Die Wahnsinnige
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Description
Book Information
Author Description
Alexa Hennig von Lange, geboren 1973, wurde mit ihrem Debütroman ›Relax‹ 1997 zu einer der erfolgreichsten Autorinnen ihrer Generation. Es folgten zahlreiche weitere Romane, Erzählungen, Theaterstücke und Jugendbücher. 2002 wurde Alexa Hennig von Lange mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Bei DuMont erschienen die Romane ›Risiko‹ (2007), ›Peace‹ (2009), ›Kampfsterne‹ (2018) und ›Die Weihnachtsgeschwister‹ (2019). Die Schriftstellerin lebt mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern in
Posts
Johanna von Kastilien. Königin von Kastilien, León, Aragón und den westindischen Inseln und dem Festland am Ozean im frühen 16. Jahrhundert. Herrscherin über eines der größten Reiche ihrer Zeit. Krone. Macht. Fremdbestimmung. Diese Zerrissenheit zwischen Glauben und Institution. Zwischen Liebe und Demütigung. Zwischen Leidenschaft und Unterwerfung. Zwischen dem Wunsch, sich selbst zu gehören, in einer Welt, die genau das nicht zulässt. Am eindringlichsten wurde dieses Buch für mich dort, wo Johanna selbst spürbar wurde. In ihrem inneren Zustand. In diesem brennenden Kern aus Verzweiflung, Auflehnung, Wut, Schmerz, Liebe und dem unerträglichen Wunsch nach Selbstbestimmung innerhalb eines gewaltigen Machtgefüges aus Familie, Religion und politischem Kalkül. Aber auch in dieser tiefen Einsamkeit. In Verlust. In Verlassenwerden. In Verrat. In der beklemmenden Nähe zwischen dem, was als Wahnsinn bezeichnet wird, und dem, was ebenso Verzweiflung, Überforderung, Verletzung oder zutiefst menschlicher Widerstand gegen ein kaum erträgliches Leben gewesen sein könnte. Denn selbst größte Krone, Macht und Reich schützen nicht zwangsläufig davor, dem eigenen Leben entfremdet zu werden. Gerade darin liegt für mich auch die besondere Eindringlichkeit dieses Romans über Unfreiheit, weibliche Existenz und darüber, was von einem Menschen bleibt, wenn Selbstbestimmung systematisch und lebenslang begrenzt wird. Johannas Geschichte, ihr inneres Brennen und diese historische wie menschliche Tragweite sind so gewaltig, dass ich ihr noch länger hätte folgen wollen. Noch näher an ihren Gedanken. Noch länger in ihrem Erleben. Ich wäre gern noch länger an ihrer Seite geblieben.
Wahnsinnig - aufbegehrend - eigensinnig
Historische Romane haben ihre eigene Energie und schaffen es, uns in eine Zeit zurück zu katapultieren, die so anders ist als unsere heutige Welt. Das hat dieser Roman geschafft, die Atmosphäre und das Setting waren sehr gut. Die Geschichte der Johanna war sehr eindringlich und intensiv. Eine Frau, die ihren eigenen Weg gehen wollte & Mut zum Eigensinn hatte, und doch an der Macht der Männer, dem Patriarchat zu scheitern verdammt war. Natürlich kann sie dann zu seinerzeit nur als Wahnsinnige tituliert werden. Das Lesen war kräftezehrend, hab innerlich mit ihr gekämpft, alles vergebens. Was eine Ernüchterung. Und dennoch, immer noch begeistert von ihrer Kraft und ihrem Willen.

Johanna “die Wahnsinnige” von Kastilien War sie wirklich Wahnsinnig oder war das Propaganda ihres Vaters, Ehemannes & Sohnes?
Hallihallo ihr Lieben! Dieses Buch wollte ich umbedingt lesen, weil es um eine Frau geht, die im Schatten von ihren Eltern und ihrem Sohn steht und stand. Das Buch hinterlässt mich etwas zwiegespalten... Ich kenne Johanna die Wahnsinnige nur aus meinem spanischen Geschichtsunterricht und da wurde sie relativ neutral und ohne große Bedeutung abgehandelt. Darum war ich auf dieses Buch gespannt. Und ich werde mit ihrer Darstellung nicht warm. Sie ist mir etwas zu modern für ihre Zeit.
