Feuer und Wind
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Description
Jen lebt im Island der nicht allzu fernen Zukunft und arbeitet als Expertin an der wirklichkeitsgetreuen Abbildung der Wikingerzeit. Als eines Tages ein Fehler passiert, findet sie sich im echten 10. Jh in Island wieder, an einem Strand, wo sie von einer Gruppe von Wikingern gefunden und verschleppt wird. Der Anführer des Clans, Heirik, ist geachtet und gefürchtet zugleich - denn durch ein Mal, das einen Teil seines Körpers entstellt, gilt der junge Nordmann als verflucht. Jen jedoch ist fasziniert von dem geheimnisvollen Wikinger und fühlt sich zu Heirik hingezogen. Doch die Verbindung steht unter keinem guten Stern: Wird Jen trotz aller Hindernisse und Gefahren den Mut haben, die Zeit zu überwinden und die Vergangenheit zu ihrer Zukunft machen?
Book Information
Author Description
Larissa Brown ist eine begeisterte Leserin von Science-Fiction, Gothic Romance und Strick-Ratgebern. Sie lebt mit ihrem Mann Martin und ihrem Sohn Sebastian an der Nordwest-Küste der USA. Feuer und Wind ist ihr Debütroman.
Posts
Eine wirklich emotionale Geschichte! Ich habe mitgefühlt und gefiebert, hatte aber auch schon ein Ende und eine Auflösung in diese Richtung geahnt. Manchmal hatte ich das Gefühl, als hätte die Autorin nicht das ganze Potential aus den Szenerien geholt (besonders die Stadt "aus Glas und Stahl", aus der Ginn stammt). Dort hatte ich das Gefühl, dass der Hintergrund der Geschichte und die Vergangenheit nicht ganz ausgearbeitet waren, und die Autorin ihren Fokus mehr auf das "hier und jetzt" der Vergangenheit gesetzt hat.
Lieblingsbuch
„In einer Welt, in der wir primär durch immaterielle Fäden miteinander verbunden waren, hätten wir eigentlich in der Lage sein sollen, einander im physischen Wirrwarr der Vergangenheit zu finden. Schmerzhaft, fröhlich, widerlich, romantisch. Die Leute verbrachten Tage und Nächte mit unterschiedlichem Fanatismus in authentisch wirkenden Settings. Sie lechzten nach ihren Welten. Sie tauchten inbrünstig in sie ein.“ [S. 30] Inhalt „Ich erwachte auf schwarzem Sand…“ [S. 653] Die Sprachkünstlerin Jen lebt in einem von Naturkatastrophen gezeichneten Island der Zukunft. Die Welt ist zu Eis erstarrt, jedes Fleckchen ist mit Türmen aus Glas und Metall zugebaut. Um die leeren Stunden zu füllen, entfliehen die Menschen in vergangene Epochen und lassen Festgelage, Speere und Walküre zu ihrer Wirklichkeit werden. Mit der Hoffnung auf schnelles und großes Geld lässt das Unternehmen, für das Jen arbeitet, den „Tank“ entwickeln. Dieser soll den Menschen, sofern sie finanziell dazu in der Lage sind, den Eintritt in eine uneingeschränkt und völlig real wirkende Welt ermöglichen. Jens Aufgabe als Sprachkünstlerin bei dem Projekt ist es, die Sprachen für die jeweiligen Szenarien zu erschaffen. Beim Betreten des „Tanks“ geht jedoch irgendetwas schief und Jen wird in das Islands des 10. Jahrhunderts gezogen, wo sie von einer Gruppe Wikinger und deren Clanführer Heirik gerettet wird. Schon bald spürt Jen, dass sie sich mit dem Land und vor allen Dingen den Menschen um sie herum tief verbunden fühlt. Allen voran Heirik. Denn auch wenn der Körper des Häutlings von einem Blutmal entstellt ist, so erkennt Jen die Schönheit des Mannes dahinter aber eben auch seine Schatten. Meinung „Irgendwo musste es jemanden für mich geben, der wirklich war. Jemanden, den ich wirklich kennen würde, wirklich lieben konnte. Ein Teil von mir gestand sich ein, dass ich ihn niemals hier in meinem Zimmer finden würde, solange ich die Augen verschloss und mit dem Herzen in der Vergangenheit weilte.