Dius
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Book Information
Author Description
Stefan Hertmans, geboren 1951 in Gent, Belgien, ist Dichter, Dramatiker, Romancier und gilt als einer der wichtigsten niederländischsprachigen Autoren der Gegenwart. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet. Der Roman ›Krieg und Terpentin‹ war 2016 unter anderem für den International Man Booker Prize und den Premio Strega International nominiert. Hertmans lebt in Brüssel und im südfranzösischen Monieux.
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„Am späten Nachmittag kann der Mond hier so surreal und groß über dem Horizont aufgehen, dass man glaubt zu träumen; dann wird einem mit Schrecken bewusst, wie schnell die Erde sich dreht. Mir schien auf einmal alles so unbedeutend und leer. Wir sind wie verzauberte Affen, die kopfüber in der Wirklichkeit hängen, sagte ich.“ Anton arbeitet an einer Kunsthochschule und schreibt an seiner Dissertation. Er führt sein Leben eher gewöhnlich, ohne großen Höhen und Tiefen. Eines Tages steht Dius vor seiner Tür. Er ist Student bei ihm und bietet ihm seine Freundschaft und einen ruhigen Platz zum schreiben an. Anton ist erst sehr überrascht, geht erstmal auf Abstand. Doch ist er auch neugierig, schaut sich den Schreibplatz an und verbringt zukünftig viel Zeit dort. Dius ist auch da und auf langen Spaziergängen kommen sie sich immer näher. Eine ungewöhnliche und tiefe Freundschaft beginnt und wir Leser dürfen die Beiden über viele Jahre dabei begleiten. Philosophische Gespräche und Gedanken, eine zarte Melancholie und unheimlich viel Tiefgang beschert uns dieses grandiose Buch. Die Story kommt erst recht einfach daher, wurde durch die poetische, feinfühlige Schreibweise zu einem wahren Schatz. Kluge, authentische Protagonisten, die uns tief in ihr Herz und ihre Seele blicken lassen. Eine ungewöhnliche, wunderbar tiefe Freundschaft, die viel aushalten muss. Das alles literarisch anspruchsvoll und doch ganz leicht zu lesen. Anton verliert sich teilweise in der Einsamkeit, erträgt die Menschen nur noch schwer. Mit Dius ist es anders. Sie verstehen sich blind, brauchen oft nicht viele Worte. Für mich ein großartiger Roman, der nachhallt und hoffentlich noch in vielen Jahren gelesen wird. Sprachlich herausragend, absolut brilliant. Für mich ein neues ❤️ Buch. Ich bin absolut begeistert. Lest dieses Buch!!!
Eine besondere Freundschaft sowie die Auseinandersetzung mit Kunst sind die zentralen Motive des zeitgenössischen Romans „Dius“ von Stefan Hertmans. Im Mittelpunkt steht die Freundschaft zwischen dem Kunststudenten Dius und seinem Kunstprofessor Anton, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird. Im Verlauf des Romans erfahren wir Leserinnen zunehmend mehr über Dius Persönlichkeit und prägende Ereignisse in seinem Leben, ebenso wie über Anton selbst. Kunst spielt dabei eine zentrale Rolle: Über viele Seiten hinweg wird sie auf theoretischer Ebene ausführlich thematisiert.
