Euphoria
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Description
Von realen Ereignissen im Leben der berühmten Ethnologin Margaret Mead inspiriert, erzählt Lily King in diesem grandiosen, spannenden und sinnlichen Roman ebenso anschaulich wie klug von Besitz und Begierde, Entdeckung und Macht, Liebe und Herrschaft.
Neuguinea, Anfang der 1930er Jahre. Drei junge Ethnologen – die schon berühmte und faszinierende Amerikanerin Nell Stone, ihr Mann Fen und der Brite Andrew Bankson – stoßen nach Jahren einsamer Feldforschung aufeinander und entwickeln eine leidenschaftliche Dreiecksbeziehung. Erschöpft von den Versuchen, etwas Verwertbares über die Stämme am Sepikfluss herauszufinden, gelangen die drei Forscher zu den Tam, einem weiblich dominierten Stamm mit ungewohnten Ritualen. Während sie immer tiefer in das Leben der Tam eindringen, werden auch ihre unterschiedlichen Wünsche und Interessen immer deutlicher, die erotische Anziehung zwischen Nell Stone und Andrew Bankson immer intensiver. Schließlich schreitet Fen zu einer dramatischen Aktion mit tragischem Ausgang für alle.
Book Information
Author Description
Lily King, geboren 1963, lebt mit ihrer Familie in Maine. Für ihre Romane erhielt sie u. a. den New England Book Award for Fiction, den Whiting Writers Award und den Maine Fiction Award. Euphoria wurde mit dem neu geschaffenen Kirkus Prize ausgezeichnet und von der New York Times unter die fünf besten literarischen Bücher des Jahres 2014 gewählt. Sabine Roth ist seit 1991 als Übersetzerin tätig. Zu den von ihr übersetzten Autoren gehören Jane Austen, Henry James, Agatha Christie, John Le Carré, V.S. Naipaul, Elisabeth Strout und Lemony Snicket.
Posts
Euphoria lässt einen wirklich euphorisch, aber auch nachdenklich zurück. Die erfolgreiche Anthropologin Nell Stone reist gemeinsam mit ihrem Ehemann Fen durch Neuguinea, um indigene Völker zu studieren. Ihre Beziehung ist angespannt: Fen ist neidisch auf Nells wissenschaftlichen Erfolg und fühlt sich von ihr unterlegen. Als sie den britischen Anthropologen Andrew Bankson treffen, ändert sich die Dynamik.Bankson, der selbst unter Einsamkeit und Depression leidet, fühlt sich sofort zu Nell hingezogen - intellektuell wie emotional. Zwischen den Dreien entsteht eine enge, zunehmend komplizierte Beziehung, die durch wissenschaftlichen Ehrgeiz, immer weiter eskaliert. Ich war hingerissen von der Welt, dieser Völker und konnte die flirrende Natur regelrecht spüren, aber auch die Liebe zwischen Nell und Bankson, die Leidenschaft die zwischen ihnen brodelt. Wirklich ein euphorisches Buch. ▪️Wissenschaft ▪️Tam ▪️ Kolonialismus und kulturelle Missverständnisse ▪️ Eifersucht, Liebe und Macht ▪️ Vulva ▪️ Du bist in meinem Bauch ▪️ heimliche Liebe ▪️ blaues Kleid
Unterhaltsame Belletristik mit Lerneffekt und dem wohltuenden Schauer von Ferne
„Spannend... intensiv, verführerisch, erotisch…“, so überschlagen sich Literaturkritiker diverser renommierter Medien bei ihren Rezensionen zu Euphoria. Kombiniert mit dem Wortklang des Titels und dem nach einem fiktiven Pseudonym klingenden Namen der Autorin verführen spätestens Keywords aus der Inhaltsangabe wie „Dreiecksbeziehung in exotischem Setting“ zu völlig unzutreffender Kategorisierung. Also Vorsicht vor voreiligen Schnellschlüssen, denn das Buch bietet aus diesem Genre relativ wenig, aber dafür viel mehr Höherkarätiges. So wenig wie Euphoria auch nur im Geringsten in die Sparte Fifty Shades of Grey gehört, so wenig ist Lily King eine E.L. James. Lily King ist amerikanische Hochschullehrerin für Literatur, die mit ihren Büchern bereits diverse Literaturpreise gewonnen hat und mit Euphoria von der New York Times unter die fünf besten literarischen Bücher des Jahres 2014 gewählt wurde. Der Roman selbst hat viele Ebenen und Facetten, die jede für sich einen Spannungsbogen garantiert und im gemeinsamen Einklang die Qualität des Romans ausmachen. Die Handlung. Lily King lehnt sich an die reale Forschung von Margaret Mead in Papua-Neuguinea an, diesem landschaftlich und kulturell wilden Inselkonglomerat zwischen Indonesien und Australien. Die Autorin erschafft für ihren Roman die Figuren von drei Ethnologen, die sich in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts in den Tiefen des kaum erschlossenen Regenwaldes kennenlernen und ihre Forschungen teilweise in Konkurrenz mißtrauisch beäugen, aber teilweise auch in ungestümer Fusion ihrer gemeinsamen wissenschaftlichen Leidenschaft fast schon zur