Blick ins Buch

Liebesromane

Feuer und Wind

4,1(38)
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Deutsch
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Über das Buch

Jen lebt in einer nicht allzu fernen Zukunft in einer kühlen Welt aus Glas und Stahl, der sie nur durch das Eintauchen in virtuelle Realitäten entfliehen kann.
Beim Test einer historischen Simulation geschieht das Unglaubliche: Jen wird in das Island des 10. Jahrhunderts katapultiert, wo sie von einer Gruppe Wikinger aufgefunden wird. Deren Anführer Heirik ist zugleich geachtet und gefürchtet - wegen eines Blutmals gilt er als unberührbar. Für Jen jedoch ist er Sehnsucht, Glück, Verlangen und erfüllt ihre Seele mit der Macht eines Sommersturms. Doch kann sie das Tabu durchbrechen, das den einsamen Nordmann umgibt und die Vergangenheit zu ihrer Zukunft machen?

Editionen (1)

ISBN9783736302310
VerlagLYX
Erscheinungsdatum14.10.16
Seitenzahl672

Rezensionen & Bewertungen

38 Bewertungen

13 Rezensionen

4,1

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  • avescrown
    avescrown

    11 Follower

    4,0

    Eine wirklich emotionale Geschichte! Ich habe mitgefühlt und gefiebert, hatte aber auch schon ein Ende und eine Auflösung in diese Richtung geahnt. Manchmal hatte ich das Gefühl, als hätte die Autorin nicht das ganze Potential aus den Szenerien geholt (besonders die Stadt "aus Glas und Stahl", aus der Ginn stammt). Dort hatte ich das Gefühl, dass der Hintergrund der Geschichte und die Vergangenheit nicht ganz ausgearbeitet waren, und die Autorin ihren Fokus mehr auf das "hier und jetzt" der Vergangenheit gesetzt hat.

    16. Juli 2025

  • hexenelly
    hexenelly

    1 Follower

    5,0

    Einfach so ein tollen Buch Zeitreise Liebe Wikinger einfach toll geschrieben eins meiner absoluten Favoriten habe ich auch schon 3 mal gelesen. 😍