“ [S. 25] Die Autorin hat sich viel Zeit damit gelassen, Jens und Heiriks Geschichte zu erzählen. Im Gegensatz dazu hat sie der Welt, aus der Jen kommt, nicht mal vierzig Seiten gewidmet, was mich anfangs etwas irritiert und ratlos zurückgelassen hat. Mittlerweile verstehe ich den Sinn dahinter und lange beschäftig habe ich mich damit dann auch nicht, denn keine dreißig Seiten später war ich mitten im Geschehen. Die Autorin hat es mit ihrem poetisch anmutenden Schreibstil und ihren ausschweifenden Beschreibungen geschafft, das Island des 10. Jahrhunderts in meinem Kopf so lebendig werden zu lassen, dass ich fast schon traurig war, als ich das Buch beendet hatte. Ich hätte gut und gerne noch weitere 500 Seiten mit Jen, Heirik und wie sie alle heißen, verbringen können. Die knapp 700 Seiten habe ich sowieso kaum gespürt, die Seiten flogen nur so dahin. Und auch wenn es, gemessen an der hohen Seitenzahl des Buches, größtenteils eher ruhig zugeht, so wurde es für mich kein einziges Mal langweilig. Ich bin abgetaucht, wurde davongetragen von der Schönheit der Sprache, den Mythen und Gesängen, dem Prasseln von Kaminfeuern, dem rumpeligen Lachen der Winkinger, dem Geschnatter der Frauen. Von eisigen Winden, dem Flüstern von Liebenden. den Geräuschen von Wetzsteinen und dem Gebrabbel kleiner Kinder. "Nachdem Heirik den ganzen Morgen so angespannt und bitter und verwirrt gewesen war, schaute er mich endlich richtig an. Und dann ließ er etwas los. Etwas, was er so leid war. Er schien in meine Augen zu fallen wie ein Kind in ein Nest aus Decken und ich umfing ihn mit meinem Blick." [S. 225] Die Beziehung zwischen Jen und Heirik mochte ich sehr, nicht nur weil ich schon immer ein Faible für die "unmögliche Liebe" habe. Zwei Menschen die, aller Widrigkeiten zum Trotz, versuchen zueinanderzufinden, ist und bleibt für mich eines der romantischsten und kraftvollsten Dinge die es gibt. Die Autorin hat zwischen Jen und Heirik eine, in meinen Augen, absolut nachvollziehbare und zutiefst berührende Beziehung entstehen lassen, in der Gefühle nicht durch große Worte sondern hauptsächlich mittels Blicke und Gesten vermittelt werden. Beide sind auf ihre Art verloren und erkennen sich in der Einsamkeit des jeweils anderen. Jen die aus einer Welt kommt, in der nichts Bedeutung hat und Heirik, der aufgrund seines Blutmals als unberührbar gilt. Sehr beeindruckt war ich von der Tasache, wie Larissa Brown es immer wieder geschafft hat, eine erotische Atmospäre entstehen zu lassen, ohne dass sich die Beiden berühren. Auch dabei bleibt die Autorin ihrem Stil treu und so wird aus einer einfachen Sache, wie zum Beispiel dem Lösen eines Zopfes, ein Fest der Sinne. „Jetzt sah ich mein zukünftiges Leben vor mir, nicht das, das ich hinter mir gelassen hatte. Die Verbindung zu meiner Vergangenheit – zu der kalten Stadt, den leeren Augen und verlorenen Herzen von Millionen von Menschen – war getrennt, gekappt wie ein Seil. Und während mein müder und wunder Körper noch dabei war, zum Langhaus zurückzukehren, war mein Herz bereits da.“ [S. 418] Im Laufe des Buches wird die Geschichte dann ab und an doch etwas düsterer und auch blutiger, denn die Zeiten sind rau, gefährlich und von Aberglaube geprägt. Auch unter den Wikingern existieren Hass, Intrigen, Angst und Gewalt. Doch selbst die Dunkelheit hat Dank des besonderen Schreibstils der Autorin eine ganz eigene Schönheit und ich habe mich von Seite zu Seite immer mehr in das Buch verliebt. Und selbst einen Tag nachdem ich das Buch beendet habe, klingt die wunderschöne Sprache immer noch in mir nach und auch die Bilder in meinem Kopf sind nach wie vor noch gegenwärtig. "Alle haben sich zur Ruhe begeben. Gute Nacht den Schafen und Kühen und Pferden. Dem Gras auf den Wiesen, den groben Mauern. Den Sternen und dem Herdfeuer und dem starken Haus. Den Wäldern und den Walen und dem Meer. Gute Nacht dem Kreis junger Mädchen, deren lange Zöpfe im Feuerschein leuchten." [S. 9] 5/5 Sternen