ekstatischen Euphorie vorantreiben. Das Zwischenmenschliche. Nell und ihr Mann Fen sind mehr Konkurrenten als Ehepaar. Hier Nell, die strukturierte, engagierte und schon deutlich berühmtere Wissenschaftlerin, die für neue Erkenntnisse und Erfahrungen alles gibt. Da Fen, der Maskuline und eher Raubeinige, dem es im Schatten seiner Frau mehr um den schnellen Erfolg geht, sei es sogar durch Diebstahl von Kulturgütern heiliger Zeremonien. Und dann taucht da der sensible Konterpart Andrew auf, ein Wissenschaftler mit Empathie, wobei sich sein Einfühlungsvermögen nicht nur auf die Sitten und Riten der Ureinwohner beschränkt, sondern sich auch auf Nell auswirkt. Soweit, so gut oder so klischeehaft in der Kürze, aber ehrlicherweise gekonnt ins Buch eingewoben. Die Erzählperspektive. Davon gibt es nicht nur eine, sondern gleich drei. Zum Einstieg und immer wieder sporadisch im Verlauf des Buches übernimmt der auktorial-neutrale Erzähler. Danach wechseln sich Andrew und Nell als Ich- Erzähler ab, wobei Nells Part als Tagebuch präsentiert wird. Ein am Anfang leicht irritierender Wechsel der Erzählstile, nach kurzer Einlese-Zeit aber sehr interessant und auflockernd. Die Rolle der Ethnologie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das ist die mit Abstand bedrückendste Ebene des Romans. King gelingt es hervorragend darzustellen, wie falsch und fehlerhaft der Ansatz der ethnologischen Wissenschaft dieser drei Forscher ist, die aber nur repräsentativ für die gesamte Anthropologie der damaligen Zeit stehen. Und ich hoffe inständig, dass das Präteritum an dieser Stelle gerechtfertigt ist. Die drei Vertreter eines ganz anderen Kulturkreises betreten ein fast unberührtes Land, um die Ureinwohner zu studieren, verändern aber alleine durch ihre Anwesenheit mit ihrem Eintreffen alle Abläufe und jegliches Verhalten. Sie lassen sich eigene Hütten und Häuser bauen, greifen in uralte Riten ein und leiten aus all den fehlgesteuerten und verfälschten Beobachtungen schliesslich auch noch unzulässig verallgemeinernde Schlüsse ab. Sie schaffen schliesslich Menschentypen und Rassenkategorien, die wenige Jahre später in nationalsozialistische Strömungen rund um die Welt, aber bekannterweise vor allem in einem Staat in der Mitte Europas begeisterten Widerhall finden. In Summe also kein Erotikroman, aber auch kein Abenteuerroman, natürlich auch kein ethnologisch-anthroposophisches Sachbuch, sondern einfach sehr unterhaltsame Belletristik mit Lerneffekt und dem wohltuenden Schauer von Ferne..
Neuguinea, Anfang der 1930er Jahre: Nell Stone befindet sich gerade am Ende einer Forschungsreise mit ihrem Mann Fen, als sie auf den Briten Andrew Bankson treffen. Dieser überredet sie, das letzte Halbe Jahr ihrer Reise in seinem Forschungsgebiet am Strom Sepik zu verbringen. Nell und Bankson fühlen sich sofort zueinander hingezogen, sowohl körperlich, als auch intellektuell. Trotz der Arbeit bei verschiedenen Stämmen entsteht eine gefährliche Dreiecksbeziehung, die in einer Katastrophe enden wird. Der Titel "Euphoria" von Lily Kings Roman fängt die anfängliche Stimmung zwischen Nell, Fen und Bankson sehr gut ein: Euphorisch tauschen sich die drei Ethnolog*innen aus, erarbeiten neue Forschungsansätze und kommen sich dabei immer näher. Nell ist bereits eine angesehene und bekannte Wissenschaftlerin, was ihrem Mann Fen sehr zusetzt, der bislang den großen Durchbruch noch nicht geschafft hat und es nicht aushält, im Schatten (s)einer Frau zu stehen. Bankson hingegen steckt in einer intellektuellen Flaute, er ist depressiv und hat kurz vor dem Zusammentreffen der drei einen Selbstmordversuch hinter sich. Lily King erzählt ihren Roman in eher nüchternem, unsentimentalen Ton aus Banksons Sicht und anhand von Tagebucheinträgen Nells, was für mich einen besonderen Reiz ausmacht. Während Nell den Forschungsansatz verfolgt, dass Geschlechterrollen erlernt, und nicht angeboren sind, steht Fen für die problematischen Aspekte der Ethnologie - er ist eine durch und durch unsympathische, grausame Figur. Inspiriert wurde Lily King zu diesem Roman durch eine Biographie der Ethnologin Margaret Mead, die sie sich eher zufällig bei einem Buchhandlungsbesuch schnappte. Für mich ist "Euphoria" ein ausgesprochen faszinierendes Buch über Macht und Missbrauch, über Freundschaft und Liebe, über das ich noch lange nachdenken werde. Wer "Das Volk der Bäume" von von Hanya Yanagihara gerne mochte, sollte "Euphoria" auch lesen! Übersetzt von Sabine Roth.

