Idiotentest
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Book Information
Author Description
Tom Liehr war Redakteur, Rundfunkproduzent und DJ. Seit 1998 Besitzer eines Software-Unternehmens. Er lebt in Berlin.Im Aufbau Taschenbuch sind seine Romane „Radio Nights“, „Idiotentest“, „Stellungswechsel“, „Geisterfahrer“, „Pauschaltourist“, „Sommerhit“, „Leichtmatrosen“ und "Freitags bei Paolo" lieferbar.Mehr zum Autor unter tomliehr.de.
Posts
Nicht mein Bier: “Idiotentest” von Tom Liehr
Ich hatte mir von “Idiotentest” ehrlich gesagt mehr erhofft. Als ich las, dass es sich um einen “rasend komischen Roman über die Liebe und junge Helden, die nicht erwachsen werden wollen” handelt, war ich direkt neugierig. Doch leider konnte mich die Geschichte um Henry, den Taxifahrer, und seine WG-Mitbewohner Walter und Gonzo nicht wirklich packen. Die Grundidee klingt vielversprechend: Eine Gruppe von Mittdreißigern, die ihr Leben in einer Neuköllner Kneipe verbringen, alte Hits hören und Fassbier trinken. Als Henry eines Morgens verkatert aufwacht und feststellt, dass Andrea, die angehimmelte Tresenfrau, bei ihm übernachtet hat, nimmt die Geschichte Fahrt auf. Oder sollte sie zumindest. Das Problem ist, dass ich mit den Charakteren einfach nicht warm wurde. Henry als Hauptfigur bleibt seltsam blass, und seine Odyssee der Selbstfindung hat mich nicht wirklich berührt. Die skurrilen Nebenfiguren, die laut anderer Rezensionen den Roman bereichern sollen, wirkten auf mich eher konstruiert als authentisch. Der Humor, der offenbar das Herzstück des Romans sein soll, hat mich nur selten zum Schmunzeln gebracht. Viele Szenen, die wohl komisch sein sollten, erschienen mir eher bemüht. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, dass der Autor unbedingt witzig sein wollte, anstatt die Komik organisch aus den Situationen entstehen zu lassen. Positiv anzumerken ist der flüssige Schreibstil von Tom Liehr. Die Seiten lassen sich zügig umblättern, und sprachlich gibt es nichts zu bemängeln. Auch die Schilderung des Kneipenambientes als eine Art Ersatzheimat für die Protagonisten ist durchaus gelungen. Nicht umsonst wurde der Roman sogar in einer Dissertation über die Bedeutung der Kneipe in der Gegenwartsliteratur behandelt. Dennoch fehlt mir insgesamt die Tiefe. Die Themen Freundschaft, Liebe und das späte Erwachsenwerden werden zwar angerissen, aber nie wirklich tiefgründig behandelt. Am Ende hatte ich das Gefühl, eine nette, aber letztlich belanglose Geschichte gelesen zu haben, die mich nicht nachhaltig berührt hat. Für Fans von leichter Unterhaltungsliteratur mag “Idiotentest” durchaus seinen Reiz haben. Wer jedoch auf der Suche nach einer tiefgründigen Auseinandersetzung mit den Themen des Erwachsenwerdens ist oder sich wirklich kaputtlachen möchte, sollte vielleicht zu anderen Büchern greifen. Zwei Sterne von mir - einer für den flüssigen Schreibstil, einer für die grundsätzlich interessante Idee. Für mehr hat es leider nicht gereicht.
Description
Book Information
Author Description
Tom Liehr war Redakteur, Rundfunkproduzent und DJ. Seit 1998 Besitzer eines Software-Unternehmens. Er lebt in Berlin.Im Aufbau Taschenbuch sind seine Romane „Radio Nights“, „Idiotentest“, „Stellungswechsel“, „Geisterfahrer“, „Pauschaltourist“, „Sommerhit“, „Leichtmatrosen“ und "Freitags bei Paolo" lieferbar.Mehr zum Autor unter tomliehr.de.
Posts
Nicht mein Bier: “Idiotentest” von Tom Liehr
Ich hatte mir von “Idiotentest” ehrlich gesagt mehr erhofft. Als ich las, dass es sich um einen “rasend komischen Roman über die Liebe und junge Helden, die nicht erwachsen werden wollen” handelt, war ich direkt neugierig. Doch leider konnte mich die Geschichte um Henry, den Taxifahrer, und seine WG-Mitbewohner Walter und Gonzo nicht wirklich packen. Die Grundidee klingt vielversprechend: Eine Gruppe von Mittdreißigern, die ihr Leben in einer Neuköllner Kneipe verbringen, alte Hits hören und Fassbier trinken. Als Henry eines Morgens verkatert aufwacht und feststellt, dass Andrea, die angehimmelte Tresenfrau, bei ihm übernachtet hat, nimmt die Geschichte Fahrt auf. Oder sollte sie zumindest. Das Problem ist, dass ich mit den Charakteren einfach nicht warm wurde. Henry als Hauptfigur bleibt seltsam blass, und seine Odyssee der Selbstfindung hat mich nicht wirklich berührt. Die skurrilen Nebenfiguren, die laut anderer Rezensionen den Roman bereichern sollen, wirkten auf mich eher konstruiert als authentisch. Der Humor, der offenbar das Herzstück des Romans sein soll, hat mich nur selten zum Schmunzeln gebracht. Viele Szenen, die wohl komisch sein sollten, erschienen mir eher bemüht. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, dass der Autor unbedingt witzig sein wollte, anstatt die Komik organisch aus den Situationen entstehen zu lassen. Positiv anzumerken ist der flüssige Schreibstil von Tom Liehr. Die Seiten lassen sich zügig umblättern, und sprachlich gibt es nichts zu bemängeln. Auch die Schilderung des Kneipenambientes als eine Art Ersatzheimat für die Protagonisten ist durchaus gelungen. Nicht umsonst wurde der Roman sogar in einer Dissertation über die Bedeutung der Kneipe in der Gegenwartsliteratur behandelt. Dennoch fehlt mir insgesamt die Tiefe. Die Themen Freundschaft, Liebe und das späte Erwachsenwerden werden zwar angerissen, aber nie wirklich tiefgründig behandelt. Am Ende hatte ich das Gefühl, eine nette, aber letztlich belanglose Geschichte gelesen zu haben, die mich nicht nachhaltig berührt hat. Für Fans von leichter Unterhaltungsliteratur mag “Idiotentest” durchaus seinen Reiz haben. Wer jedoch auf der Suche nach einer tiefgründigen Auseinandersetzung mit den Themen des Erwachsenwerdens ist oder sich wirklich kaputtlachen möchte, sollte vielleicht zu anderen Büchern greifen. Zwei Sterne von mir - einer für den flüssigen Schreibstil, einer für die grundsätzlich interessante Idee. Für mehr hat es leider nicht gereicht.