Eine besondere Reise
Wow! Das Buch ist voller Zauber, sowohl in den Charakteren von Jen und Heirik und Betta und Har und allen, als auch in der wilden Landschaft Islands, aber auch in der Liebe zur Linguistik von Larissa Brown. Es war etwas schwer reinzukommen, in eine dystopische Welt der Zukunft - vielleicht soll es das ja auch? Aber als dann der Zauber des Zeitsprungs passiert, war es durch die tolle Schreibweise Browns so leicht, sich im Island des 10. Jahrhunderts wieder zu finden und auf eine langsame und emotionale Weise der Beziehung von Jen/Ginn und Heirik beim wachsen zuzuschauen. Es war so berührend und sanft, gleichzeitig oft so emotional brutal und alles zum mitfühlen. Ein perfekter Mix für mich aus Landschaft, Geschichte und Liebe! Absolut empfehlenswert und definitiv ein Read-Again Anwerter 🌊
Eine tolle Geschichte aus einer wirklich interessanten Zeit. Besonders gut haben mir die Beschreibungen von Landschaft und Personen gefallen, die detailreich aber keinesfalls langweilig waren. Es kam eine wunderschöne Atmosphäre zustande, die mich verzaubern konnte. Ein toller Debütroman der Autorin, der Lust auf andere Zeiten/Welten macht. Mehr davon bitte!
Jen gehört zu einem Team von Wissenschaftlern, die virtuelle Realitäten erschaffen. Sie sorgt dafür, dass die Welten nicht nur technisch einwandfrei sind, sondern auch in vielen anderen Dingen authentisch sind. Besonders fasziniert ist Jen von Island des 10. Jahrhunderts. Dann eines Tages passiert das Unglaubliche, sie wird mitten in diese Zeit geschleudert. Eine Gruppe Wikinger findet sie und sie wird in die Gemeinschaft aufgenommen. Jen ist besonders von dem Anführer Heirik angetan, der von seiner eigenen Gemeinschaft zwar als Anführer akzeptiert, aber auch gemieden. Denn er hat ein Blutmal und gilt dadurch als verflucht. Dieses Buch will ich schon ganz lange lesen, denn der Klappentext hat mich wirklich sehr angesprochen. Schon seit längerem finde ich Island sehr interessant und war sehr neugierig auf diese Geschichte hier. Die Autorin hat hier wirklich ein unglaubliches Debüt geliefert. Mit fast 700 Seiten ist das Buch ein richtiger Schmöker und konnte mich von der ersten Seite an fesseln. Die Handlung fängt in der Zukunft an und wird aus der Sicht von Jen in der Ich-Perspektive erzählt. Später wechselt die Geschichte aber relativ schnell nach Island ins 10. Jahrhundert und wir begleiten Jen bei ihren Abenteuern dort. Die Autorin hat einen tollen Schreibstil, der eher poetisch als rasant ist. Die Geschichte ist insgesamt eher ruhig, aber sehr faszinierend. Man erfährt sehr viel über die Kultur Islands, was ich wirklich interessant fand. Die Liebesgeschichte nimmt eine sehr zentrale Rolle ein und ich habe wirklich mit gelitten mit den beiden. Heirik ist einerseits ein sehr starker, aber andererseits auch ein sehr verletzliche Charakter. Durch seinen Makel hat er bisher eher sehr zurückgezogen gelebt. Jen passt sich sehr schnell den neuen Gegebenheiten an, sie fühlt sich in Island sehr wohl, was vor allem daran liegt, dass sie sich in ihrer eigenen Welt nicht so richtig wohl fühlt. Die Liebesgeschichte hat mich wirklich berührt. Für mich ist dieses Buch auf jeden Fall ein Highlight und ich würde mich freuen, wenn auch die andere Bücher der Autorin übersetzt werden. Es gibt noch eine weitere Geschichte aus dieser Welt mit anderen Hauptfiguren. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung mit voller Punktzahl.