Kurzmeinung Genre: Roman, fiktiv, von realen Ereignissen inspiriert Handlung: Drei Menschen, die die Faszination teilen Naturvölker zu erforschen, geraten in eine unerwartete Dreiecksbeziehung, und dies “am Ende der Welt”. Was die Forschung angeht verbindet sie vieles. Sie können sich Impulse und Denkanstöße geben und sind ein gutes Team. Charakterlich aber driften sie weit auseinander. Charaktere: Nell ist die Frau in diesem Gespann. Sie ist sehr klug, enthusiastisch, feinfühlig, sensibel und voller Ideen und Tatendrang. Ihr Mann Fen ist das glatte Gegenteil. Er ist ein großer Egoist, selbstherrlich und ein neidischer Jammerlappen. Ein charakterschwacher Mensch, der nicht mit dem Ruhm seiner Frau umgehen kann. Andrew Bankson ist der Dritte im Bunde, der sich in Nell verliebt, sie bewundert und auch versteht. Spannung: Dieser Roman spielt nicht auf Spannung. Dennoch entwickelt sich ein eigenartiger Sog, der einen ins Buch zieht und die Frage bringt, was wird am Ende passieren. Wie kann diese eigenartige Dreiergeschichte enden? Auf was wird es hinauslaufen? Schreibstil: Der Schreibstil ist wundervoll! Gekonnt schafft es die Autorin das Setting, die Forschung, die Charaktere sowie die Gefühle vor das innere Auge des Lesers zu projizieren. Ich hing regelrecht an ihrer Feder… Überwiegend erfahren wir als von Andrew Bankson, der als Ich-Erzähler fungiert. Damit das nicht zu einseitig wird, lässt uns die Autorin durch Nells Tagebucheinträge mehr von ihr wissen und wie sie alles erlebt. Beide Sichtweisen zusammen ergeben ein stimmiges Bild. Ende: In zwei Worten ausgedrückt: schmerzhaft wundervoll! Es ist für mich das i-Tüpfelchen der ganzen Geschichte. Der Autorin ist ein absolut rundes Werk gelungen! Kein Kitsch, kein Hollywood-Ende und doch bin ich absolut zufrieden. Fazit: Dieser Roman ist fiktiv, wurde aber von realen Ereignissen aus dem Leben der Kultur-Anthropologin Margaret Mead inspiriert. Ich kenne sie und ihre Geschichte nicht, deshalb war mein Lesen völlig frei von diesem Hintergrundwissen. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und in ferne Länder versetzt. Inwieweit der Inhalt, der auf die Forschung und die Beschreibung/Kultur der Stämme stimmt, kann ich nicht beurteilen. Als erfundene Geschichte hat das Buch für mich funktioniert. Ich empfand das Zusammenspiel der Charaktere, die Probleme, die sich im Laufe der Zeit darstellten und den Schluss als sehr gelungen. Ich konnte mir Nell, Fen und Andrew sehr gut vorstellen und in sie hineinversetzten. Ein feiner Roman unter 300 Seiten, der mich begeistert hat und für den ich eine absolute Leseempfehlung ausspreche!
Ich hatte sehr hohe Erwartungen an diesen Roman, denn ich mag Wissenschaftsgeschichte die in Romanform anhand einzelner Personen erzählt wird, sehr gerne. "Die Vermessung der Welt" hat gezeigt, dass dies gleichzeitig spannend, literarisch genüsslich und informativ sein kann, während mir "Vom anderen Ende der Welt" bewiesen hat, dass auch eine kleine Liebesgeschichte dem Thema nicht immer schadet und gut umgesetzt werden kann. "Euphoria" beschäftigt sich nun nicht nur mit dem sehr spannenden Gebiet der Ethnologie, sondern nimmt sich auch die Ethnologin Margaret Mead zum Vorbild für die Protagonistin. Da Mead auf ihrem Gebiet bahnbrechende Entdeckungen machte und auf einem ihrer Forschungsreisen den Ethnologen Andrew Bankson kennen und lieben lernte, sollte man meinen hier beste Vorrausetzungen für eine spannende, wenn vielleicht nicht unbedingt anspruchsvolle so doch unterhaltsame Geschichte zu finden. Lily King setzt dieses große Potential leider in den Sand. Die Autorin will zu viel und davon gleichzeitig zu wenig. Möglichst alle Themen wie Informationsvermittlung über Ethnologie, tragische Liebesgeschichte, Gesellschaftsdrama und große Literatur sollen in das Buch hineingepresst werden. In diesem Fall wäre weniger mehr gewesen und es hätte dem Roman gut getan wenn sich die Autorin nur auf ein oder zwei Themen fokussiert hätte. Als Abenteuer- oder Historienroman taugt "Euphoria" eher nicht, am ehesten funktioniert es noch als Liebesdrama. Wobei mich letzteres ziemlich frustriert hat. Man kann eine Liebesgeschichte ja durchaus ein wenig tragisch gestalten, aber auf dieses Maß an Melodrama war ich nicht vorbereitet. Besonders da die reale Vorlage genug Stoff für ein interessantes Beziehungsgeflecht beinhaltet, da ist es meiner Meinung nach einfach nicht notwendig dies so melodramatisch und kitschig abzuändern. Dieses Liebesdreieck war dauerhaft präsent und vordergründig, zu dessen Gunsten wurde gerne mal vergessen ethnologische Methodik genauer zu erklären und als Leser fragt man sich was denn jetzt dahinter steckt und welche wissenschaftliche Aussage man daraus ableiten kann. Zusätzlich waren beide männlichen Hauptcharaktere sehr überzeichnet dargestellt, wobei man der Autorin hier die Absicht unterstellen kann, jeweils einen westlich/nordisch-dominanten und einen fernöstlich-emotionalen Archetypen darstellen zu wollen. Die Ethnologen wenden nämlich eine Methodik an, mit welcher sie den indigenen Stämmen unterschiedliche Charaktereigenschaften zuordnen und diese mit der westlichen oder östlichen Welt vergleichen. Mir erscheint diese Methode sehr klischeehaft und nicht sonderlich wissenschaftlich, aber Anfang des 20. Jhd., als die Ethnologie noch in den Kinderschuhen steckte war diese Herangehensweise vermutlich revolutionär. Eine melodramatische Liebesgeschichte funktioniert für mich im Kontext einer Familiensaga, z.B. in Büchern von Kate Morton, dort erwarte ich so etwas auch. Ein Roman der sich die Anfänge einer damals neuen Wissenschaft und die Lebensgeschichte der prägensten Wissenschaftlerin zum Thema nimmt, bietet jedoch viel mehr Potential was leider nicht genutzt wurde und zu einer kitschigen Liebesgeschichte verkommen ist.