Da Diogenes zu meinen Lieblingsverlagen zählt und ich gerne zeitgenössische Literatur lese, bin ich mit hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Leider konnten diese nicht erfüllt werden. Ein großer Teil des Romans ist der Kunst gewidmet, was deutlich mehr ist, als ich erwartet hatte. Natürlich war mir bewusst, dass Kunst eine Rolle spielen würde, schließlich handelt es sich um einen Kunststudenten und einen Kunstprofessor. Dass jedoch schätzungsweise ein Drittel des Buches sich der Kunst widmet, hat mich überrascht. Für kunstbegeisterte Leser mag dies ein nettes Extra sein, mich persönlich haben diese langen Ausschweifungen jedoch eher gelangweilt. Erschwerend kam der Schreibstil hinzu. Hertmans verwendet häufig wenig gebräuchliche Begriffe, was das Leseverständnis beeinträchtigt. Zwar passt dieser Stil zur Figur des Professors, aus dessen Perspektive erzählt wird, dennoch macht er den Text stellenweise unnötig schwer zu verstehen. Ein weiterer, für mich wichtiger Kritikpunkt ist die Darstellung von Frauen im Roman. Weibliche Figuren treten nahezu ausschließlich als (potenzielle) Liebesinteressen der männlichen Protagonisten auf und werden darüber hinaus kaum vertreten. Zwar ließe sich argumentieren, dass dies der subjektiven Perspektive des Erzählers geschuldet ist, dennoch empfinde ich eine derartige Reduktion von Frauenfiguren im 21. Jahrhundert als problematisch und unangemessen. Trotz dieser Kritik möchte ich einen Aspekt besonders hervorheben, der mich überzeugen konnte: Die Darstellung der Freundschaft zwischen Dius und Anton. Beide Figuren wirken im Großen und Ganzen authentisch und gut ausgearbeitet. Besonders gelungen ist, wie ihre Beziehung geschildert wird. Die Freundschaft erscheint realistisch, da sie nicht nur von gemeinsamen Erlebnissen und Gesprächen über die Vergangenheit der jeweiligen Personen geprägt ist, sondern auch von Fehlern und unausgesprochenen Gedanken. Nicht alles wird sofort verziehen, manches wird für sich behalten. Gerade diese fehlende Perfektion verleiht der Beziehung Tiefe und Glaubwürdigkeit. Folgend wird das zentrale Motiv des Romans überzeugend umgesetzt. Insgesamt konnte mich „Dius“ dennoch nicht begeistern. Der starke Fokus auf Kunst, der anspruchsvolle Schreibstil sowie die problematische Darstellung von Frauen haben für mich das Leseerlebnis negativ beeinträchtigt. Die authentisch dargestellte Freundschaft zwischen den Hauptfiguren bleibt der einzige Aspekt, der mich wirklich überzeugen konnte. Für kunstinteressierte Leser mag der Roman durchaus interessant sein, aber für mich persönlich war es jedoch leider nicht das richtige Buch.

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Stefan Hertmans, geboren 1951 in Gent, Belgien, ist Dichter, Dramatiker, Romancier und gilt als einer der wichtigsten niederländischsprachigen Autoren der Gegenwart. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet. Der Roman ›Krieg und Terpentin‹ war 2016 unter anderem für den International Man Booker Prize und den Premio Strega International nominiert. Hertmans lebt in Brüssel und im südfranzösischen Monieux.
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„Am späten Nachmittag kann der Mond hier so surreal und groß über dem Horizont aufgehen, dass man glaubt zu träumen; dann wird einem mit Schrecken bewusst, wie schnell die Erde sich dreht. Mir schien auf einmal alles so unbedeutend und leer. Wir sind wie verzauberte Affen, die kopfüber in der Wirklichkeit hängen, sagte ich.“ Anton arbeitet an einer Kunsthochschule und schreibt an seiner Dissertation. Er führt sein Leben eher gewöhnlich, ohne großen Höhen und Tiefen. Eines Tages steht Dius vor seiner Tür. Er ist Student bei ihm und bietet ihm seine Freundschaft und einen ruhigen Platz zum schreiben an. Anton ist erst sehr überrascht, geht erstmal auf Abstand. Doch ist er auch neugierig, schaut sich den Schreibplatz an und verbringt zukünftig viel Zeit dort. Dius ist auch da und auf langen Spaziergängen kommen sie sich immer näher. Eine ungewöhnliche und tiefe Freundschaft beginnt und wir Leser dürfen die Beiden über viele Jahre dabei begleiten. Philosophische Gespräche und Gedanken, eine zarte Melancholie und unheimlich viel Tiefgang beschert uns dieses grandiose Buch. Die Story kommt erst recht einfach daher, wurde durch die poetische, feinfühlige Schreibweise zu einem wahren Schatz. Kluge, authentische Protagonisten, die uns tief in ihr Herz und ihre Seele blicken lassen. Eine ungewöhnliche, wunderbar tiefe Freundschaft, die viel aushalten muss. Das alles literarisch anspruchsvoll und doch ganz leicht zu lesen. Anton verliert sich teilweise in der Einsamkeit, erträgt die Menschen nur noch schwer. Mit Dius ist es anders. Sie verstehen sich blind, brauchen oft nicht viele Worte. Für mich ein großartiger Roman, der nachhallt und hoffentlich noch in vielen Jahren gelesen wird. Sprachlich herausragend, absolut brilliant. Für mich ein neues ❤️ Buch. Ich bin absolut begeistert. Lest dieses Buch!!!