Abgebrochen auf Seite 161... Der Schreibtil hat mir einiges abverlangt. Sehr anstrengend, ich bin einfach nicht in einen Lesefluss gekommen, obwohl die Geschichte an sich schon interessant ist. Mir fehlt wohl im Moment die Geduld für dieses Buch. Vielleicht versuche ich es zu einem späteren Zeitpunkt nochmal.
Ich kann zwar sagen, dass Larissa Brown etwa ganz eigenes erschaffen und mich gut unterhalten hat, aber trotzdem hat mir bei *Feuer & Wind* etwas gefehlt. Dafür, dass dieses Buch fast 700 Seiten hat, wurde das Potenzial nicht optimal genutzt. Gerade der Mittelteil war doch etwas dürftig. Folgendes Schema hat sich gefühlt 10 mal wiederholt: sie kommen sich näher, bis er sich schließlich wieder zurückzieht, weil er Angst hat, dass sie verletzt wird. Ich hätte mir da eher eine noch detailliertere Beschreibung des Lebens zu dieser Zeit gewünscht oder mehr Handlungsstränge. Trotzdem ließ sich das Buch nach einem etwas holprigen Anfang wie im Flug lesen.
Description
Jen lebt im Island der nicht allzu fernen Zukunft und arbeitet als Expertin an der wirklichkeitsgetreuen Abbildung der Wikingerzeit. Als eines Tages ein Fehler passiert, findet sie sich im echten 10. Jh in Island wieder, an einem Strand, wo sie von einer Gruppe von Wikingern gefunden und verschleppt wird. Der Anführer des Clans, Heirik, ist geachtet und gefürchtet zugleich - denn durch ein Mal, das einen Teil seines Körpers entstellt, gilt der junge Nordmann als verflucht. Jen jedoch ist fasziniert von dem geheimnisvollen Wikinger und fühlt sich zu Heirik hingezogen. Doch die Verbindung steht unter keinem guten Stern: Wird Jen trotz aller Hindernisse und Gefahren den Mut haben, die Zeit zu überwinden und die Vergangenheit zu ihrer Zukunft machen?
Book Information
Author Description
Larissa Brown ist eine begeisterte Leserin von Science-Fiction, Gothic Romance und Strick-Ratgebern. Sie lebt mit ihrem Mann Martin und ihrem Sohn Sebastian an der Nordwest-Küste der USA. Feuer und Wind ist ihr Debütroman.
Posts
Eine wirklich emotionale Geschichte! Ich habe mitgefühlt und gefiebert, hatte aber auch schon ein Ende und eine Auflösung in diese Richtung geahnt. Manchmal hatte ich das Gefühl, als hätte die Autorin nicht das ganze Potential aus den Szenerien geholt (besonders die Stadt "aus Glas und Stahl", aus der Ginn stammt). Dort hatte ich das Gefühl, dass der Hintergrund der Geschichte und die Vergangenheit nicht ganz ausgearbeitet waren, und die Autorin ihren Fokus mehr auf das "hier und jetzt" der Vergangenheit gesetzt hat.