Der Roman lässt mich betroffen und vielleicht auch in gewisser Weise ohnmächtig zurück. In den vergangenen Tagen habe ich an der Seite von Johanna um Liebe gekämpft, Gefühle unterdrückt, Kinder bekommen, Macht verloren, um ein Leben gefürchtet, einen Platz in der Welt eingenommen - und bin darin bestätigt worden, dass die Maßstäbe für einen gesunden Geist von Männern gemacht werden. Immer wieder kommt mir der Satz in den Sinn, der über Johannas ganzer Geschichte steht, und den man ausschließlich Frauen gegenüber verwendet: "Nun sei doch nicht so emotional." Dies ist schlussendlich Johannas einziges Vergehen in dieser fiktionalen Aufarbeitung ihrer Ehe: sie lässt sich von ihren Gefühlen leiten und oftmals beherrschen. Alexa Hennig von Lange ist eine äußerst intensive Charakterstudie gelungen, die durchgehend die klaustrophobische Abhängigkeit Johannas, ihr Leben in Unfreiheit und und mit Einschränkungen, fühlbar macht. Bereits die erste Seite zeigt diesen Mangel an Selbstbestimmung in klaren, treffenden Worten deutlich auf. Zu keiner Zeit vergisst der Roman, wie verfahren Johannas Situation ist. Jeder noch so kleine Moment, den Johanna als Sieg verbuchen möchte, wird von ihren Feinden zum weiteren Beleg ihres ungesunden Geisteszustands umgedeutet. Johannas begrenzte Aktionsmöglichkeiten werden dadurch verstärkt, dass sie ihrem Mann verfallen ist, und sie ihm ein Kind nach dem anderen schenkt - ein weiterer Umstand, der sich vortrefflich dazu eignet, Johanna einzusperren, zu kontrollieren und einzuschränken. Neben diesem außerordentlichen Gefühl der Unfreiheit, das der Roman beständig transportiert, erkennt der Leser, dass Johanna vor allem sehr einsam ist. Sie hat keine Freunde und kaum Verbündete, ihre "engste Vertraute" wird ihr von ihrer Mutter zugeteilt und soll Johannas Verhalten in die richtigen Bahnen lenken. Die Beziehung zu ihrem Mann ist emotional einseitig und wenig vertrauensvoll, denn Philipp der Schöne lebt das typische Leben eines Renaissancefürsten mit allem, was dazu gehört. Für ihre Eltern ist sie lediglich ein Machtpfand und die Beziehung zu ihren eigenen Kindern bleibt trotz aller Bemühungen zerrissen. All diese Aspekte sind ausgezeichnet und sehr authentisch in die Erzählung eingebettet. Johanna und ihre Familie sind sind so plastisch dargestellt, dass die Lektüre durchweg von dem Eindruck bestimmt wird, man habe es mit realen Menschen zu tun und nicht nur mit literarischen Figuren, die auf einer historischen Vorlage beruhen. Erzählerisch ist dies sehr stark, weil es dem Roman tatsächlich gelingt, immer wieder auch Distanz zu Johanna aufzubauen. Der Leser zweifelt so ab und an, ob Johanna nicht vielleicht doch einen Hang zum Wahnsinn haben könnte und stellt ihr Verhalten infrage. Auch wenn die Charakterstudie im Vordergrund steht, so ist der Autorin darüber hinaus ein sehr authentisches Bild der Renaissancezeit gelungen. Man wird mit Johanna in alte, kalte Gemäuer eingesperrt und arbeitet sich an den patriarchalische Machtstrukturen ab. Als Bonus wird der Kleidung der Zeit sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt und so der zeitliche Kontext noch stärker herausgearbeitet. Auch der politische Hintergrund und die dynastischen Verhältnisse finden ihren Platz in diesem Roman. Dies alles hat mir ausgesprochen gut gefallen. Trotz meines absolut positiven Fazits habe ich zwei Punkte zu bemängeln. Die Autorin neigt zu einigen Redundanzen. Johannas rotes Haar, ihre blasse Haut, Philipps Kinn und noch ein paar weitere Details werden zu gehäuft angesprochen. Dadurch tritt der Erzählfluss etwas auf der Stelle. Und: das Nachwort hätte dringend um den letzten Absatz gekürzt werden müssen. Es ist leider überhaupt nicht gut, wenn ein Autor dem Leser abschließend erklären möchte, wie er den Text hätte verstehen sollen. Ein guter Roman kann und muss für sich selbst sprechen. Dieser könnte es.
