Entwicklung eines Zuchtkonzeptes zur Produktion von Jungsauen zur Eigenremontierung und zum Verkauf im ökologischen Landbau
Paperback
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Description
Ziel dieser Arbeit war es, ein Zuchtkonzept zur Produktion von Jungsauen zur Eigenremontierung im ökologischen Landbau zu entwickeln und auf in das Forschungsvorhaben integrierten Praxisbetrieben zu implementieren. Eine Fokussierung auf die Senkung von Saugferkelverlusten durch eine Steigerung der Überlebensfähigkeit der Ferkel stellte den hauptsächlichen Unterschied zu konventionellen Remontekonzepten dar. Hierfür wurde die Wurfqualität als ganzheitliches Konzept unter ökologischen Gesichtspunkten neu definiert und das in konventionellen Zuchtprogrammen bisher maßgebliche Kriterium der Wurfgröße trat in den Hintergrund. Es ist gelungen, ein praktikables Wurfbonitursystem für ökologisch wirtschaftende Praxisbetriebe zu entwickeln und genetische Parameter für die definierten Merkmale der Wurfqualität zu schätzen (Kapitel 2). Eine routinierte elektronische Datenerfassung und Verarbeitung der Zielmerkmale in einem Zeitfenster von maximal 24h nach der Abferkelung garantierte ein Höchstmaß an unter Praxisbedingungen dauerhaft generierbarer Datenqualität. Nachgewiesene Erblichkeiten in den untersuchten Wurfqualitätsmerkmalen in der Spanne von 0.09 bis 0.21 erlaubten eine erfolgversprechende Integration in einen Gesamtzuchtwert und machten moderate Zuchtfortschritte möglich. Basierend auf den geschätzten Varianzkomponenten in den Merkmalen lebend geborene Ferkel (LGF), Wurfausgeglichenheit (WA), durchschnittliches Geburtsgewicht (GG) und Ferkelvitalität (FV) konnte ein individueller Selektionsindex entwickelt werden. Dieser ermöglichte unter Verwendung der Leistungsinformationen von mindestens 2 Wurfleistungen des Selektionskandidaten (Sau), zusätzlich 3 Wurfleistungen der Mutter sowie mindestens 10 Halbgeschwisterinformationen zu mindestens je einem Wurf, eine Verbesserung der durchschnittlichen Herdenleistung in den enthaltenen Wurfqualitätsmerkmalen. Ökonomische Merkmalsgewichte von 7,50€ je lebend geborenem Ferkel und je 20€ je Merkmalseinheit in den Wurfqualitätsmerkmalen erwiesen sich als ideal, um bei konstant bleibender Wurfgröße positiven Zuchtfortschritt in den Qualitätsmerkmalen zu erzielen.
Neben einer Verbesserung der Wurfqualität war es Ziel, in Form einer umfangreichen Analyse und Parameterschätzung von Exterieurmerkmalen wichtige, mit einer langen Nutzungsdauer positiv korrelierte Exterieur bzw. Fundamentmerkmale, zu identifizieren. Basierend auf den Erkenntnissen der Parameterschätzungen und bivariaten Korrelationsberechnungen aller berücksichtigten Merkmale konnten in Kapitel 3 die für eine auf Exterieur basierte Jungsauenvorselektion wichtigen Merkmale Hinterbein-Winkel, Fessel, Hinterbein-Position, Vorderbein-Position und Klauen bestätigt werden.
Im nächsten Projektabschnitt (Kapitel 4) konnten Zuchtplanungsrechnungen realisiert werden, welche unter Entwicklung eines ökologischen Gesamtzuchtwertes auf eine verlängerte Nutzungsdauer abzielen und den auf Populationsebene bestmöglichen Anteil ökologischer Nachzuchteber in einem ökologischen Schweinezuchtprogramm herausarbeiten. Unter den verschiedenen modellierten ökologischen Schweinezuchtprogrammen mit den genannten Selektionsschwerpunkten stellte sich eine Variante mit einer ökonomischen Gewichtung von 72,9% Wurfqualität, 18% Exterieur und 9,1% Wurfgröße bei einem konventionellen Ebereinsatz von 10% für die Parameter diskontierter Zuchtfortschritt, -ertrag und -gewinn, als überlegen heraus.
Im Zuge des Dissertationsprojektes ist es weiterhin gelungen, eine individuelle Zuchtwertschätzung (auf Betriebsebene) mittels einer eigens entwickelten Softwarelösung zu entwickeln (Kapitel 5). Die teilnehmenden Projektbetriebe sind nunmehr in der Lage, selbstständig BLUP-basierte Zuchtwerte unmittelbar nach jedem Abferkeldurchgang nach Ergänzung der aktuellen Leistungsinformationen zu berechnen und somit die Sauen ihrer Zuchtherde basierend auf dem eigens entwickelten Selektionsindex für eine verbesserte Wurfqualität zu rangieren. Anhand der betriebsinternen „Sauen-Top-Listen“ können die Landwirte während der jeweiligen Säugezeit mögliche Reinzuchtbelegungen zur Erzeugung von Remontewürfen planen und die hierfür jeweils bestmöglich geeigneten Sauen auswählen.