2 Wochen hab ich nun an diesem Buch gelesen. Der Klappentext klang vielversprechend: Bis an die Grenzen – in der Wissenschaft und in der Liebe Neuguinea, Anfang der dreißiger Jahre: Die amerikanische Ethnologin Nell Stone, bereits in ihrer Jugend berühmt, ist körperlich am Ende, als sie mit ihrem Mann Fen nach langer Feldforschung zu einer Kolonialstation zurückkehrt. Dort begegnen sie Andrew Bankson aus England, auch er Ethnologe, der ihnen eine Zusammenarbeit vorschlägt. Erschöpft von vergeblichen Versuchen, die Stämme am Sepik-Fluss zu erforschen, gelangt das Trio zu den Tam, einem von Frauen dominierten Stamm. Schon bald entwickelt sich zwischen Nell und Andrew mehr als nur eine enge Arbeitsbeziehung. Und je tiefer die Wissenschaftler die ungewöhnlichen Rituale der Tam erforschen, desto deutlicher treten individuelle Wünsche und Interessen hervor. Die Spannungen, denen sie bald ausgesetzt sind, enden dramatisch ... Joa...es ist wissenschaftlich, es ist eine Ménage-à-trois - und irgendwie sehr bemüht Wissenschaft mit Erotik zu mischen. Man wird direkt ins Buch hineingeworfen: Eingeborene stehen herum und schlagen ihre Trommeln, andere fahren mit einem Boot. Weiße sind mit einem Motorboot unterwegs, die Frauen geraten über einen Mann ins schwärmen. Keiner dieser Menschen taucht wieder im Buch auf. Es entsteht kein richtiger Zusammenhange, es sind hingestreute Einzelheiten, die die kranke Protagonistin auch nicht zu verbinden weiß. Weder ihr harscher Mann noch ihr Liebhaber sind irgendwie angenehme Zeitgenossen. Da war ich schon kurz davor, dem Buch den Todesstoß zu geben. Dabei beruht das Buch auf teilweise wahren Begebenheiten. Die Geschichte spielt um 1933 und Kings Hauptprotagonistin Nell Stone lehnt sich an die real existierenden Personen Margaret Mead, Fortune und Bateson an. Mead war eine amerikanische Anthropologin aus den 30er Jahren, die die Salomonen und Neuguinea erforschte und mit ihrem Forschergeist ihrer Zeit weit vor war. Die Rezenzsenten der anderen Portale sind wie ich der Meinung - es ist kein Buch für jedermann. Entweder man mag es, oder nicht. Ich falle in die zweite Kategorie. Deswegen hat das Lesen auch so lange gedauert. Würde ich von der Autorin wieder etwas lesen? Eher nicht. Ich bin offensichtlich die falsche Zielgruppe.
Experience first-hand Margaret Maed, a leading anthropologist, and her discoveries of what makes us humans in different cultures narrated by the perceptive author Lily King! It is undisputed that Maed´s work was colossal and regularly challenged by her environment, but ultimately contributed to extending human perception. Whilst her coworkers were confined by silos, Maed managed not to be distracted from what she was witnessing and connecting her findings. Lily King emphasizes what was required to be listened to as a female anthropologist in early times. Despite the difficulties, Maed kept on advancing in her professional practice. Among others, she was a leading figure in "The Salzburg Seminar in American Civilization" after the WWII, a post conflict initiative that focused on bringing young leaders together (not mentioned in the book). My brain synapses kept on building bridges across cultures when reading this book, whilst I was in euphoria with Maed´s courage whether by her professional discoveries or by her private choices. IG: @nilguen_reads
Was für ein wunderschönes Buch. In den letzten fünf Tagen fand ich mich Dschungel wieder und genoss jeden Moment. Das Cover hat mich so sehr angesprochen, dass ich nicht wiederstehen konnte. Für alle, die in eine andere Welt eintauchen und dem Alltag entfliehen möchten, empfehle ich diese Geschichte.
I read this for my literature course and was actually expecting it to find this book boring and just not my genre, like I almost always do when I read books for university. However, I learnt that I found this book actually quite good. It wasn't really my favorite trope or topic per se, but somehow the author still managed to make me feel ok and not bored while reading about it! I feel like Nell and Bankson were characters that I could get a good grasp on, Fen meanwhile stayed a bit blank in comparison. But that also has to do with the fact that we never get a chapter out of his POV and honestly I was not mad about it! The writing style of the author was quite good and easy to get through as well! All in all I would rate this book 3,75 out of 5 stars!