Ich hatte mal wieder Lust auf einen historischen Roman. Und da ich besonders gerne historische Geschichten über starke Frauen lese, erschien mir dieses Buch über Johanna, die Königin von Spanien, sehr passend. Aber leider ist dieses Buch einfach langweilig. Es ist aus der Sicht der Protagonistin geschrieben, wodurch man ihre Gedanken und Gefühle sehr gut verstehen und nachvollziehen kann. Aber dennoch liest sich das Buch einfach so runter, ohne dass irgendetwas passiert. Es gibt keine wirkliche Spannung in der Geschichte, und leider kann ich auch keine Beziehung zu der Protagonistin aufbauen. Ich kann ihre Gefühle und ihr Verhalten zwar verstehen, sie berührt mich aber nicht. Sprachlich ist das Buch gut, da kann ich nichts kritisieren. Aber es wird mir sicherlich nicht im Gedächtnis bleiben.
50 Seiten Didaktische Reflexionen, die die Person auspsychologisieren und dem Text den Atem nehmen. Formal, Stilistisch einengend, plakativ. Für mich keine geeignete Herangehensweise sich der Wut, dem Wunsch nach Individualität, der Verweigerung eine Funktion im großen Ganzen einzunehmen,dem Todestrieb und fehlen der Vernunft zu nähern.
Es erschüttert mich immer wieder, wenn ich darüber lese, wie Frauen so einfach als wahnsinnig abgestempelt und weggesperrt werden konnten. Das zieht sich durch viele Jahrhunderte durch. Johanna von Kastilien gibt nicht einfach auf. Das hat mich beeindruckt. Das Hörbuch wurde von Tanja Fornaro sehr gut eingesprochen.
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Alexa Hennig von Lange, geboren 1973, wurde mit ihrem Debütroman ›Relax‹ 1997 zu einer der erfolgreichsten Autorinnen ihrer Generation. Es folgten zahlreiche weitere Romane, Erzählungen, Theaterstücke und Jugendbücher. 2002 wurde Alexa Hennig von Lange mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Bei DuMont erschienen die Romane ›Risiko‹ (2007), ›Peace‹ (2009), ›Kampfsterne‹ (2018) und ›Die Weihnachtsgeschwister‹ (2019). Die Schriftstellerin lebt mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern in
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Johanna von Kastilien. Königin von Kastilien, León, Aragón und den westindischen Inseln und dem Festland am Ozean im frühen 16. Jahrhundert. Herrscherin über eines der größten Reiche ihrer Zeit. Krone. Macht. Fremdbestimmung. Diese Zerrissenheit zwischen Glauben und Institution. Zwischen Liebe und Demütigung. Zwischen Leidenschaft und Unterwerfung. Zwischen dem Wunsch, sich selbst zu gehören, in einer Welt, die genau das nicht zulässt. Am eindringlichsten wurde dieses Buch für mich dort, wo Johanna selbst spürbar wurde. In ihrem inneren Zustand. In diesem brennenden Kern aus Verzweiflung, Auflehnung, Wut, Schmerz, Liebe und dem unerträglichen Wunsch nach Selbstbestimmung innerhalb eines gewaltigen Machtgefüges aus Familie, Religion und politischem Kalkül. Aber auch in dieser tiefen Einsamkeit. In Verlust. In Verlassenwerden. In Verrat. In der beklemmenden Nähe zwischen dem, was als Wahnsinn bezeichnet wird, und dem, was ebenso Verzweiflung, Überforderung, Verletzung oder zutiefst menschlicher Widerstand gegen ein kaum erträgliches Leben gewesen sein könnte. Denn selbst größte Krone, Macht und Reich schützen nicht zwangsläufig davor, dem eigenen Leben entfremdet zu werden. Gerade darin liegt für mich auch die besondere Eindringlichkeit dieses Romans über Unfreiheit, weibliche Existenz und darüber, was von einem Menschen bleibt, wenn Selbstbestimmung systematisch und lebenslang begrenzt wird. Johannas Geschichte, ihr inneres Brennen und diese historische wie menschliche Tragweite sind so gewaltig, dass ich ihr noch länger hätte folgen wollen. Noch näher an ihren Gedanken. Noch länger in ihrem Erleben. Ich wäre gern noch länger an ihrer Seite geblieben.
