Eine Zungengymnastik für die Genderdebatte
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Book Information
Author Description
1960 in Tokyo geboren, lebt in Berlin. Sie schreibt auf Deutsch und auf Japanisch. Ihr erstes Buch „Nur da wo du bist da ist nichts“ erschien 1987. Wir halten ihre Bücher lieferbar. Zuletzt u.a. „Sendbo-o-te“, Roman, 3. Auflage (aus dem Japanischen übersetzt von Peter Pörtner), „Paul Celan und der chinesische Engel“ (2. Auflage). Viele Auszeichnungen, u.a. Goethe-Medaille, Kleist-Preis.
Posts
Ich weiß nicht so recht, was ich von Yoko Tawadas vier Poetikvorlesungen halten soll, die hier in einem Band zusammengefasst sind. Einerseits enthalten sie interessante Überlegungen im Themenfeld Geschlecht - wie zB dass die Zunge ein genderfreies Organ zu sein scheint, das im Unterschied zu nahezu allen anderen (sichtbaren) Körperteilen keinen Geschlechtszuschreibungen unterliegt, oder dass ausgerechnet das Personalpronomen "ich" genderneutral ist, während sich Geschlecht oder auch die Abwesenheit davon im Ich verortet. Andererseits stieß mich die Lektüre immer wieder ab, durch unsensible (oder explizit transfeindliche) Begriffe und Formulierungen. Hier ein paar Zitate als Beispiel: "Jedoch kann ein Mensch wie ich (...) die Lücke zwischen 'trans' und 'Person' nicht ertragen und benutzt das mittlerweile verbreitete Wort 'Transperson'". (S.12) "Sie ist nicht nur eine biologische Frau, die sich als Frau versteht..." (S.84) "Ob eine Schauspielerin oder ein Schauspieler für die Rolle geeignet ist oder nicht, darf nicht auf Grund ihres Gender oder ihrer Rasse entschieden werden." (S.96, srsly Rasse???) "Geschlechtsumwandlung" (S. 128) "Der drastische Anstieg der jungen Frauen, die zu einem Mann werden wollen (...)" (S. 130) "Ich finde allerdings den Begriff 'Cis-Frauen' etwas diskriminierend, weil es eine Zuschreibung von außen ist." (S.132) Yoko Tawada, die davon schreibt, mit den binären Kategorien von Geschlecht auch auf sich selbst bezogen nichts anfangen zu können, und durchaus spannende Gedanken zur Nicht-Binarität von Gender hat, scheint mit der Lebensrealität von trans Personen keinerlei Berührung zu haben. Als einzige Referenzen zieht sie den Film "The Danish Girl" (sie misgendert Lili Elbe durchgehend) und eine Arte-Doku zu Detransition heran. Ihre Aussagen über trans Personen sind häufig herablassend und arrogant. Die Anregungen zum Nachdenken über Geschlecht mit Verweisen in die Tier- und Pflanzenwelt, die (griechische) Mythologie, in Literatur, Oper, Kunst, Mangas, Kleidung, Kabuki-Theater etc. fand ich spannend und lesenswert, aber möchte das Buch aufgrund des zuvor genannten nicht weiterempfehlen.
Description
Book Information
Author Description
1960 in Tokyo geboren, lebt in Berlin. Sie schreibt auf Deutsch und auf Japanisch. Ihr erstes Buch „Nur da wo du bist da ist nichts“ erschien 1987. Wir halten ihre Bücher lieferbar. Zuletzt u.a. „Sendbo-o-te“, Roman, 3. Auflage (aus dem Japanischen übersetzt von Peter Pörtner), „Paul Celan und der chinesische Engel“ (2. Auflage). Viele Auszeichnungen, u.a. Goethe-Medaille, Kleist-Preis.
Posts
Ich weiß nicht so recht, was ich von Yoko Tawadas vier Poetikvorlesungen halten soll, die hier in einem Band zusammengefasst sind. Einerseits enthalten sie interessante Überlegungen im Themenfeld Geschlecht - wie zB dass die Zunge ein genderfreies Organ zu sein scheint, das im Unterschied zu nahezu allen anderen (sichtbaren) Körperteilen keinen Geschlechtszuschreibungen unterliegt, oder dass ausgerechnet das Personalpronomen "ich" genderneutral ist, während sich Geschlecht oder auch die Abwesenheit davon im Ich verortet. Andererseits stieß mich die Lektüre immer wieder ab, durch unsensible (oder explizit transfeindliche) Begriffe und Formulierungen. Hier ein paar Zitate als Beispiel: "Jedoch kann ein Mensch wie ich (...) die Lücke zwischen 'trans' und 'Person' nicht ertragen und benutzt das mittlerweile verbreitete Wort 'Transperson'". (S.12) "Sie ist nicht nur eine biologische Frau, die sich als Frau versteht..." (S.84) "Ob eine Schauspielerin oder ein Schauspieler für die Rolle geeignet ist oder nicht, darf nicht auf Grund ihres Gender oder ihrer Rasse entschieden werden." (S.96, srsly Rasse???) "Geschlechtsumwandlung" (S. 128) "Der drastische Anstieg der jungen Frauen, die zu einem Mann werden wollen (...)" (S. 130) "Ich finde allerdings den Begriff 'Cis-Frauen' etwas diskriminierend, weil es eine Zuschreibung von außen ist." (S.132) Yoko Tawada, die davon schreibt, mit den binären Kategorien von Geschlecht auch auf sich selbst bezogen nichts anfangen zu können, und durchaus spannende Gedanken zur Nicht-Binarität von Gender hat, scheint mit der Lebensrealität von trans Personen keinerlei Berührung zu haben. Als einzige Referenzen zieht sie den Film "The Danish Girl" (sie misgendert Lili Elbe durchgehend) und eine Arte-Doku zu Detransition heran. Ihre Aussagen über trans Personen sind häufig herablassend und arrogant. Die Anregungen zum Nachdenken über Geschlecht mit Verweisen in die Tier- und Pflanzenwelt, die (griechische) Mythologie, in Literatur, Oper, Kunst, Mangas, Kleidung, Kabuki-Theater etc. fand ich spannend und lesenswert, aber möchte das Buch aufgrund des zuvor genannten nicht weiterempfehlen.




