Die Zeit der Ruhelosen

Die Zeit der Ruhelosen

Softcover
3.511
IdentitätKriegAl QaidaWettbewerb

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Furios erzählt Karine Tuil von Menschen, die getrieben sind von dem Wunsch nach Anerkennung, Geld und Macht – und beinah tragisch daran scheitern. Ein grandioses Gesellschaftspanorama unserer Zeit.

Der Aufstieg des brillanten Managers François Vély scheint unaufhaltsam. Bis seine Exfrau sich aus dem Fenster stürzt, als sie erfährt, dass er wieder heiraten will. Der Tragödie folgt die Entdeckung, dass seine neue Lebensgefährtin in eine Affäre mit einem Offizier verstrickt ist, der völlig traumatisiert aus Afghanistan heimkehrt. Außerdem wird Vély ein Mediencoup zum Verhängnis, man bezichtigt ihn des Rassismus und Sexismus. Als er persönlich und beruflich am Ende ist, ergreift ausgerechnet der Politiker Osman Diboula Partei für ihn – dabei ist Diboula bekannt als Wortführer gegen eine weiße gesellschaftliche Elite. Wenige Wochen später kommt es im Irak zu einer Begegnung aller Beteiligten, die für Vély fatale Konsequenzen hat.

• Nominiert für den Prix Goncourt, wochenlang auf der Bestsellerliste - eine der relevantesten französischen Autorinnen

• Ein kluger, hochaktueller Gesellschaftsroman über den gnadenlosen Wettbewerb um Macht und sozialen Aufstieg

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
512
Price
15.50 €

Author Description

Karine Tuil, geboren 1972, Juristin und Autorin mehrerer gefeierter Bücher, darunter der Roman "Die Gierigen". Zuletzt erschien ihr vielbeachteter Roman "Die Zeit der Ruhelosen", der in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde. Karine Tuil lebt mit ihrer Familie in Paris.

Posts

3
All
4

Sehr eindrucksvoll

2

Das Buch wurde im Schweizer Literaturclub diskutiert und für gut befunden. Besonders interessierte mich die Aussage, dass das Buch die gesellschaftliche Lage in Frankreich sehr gut herausstellen soll, warum die Rechtspopulisten so viel Aufwind dort bekommen. Es "seziert die ideologischen Unterströmungen einer Gesellschaft, die kein Wir mehr kennt." Das Buch selber liefert folgendes Zitat: " Zwischen den Mächtigen und dem realen Leben klaffte ein schier unüberbrückbarer Abgrund - die Elite hatte den Bezug zur Basis verloren" Klarer Fokus des Buches liegt auf dem Antisemitismus, gefolgt vom allgemeinen Rassismus. Es wird der "Wettbewerb des Leidens" behandelt - Shoah vs. Kolonialismus. Diesen Gedanken weiter spinnend, bietet uns Frau Tuil Issa, einen radikalen Vertreter des Antisemitismus, der sich für Rassentrennung ausspricht, gegen die Verwestlichung eintritt und mit dem IS sympathisiert. Weitere Themen sind sozialer Determinismus, gesellschaftliche Fassaden die gewahrt werden, Hetzjagd der Medien, Identität und mit großen Anteilen Kriegstraumata und die Konfliktherde Afghanistan und Irak. Diese Tüte voll Themen haben mich das Buch auch beenden lassen. Das Buch zu lesen wär nämlich eine Qual. Die für mich stärkste Szene des Buches ereignete sich schon recht früh, in der Osman einen Kongress besucht und eine kritische Wortmeldung abgibt. Habe dadurch Verlan, die Spielsprache der Franzosen kennengelernt, in der Silben umgekehrt werden. Man nutzte dort das Wort Beurgeoisie ( Beur- Araber rückwärts gelesen). Osman war der Ansicht, dass dieser Euphemismus sie zurück ins Ghetto schicken würde, wo diese Sprache gesprochen werde und zitiert dann Camus. Vom Rest des Buches muss ich sagen, dass mich das sprachlich überhaupt nicht überzeugt hat. Frau Tuil gestaltet das gesamte Buch nur in Dialogen und spröden Nacherzählungen was passiert ist und wer was gedacht hat. Da werden keine Bilder aufgerufen, keine Szenischen Sequenzen, die für sich sprechen und nichts liegt tiefer vergraben. Alles wird klar ausgesprochen, ehr wegberichtet und endet häufig in Kalendersprüchen. Dazu kommen in kurzen Abständen viele Zeitsprünge. Es war mir unmöglich irgendeine Nähe zu den Figuren aufzubauen und ihre Entwicklung plausibel nachzufühlen. Ich ertappte mich ständig dabei wegzudriften. Die Themen werden durch diesen Stil auch nur oberflächlich gestreift. Bis zum Schluss kam keine tiefgreifende Erkenntnis auf, die ich nicht auch in einem Zeitungsartikel nachlesen kann. Tiefpunkt des Buches, die furchtbar schmonzettige, mir schleierhafte Liebesbeziehung mit Gruseldialogen, zwischen Marion und Romain. Bin nach der medialen Lobhudelei des Buches massiv enttäuscht.