Wahnsinnig - aufbegehrend - eigensinnig
Historische Romane haben ihre eigene Energie und schaffen es, uns in eine Zeit zurück zu katapultieren, die so anders ist als unsere heutige Welt. Das hat dieser Roman geschafft, die Atmosphäre und das Setting waren sehr gut. Die Geschichte der Johanna war sehr eindringlich und intensiv. Eine Frau, die ihren eigenen Weg gehen wollte & Mut zum Eigensinn hatte, und doch an der Macht der Männer, dem Patriarchat zu scheitern verdammt war. Natürlich kann sie dann zu seinerzeit nur als Wahnsinnige tituliert werden. Das Lesen war kräftezehrend, hab innerlich mit ihr gekämpft, alles vergebens. Was eine Ernüchterung. Und dennoch, immer noch begeistert von ihrer Kraft und ihrem Willen.

Johanna “die Wahnsinnige” von Kastilien War sie wirklich Wahnsinnig oder war das Propaganda ihres Vaters, Ehemannes & Sohnes?
Hallihallo ihr Lieben! Dieses Buch wollte ich umbedingt lesen, weil es um eine Frau geht, die im Schatten von ihren Eltern und ihrem Sohn steht und stand. Das Buch hinterlässt mich etwas zwiegespalten... Ich kenne Johanna die Wahnsinnige nur aus meinem spanischen Geschichtsunterricht und da wurde sie relativ neutral und ohne große Bedeutung abgehandelt. Darum war ich auf dieses Buch gespannt. Und ich werde mit ihrer Darstellung nicht warm. Sie ist mir etwas zu modern für ihre Zeit.
Der Roman lässt mich betroffen und vielleicht auch in gewisser Weise ohnmächtig zurück. In den vergangenen Tagen habe ich an der Seite von Johanna um Liebe gekämpft, Gefühle unterdrückt, Kinder bekommen, Macht verloren, um ein Leben gefürchtet, einen Platz in der Welt eingenommen - und bin darin bestätigt worden, dass die Maßstäbe für einen gesunden Geist von Männern gemacht werden. Immer wieder kommt mir der Satz in den Sinn, der über Johannas ganzer Geschichte steht, und den man ausschließlich Frauen gegenüber verwendet: "Nun sei doch nicht so emotional." Dies ist schlussendlich Johannas einziges Vergehen in dieser fiktionalen Aufarbeitung ihrer Ehe: sie lässt sich von ihren Gefühlen leiten und oftmals beherrschen. Alexa Hennig von Lange ist eine äußerst intensive Charakterstudie gelungen, die durchgehend die klaustrophobische Abhängigkeit Johannas, ihr Leben in Unfreiheit und und mit Einschränkungen, fühlbar macht. Bereits die erste Seite zeigt diesen Mangel an Selbstbestimmung in klaren, treffenden Worten deutlich auf. Zu keiner Zeit vergisst der Roman, wie verfahren Johannas Situation ist. Jeder noch so kleine Moment, den Johanna als Sieg verbuchen möchte, wird von ihren Feinden zum weiteren Beleg ihres ungesunden Geisteszustands umgedeutet. Johannas begrenzte Aktionsmöglichkeiten werden dadurch verstärkt, dass sie ihrem Mann verfallen ist, und sie ihm ein Kind nach dem anderen schenkt - ein weiterer Umstand, der sich vortrefflich dazu eignet, Johanna einzusperren, zu kontrollieren und einzuschränken. Neben diesem außerordentlichen Gefühl der Unfreiheit, das der Roman beständig transportiert, erkennt der Leser, dass Johanna vor allem sehr einsam ist. Sie hat keine Freunde und kaum Verbündete, ihre "engste Vertraute" wird ihr von ihrer Mutter zugeteilt und soll Johannas Verhalten in die richtigen Bahnen lenken. Die Beziehung zu ihrem Mann ist emotional einseitig und wenig vertrauensvoll, denn Philipp der Schöne lebt das typische Leben eines Renaissancefürsten mit allem, was