Hitlers Prophet

Hitlers Prophet

Softcover
5.01
Alfred RotterMax MoeckeGeselligkeitsvereins ImmertreuHistorischer Kriminalroman

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Description

Atmosphärisch dicht, authentisch, und facettenreich - ein glänzend recherchierter historischer Roman.

Berlin 1933: Der berühmt-berüchtigte Hellseher Erik Jan Hanussen ist ein Sympathisant der SA und glühender Unterstützer Hitlers. Doch der Trickbetrüger hat zwei Geheimnisse: Er ist Jude, und er weiß, dass die SA den Reichstag in Flammen aufgehen ließ – Fakten, die niemals an die Öffentlichkeit gelangen dürfen. Eines Tages verschwindet Hanussen spurlos. Als der Journalist Stemmer Hanussens Leiche in einem abgelegenen Waldstück findet, gerät er selbst in das tödliche Netz der Nationalsozialisten.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Softcover
Pages
320
Price
12.30 €

Posts

1
All
5

Gleich vorweg: Auf dem Cover steht „historischer Krimi“, doch das Buch ist in erster Linie ein historischer Roman, der von dem Nationalsozialismus handelt.  Der Autor Paul Kohl beschäftigt sich in vielen seiner Bücher mit diesem Thema. Für mich sticht der Autor hervor, weil er – in meinen Augen – das Leben in der Zeit sehr plastisch und (weitestgehend) ungeschönt beschreibt. Und weil seine Protagonisten Ecken und Kanten haben. Dabei bedient sich der Autor fiktiver und tatsächlicher Figuren.   Der Untertitel des Buches mutet bereits recht zynisch an: Drei Kugeln für Hanussen spielt auf das Märchen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ an.   Doch von Anfang an: Im Mittelpunkt stehen der fiktive österreichische Journalist Stemmer und die historische Figur Hanussen. Hanussen war ein österreichischer jüdischer Trickkünstler, der die Nähe zu den Nationalsozialisten suchte und schließlich von ihnen ermordet wurde.   Stemmer soll sich in Berlin auf die Suche nach einem vermissten Kollegen machen und verehrt Hanussen zunächst tief. In dem Buch werden die Suche Stemmers und die politische Situation in Deutschland mit der Machtergreifung der Nazis 1933 beschrieben. Dabei zählt der Autor nicht trocken die Fakten auf, sondern bettet diese in eine Geschichte ein, die so teilweise durchaus hätte stattfinden können. Der Fokus liegt auf der Rolle der Zeitungen damals und die Gefahr, in die sich Journalisten und auch Künstler brachten, indem sie sich gegen Hitler und seine Schergen aussprachen. Nicht falsch verstehen: Viele Situationen fanden auch tatsächlich statt, doch natürlich hat der Autor auch Details interpretiert oder hinzugefügt, wenn jene Details schlichtweg nicht ganz bekannt sind.   Das Buch ist wieder grausam und es ist unfassbar, was damals geschah. Politische Gegner verschwanden, wurden gefoltert oder ermordet. Jüdische Menschen wurden immer offensichtlicher deportiert und man ließ dies zu. Und hier spreche ich nicht nur vom einfachen Volk, sondern auch von führenden Kräften in der Politik und in der Wirtschaft. Besonders das Ende des Buches nahm mich mit.   Wie authentisch ist das Buch? Ich habe keinen kontinuierlichen Faktencheck betrieben, jedoch regelmäßig historische Personen recherchiert und konnte dort viele Tatsachen im Buch wiederfinden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass teilweise auch die schriftstellerische Freiheit genutzt wurde. Da die Handlung in Berlin spielt, wurde regelmäßig berlinert. Hier war mein Freund nicht ganz glücklich, weil teilweise Vokabeln verwendet wurden, die für das Berlinern eher untypisch sind. Vielmehr war es eine Mischung aus Berlinern, nord- und süddeutschen Vokabeln, teilweise fast auch ein wenig fast Oberschlesisch von der Aussprache her. Am Ende jedoch ist es kein Beinbruch für mich.   Noch einmal zurück zu Aschenbrödel: Aschenbrödel erhielt drei Nüsse, mithilfe derer es sich dem Prinzen nähern kann. Die junge Frau macht sich ein Trugbild zunutze. Und genau dies tut Hanussen. Auch er erschafft ein Bild einer Person, kreiiert ein Alter Ego und versucht sein wahres Ich abzustreifen, um bei Adolf Hitler sein zu können. Es gelingt ihm zunächst, doch am Ende bezahlt er diese Nähe mit seinem Leben.

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