Description
Von realen Ereignissen im Leben der berühmten Ethnologin Margaret Mead inspiriert, erzählt Lily King in diesem grandiosen, spannenden und sinnlichen Roman ebenso anschaulich wie klug von Besitz und Begierde, Entdeckung und Macht, Liebe und Herrschaft.
Neuguinea, Anfang der 1930er Jahre. Drei junge Ethnologen – die schon berühmte und faszinierende Amerikanerin Nell Stone, ihr Mann Fen und der Brite Andrew Bankson – stoßen nach Jahren einsamer Feldforschung aufeinander und entwickeln eine leidenschaftliche Dreiecksbeziehung. Erschöpft von den Versuchen, etwas Verwertbares über die Stämme am Sepikfluss herauszufinden, gelangen die drei Forscher zu den Tam, einem weiblich dominierten Stamm mit ungewohnten Ritualen. Während sie immer tiefer in das Leben der Tam eindringen, werden auch ihre unterschiedlichen Wünsche und Interessen immer deutlicher, die erotische Anziehung zwischen Nell Stone und Andrew Bankson immer intensiver. Schließlich schreitet Fen zu einer dramatischen Aktion mit tragischem Ausgang für alle.
Book Information
Author Description
Lily King, geboren 1963, lebt mit ihrer Familie in Maine. Für ihre Romane erhielt sie u. a. den New England Book Award for Fiction, den Whiting Writers Award und den Maine Fiction Award. Euphoria wurde mit dem neu geschaffenen Kirkus Prize ausgezeichnet und von der New York Times unter die fünf besten literarischen Bücher des Jahres 2014 gewählt. Sabine Roth ist seit 1991 als Übersetzerin tätig. Zu den von ihr übersetzten Autoren gehören Jane Austen, Henry James, Agatha Christie, John Le Carré, V.S. Naipaul, Elisabeth Strout und Lemony Snicket.
Posts
Euphoria lässt einen wirklich euphorisch, aber auch nachdenklich zurück. Die erfolgreiche Anthropologin Nell Stone reist gemeinsam mit ihrem Ehemann Fen durch Neuguinea, um indigene Völker zu studieren. Ihre Beziehung ist angespannt: Fen ist neidisch auf Nells wissenschaftlichen Erfolg und fühlt sich von ihr unterlegen. Als sie den britischen Anthropologen Andrew Bankson treffen, ändert sich die Dynamik.Bankson, der selbst unter Einsamkeit und Depression leidet, fühlt sich sofort zu Nell hingezogen - intellektuell wie emotional. Zwischen den Dreien entsteht eine enge, zunehmend komplizierte Beziehung, die durch wissenschaftlichen Ehrgeiz, immer weiter eskaliert. Ich war hingerissen von der Welt, dieser Völker und konnte die flirrende Natur regelrecht spüren, aber auch die Liebe zwischen Nell und Bankson, die Leidenschaft die zwischen ihnen brodelt. Wirklich ein euphorisches Buch. ▪️Wissenschaft ▪️Tam ▪️ Kolonialismus und kulturelle Missverständnisse ▪️ Eifersucht, Liebe und Macht ▪️ Vulva ▪️ Du bist in meinem Bauch ▪️ heimliche Liebe ▪️ blaues Kleid
Unterhaltsame Belletristik mit Lerneffekt und dem wohltuenden Schauer von Ferne
„Spannend... intensiv, verführerisch, erotisch…“, so überschlagen sich Literaturkritiker diverser renommierter Medien bei ihren Rezensionen zu Euphoria. Kombiniert mit dem Wortklang des Titels und dem nach einem fiktiven Pseudonym klingenden Namen der Autorin verführen spätestens Keywords aus der Inhaltsangabe wie „Dreiecksbeziehung in exotischem Setting“ zu völlig unzutreffender Kategorisierung. Also Vorsicht vor voreiligen Schnellschlüssen, denn das Buch bietet aus diesem Genre relativ wenig, aber dafür viel mehr Höherkarätiges. So wenig wie Euphoria auch nur im Geringsten in die Sparte Fifty Shades of Grey gehört, so wenig ist Lily King eine E.L. James. Lily King ist amerikanische Hochschullehrerin für Literatur, die mit ihren Büchern bereits diverse Literaturpreise gewonnen hat und mit Euphoria von der New York Times unter die fünf besten literarischen Bücher des Jahres 2014 gewählt wurde. Der Roman selbst hat viele Ebenen und Facetten, die jede für sich einen Spannungsbogen garantiert und im gemeinsamen Einklang die Qualität des Romans ausmachen. Die Handlung. Lily King lehnt sich an die reale Forschung von Margaret Mead in Papua-Neuguinea an, diesem landschaftlich und kulturell wilden Inselkonglomerat zwischen Indonesien und Australien. Die Autorin erschafft für ihren Roman die Figuren von drei Ethnologen, die sich in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts in den Tiefen des kaum erschlossenen Regenwaldes kennenlernen und ihre Forschungen teilweise in Konkurrenz mißtrauisch beäugen, aber teilweise auch in ungestümer Fusion ihrer gemeinsamen wissenschaftlichen Leidenschaft fast schon zur ekstatischen Euphorie vorantreiben. Das