Lieblingsbuch
„In einer Welt, in der wir primär durch immaterielle Fäden miteinander verbunden waren, hätten wir eigentlich in der Lage sein sollen, einander im physischen Wirrwarr der Vergangenheit zu finden. Schmerzhaft, fröhlich, widerlich, romantisch. Die Leute verbrachten Tage und Nächte mit unterschiedlichem Fanatismus in authentisch wirkenden Settings. Sie lechzten nach ihren Welten. Sie tauchten inbrünstig in sie ein.“ [S. 30] Inhalt „Ich erwachte auf schwarzem Sand…“ [S. 653] Die Sprachkünstlerin Jen lebt in einem von Naturkatastrophen gezeichneten Island der Zukunft. Die Welt ist zu Eis erstarrt, jedes Fleckchen ist mit Türmen aus Glas und Metall zugebaut. Um die leeren Stunden zu füllen, entfliehen die Menschen in vergangene Epochen und lassen Festgelage, Speere und Walküre zu ihrer Wirklichkeit werden. Mit der Hoffnung auf schnelles und großes Geld lässt das Unternehmen, für das Jen arbeitet, den „Tank“ entwickeln. Dieser soll den Menschen, sofern sie finanziell dazu in der Lage sind, den Eintritt in eine uneingeschränkt und völlig real wirkende Welt ermöglichen. Jens Aufgabe als Sprachkünstlerin bei dem Projekt ist es, die Sprachen für die jeweiligen Szenarien zu erschaffen. Beim Betreten des „Tanks“ geht jedoch irgendetwas schief und Jen wird in das Islands des 10. Jahrhunderts gezogen, wo sie von einer Gruppe Wikinger und deren Clanführer Heirik gerettet wird. Schon bald spürt Jen, dass sie sich mit dem Land und vor allen Dingen den Menschen um sie herum tief verbunden fühlt. Allen voran Heirik. Denn auch wenn der Körper des Häutlings von einem Blutmal entstellt ist, so erkennt Jen die Schönheit des Mannes dahinter aber eben auch seine Schatten. Meinung „Irgendwo musste es jemanden für mich geben, der wirklich war. Jemanden, den ich wirklich kennen würde, wirklich lieben konnte. Ein Teil von mir gestand sich ein, dass ich ihn niemals hier in meinem Zimmer finden würde, solange ich die Augen verschloss und mit dem Herzen in der Vergangenheit weilte.“ [S. 25] Die Autorin hat sich viel Zeit damit gelassen, Jens und Heiriks Geschichte zu erzählen. Im Gegensatz dazu hat sie der Welt, aus der Jen kommt, nicht mal vierzig Seiten gewidmet, was mich anfangs etwas irritiert und ratlos zurückgelassen hat. Mittlerweile verstehe ich den Sinn dahinter und lange beschäftig habe ich mich damit dann auch nicht, denn keine dreißig Seiten später war ich mitten im Geschehen. Die Autorin hat es mit ihrem poetisch anmutenden Schreibstil und ihren ausschweifenden Beschreibungen geschafft, das Island des 10. Jahrhunderts in meinem Kopf so lebendig werden zu lassen, dass ich fast schon traurig war, als ich das Buch beendet hatte. Ich hätte gut und gerne noch weitere 500 Seiten mit Jen, Heirik und wie sie alle heißen, verbringen können. Die knapp 700 Seiten habe ich sowieso kaum gespürt, die Seiten flogen nur so dahin. Und auch wenn es, gemessen an der hohen Seitenzahl des Buches, größtenteils eher ruhig zugeht, so wurde es für mich kein einziges Mal langweilig. Ich bin abgetaucht, wurde davongetragen von der Schönheit der Sprache, den Mythen und Gesängen, dem Prasseln von Kaminfeuern, dem rumpeligen Lachen der Winkinger, dem Geschnatter der Frauen. Von eisigen Winden, dem Flüstern von Liebenden. den Geräuschen von Wetzsteinen und dem Gebrabbel kleiner Kinder. "Nachdem Heirik den ganzen Morgen so angespannt und bitter und verwirrt gewesen war, schaute er mich endlich richtig an. Und dann ließ er etwas los. Etwas, was er so leid war. Er schien in meine Augen zu fallen wie ein Kind in ein Nest aus Decken und ich