dazu gehört. Für ihre Eltern ist sie lediglich ein Machtpfand und die Beziehung zu ihren eigenen Kindern bleibt trotz aller Bemühungen zerrissen. All diese Aspekte sind ausgezeichnet und sehr authentisch in die Erzählung eingebettet. Johanna und ihre Familie sind sind so plastisch dargestellt, dass die Lektüre durchweg von dem Eindruck bestimmt wird, man habe es mit realen Menschen zu tun und nicht nur mit literarischen Figuren, die auf einer historischen Vorlage beruhen. Erzählerisch ist dies sehr stark, weil es dem Roman tatsächlich gelingt, immer wieder auch Distanz zu Johanna aufzubauen. Der Leser zweifelt so ab und an, ob Johanna nicht vielleicht doch einen Hang zum Wahnsinn haben könnte und stellt ihr Verhalten infrage. Auch wenn die Charakterstudie im Vordergrund steht, so ist der Autorin darüber hinaus ein sehr authentisches Bild der Renaissancezeit gelungen. Man wird mit Johanna in alte, kalte Gemäuer eingesperrt und arbeitet sich an den patriarchalische Machtstrukturen ab. Als Bonus wird der Kleidung der Zeit sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt und so der zeitliche Kontext noch stärker herausgearbeitet. Auch der politische Hintergrund und die dynastischen Verhältnisse finden ihren Platz in diesem Roman. Dies alles hat mir ausgesprochen gut gefallen. Trotz meines absolut positiven Fazits habe ich zwei Punkte zu bemängeln. Die Autorin neigt zu einigen Redundanzen. Johannas rotes Haar, ihre blasse Haut, Philipps Kinn und noch ein paar weitere Details werden zu gehäuft angesprochen. Dadurch tritt der Erzählfluss etwas auf der Stelle. Und: das Nachwort hätte dringend um den letzten Absatz gekürzt werden müssen. Es ist leider überhaupt nicht gut, wenn ein Autor dem Leser abschließend erklären möchte, wie er den Text hätte verstehen sollen. Ein guter Roman kann und muss für sich selbst sprechen. Dieser könnte es.
Ich hatte mal wieder Lust auf einen historischen Roman. Und da ich besonders gerne historische Geschichten über starke Frauen lese, erschien mir dieses Buch über Johanna, die Königin von Spanien, sehr passend. Aber leider ist dieses Buch einfach langweilig. Es ist aus der Sicht der Protagonistin geschrieben, wodurch man ihre Gedanken und Gefühle sehr gut verstehen und nachvollziehen kann. Aber dennoch liest sich das Buch einfach so runter, ohne dass irgendetwas passiert. Es gibt keine wirkliche Spannung in der Geschichte, und leider kann ich auch keine Beziehung zu der Protagonistin aufbauen. Ich kann ihre Gefühle und ihr Verhalten zwar verstehen, sie berührt mich aber nicht. Sprachlich ist das Buch gut, da kann ich nichts kritisieren. Aber es wird mir sicherlich nicht im Gedächtnis bleiben.
50 Seiten Didaktische Reflexionen, die die Person auspsychologisieren und dem Text den Atem nehmen. Formal, Stilistisch einengend, plakativ. Für mich keine geeignete Herangehensweise sich der Wut, dem Wunsch nach Individualität, der Verweigerung eine Funktion im großen Ganzen einzunehmen,dem Todestrieb und fehlen der Vernunft zu nähern.
Es erschüttert mich immer wieder, wenn ich darüber lese, wie Frauen so einfach als wahnsinnig abgestempelt und weggesperrt werden konnten. Das zieht sich durch viele Jahrhunderte durch. Johanna von Kastilien gibt nicht einfach auf. Das hat mich beeindruckt. Das Hörbuch wurde von Tanja Fornaro sehr gut eingesprochen.