Zwischenmenschliche. Nell und ihr Mann Fen sind mehr Konkurrenten als Ehepaar. Hier Nell, die strukturierte, engagierte und schon deutlich berühmtere Wissenschaftlerin, die für neue Erkenntnisse und Erfahrungen alles gibt. Da Fen, der Maskuline und eher Raubeinige, dem es im Schatten seiner Frau mehr um den schnellen Erfolg geht, sei es sogar durch Diebstahl von Kulturgütern heiliger Zeremonien. Und dann taucht da der sensible Konterpart Andrew auf, ein Wissenschaftler mit Empathie, wobei sich sein Einfühlungsvermögen nicht nur auf die Sitten und Riten der Ureinwohner beschränkt, sondern sich auch auf Nell auswirkt. Soweit, so gut oder so klischeehaft in der Kürze, aber ehrlicherweise gekonnt ins Buch eingewoben. Die Erzählperspektive. Davon gibt es nicht nur eine, sondern gleich drei. Zum Einstieg und immer wieder sporadisch im Verlauf des Buches übernimmt der auktorial-neutrale Erzähler. Danach wechseln sich Andrew und Nell als Ich- Erzähler ab, wobei Nells Part als Tagebuch präsentiert wird. Ein am Anfang leicht irritierender Wechsel der Erzählstile, nach kurzer Einlese-Zeit aber sehr interessant und auflockernd. Die Rolle der Ethnologie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das ist die mit Abstand bedrückendste Ebene des Romans. King gelingt es hervorragend darzustellen, wie falsch und fehlerhaft der Ansatz der ethnologischen Wissenschaft dieser drei Forscher ist, die aber nur repräsentativ für die gesamte Anthropologie der damaligen Zeit stehen. Und ich hoffe inständig, dass das Präteritum an dieser Stelle gerechtfertigt ist. Die drei Vertreter eines ganz anderen Kulturkreises betreten ein fast unberührtes Land, um die Ureinwohner zu studieren, verändern aber alleine durch ihre Anwesenheit mit ihrem Eintreffen alle Abläufe und jegliches Verhalten. Sie lassen sich eigene Hütten und Häuser bauen, greifen in uralte Riten ein und leiten aus all den fehlgesteuerten und verfälschten Beobachtungen schliesslich auch noch unzulässig verallgemeinernde Schlüsse ab. Sie schaffen schliesslich Menschentypen und Rassenkategorien, die wenige Jahre später in nationalsozialistische Strömungen rund um die Welt, aber bekannterweise vor allem in einem Staat in der Mitte Europas begeisterten Widerhall finden. In Summe also kein Erotikroman, aber auch kein Abenteuerroman, natürlich auch kein ethnologisch-anthroposophisches Sachbuch, sondern einfach sehr unterhaltsame Belletristik mit Lerneffekt und dem wohltuenden Schauer von Ferne..
Neuguinea, Anfang der 1930er Jahre: Nell Stone befindet sich gerade am Ende einer Forschungsreise mit ihrem Mann Fen, als sie auf den Briten Andrew Bankson treffen. Dieser überredet sie, das letzte Halbe Jahr ihrer Reise in seinem Forschungsgebiet am Strom Sepik zu verbringen. Nell und Bankson fühlen sich sofort zueinander hingezogen, sowohl körperlich, als auch intellektuell. Trotz der Arbeit bei verschiedenen Stämmen entsteht eine gefährliche Dreiecksbeziehung, die in einer Katastrophe enden wird. Der Titel "Euphoria" von Lily Kings Roman fängt die anfängliche Stimmung zwischen Nell, Fen und Bankson sehr gut ein: Euphorisch tauschen sich die drei Ethnolog*innen aus, erarbeiten neue Forschungsansätze und kommen sich dabei immer näher. Nell ist bereits eine angesehene und bekannte Wissenschaftlerin, was ihrem Mann Fen sehr zusetzt, der bislang den großen Durchbruch noch nicht geschafft hat und es nicht aushält, im Schatten (s)einer Frau zu stehen. Bankson hingegen steckt in einer intellektuellen Flaute, er ist depressiv und hat kurz vor dem Zusammentreffen der drei einen Selbstmordversuch hinter sich. Lily King erzählt ihren Roman in eher nüchternem, unsentimentalen Ton aus Banksons Sicht und anhand von Tagebucheinträgen Nells, was für mich einen besonderen Reiz ausmacht. Während Nell den Forschungsansatz verfolgt, dass Geschlechterrollen erlernt, und nicht angeboren sind, steht Fen für die problematischen Aspekte der Ethnologie - er ist eine durch und durch unsympathische, grausame Figur. Inspiriert wurde Lily King zu diesem Roman durch eine Biographie der Ethnologin Margaret Mead, die sie sich eher zufällig bei einem Buchhandlungsbesuch schnappte. Für mich ist "Euphoria" ein ausgesprochen faszinierendes Buch über Macht und Missbrauch, über Freundschaft und Liebe, über das ich noch lange nachdenken werde. Wer "Das Volk der Bäume" von von Hanya Yanagihara gerne mochte, sollte "Euphoria" auch lesen! Übersetzt von Sabine Roth.