umfing ihn mit meinem Blick." [S. 225] Die Beziehung zwischen Jen und Heirik mochte ich sehr, nicht nur weil ich schon immer ein Faible für die "unmögliche Liebe" habe. Zwei Menschen die, aller Widrigkeiten zum Trotz, versuchen zueinanderzufinden, ist und bleibt für mich eines der romantischsten und kraftvollsten Dinge die es gibt. Die Autorin hat zwischen Jen und Heirik eine, in meinen Augen, absolut nachvollziehbare und zutiefst berührende Beziehung entstehen lassen, in der Gefühle nicht durch große Worte sondern hauptsächlich mittels Blicke und Gesten vermittelt werden. Beide sind auf ihre Art verloren und erkennen sich in der Einsamkeit des jeweils anderen. Jen die aus einer Welt kommt, in der nichts Bedeutung hat und Heirik, der aufgrund seines Blutmals als unberührbar gilt. Sehr beeindruckt war ich von der Tasache, wie Larissa Brown es immer wieder geschafft hat, eine erotische Atmospäre entstehen zu lassen, ohne dass sich die Beiden berühren. Auch dabei bleibt die Autorin ihrem Stil treu und so wird aus einer einfachen Sache, wie zum Beispiel dem Lösen eines Zopfes, ein Fest der Sinne. „Jetzt sah ich mein zukünftiges Leben vor mir, nicht das, das ich hinter mir gelassen hatte. Die Verbindung zu meiner Vergangenheit – zu der kalten Stadt, den leeren Augen und verlorenen Herzen von Millionen von Menschen – war getrennt, gekappt wie ein Seil. Und während mein müder und wunder Körper noch dabei war, zum Langhaus zurückzukehren, war mein Herz bereits da.“ [S. 418] Im Laufe des Buches wird die Geschichte dann ab und an doch etwas düsterer und auch blutiger, denn die Zeiten sind rau, gefährlich und von Aberglaube geprägt. Auch unter den Wikingern existieren Hass, Intrigen, Angst und Gewalt. Doch selbst die Dunkelheit hat Dank des besonderen Schreibstils der Autorin eine ganz eigene Schönheit und ich habe mich von Seite zu Seite immer mehr in das Buch verliebt. Und selbst einen Tag nachdem ich das Buch beendet habe, klingt die wunderschöne Sprache immer noch in mir nach und auch die Bilder in meinem Kopf sind nach wie vor noch gegenwärtig. "Alle haben sich zur Ruhe begeben. Gute Nacht den Schafen und Kühen und Pferden. Dem Gras auf den Wiesen, den groben Mauern. Den Sternen und dem Herdfeuer und dem starken Haus. Den Wäldern und den Walen und dem Meer. Gute Nacht dem Kreis junger Mädchen, deren lange Zöpfe im Feuerschein leuchten." [S. 9] 5/5 Sternen
Eine besondere Reise
Wow! Das Buch ist voller Zauber, sowohl in den Charakteren von Jen und Heirik und Betta und Har und allen, als auch in der wilden Landschaft Islands, aber auch in der Liebe zur Linguistik von Larissa Brown. Es war etwas schwer reinzukommen, in eine dystopische Welt der Zukunft - vielleicht soll es das ja auch? Aber als dann der Zauber des Zeitsprungs passiert, war es durch die tolle Schreibweise Browns so leicht, sich im Island des 10. Jahrhunderts wieder zu finden und auf eine langsame und emotionale Weise der Beziehung von Jen/Ginn und Heirik beim wachsen zuzuschauen. Es war so berührend und sanft, gleichzeitig oft so emotional brutal und alles zum mitfühlen. Ein perfekter Mix für mich aus Landschaft, Geschichte und Liebe! Absolut empfehlenswert und definitiv ein Read-Again Anwerter 🌊
Eine tolle Geschichte aus einer wirklich interessanten Zeit. Besonders gut haben mir die Beschreibungen von Landschaft und Personen gefallen, die detailreich aber keinesfalls langweilig waren. Es kam eine wunderschöne Atmosphäre zustande, die mich verzaubern konnte. Ein toller Debütroman der Autorin, der Lust auf andere Zeiten/Welten macht. Mehr davon bitte!