    16. Okt. 2025

  • 5,0

    Lieblingsbuch

    „In einer Welt, in der wir primär durch immaterielle Fäden miteinander verbunden waren, hätten wir eigentlich in der Lage sein sollen, einander im physischen Wirrwarr der Vergangenheit zu finden. Schmerzhaft, fröhlich, widerlich, romantisch. Die Leute verbrachten Tage und Nächte mit unterschiedlichem Fanatismus in authentisch wirkenden Settings. Sie lechzten nach ihren Welten. Sie tauchten inbrünstig in sie ein.“ [S. 30] Inhalt „Ich erwachte auf schwarzem Sand…“ [S. 653] Die Sprachkünstlerin Jen lebt in einem von Naturkatastrophen gezeichneten Island der Zukunft. Die Welt ist zu Eis erstarrt, jedes Fleckchen ist mit Türmen aus Glas und Metall zugebaut. Um die leeren Stunden zu füllen, entfliehen die Menschen in vergangene Epochen und lassen Festgelage, Speere und Walküre zu ihrer Wirklichkeit werden. Mit der Hoffnung auf schnelles und großes Geld lässt das Unternehmen, für das Jen arbeitet, den „Tank“ entwickeln. Dieser soll den Menschen, sofern sie finanziell dazu in der Lage sind, den Eintritt in eine uneingeschränkt und völlig real wirkende Welt ermöglichen. Jens Aufgabe als Sprachkünstlerin bei dem Projekt ist es, die Sprachen für die jeweiligen Szenarien zu erschaffen. Beim Betreten des „Tanks“ geht jedoch irgendetwas schief und Jen wird in das Islands des 10. Jahrhunderts gezogen, wo sie von einer Gruppe Wikinger und deren Clanführer Heirik gerettet wird. Schon bald spürt Jen, dass sie sich mit dem Land und vor allen Dingen den Menschen um sie herum tief verbunden fühlt. Allen voran Heirik. Denn auch wenn der Körper des Häutlings von einem Blutmal entstellt ist, so erkennt Jen die Schönheit des Mannes dahinter aber eben auch seine Schatten. Meinung „Irgendwo musste es jemanden für mich geben, der wirklich war. Jemanden, den ich wirklich kennen würde, wirklich lieben konnte. Ein Teil von mir gestand sich ein, dass ich ihn niemals hier in meinem Zimmer finden würde, solange ich die Augen verschloss und mit dem Herzen in der Vergangenheit weilte.“ [S. 25] Die Autorin hat sich viel Zeit damit gelassen, Jens und Heiriks Geschichte zu erzählen. Im Gegensatz dazu hat sie der Welt, aus der Jen kommt, nicht mal vierzig Seiten gewidmet, was mich anfangs etwas irritiert und ratlos zurückgelassen hat. Mittlerweile verstehe ich den Sinn dahinter und lange beschäftig habe ich mich damit dann auch nicht, denn keine dreißig Seiten später war ich mitten im Geschehen. Die Autorin hat es mit ihrem poetisch anmutenden Schreibstil und ihren ausschweifenden Beschreibungen geschafft, das Island des 10. Jahrhunderts in meinem Kopf so lebendig werden zu lassen, dass ich fast schon traurig war, als ich das Buch beendet hatte. Ich hätte gut und gerne noch weitere 500 Seiten mit Jen, Heirik und wie sie alle heißen, verbringen können. Die knapp 700 Seiten habe ich sowieso kaum gespürt, die Seiten flogen nur so dahin. Und auch wenn es, gemessen an der hohen Seitenzahl des Buches, größtenteils eher ruhig zugeht, so wurde es für mich kein einziges Mal langweilig. Ich bin abgetaucht, wurde davongetragen von der Schönheit der Sprache, den Mythen und Gesängen, dem Prasseln von Kaminfeuern, dem rumpeligen Lachen der Winkinger, dem Geschnatter der Frauen. Von eisigen Winden, dem Flüstern von Liebenden. den Geräuschen von Wetzsteinen und dem Gebrabbel kleiner Kinder. "Nachdem Heirik den ganzen Morgen so angespannt und bitter und verwirrt gewesen war, schaute er mich endlich richtig an. Und dann ließ er etwas los. Etwas, was er so leid war. Er schien in meine Augen zu fallen wie ein Kind in ein Nest aus Decken und ich umfing ihn mit meinem Blick." [S. 225] Die Beziehung zwischen Jen und Heirik mochte ich sehr, nicht nur weil ich schon immer ein Faible für die "unmögliche Liebe" habe. Zwei Menschen die, aller Widrigkeiten zum Trotz, versuchen zueinanderzufinden, ist und bleibt für mich eines der romantischsten und kraftvollsten Dinge die es gibt. Die Autorin hat zwischen Jen und Heirik eine, in meinen Augen, absolut nachvollziehbare und zutiefst berührende Beziehung entstehen lassen, in der Gefühle nicht durch große Worte sondern hauptsächlich mittels Blicke und Gesten vermittelt werden. Beide sind auf ihre Art verloren und erkennen sich in der Einsamkeit des jeweils anderen. Jen die aus einer Welt kommt, in der nichts Bedeutung hat und Heirik, der aufgrund seines Blutmals als unberührbar gilt. Sehr beeindruckt war ich von der Tasache, wie Larissa Brown es immer wieder geschafft hat, eine erotische Atmospäre entstehen zu lassen, ohne dass sich die Beiden berühren. Auch dabei bleibt die Autorin ihrem Stil treu und so wird aus einer einfachen Sache, wie zum Beispiel dem Lösen eines Zopfes, ein Fest der Sinne. „Jetzt sah ich mein zukünftiges Leben vor mir, nicht das, das ich hinter mir gelassen hatte. Die Verbindung zu meiner Vergangenheit – zu der kalten Stadt, den leeren Augen und verlorenen Herzen von Millionen von Menschen – war getrennt, gekappt wie ein Seil. Und während mein müder und wunder Körper noch dabei war, zum Langhaus zurückzukehren, war mein Herz bereits da.“ [S. 418] Im Laufe des Buches wird die Geschichte dann ab und an doch etwas düsterer und auch blutiger, denn die Zeiten sind rau, gefährlich und von Aberglaube geprägt. Auch unter den Wikingern existieren Hass, Intrigen, Angst und Gewalt. Doch selbst die Dunkelheit hat Dank des besonderen Schreibstils der Autorin eine ganz eigene Schönheit und ich habe mich von Seite zu Seite immer mehr in das Buch verliebt. Und selbst einen Tag nachdem ich das Buch beendet habe, klingt die wunderschöne Sprache immer noch in mir nach und auch die Bilder in meinem Kopf sind nach wie vor noch gegenwärtig. "Alle haben sich zur Ruhe begeben. Gute Nacht den Schafen und Kühen und Pferden. Dem Gras auf den Wiesen, den groben Mauern. Den Sternen und dem Herdfeuer und dem starken Haus. Den Wäldern und den Walen und dem Meer. Gute Nacht dem Kreis junger Mädchen, deren lange Zöpfe im Feuerschein leuchten." [S. 9] 5/5 Sternen

    15. Okt. 2022

3 von 13 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Larissa Brown

Larissa Brown ist eine begeisterte Leserin von Science-Fiction, Gothic Romance und Strick-Ratgebern. Sie lebt mit ihrem Mann Martin und ihrem Sohn Sebastian an der Nordwest-Küste der USA. Feuer und Wind ist ihr Debütroman.

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