Eine Frau verschwindet

Eine Frau verschwindet

Hardback
4.15

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Description

Als Alice von ihrem Mann verlassen wird, ist sie schockiert. Sie ist ratlos, weiß nicht, wie sie vor ihrer Tochter die Fassung bewahren soll. Sicher ist nur, dass sie nicht im gemeinsamen Haus bleiben kann. Ohne ihrem Mann oder ihrer Tochter viel zu erklären, mietet sie sich eine unscheinbare Zwei-Zimmer-Wohnung, weit genug entfernt, um den beiden nicht versehentlich über den Weg zu laufen. Tagsüber geht sie zur Arbeit, nachts streift sie schlaflos durch die Stadt, bis sie ihrer Nachbarin Siham begegnet. Die ist gerade mal zwanzig, macht eine Ausbildung in der Krippe und versucht, sich aus den engen Strukturen ihrer Familie zu lösen. Obwohl die Lebenslagen der Frauen kaum unterschiedlicher sein könnten, erkennen die beiden bald, dass sie die Suche nach Freiheit verbindet, und es entsteht eine unerwartete Freundschaft.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Miscellaneous
Format
Hardback
Pages
176
Price
22.60 €

Author Description

Cécile Tlili hat in Paris Ingenieurwesen studiert. Sie ist Mitbegründerin einer alternativen Schule für neuro-atypische Kinder. Nach ihrem Debüt Ein Sommerabend erscheint bei Kein & Aber jetzt ihr zweiter Roman Eine Frau verschwindet. Cécile Tlili lebt in Paris.

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3
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3.5

EINE FRAU VERSCHWINDET - Cécile Tlili - Kein & Aber - ET 11.05.2026 - 144 Seiten Worum geht‘s? Zerbrechen einer Beziehung, Neuanfang, Kraft von Freundschaft, Identitätssuche Mein Leseeindruck: Alice wird von ihrem Mann verlassen, sie ist ratlos, haltlos, fassungslos. Zieht ohne ihre Tochter aus und in eine unscheinbare Zwei-Zimmer-Wohnung ein. Verschwindet. Findet Freundschaft in ihrer wesentlich jüngeren Nachbarin. Zwei Frauen, sehr unterschiedlich und doch haben sie etwas gemeinsam, versuchen sich aus familiären, festen Strukturen zu lösen. Sie verbindet die Suche nach sich selbst, nach neuer Freiheit. Die Grundidee fand ich interessant, doch konnte mich der poetische, ausfüllende Schreibstil und die Umsetzung leider nicht vollumfänglich erreichen. Eine bildhafte, einfühlsame Geschichte einer Ehefrau und Mutter über das Zerbrechen einer Beziehung, Trauer, Verluste, Einsamkeit, Loslassen, Neubeginn und Freundschaft.

Lektüre bei 50 % abgebrochen

Eine Verlassene verlässt. Nachdem ihr Mann ihr eröffnet hat, dass er sie verlassen und sich scheiden lassen wird, flüchtet Alice in eine Ferienwohnung am anderen Ende der Stadt. Auf Nachrichten und Anrufe reagiert sie einfach nicht. Die ersten Tage sind eine Spirale aus Selbstmitleid und Schlaflosigkeit. Alice Verhalten nervt mich zunehmend. Als Rettung für Alice in Gestalt einer jungen Nachbarin naht, hoffe ich auf eine baldige Wendung. Doch das selbstmitleidige Verhalten von Alice setzt sich leider fort. Sie pflegt ausgiebig einen Kummer, der mir unverständlich und fremd bleibt. Der Text hat einen sehr blumigen Stil. Ich mag poetische Texte oft sehr. Diesen aber fand ich mit Adjektiven überladen. Auch die regelmäßig auftauchenden Metaphern erschienen mir stellenweise unnötig dramatisch. Nach etwa der Hälfte, beschließe ich abzubrechen. Ich blätterte vor und lese noch die letzten beiden Kapitel. Kein Bedauern, keine Neugier - es bleibt für mich beim Abbruch.

5

‚Eine Frau verschwindet‘ ist ein Roman über Beziehungen, in denen man nicht verweilen möchte, und über die Umstände, unter denen wir Frauen uns daraus zu lösen versuchen. Um die Ohnmacht und den Schmerz über die Trennung von ihrem Mann Damien - zugleich Vater ihrer gemeinsamen Tochter Romane - zu ertränken, flieht die 40-jährige Alice vor ihrem Leben, ihrem Alltag und ihrer Zukunft. Den Schmerz möchte sie mit Abstand und Selbstfindung bewältigen. Dabei begegnet sie der deutlich jüngeren Siham. Deren Sorgen erreichen (nicht auf den ersten Blick) ebenso schnell ein ungeahntes Ausmaß, und vielleicht hat das Schicksal die beiden Frauen genau im richtigen Moment zusammengeführt. ‚Eine Frau verschwindet’ schwankt zwischen beklemmendem Ernst und fast erdrückenden Gefühlen. Die Autorin Cécile Tlili verbindet eine schöne, kluge Sprache mit einem sehr bildhaften, beinahe philosophischen und zugleich modernen Schreibstil. Schon ab der ersten Seite taucht man tief in die Gefühlswelt der Protagonistin Alice ein, die eindrücklich beschrieben wird und sich beim Lesen intensiv mitfühlen lässt. Man spürt, wie sie mit ihren Empfindungen ringt, wie sie versucht, sich aus ihrer Ohnmacht zu befreien, und wie sie sich an das klammert, was ihr noch Halt gibt. Beim Lesen habe ich zeitweise den Atem angehalten - so sehr hat mich das Buch in seinen Bann gezogen. Gute Bücher sind bekanntlich immer zu kurz, und auch wenn der Einblick - wie ein Streiflicht - in das Leben der beiden Frauen literarisch sehr gelungen ist, hätte ich mir gewünscht, noch etwas länger darin verweilen zu können. Dieses Buch könnte ich mir perfekt als Film, vielleicht sogar ganz im Stile des Arthaus, vorstellen.

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