text ist, dass es nicht das perfekte Leben gibt. Wir sollten nicht -egal ob Mann oder Frau- Erwartungshaltungen von außen nachgeben. Es gibt verschiedene Lebenswege, die alle ihre Berechtigung haben. Es ist okay, keine Kinder zu wollen und es trotzdem zwischendurch zu betrauern. Ebenso ist es in Ordnung sich für Kinder zu entscheiden und sich aber auch gleichzeitig nach dem eigenen alten Ich zurück zu sehnen. Und manchmal nimmt das Leben auch bestimmte Entscheidungen ab. Wir müssen auch lernen, dass wir dieses Leben für uns leben. Nur wir gehen in unseren eigenen Schuhen. Egal, ob mit oder ohne Kinder; es gibt Menschen, die von außen immer urteilen werden. Dieses Buch regt so viele Gedanken auf ganz unterschiedlichen Ebenen an. Letztlich ist es für mich eine Ode an das Frau sein, für sich einzustehen und auch zu akzeptieren, anzunehmen, zu fühlen, zweifeln zu dürfen und noch vieles vieles mehr. Lest es, wenn ihr einfach Lust habt, Geschichten nochmal anders und intensiver zu denken. Und wenn es euch nichts ausmacht, dass es hier kein schwarz oder weiß gibt. Der Text nimmt einen ein ganzes Stück mit und dann wird man aus der Geschichte entlassen und hat selbst noch sehr viel Spielraum zum Überlegen.

4

Ein Glitch in der Matrix

Triggerwarnung: unerfüllter Kinderwunsch. Schwangerschaftsverlust. Ich bin hin- und hergerissen. Einerseits: diese Sprache! Die Erzählweise. Die Wechsel zwischen den Leben. Zwischen Toni – ohne Kind, voller Sehnsucht. Und Antonia – mit Kind, voller Überforderung. Andererseits: Ich hatte etwas anderes erwartet. Bin mit falscher Haltung gestartet. Nicht enttäuscht vom Buch, das nicht. Aber diese durchgehende Schwere hat mich stellenweise angestrengt. Und doch genau das ist das Thema. Für Toni ist es schwer keine Mutter zu sein. Für Antonia ist es schwer eine zu sein. Zwei Leben. Zwei Wahrheiten. Wenn die Frau mit Kind ihr Leben so empfindet, ist das gültig. Wenn die Frau ohne Kind ihr Leben so empfindet, ist das ebenso gültig. Und genau das spiegelt ein Problem unserer Gesellschaft. Und genau darin liegt die Kraft dieses Romans. Er zeigt, wie sehr Frauen zwischen Erwartungen und Zuschreibungen gefangen sind. Wie egal welcher Weg. Zweifel, Sehnsucht, Unsicherheit bleiben. Am Ende bleibt die Frage: Was wäre, wenn?

Ein Glitch in der Matrix
5

Was wäre wenn?

„Kann denn dann eine Mutter auch nicht aufhören, Mutter zu sein? Mutter sein. Es klang bedeutend, schön und bedrohlich. „Das wächst du rein“, beteuerten sie, wenn man sagt: „Das ist mir zu groß“ “ (Im Leben nebenan, S.87) Anne Sauers Debütroman spielt mit dem Gedanken, wie ein Leben mit der Entscheidung für oder gegen Kinder aussehen könnte. Sie erzählt davon, wie das Leben verlaufen könnte, wenn man sich an einer Weggabelung anders entschieden hätte. Ein Buch, das mich noch lange beschäftigen wird. Wir begleiten im „Leben nebenan“ zwei Versionen derselben Frau. In einem Leben lebt Toni mit ihrem Partner in der Großstadt, beruflich erfolgreich, noch kinderlos. Im anderen wacht sie als Antonia plötzlich mit einem Neugeborenen auf ihrer Brust auf. Mutter, Ehefrau ihrer Jugendliebe, gefangen in einem Leben, das sich vertraut und gleichzeitig fremd anfühlt. Wie wäre ihr Leben verlaufen, wenn sie Mutter geworden wäre? Anne Sauer gelingt mit diesem Roman ein sensibles, ehrliches Porträt weiblicher Lebensrealitäten. Schonungslos und gleichzeitig tröstlich beleuchtet sie Themen wie Kinderwunsch, Muttersein, Rollenbilder und die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen. Dabei vermeidet sie einfache Antworten und öffnet Raum für Reflexion. Im Leben nebenan ist ein leises, tiefgründiges Buch, das schmerzt und Hoffnung schenkt. Es zeigt, wie viel Mut es braucht, Frau zu sein und wie wertvoll es ist, das eigene Leben mit all seinen Brüchen anzunehmen.

Create Post