Eine besondere Freundschaft sowie die Auseinandersetzung mit Kunst sind die zentralen Motive des zeitgenössischen Romans „Dius“ von Stefan Hertmans. Im Mittelpunkt steht die Freundschaft zwischen dem Kunststudenten Dius und seinem Kunstprofessor Anton, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird. Im Verlauf des Romans erfahren wir Leserinnen zunehmend mehr über Dius Persönlichkeit und prägende Ereignisse in seinem Leben, ebenso wie über Anton selbst. Kunst spielt dabei eine zentrale Rolle: Über viele Seiten hinweg wird sie auf theoretischer Ebene ausführlich thematisiert.
Da Diogenes zu meinen Lieblingsverlagen zählt und ich gerne zeitgenössische Literatur lese, bin ich mit hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Leider konnten diese nicht erfüllt werden. Ein großer Teil des Romans ist der Kunst gewidmet, was deutlich mehr ist, als ich erwartet hatte. Natürlich war mir bewusst, dass Kunst eine Rolle spielen würde, schließlich handelt es sich um einen Kunststudenten und einen Kunstprofessor. Dass jedoch schätzungsweise ein Drittel des Buches sich der Kunst widmet, hat mich überrascht. Für kunstbegeisterte Leser mag dies ein nettes Extra sein, mich persönlich haben diese langen Ausschweifungen jedoch eher gelangweilt. Erschwerend kam der Schreibstil hinzu. Hertmans verwendet häufig wenig gebräuchliche Begriffe, was das Leseverständnis beeinträchtigt. Zwar passt dieser Stil zur Figur des Professors, aus dessen Perspektive erzählt wird, dennoch macht er den Text stellenweise unnötig schwer zu verstehen. Ein weiterer, für mich wichtiger Kritikpunkt ist die Darstellung von Frauen im Roman. Weibliche Figuren treten nahezu ausschließlich als (potenzielle) Liebesinteressen der männlichen Protagonisten auf und werden darüber hinaus kaum vertreten. Zwar ließe sich argumentieren, dass dies der subjektiven Perspektive des Erzählers geschuldet ist, dennoch empfinde ich eine derartige Reduktion von Frauenfiguren im 21. Jahrhundert als problematisch und unangemessen. Trotz dieser Kritik möchte ich einen Aspekt besonders hervorheben, der mich überzeugen konnte: Die Darstellung der Freundschaft zwischen Dius und Anton. Beide Figuren wirken im Großen und Ganzen authentisch und gut ausgearbeitet. Besonders gelungen ist, wie ihre Beziehung geschildert wird. Die Freundschaft erscheint realistisch, da sie nicht nur von gemeinsamen Erlebnissen und Gesprächen über die Vergangenheit der jeweiligen Personen geprägt ist, sondern auch von Fehlern und unausgesprochenen Gedanken. Nicht alles wird sofort verziehen, manches wird für sich behalten. Gerade diese fehlende Perfektion verleiht der Beziehung Tiefe und Glaubwürdigkeit. Folgend wird das zentrale Motiv des Romans überzeugend umgesetzt. Insgesamt konnte mich „Dius“ dennoch nicht begeistern. Der starke Fokus auf Kunst, der anspruchsvolle Schreibstil sowie die problematische Darstellung von Frauen haben für mich das Leseerlebnis negativ beeinträchtigt. Die authentisch dargestellte Freundschaft zwischen den Hauptfiguren bleibt der einzige Aspekt, der mich wirklich überzeugen konnte. Für kunstinteressierte Leser mag der Roman durchaus interessant sein, aber für mich persönlich war es jedoch leider nicht das richtige Buch.