2

Das Buch wurde im Schweizer Literaturclub diskutiert und für gut befunden. Besonders interessierte mich die Aussage, dass das Buch die gesellschaftliche Lage in Frankreich sehr gut herausstellen soll, warum die Rechtspopulisten so viel Aufwind dort bekommen. Es "seziert die ideologischen Unterströmungen einer Gesellschaft, die kein Wir mehr kennt." Das Buch selber liefert folgendes Zitat: " Zwischen den Mächtigen und dem realen Leben klaffte ein schier unüberbrückbarer Abgrund - die Elite hatte den Bezug zur Basis verloren" Klarer Fokus des Buches liegt auf dem Antisemitismus, gefolgt vom allgemeinen Rassismus. Es wird der "Wettbewerb des Leidens" behandelt - Shoah vs. Kolonialismus. Diesen Gedanken weiter spinnend, bietet uns Frau Tuil Issa, einen radikalen Vertreter des Antisemitismus, der sich für Rassentrennung ausspricht, gegen die Verwestlichung eintritt und mit dem IS sympathisiert. Weitere Themen sind sozialer Determinismus, gesellschaftliche Fassaden die gewahrt werden, Hetzjagd der Medien, Identität und mit großen Anteilen Kriegstraumata und die Konfliktherde Afghanistan und Irak. Diese Tüte voll Themen haben mich das Buch auch beenden lassen. Das Buch zu lesen wär nämlich eine Qual. Die für mich stärkste Szene des Buches ereignete sich schon recht früh, in der Osman einen Kongress besucht und eine kritische Wortmeldung abgibt. Habe dadurch Verlan, die Spielsprache der Franzosen kennengelernt, in der Silben umgekehrt werden. Man nutzte dort das Wort Beurgeoisie ( Beur- Araber rückwärts gelesen). Osman war der Ansicht, dass dieser Euphemismus sie zurück ins Ghetto schicken würde, wo diese Sprache gesprochen werde und zitiert dann Camus. Vom Rest des Buches muss ich sagen, dass mich das sprachlich überhaupt nicht überzeugt hat. Frau Tuil gestaltet das gesamte Buch nur in Dialogen und spröden Nacherzählungen was passiert ist und wer was gedacht hat. Da werden keine Bilder aufgerufen, keine Szenischen Sequenzen, die für sich sprechen und nichts liegt tiefer vergraben. Alles wird klar ausgesprochen, ehr wegberichtet und endet häufig in Kalendersprüchen. Dazu kommen in kurzen Abständen viele Zeitsprünge. Es war mir unmöglich irgendeine Nähe zu den Figuren aufzubauen und ihre Entwicklung plausibel nachzufühlen. Ich ertappte mich ständig dabei wegzudriften. Die Themen werden durch diesen Stil auch nur oberflächlich gestreift. Bis zum Schluss kam keine tiefgreifende Erkenntnis auf, die ich nicht auch in einem Zeitungsartikel nachlesen kann. Tiefpunkt des Buches, die furchtbar schmonzettige, mir schleierhafte Liebesbeziehung mit Gruseldialogen, zwischen Marion und Romain. Bin nach der medialen Lobhudelei des Buches massiv enttäuscht.

Create Post