Großmama packt aus
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Description
Ungebremst, urkomisch, unerschrocken: Großmama packt aus.
Die gute Katholikin Elisabeth Rother kennt kein Tabu, ganz egal, ob es sich um ihr Ehebett, um die Juden, um den lieben Gott oder um die Gestapo handelt. Allerdings gibt es keine Katastrophe, nicht einmal die Flucht nach Amerika oder der Zweite Weltkrieg, die sie so sehr beschäftigt wie ihr weitverzweigter Clan. Irene Dische löst auf virtuose Weise ein ewiges Problem der Literatur: das der Autobiographie. Bekanntlich verstrickt sich jeder in ein Lügenknäuel, der sein eigenes Leben beschreiben will. Aus diesem Dilemma befreit sich die Autorin, indem sie sich dem gnadenlosen Blick ihrer überlebensgroßen Großmama aussetzt.
Book Information
Author Description
Irene Dische wurde in New York geboren. Heute lebt sie in Berlin und Rhinebeck. Bei Hoffmann und Campe erschienen zuletzt ihre Romane SCHWARZ UND WEIß (2017) und DIE MILITANTE MADONNA (2021).
Posts
Großartiger Roman über starke Frauen und intergenerationales Trauma 
Der bei Hoffmann und Campe 2005 erschienene Roman wurde von Reinhard Kaiser übersetzt. Irene Dische schreibt ihr einen autofiktionalen Roman über ihre Familie, beginnend in der Generation ihrer Großmutter. Dabei finde ich die gewählte Perspektive großartig gelungen. Sie schreibt aus der Sicht ihrer Großmutter in der Ich-Form. Wir sind in der ganzen Zeit ausschließlich im Kopf ihrer Großmutter, mit all ihren Vorurteilen und mit all ihren verstellten Blicken auf die Realität, mal aus Liebe, mal aus Hass, mal aus Eifersucht, mal aus Unwissenheit. Die Geschichte beginnt in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts und reicht bis in die Gegenwart. Ein wunderbares Buch, das aus meiner Sicht auf viele Arten gelesen werden kann.
Glaubwürdige Frauencharaktere
Elisabeth, Renate und Irene wachsen einem beim Hören schon etwas an's Herz ❤️ . Alle drei (oder besser vier - vergessen wir Liesl nicht) sind faszinierende Frauen. Auch wenn man natürlich nicht mit der Erziehung und der Bigotterie der deutschen, strengen Frau einverstanden ist, kann man das Verhalten im zeitlichen Kontext gut nachvollziehen. Man ist fast stolz auf die Großmama, weil sie sich sehr von ihrer Tochter und Enkelin inspirieren lässt und sich für die moderne Welt ein bisschen öffnen kann. Außerdem fand ich die Erzählweise, wie auch die Sprecherin mit ihrer trockenen, "deutschen" Art sehr authentisch 😅.
Das Buch habe ich als Hörbuch gehört und es wurde von Hannelore Höger gelesen. Ich glaube, das war genau die richtige Entscheidung. Hannelore Höger hat genau den richtigen Ton getroffen, um Elisabeth Rother eine Stimme zu geben. Ironisch, manchmal bitter böse, mit einer gehörigen Portion Vorurteile, glaubt man sehr schnell die Gedanken einer besser gestellten alten Dame aus der Vorkriegszeit zu hören. Trocken kommentiert sie dabei ihr eigenes Leben, das ihrer Tochter Renate und ihrer Enkelin Irene und setzt so manche Pointe. Ich glaube nicht, dass mir das Buch so gut gefallen hätte, wenn ich es „nur“ selbst gelesen hätte. Ein Punkt Abzug gibt es, weil ich gerne noch mehr über Elisabeths eigenes Leben gehört hätte und mit der Fokus auf Renate und Irene manchmal zu stark war.
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Ungebremst, urkomisch, unerschrocken: Großmama packt aus.
Die gute Katholikin Elisabeth Rother kennt kein Tabu, ganz egal, ob es sich um ihr Ehebett, um die Juden, um den lieben Gott oder um die Gestapo handelt. Allerdings gibt es keine Katastrophe, nicht einmal die Flucht nach Amerika oder der Zweite Weltkrieg, die sie so sehr beschäftigt wie ihr weitverzweigter Clan. Irene Dische löst auf virtuose Weise ein ewiges Problem der Literatur: das der Autobiographie. Bekanntlich verstrickt sich jeder in ein Lügenknäuel, der sein eigenes Leben beschreiben will. Aus diesem Dilemma befreit sich die Autorin, indem sie sich dem gnadenlosen Blick ihrer überlebensgroßen Großmama aussetzt.
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Irene Dische wurde in New York geboren. Heute lebt sie in Berlin und Rhinebeck. Bei Hoffmann und Campe erschienen zuletzt ihre Romane SCHWARZ UND WEIß (2017) und DIE MILITANTE MADONNA (2021).
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Großartiger Roman über starke Frauen und intergenerationales Trauma 
Der bei Hoffmann und Campe 2005 erschienene Roman wurde von Reinhard Kaiser übersetzt. Irene Dische schreibt ihr einen autofiktionalen Roman über ihre Familie, beginnend in der Generation ihrer Großmutter. Dabei finde ich die gewählte Perspektive großartig gelungen. Sie schreibt aus der Sicht ihrer Großmutter in der Ich-Form. Wir sind in der ganzen Zeit ausschließlich im Kopf ihrer Großmutter, mit all ihren Vorurteilen und mit all ihren verstellten Blicken auf die Realität, mal aus Liebe, mal aus Hass, mal aus Eifersucht, mal aus Unwissenheit. Die Geschichte beginnt in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts und reicht bis in die Gegenwart. Ein wunderbares Buch, das aus meiner Sicht auf viele Arten gelesen werden kann.
Glaubwürdige Frauencharaktere
Elisabeth, Renate und Irene wachsen einem beim Hören schon etwas an's Herz ❤️ . Alle drei (oder besser vier - vergessen wir Liesl nicht) sind faszinierende Frauen. Auch wenn man natürlich nicht mit der Erziehung und der Bigotterie der deutschen, strengen Frau einverstanden ist, kann man das Verhalten im zeitlichen Kontext gut nachvollziehen. Man ist fast stolz auf die Großmama, weil sie sich sehr von ihrer Tochter und Enkelin inspirieren lässt und sich für die moderne Welt ein bisschen öffnen kann. Außerdem fand ich die Erzählweise, wie auch die Sprecherin mit ihrer trockenen, "deutschen" Art sehr authentisch 😅.
Das Buch habe ich als Hörbuch gehört und es wurde von Hannelore Höger gelesen. Ich glaube, das war genau die richtige Entscheidung. Hannelore Höger hat genau den richtigen Ton getroffen, um Elisabeth Rother eine Stimme zu geben. Ironisch, manchmal bitter böse, mit einer gehörigen Portion Vorurteile, glaubt man sehr schnell die Gedanken einer besser gestellten alten Dame aus der Vorkriegszeit zu hören. Trocken kommentiert sie dabei ihr eigenes Leben, das ihrer Tochter Renate und ihrer Enkelin Irene und setzt so manche Pointe. Ich glaube nicht, dass mir das Buch so gut gefallen hätte, wenn ich es „nur“ selbst gelesen hätte. Ein Punkt Abzug gibt es, weil ich gerne noch mehr über Elisabeths eigenes Leben gehört hätte und mit der Fokus auf Renate und Irene manchmal zu stark war.