Jen gehört zu einem Team von Wissenschaftlern, die virtuelle Realitäten erschaffen. Sie sorgt dafür, dass die Welten nicht nur technisch einwandfrei sind, sondern auch in vielen anderen Dingen authentisch sind. Besonders fasziniert ist Jen von Island des 10. Jahrhunderts. Dann eines Tages passiert das Unglaubliche, sie wird mitten in diese Zeit geschleudert. Eine Gruppe Wikinger findet sie und sie wird in die Gemeinschaft aufgenommen. Jen ist besonders von dem Anführer Heirik angetan, der von seiner eigenen Gemeinschaft zwar als Anführer akzeptiert, aber auch gemieden. Denn er hat ein Blutmal und gilt dadurch als verflucht. Dieses Buch will ich schon ganz lange lesen, denn der Klappentext hat mich wirklich sehr angesprochen. Schon seit längerem finde ich Island sehr interessant und war sehr neugierig auf diese Geschichte hier. Die Autorin hat hier wirklich ein unglaubliches Debüt geliefert. Mit fast 700 Seiten ist das Buch ein richtiger Schmöker und konnte mich von der ersten Seite an fesseln. Die Handlung fängt in der Zukunft an und wird aus der Sicht von Jen in der Ich-Perspektive erzählt. Später wechselt die Geschichte aber relativ schnell nach Island ins 10. Jahrhundert und wir begleiten Jen bei ihren Abenteuern dort. Die Autorin hat einen tollen Schreibstil, der eher poetisch als rasant ist. Die Geschichte ist insgesamt eher ruhig, aber sehr faszinierend. Man erfährt sehr viel über die Kultur Islands, was ich wirklich interessant fand. Die Liebesgeschichte nimmt eine sehr zentrale Rolle ein und ich habe wirklich mit gelitten mit den beiden. Heirik ist einerseits ein sehr starker, aber andererseits auch ein sehr verletzliche Charakter. Durch seinen Makel hat er bisher eher sehr zurückgezogen gelebt. Jen passt sich sehr schnell den neuen Gegebenheiten an, sie fühlt sich in Island sehr wohl, was vor allem daran liegt, dass sie sich in ihrer eigenen Welt nicht so richtig wohl fühlt. Die Liebesgeschichte hat mich wirklich berührt. Für mich ist dieses Buch auf jeden Fall ein Highlight und ich würde mich freuen, wenn auch die andere Bücher der Autorin übersetzt werden. Es gibt noch eine weitere Geschichte aus dieser Welt mit anderen Hauptfiguren. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung mit voller Punktzahl.
Abgebrochen auf Seite 161... Der Schreibtil hat mir einiges abverlangt. Sehr anstrengend, ich bin einfach nicht in einen Lesefluss gekommen, obwohl die Geschichte an sich schon interessant ist. Mir fehlt wohl im Moment die Geduld für dieses Buch. Vielleicht versuche ich es zu einem späteren Zeitpunkt nochmal.
Ich kann zwar sagen, dass Larissa Brown etwa ganz eigenes erschaffen und mich gut unterhalten hat, aber trotzdem hat mir bei *Feuer & Wind* etwas gefehlt. Dafür, dass dieses Buch fast 700 Seiten hat, wurde das Potenzial nicht optimal genutzt. Gerade der Mittelteil war doch etwas dürftig. Folgendes Schema hat sich gefühlt 10 mal wiederholt: sie kommen sich näher, bis er sich schließlich wieder zurückzieht, weil er Angst hat, dass sie verletzt wird. Ich hätte mir da eher eine noch detailliertere Beschreibung des Lebens zu dieser Zeit gewünscht oder mehr Handlungsstränge. Trotzdem ließ sich das Buch nach einem etwas holprigen Anfang wie im Flug lesen.