Book Information
Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Technology
Format
Paperback
Pages
122
Price
33.80 €
Description
Ziel dieser Arbeit war es, ein Zuchtkonzept zur Produktion von Jungsauen zur Eigenremontierung im ökologischen Landbau zu entwickeln und auf in das Forschungsvorhaben integrierten Praxisbetrieben zu implementieren. Eine Fokussierung auf die Senkung von Saugferkelverlusten durch eine Steigerung der Überlebensfähigkeit der Ferkel stellte den hauptsächlichen Unterschied zu konventionellen Remontekonzepten dar. Hierfür wurde die Wurfqualität als ganzheitliches Konzept unter ökologischen Gesichtspunkten neu definiert und das in konventionellen Zuchtprogrammen bisher maßgebliche Kriterium der Wurfgröße trat in den Hintergrund. Es ist gelungen, ein praktikables Wurfbonitursystem für ökologisch wirtschaftende Praxisbetriebe zu entwickeln und genetische Parameter für die definierten Merkmale der Wurfqualität zu schätzen (Kapitel 2). Eine routinierte elektronische Datenerfassung und Verarbeitung der Zielmerkmale in einem Zeitfenster von maximal 24h nach der Abferkelung garantierte ein Höchstmaß an unter Praxisbedingungen dauerhaft generierbarer Datenqualität. Nachgewiesene Erblichkeiten in den untersuchten Wurfqualitätsmerkmalen in der Spanne von 0.09 bis 0.21 erlaubten eine erfolgversprechende Integration in einen Gesamtzuchtwert und machten moderate Zuchtfortschritte möglich. Basierend auf den geschätzten Varianzkomponenten in den Merkmalen lebend geborene Ferkel (LGF), Wurfausgeglichenheit (WA), durchschnittliches Geburtsgewicht (GG) und Ferkelvitalität (FV) konnte ein individueller Selektionsindex entwickelt werden. Dieser ermöglichte unter Verwendung der Leistungsinformationen von mindestens 2 Wurfleistungen des Selektionskandidaten (Sau), zusätzlich 3 Wurfleistungen der Mutter sowie mindestens 10 Halbgeschwisterinformationen zu mindestens je einem Wurf, eine Verbesserung der durchschnittlichen Herdenleistung in den enthaltenen Wurfqualitätsmerkmalen. Ökonomische Merkmalsgewichte von 7,50€ je lebend geborenem Ferkel und je 20€ je Merkmalseinheit in den Wurfqualitätsmerkmalen erwiesen sich als ideal, um bei konstant bleibender Wurfgröße positiven Zuchtfortschritt in den Qualitätsmerkmalen zu erzielen.
Neben einer Verbesserung der Wurfqualität war es Ziel, in Form einer umfangreichen Analyse und Parameterschätzung von Exterieurmerkmalen wichtige, mit einer langen Nutzungsdauer positiv korrelierte Exterieur bzw. Fundamentmerkmale, zu identifizieren. Basierend auf den Erkenntnissen der Parameterschätzungen und bivariaten Korrelationsberechnungen aller berücksichtigten Merkmale konnten in Kapitel 3 die für eine auf Exterieur basierte Jungsauenvorselektion wichtigen Merkmale Hinterbein-Winkel, Fessel, Hinterbein-Position, Vorderbein-Position und Klauen bestätigt werden.
Im nächsten Projektabschnitt (Kapitel 4) konnten Zuchtplanungsrechnungen realisiert werden, welche unter Entwicklung eines ökologischen Gesamtzuchtwertes auf eine verlängerte Nutzungsdauer abzielen und den auf Populationsebene bestmöglichen Anteil ökologischer Nachzuchteber in einem ökologischen Schweinezuchtprogramm herausarbeiten. Unter den verschiedenen modellierten ökologischen Schweinezuchtprogrammen mit den genannten Selektionsschwerpunkten stellte sich eine Variante mit einer ökonomischen Gewichtung von 72,9% Wurfqualität, 18% Exterieur und 9,1% Wurfgröße bei einem konventionellen Ebereinsatz von 10% für die Parameter diskontierter Zuchtfortschritt, -ertrag und -gewinn, als überlegen heraus.
Im Zuge des Dissertationsprojektes ist es weiterhin gelungen, eine individuelle Zuchtwertschätzung (auf Betriebsebene) mittels einer eigens entwickelten Softwarelösung zu entwickeln (Kapitel 5). Die teilnehmenden Projektbetriebe sind nunmehr in der Lage, selbstständig BLUP-basierte Zuchtwerte unmittelbar nach jedem Abferkeldurchgang nach Ergänzung der aktuellen Leistungsinformationen zu berechnen und somit die Sauen ihrer Zuchtherde basierend auf dem eigens entwickelten Selektionsindex für eine verbesserte Wurfqualität zu rangieren. Anhand der betriebsinternen „Sauen-Top-Listen“ können die Landwirte während der jeweiligen Säugezeit mögliche Reinzuchtbelegungen zur Erzeugung von Remontewürfen planen und die hierfür jeweils bestmöglich geeigneten Sauen auswählen.
Book Information
Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Technology
Format
Paperback
Pages
122
Price
33.80 €