Kurzmeinung Genre: Roman, fiktiv, von realen Ereignissen inspiriert Handlung: Drei Menschen, die die Faszination teilen Naturvölker zu erforschen, geraten in eine unerwartete Dreiecksbeziehung, und dies “am Ende der Welt”. Was die Forschung angeht verbindet sie vieles. Sie können sich Impulse und Denkanstöße geben und sind ein gutes Team. Charakterlich aber driften sie weit auseinander. Charaktere: Nell ist die Frau in diesem Gespann. Sie ist sehr klug, enthusiastisch, feinfühlig, sensibel und voller Ideen und Tatendrang. Ihr Mann Fen ist das glatte Gegenteil. Er ist ein großer Egoist, selbstherrlich und ein neidischer Jammerlappen. Ein charakterschwacher Mensch, der nicht mit dem Ruhm seiner Frau umgehen kann. Andrew Bankson ist der Dritte im Bunde, der sich in Nell verliebt, sie bewundert und auch versteht. Spannung: Dieser Roman spielt nicht auf Spannung. Dennoch entwickelt sich ein eigenartiger Sog, der einen ins Buch zieht und die Frage bringt, was wird am Ende passieren. Wie kann diese eigenartige Dreiergeschichte enden? Auf was wird es hinauslaufen? Schreibstil: Der Schreibstil ist wundervoll! Gekonnt schafft es die Autorin das Setting, die Forschung, die Charaktere sowie die Gefühle vor das innere Auge des Lesers zu projizieren. Ich hing regelrecht an ihrer Feder… Überwiegend erfahren wir als von Andrew Bankson, der als Ich-Erzähler fungiert. Damit das nicht zu einseitig wird, lässt uns die Autorin durch Nells Tagebucheinträge mehr von ihr wissen und wie sie alles erlebt. Beide Sichtweisen zusammen ergeben ein stimmiges Bild. Ende: In zwei Worten ausgedrückt: schmerzhaft wundervoll! Es ist für mich das i-Tüpfelchen der ganzen Geschichte. Der Autorin ist ein absolut rundes Werk gelungen! Kein Kitsch, kein Hollywood-Ende und doch bin ich absolut zufrieden. Fazit: Dieser Roman ist fiktiv, wurde aber von realen Ereignissen aus dem Leben der Kultur-Anthropologin Margaret Mead inspiriert. Ich kenne sie und ihre Geschichte nicht, deshalb war mein Lesen völlig frei von diesem Hintergrundwissen. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und in ferne Länder versetzt. Inwieweit der Inhalt, der auf die Forschung und die Beschreibung/Kultur der Stämme stimmt, kann ich nicht beurteilen. Als erfundene Geschichte hat das Buch für mich funktioniert. Ich empfand das Zusammenspiel der Charaktere, die Probleme, die sich im Laufe der Zeit darstellten und den Schluss als sehr gelungen. Ich konnte mir Nell, Fen und Andrew sehr gut vorstellen und in sie hineinversetzten. Ein feiner Roman unter 300 Seiten, der mich begeistert hat und für den ich eine absolute Leseempfehlung ausspreche!
Ich hatte sehr hohe Erwartungen an diesen Roman, denn ich mag Wissenschaftsgeschichte die in Romanform anhand einzelner Personen erzählt wird, sehr gerne. "Die Vermessung der Welt" hat gezeigt, dass dies gleichzeitig spannend, literarisch genüsslich und informativ sein kann, während mir "Vom anderen Ende der Welt" bewiesen hat, dass auch eine kleine Liebesgeschichte dem Thema nicht immer schadet und gut umgesetzt werden kann. "Euphoria" beschäftigt sich nun nicht nur mit dem sehr spannenden Gebiet der Ethnologie, sondern nimmt sich auch die Ethnologin Margaret Mead zum Vorbild für die Protagonistin. Da Mead auf ihrem Gebiet bahnbrechende Entdeckungen machte und auf einem ihrer Forschungsreisen den Ethnologen Andrew Bankson kennen und lieben lernte, sollte man meinen hier beste Vorrausetzungen für eine spannende, wenn vielleicht nicht unbedingt anspruchsvolle so doch unterhaltsame Geschichte zu finden. Lily King setzt dieses große Potential leider in den Sand. Die Autorin will zu viel und davon gleichzeitig zu wenig. Möglichst alle Themen wie Informationsvermittlung über Ethnologie, tragische Liebesgeschichte, Gesellschaftsdrama und große Literatur sollen in das Buch hineingepresst werden. In diesem Fall wäre weniger mehr gewesen und es hätte dem Roman gut getan wenn sich die Autorin nur auf ein oder zwei Themen fokussiert hätte. Als Abenteuer- oder Historienroman taugt "Euphoria" eher nicht, am ehesten funktioniert es noch als Liebesdrama. Wobei mich letzteres ziemlich frustriert hat. Man kann eine Liebesgeschichte ja durchaus ein wenig tragisch gestalten, aber auf dieses Maß an Melodrama war ich nicht vorbereitet. Besonders da die reale Vorlage genug Stoff für ein interessantes Beziehungsgeflecht beinhaltet, da ist es meiner Meinung nach einfach nicht notwendig dies so melodramatisch und kitschig abzuändern. Dieses Liebesdreieck war dauerhaft präsent und vordergründig, zu dessen Gunsten wurde gerne mal vergessen ethnologische Methodik genauer zu erklären und als Leser fragt man sich was denn jetzt dahinter steckt und welche wissenschaftliche Aussage man daraus ableiten kann. Zusätzlich waren beide männlichen Hauptcharaktere sehr überzeichnet dargestellt, wobei man der Autorin hier die Absicht unterstellen kann, jeweils einen westlich/nordisch-dominanten und einen fernöstlich-emotionalen Archetypen darstellen zu wollen. Die Ethnologen wenden nämlich eine Methodik an, mit welcher sie den indigenen Stämmen unterschiedliche Charaktereigenschaften zuordnen und diese mit der westlichen oder östlichen Welt vergleichen. Mir erscheint diese Methode sehr klischeehaft und nicht sonderlich wissenschaftlich, aber Anfang des 20. Jhd., als die Ethnologie noch in den Kinderschuhen steckte war diese Herangehensweise vermutlich revolutionär. Eine melodramatische Liebesgeschichte funktioniert für mich im Kontext einer Familiensaga, z.B. in Büchern von Kate Morton, dort erwarte ich so etwas auch. Ein Roman der sich die Anfänge einer damals neuen Wissenschaft und die Lebensgeschichte der prägensten Wissenschaftlerin zum Thema nimmt, bietet jedoch viel mehr Potential was leider nicht genutzt wurde und zu einer kitschigen Liebesgeschichte verkommen ist.
2 Wochen hab ich nun an diesem Buch gelesen. Der Klappentext klang vielversprechend: Bis an die Grenzen – in der Wissenschaft und in der Liebe Neuguinea, Anfang der dreißiger Jahre: Die amerikanische Ethnologin Nell Stone, bereits in ihrer Jugend berühmt, ist körperlich am Ende, als sie mit ihrem Mann Fen nach langer Feldforschung zu einer Kolonialstation zurückkehrt. Dort begegnen sie Andrew Bankson aus England, auch er Ethnologe, der ihnen eine Zusammenarbeit vorschlägt. Erschöpft von vergeblichen Versuchen, die Stämme am Sepik-Fluss zu erforschen, gelangt das Trio zu den Tam, einem von Frauen dominierten Stamm. Schon bald entwickelt sich zwischen Nell und Andrew mehr als nur eine enge Arbeitsbeziehung. Und je tiefer die Wissenschaftler die ungewöhnlichen Rituale der Tam erforschen, desto deutlicher treten individuelle Wünsche und Interessen hervor. Die Spannungen, denen sie bald ausgesetzt sind, enden dramatisch ... Joa...es ist wissenschaftlich, es ist eine Ménage-à-trois - und irgendwie sehr bemüht Wissenschaft mit Erotik zu mischen. Man wird direkt ins Buch hineingeworfen: Eingeborene stehen herum und schlagen ihre Trommeln, andere fahren mit einem Boot. Weiße sind mit einem Motorboot unterwegs, die Frauen geraten über einen Mann ins schwärmen. Keiner dieser Menschen taucht wieder im Buch auf. Es entsteht kein richtiger Zusammenhange, es sind hingestreute Einzelheiten, die die kranke Protagonistin auch nicht zu verbinden weiß. Weder ihr harscher Mann noch ihr Liebhaber sind irgendwie angenehme Zeitgenossen. Da war ich schon kurz davor, dem Buch den Todesstoß zu geben. Dabei beruht das Buch auf teilweise wahren Begebenheiten. Die Geschichte spielt um 1933 und Kings Hauptprotagonistin Nell Stone lehnt sich an die real existierenden Personen Margaret Mead, Fortune und Bateson an. Mead war eine amerikanische Anthropologin aus den 30er Jahren, die die Salomonen und Neuguinea erforschte und mit ihrem Forschergeist ihrer Zeit weit vor war. Die Rezenzsenten der anderen Portale sind wie ich der Meinung - es ist kein Buch für jedermann. Entweder man mag es, oder nicht. Ich falle in die zweite Kategorie. Deswegen hat das Lesen auch so lange gedauert. Würde ich von der Autorin wieder etwas lesen? Eher nicht. Ich bin offensichtlich die falsche Zielgruppe.
Experience first-hand Margaret Maed, a leading anthropologist, and her discoveries of what makes us humans in different cultures narrated by the perceptive author Lily King! It is undisputed that Maed´s work was colossal and regularly challenged by her environment, but ultimately contributed to extending human perception. Whilst her coworkers were confined by silos, Maed managed not to be distracted from what she was witnessing and connecting her findings. Lily King emphasizes what was required to be listened to as a female anthropologist in early times. Despite the difficulties, Maed kept on advancing in her professional practice. Among others, she was a leading figure in "The Salzburg Seminar in American Civilization" after the WWII, a post conflict initiative that focused on bringing young leaders together (not mentioned in the book). My brain synapses kept on building bridges across cultures when reading this book, whilst I was in euphoria with Maed´s courage whether by her professional discoveries or by her private choices. IG: @nilguen_reads
Was für ein wunderschönes Buch. In den letzten fünf Tagen fand ich mich Dschungel wieder und genoss jeden Moment. Das Cover hat mich so sehr angesprochen, dass ich nicht wiederstehen konnte. Für alle, die in eine andere Welt eintauchen und dem Alltag entfliehen möchten, empfehle ich diese Geschichte.
I read this for my literature course and was actually expecting it to find this book boring and just not my genre, like I almost always do when I read books for university. However, I learnt that I found this book actually quite good. It wasn't really my favorite trope or topic per se, but somehow the author still managed to make me feel ok and not bored while reading about it! I feel like Nell and Bankson were characters that I could get a good grasp on, Fen meanwhile stayed a bit blank in comparison. But that also has to do with the fact that we never get a chapter out of his POV and honestly I was not mad about it! The writing style of the author was quite good and easy to get through as well! All in all I would rate this book 3,75 out of 5 stars!
















